{"id":150397,"date":"2025-05-30T02:27:09","date_gmt":"2025-05-30T02:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/150397\/"},"modified":"2025-05-30T02:27:09","modified_gmt":"2025-05-30T02:27:09","slug":"wiesbaden-bremen-zweitjobs-das-muessen-sie-wissen-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/150397\/","title":{"rendered":"Wiesbaden\/Bremen | Zweitjobs: Das m\u00fcssen Sie wissen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Wiesbaden\/Bremen (dpa\/tmn) &#8211; Nicht selten verdienen sich Menschen in Deutschland etwas zum Hauptjob dazu &#8211; aus finanziellen Gr\u00fcnden, aus Spa\u00df oder zur pers\u00f6nlichen Entwicklung. Der Anteil der Erwerbst\u00e4tigen, die mehr als eine T\u00e4tigkeit aus\u00fcben, lag <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Arbeit\/Arbeitsmarkt\/Qualitaet-Arbeit\/Dimension-3\/zweitjobl.html\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Zahlen <\/a>des Statistischen Bundesamts zufolge im Jahr 2023 bei 4,5 Prozent: Gut 1,9\u00a0Millionen Personen hatten damit mindestens ein weiteres Arbeitsverh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p>Wer sich im Zweitjob etwas hinzuverdienen will, sollte wissen: Der Hauptarbeitgeber und das Finanzamt haben ein W\u00f6rtchen mitzureden. Antworten auf wichtige Fragen.<\/p>\n<p>Muss ich meinen Arbeitgeber \u00fcber einen Nebenjob informieren?<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gelte Berufsaus\u00fcbungsfreiheit, sagt Jakob T. Lange, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht aus Wiesbaden. Diese Freiheit endet jedoch, wenn sie die Rechte des Hauptarbeitgebers ber\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Oft verpflichten Arbeitsvertr\u00e4ge Arbeitnehmende ohnehin dazu, jede Nebent\u00e4tigkeit zu melden und genehmigen zu lassen. Laut Lange sind solche Klauseln aber nur wirksam, wenn sie zugleich den Arbeitgeber zur Genehmigung verpflichten ? falls keine Interessen des Arbeitgebers entgegenstehen.<\/p>\n<p>Wichtig: Auch ohne Vertragsklausel besteht die Informationspflicht, wenn der Nebenjob die Belange des Betriebs beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte. \u00abWer glaubt, dass die Nebent\u00e4tigkeit den Arbeitgeber st\u00f6ren k\u00f6nnte, sollte ihn informieren\u00bb, empfiehlt Lange.<\/p>\n<p>Um den Arbeitgeber zu informieren, gen\u00fcgen vier Angaben: Welche T\u00e4tigkeit ist geplant? Bei welchem Unternehmen? Wann sind die Arbeitszeiten in welchem Umfang? \u00abDiese Informationen braucht der Arbeitgeber, um die Situation zu bewerten\u00bb, so Lange.<\/p>\n<p>Kann mein Arbeitgeber eine Nebent\u00e4tigkeit ablehnen?<\/p>\n<p>Ein generelles Verbot ist unzul\u00e4ssig. \u00abDer Arbeitgeber muss den Einzelfall pr\u00fcfen und seine Entscheidung begr\u00fcnden\u00bb, sagt Lange. Er darf den Zweitjob nur untersagen, wenn betriebliche Interessen entgegenstehen.<\/p>\n<p>Das gilt besonders f\u00fcr konkurrierende T\u00e4tigkeiten: Ein Kfz-Mechatroniker darf nicht in einer anderen Autowerkstatt arbeiten. Auch wenn der Nebenjob das Ansehen des Hauptarbeitgebers sch\u00e4digt, kann er untersagt werden. Wer etwa in einem veganen Lebensmittelbetrieb arbeitet und am Wochenende in einem Steakhaus serviert, sollte sicher gehen und beim Arbeitgeber nachfragen, empfiehlt Lange.<\/p>\n<p>Was muss ich bei den Arbeitszeiten beachten?<\/p>\n<p>Auch in Zweitjobs gelten die arbeitsrechtlichen Vorschriften:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Gesamtarbeitszeit aus Haupt- und Nebenjob darf regelm\u00e4\u00dfig 8 Stunden pro Werktag und 48 Stunden pro Woche nicht \u00fcberschreiten.<\/li>\n<li>Der Nebenjob darf die Ruhezeit nicht beeintr\u00e4chtigen. Das Gesetz schreibt 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit nach Arbeitsende vor.<\/li>\n<li>W\u00e4hrend des bezahlten Urlaubs beim Hauptarbeitgeber d\u00fcrfen Arbeitnehmende keiner Nebent\u00e4tigkeit nachgehen, die dem Erholungszweck widerspricht.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Deshalb interessieren sich Hauptarbeitgeber f\u00fcr die Arbeitszeiten im Nebenjob: \u00dcberschneiden sie sich mit dem Hauptjob? F\u00fchrt \u00dcberm\u00fcdung zu Leistungseinbu\u00dfen? Werden gesetzliche Arbeitszeit- oder Ruhezeitvorgaben verletzt? Solche Gr\u00fcnde k\u00f6nnten eine Ablehnung rechtfertigen, sagt Lange.