{"id":15016,"date":"2025-04-08T07:05:07","date_gmt":"2025-04-08T07:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/15016\/"},"modified":"2025-04-08T07:05:07","modified_gmt":"2025-04-08T07:05:07","slug":"zu-viel-hopfen-bauern-in-deutschland-roden-bestaende-tageskarte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/15016\/","title":{"rendered":"Zu viel Hopfen \u2013 Bauern in Deutschland roden\u00a0Best\u00e4nde: Tageskarte"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt zu viel Hopfen in Deutschland. Ein teils massiver Preisverfall bei der Bier-Zutat bringt derzeit viele Pflanzer dazu, Teile ihrer Felder zu roden.\u00a0Insbesondere die beiden in Deutschland verbreiteten Aromasorten Perle und Hallertauer Tradition sind betroffen, wie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Verbands Deutscher Hopfenpflanzer, Erich Lehmair sagt. \u00abAm Schluss sieht man es am Preis. Ein Euro pro Kilo ist ein Zehntel dessen, was wir vor einem Jahr hatten.\u00bb Das sei deutlich unter den Herstellungskosten.<\/p>\n<p>Auch Stephan Schinagl, Einkaufsleiter beim weltgr\u00f6\u00dften Hopfenh\u00e4ndler BarthHaas und zweiter Vorsitzender des Hopfenwirtschaftsverbands, beklagt das \u00dcberangebot. Weltweit m\u00fcsse die Anbaufl\u00e4che um 5.000 Hektar sinken. Das w\u00e4ren rund 9 Prozent. In Deutschland m\u00fcssten es rund 2.000 Hektar sein. Auch Lehmair h\u00e4lt 1.000 bis 2.000 Hektar f\u00fcr eine realistische Gr\u00f6\u00dfenordnung.\u00a0<\/p>\n<p>Dennoch wird Deutschland wohl seinen gerade erst zur\u00fcckgewonnenen Titel als gr\u00f6\u00dfter Hopfenanbauer der Welt behalten. Auch in den zweitplatzierten USA m\u00fcssten rund 2.000 Hektar wegfallen, sagt Schinagl. Vergangenes Jahr war in Deutschland auf rund 20.300 Hektar Hopfen gepflanzt worden &#8211; der meiste davon in der Hallertau zwischen M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg &#8211; in den USA auf rund 18.600.\u00a0<\/p>\n<p>\u00c4nderungen im Rezept senken den Hopfenbedarf<\/p>\n<p>Neben der eher schwachen Biernachfrage tragen auch \u00c4nderungen in den Rezepturen bei gro\u00dfen Brauereien dazu bei, dass die Nachfrage nach Aromahopfen sinkt, wie Schinagl sagt. Zum Teil werde dieser durch Sorten mit besonders hohem Alphas\u00e4uregehalt ersetzt. Dieser Bestandteil des Hopfens gibt dem Bier die bittere Note. Hinzu kommt, dass die Bittersorten teilweise auch ertragreicher sind. \u00abEin Hektar Herkules ersetzt drei Hektar Perle\u00bb, rechnet der Experte vor.<\/p>\n<p>Auch Lehmair kennt Beispiele, wo dieser Tausch aus Kostengr\u00fcnden vollzogen wird. Dazu, ob man die \u00c4nderung schmecke, gebe es verschiedene Ansichten. Zudem komme es darauf an, welcher Hopfen wann im Laufe des Brauprozesses zugegeben werde. Zumindest bei dem Teil des Hopfens, der fr\u00fch ins Bier komme, bestehe f\u00fcr den Laien die Chance, dass er keinen Unterschied merke, sagt er. Dennoch tasten viele &#8211; gerade kleinere &#8211; Brauereien laut Schinagel ihr Rezept lieber nicht an. Viel zu holen gibt es dabei ohnehin nicht: Hopfen mache nur etwa ein Prozent des Bierpreises aus, sagt Lehmair.<\/p>\n<p>Der Hopfenbauer muss auch \u00abpokern\u00bb<\/p>\n<p>Wie viel wirklich gerodet werden wird, wei\u00df im Moment allerdings noch niemand, denn das entscheidet jeder Pflanzer f\u00fcr sich und seinen Betrieb selbst. Dabei m\u00fcsse er unter Umst\u00e4nden auch pokern, sagt Lehmair. Jeder Hektar und jedes Kilo Hopfen kosteten ihn Geld. Wenn der Preis nicht steige, verliere der Pflanzer Geld, wenn er zu viel rode und der Preis steige, verpasse er die Chance zu verdienen.<\/p>\n<p>Wo einmal gerodet ist, dauert es, bis wieder Hopfen geerntet werden kann. Nach einer Neupflanzung gibt es im ersten Jahr noch keinen Ertrag. Dennoch m\u00fcsse sich niemand Sorgen um sein Bier machen, sagt Lehmair. Von den Sorten mit \u00dcberangebot gebe es genug Vorr\u00e4te &#8211; und bei den anderen werde ja nicht gerodet. \u00abDa braucht keiner Angst haben.\u00bb (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es gibt zu viel Hopfen in Deutschland. 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