{"id":149591,"date":"2025-05-29T18:59:10","date_gmt":"2025-05-29T18:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/149591\/"},"modified":"2025-05-29T18:59:10","modified_gmt":"2025-05-29T18:59:10","slug":"schweizer-behoerden-rechnen-mit-ueberlaufen-des-sees-in-blatten-in-den-fruehen-morgenstunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/149591\/","title":{"rendered":"Schweizer Beh\u00f6rden rechnen mit \u00dcberlaufen des Sees in Blatten \u201ein den fr\u00fchen Morgenstunden\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBYlv tspBYlw\">Die Gefahr in den Schweizer Alpen ist noch nicht gebannt: Nach dem gigantischen Gletscherabbruch <strong>im L\u00f6tschental <\/strong>rechnen die Katastrophenbeh\u00f6rden in den fr\u00fchen Morgenstunden des Freitags mit einer besorgniserregenden Entwicklung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_13774054___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. 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M\u00f6glich ist auch, dass das Wasser Schutt mitrei\u00dft und sich eine Ger\u00f6lllawine ins Tal ergie\u00dft. Heute wurden bereits weitere H\u00e4user im Tal in Gefahrenzonen ger\u00e4umt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/topshot-combo-switzerland-environment-glaciers-mountains-disaste.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13776379\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAThr\"\/> Satellitenaufnahme des teil\u00fcberfluteten Ortes Blatten in den Schweizer Alpen. <\/p>\n<p class=\"tspADfz\"> \u00a9 AFP\/Handout\/Satellite image \u00a92025 Maxar Technologies <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Zuvor hatte der Geologe Flavio Anselmetti von der Universit\u00e4t Bern bereits das Worst-Case-Szenario beschrieben. <strong>\u201eDas Schlimmste w\u00e4re, dass sich Wasser aufstaut bis zur Krone des Bergsturzdammes\u201c,<\/strong> sagte Anselmetti dem Schweizer Radiosender SRF. Der Fluss k\u00f6nne sich dann in das Gestein-Eis-Gemisch einschneiden.<\/p>\n<blockquote class=\"tspB2l9\">\n<p>Wir haben das Dorf verloren, aber nicht das Herz.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspB2ma\"><strong>Matthias Bellwald<\/strong>, Gemeindepr\u00e4sident von Blatten<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">\u201eWas drohen k\u00f6nnte, w\u00e4re, dass der Damm durch dieses Einschneiden instabil wird, dass Teile dieses Dammes mitgerissen werden, dass er kollabiert und dann k\u00f6nnten sehr starke Flutwellen oder Murg\u00e4nge von diesem Seeausbruch f\u00fcr die Gemeinden, die im unteren Tal liegen, drohen.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspSdi\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. 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Das Gestein- und Eisgemisch liegt meterhoch auf einer L\u00e4nge von zwei Kilometern und einer Breite von 200 Metern.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Das<strong> Dorf Blatten war angesichts des drohenden Felsabbruchs vergangene Woche ger\u00e4umt worden. <\/strong>90 Prozent der H\u00e4user wurden nach dem gewaltigen Naturereignis am Mittwoch von einer meterhohen Schuttschicht bedeckt. Die anderen stehen inzwischen im Wasser, weil der Schuttkegel das Flussbett der Lonza versperrt hat und das Wasser sich dahinter staut.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Ein 64 Jahre alter Mann, der sich trotz der Warnungen in der Gegend aufhielt, wird noch vermisst. Die Suche musste vor\u00fcbergehend eingestellt werden, wie die Polizei mitteilte. Die Entscheidung fiel \u201eaufgrund der anhaltenden Instabilit\u00e4t des Absturzmaterials aus Eis, Fels und Wasser und der damit verbundenen Gef\u00e4hrdung der Einsatzkr\u00e4fte\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Der Gletscherabbruch hat die schlimmsten Erwartungen der Beh\u00f6rden noch \u00fcbertroffen. \u201eDas Unvorstellbare ist heute eingetroffen\u201c, sagte der Blattener Gemeindepr\u00e4sident Matthias Bellwald in einer Pressekonferenz im Nachbarort Ferden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1748545150_169_topshot-switzerland-environment-mountains-disasters-landslide.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13776217\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAThr\"\/> Nach einem massiven Fels- und Eisrutsch, der einen Gro\u00dfteil des Dorfes Blatten in der Schweiz am 29. Mai 2025 versch\u00fcttet hat, sind nur noch wenige H\u00e4user zu sehen. <\/p>\n<p class=\"tspADfz\"> \u00a9 AFP\/ALEXANDRE AGRUSTI <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Blatten liege unter einem sehr gro\u00dfen Schuttkegel.\u00a0Obwohl die Katastrophe erst wenige Stunden zur\u00fccklag, zeigte sich Bellwald optimistisch. <strong>\u201eWir haben das Dorf verloren, aber nicht das Herz\u201c, <\/strong>sagte er und rief zum Wiederaufbau auf.<\/p>\n<p> Bewohner von Blatten wurden schon in Sicherheit gebracht <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Die Schweizer Bundespr\u00e4sidentin Karin Keller-Sutter dr\u00fcckte den Bewohnern von Blatten ihr Mitgef\u00fchl aus. \u201eEs ist schlimm, wenn man seine Heimat verliert\u201c, schrieb sie auf der Plattform X.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspSdi\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. 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Zuvor waren bereits in der Nacht zum Dienstag gr\u00f6\u00dfere Mengen an Eis, Fels, Schnee und Wasser talw\u00e4rts gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Die rund 300 Einwohner des Dorfes Blatten haben alles verloren. 