<\/p>\n<p>Was muss ich bei Steuern und Sozialabgaben bedenken?<\/p>\n<p>Nebent\u00e4tigkeiten seien steuer- und sozialabgabenpflichtig, erkl\u00e4rt Ingo Kleinhenz von der Arbeitnehmerkammer Bremen. Geringere Abz\u00fcge gibt es nur bei Minijobs bis 556 Euro monatlich. Sie sind f\u00fcr Arbeitnehmende sozialversicherungsfrei, die Sozialabgaben tr\u00e4gt pauschal der Arbeitgeber. \u00abDaf\u00fcr muss der Arbeitgeber den Minijob bei der Minijobzentrale anmelden\u00bb, so Kleinhenz.<\/p>\n<p>Auch bei einem Gehalt \u00fcber 556 Euro sind noch finanzielle Vorteile m\u00f6glich: Meldet der Arbeitgeber die T\u00e4tigkeit als Midijob an, tr\u00e4gt er einen h\u00f6heren Anteil der Sozialabgaben. Der Anteil f\u00fcr Arbeitnehmende steigt schrittweise mit dem Gehalt. \u00dcbersteigt es 2.000 Euro monatlich, wird der volle Anteil f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Steuerliche Vorteile bietet nur ein Minijob. Der Steuersatz ist mit 2 Prozent sehr gering. \u00dcbernimmt der Arbeitgeber auch die Steuer pauschal, ist das Nettoentgelt gleich dem Bruttogehalt.<\/p>\n<p>In allen anderen F\u00e4llen wird der Zweitjob mit Steuerklasse VI abgerechnet, die die h\u00f6chsten Abz\u00fcge hat. Wer einen Nebenjob aus\u00fcbt, muss eine Steuererkl\u00e4rung abgeben. Das Finanzamt addiert beide Geh\u00e4lter und berechnet die Einkommensteuer anhand der Steuerklasse des Hauptjobs. Das f\u00fchrt oft zu einer Steuererstattung, so Kleinhenz.<\/p>\n<p>Wie kann ich meine Arbeitszeit sinnvoll aufteilen?<\/p>\n<p>Wie man die Arbeitszeit zwischen Haupt- und Nebenjob am besten aufteilt, ist individuell &#8211; und unter anderem abh\u00e4ngig von den privaten Verpflichtungen und Arbeitszeiten. H\u00e4ufig sind folgende Konstellationen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nebenjob am Wochenende: Wer eine F\u00fcnf-Tage-Woche hat, kann gut am Samstag oder Sonntag arbeiten, solange die Ruhezeiten eingehalten werden. Sonntagsarbeit ist finanziell besonders interessant, wenn der Arbeitgeber steuerfreie Zuschl\u00e4ge zahlt.<\/li>\n<li>Vier-Tage-Woche plus Nebenjob: Wer zum Beispiel von Montag bis Donnerstag arbeitet, kann problemlos am Freitag und Samstag einen Zweitjob aus\u00fcben.<\/li>\n<li>Abendliche Zweitjobs: Wer im Hauptberuf fr\u00fch arbeitet, kann die Nebent\u00e4tigkeit auf den sp\u00e4ten Nachmittag oder den fr\u00fchen Abend legen. Auch dabei sollten Arbeitnehmende auf Arbeitszeit- und Ruhezeitbestimmungen achten.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Teilzeitbesch\u00e4ftigte haben mehr Spielraum: Wer 20 oder 30 Stunden pro Woche im Hauptjob arbeitet, kann die gesetzlichen Arbeits- und Ruhezeiten leichter einhalten. Angesichts der hohen Abz\u00fcge im Midijob r\u00e4t Kleinhenz jedoch zu einer Alternative: \u00abArbeitnehmende sollten zuerst versuchen, ihre Stunden im Hauptjob zu erh\u00f6hen. So vermeiden sie die Steuerklasse VI.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wiesbaden\/Bremen (dpa\/tmn) &#8211; Nicht selten verdienen sich Menschen in Deutschland etwas zum Hauptjob dazu &#8211; aus finanziellen Gr\u00fcnden,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":150101,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[1140,630,2420,4941,3364,29,1721,666,30,42784,53534,624,1009,26124,53533],"class_list":{"0":"post-150397","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-arbeit","9":"tag-beruf","10":"tag-bremen","11":"tag-cjab","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-finanzen","15":"tag-geld","16":"tag-germany","17":"tag-nebenjob","18":"tag-nebentatigkeit","19":"tag-ratgeber","20":"tag-recht","21":"tag-tmn0300","22":"tag-zweitjob"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114594424348511936","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=150397"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150397\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/150101"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=150397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=150397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=150397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}