90 Prozent des Dorfes, rund 130 H\u00e4user sowie die Kirche, sind unter einer Schuttschicht begraben. <strong>Sie sei zwischen 50 und 200 Metern dick, sagte Naturgefahrenchef Rapha\u00ebl Mayoraz<\/strong> bei einer Medienkonferenz. Der Kegel ist zwei Kilometer lang und rund 200 Meter breit. Insgesamt donnerten nach Sch\u00e4tzungen drei Millionen Kubikmeter Fels, Ger\u00f6ll und Eis des Birchgletschers ins Tal.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Seit die Eis- und Ger\u00f6lllawine am Mittwochnachmittag mit gigantischem Get\u00f6se und einer Staubwolke wie nach einer Explosion ins Tal donnerte und Blatten unter sich vergrub, werden die Bewohner abgeschirmt und betreut.<\/p>\n<p> L\u00f6tschental <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Das L\u00f6tschental ist auch ein Urlauberparadies, im Sommer mit Wander- und Kletterrouten sowie Bergseen und viel unber\u00fchrter Natur und mit Blick teils auf <strong>40 Viertausendergipfel<\/strong>, im Winter mit kilometerlangen Skipisten. Es war bis zur <strong>Er\u00f6ffnung des L\u00f6tschbergtunnels 1913<\/strong> und dem Bau einer Stra\u00dfe in den 1950er Jahren nur schwer erreichbar. (dpa)<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Die wenigen verbliebenen H\u00e4user sind nach Angaben der Beh\u00f6rden inzwischen durch den wachsenden Wasserstau der Lonza \u00fcberflutet. <strong>Blatten ist das letzte Dorf im 27 Kilometer langen L\u00f6tschental. Es liegt auf rund 1500 Metern<\/strong>.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Ausl\u00f6ser dieser Ereignisse war <strong>ein relativ langsam verlaufender Bergsturz am rund 3.800 Meter hohen Kleinen Nesthorn<\/strong>, oberhalb des nun abgest\u00fcrzten Birchgletschers.\u00a0Durch das Abbr\u00f6ckeln des Kleinen Nesthorns lagerten sich in den vergangenen Tagen rund neun Millionen Tonnen Schuttmaterial auf dem Gletscher ab und \u00fcbten Druck auf die Eismassen aus, wie Keystone-SDA berichtete.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Schweizer Gletscher schmolzen wegen der Klimaerw\u00e4rmung zwischen 2022 und 2023 so stark wie im gesamten Zeitraum von 1960 und 1990 und verloren zehn Prozent ihres Volumens.\u00a0<\/p>\n<p> Lesen Sie bei Tagesspiegel Plus: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/tendenz-zu-einem-sehr-heissen-sommer-was-wettermodelle-sagen-und-warum-die-trockenheit-riskant-bleibt-13725151.html?icid=topic-list_13774054___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eTendenz zu einem sehr hei\u00dfen Sommer\u201c Was jetzt meteorologisch auf Deutschland zukommen k\u00f6nnte <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/dramatische-auswirkungen-des-klimawandels-schilderungen-aus-einem-europa-wie-wir-es-bisher-nicht-kannten-13529332.html?icid=topic-list_13774054___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Augenzeugen des Klimawandels Europa, wie wir es bisher nicht kannten <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/gebirge-speichern-weniger-wasser-sitzen-wir-bald-auf-dem-trockenen-13395580.html?icid=topic-list_13774054___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gebirge speichern weniger Wasser Sitzen wir bald auf dem Trockenen? <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Die Naturkatastrophe sei historisch<strong> \u201ebeispiellos\u201c<\/strong>, sagte Rapha\u00ebl Mayoraz, ein Naturgefahren-Experte des Kantons Wallis. Er wies darauf hin, dass die Gefahr f\u00fcr das Tal auch nach dem Gletschersturz noch nicht gebannt sei. Denn durch den Abbruch wurde der Fluss Lonza auf einer L\u00e4nge von etwa zwei Kilometern stark aufgestaut. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Der Abgeordnete Beat Rieder aus dem Nachbarweiler Wiler sprach im Fernsehen von einer Jahrhundertkatastrophe. \u201eEs ist ein Ereignis, das das Tal seit Beginn der Geschichtsschreibung nie erlebt hat\u201c, sagte er im Schweizer Fernsehen. \u201eDie Leute haben alles verloren, was man sein ganzes Leben aufgebaut hat\u201c, sagte er. \u201eMan blickt auf den Bildschirm und kann nichts machen, das ist ein schwerer Schock.\u201c (dpa, lem)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Gefahr in den Schweizer Alpen ist noch nicht gebannt: Nach dem gigantischen Gletscherabbruch im L\u00f6tschental rechnen die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":149293,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[12578,13,952,14,25,15,12,293,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-149591","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-flutkatastrophe","9":"tag-headlines","10":"tag-klimawandel","11":"tag-nachrichten","12":"tag-naturkatastrophe","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-schweiz","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews","20":"tag-welt","21":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114592662517033002","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/149591","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=149591"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/149591\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/149293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=149591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=149591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=149591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}