{"id":150590,"date":"2025-05-30T04:17:10","date_gmt":"2025-05-30T04:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/150590\/"},"modified":"2025-05-30T04:17:10","modified_gmt":"2025-05-30T04:17:10","slug":"der-echo-verlag-fuer-literatur-gibt-nach-44-jahren-auf-zweibruecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/150590\/","title":{"rendered":"Der Echo Verlag f\u00fcr Literatur gibt nach 44 Jahren auf &#8211; Zweibr\u00fccken"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Der 1981 gegr\u00fcndete Zweibr\u00fccker Echo Verlag, der einzige Autorengef\u00fchrte Verlag der Pfalz,  stellt seine Aktivit\u00e4ten ein.  Am Geld  liegt es nicht, an den Autoren auch nicht.<\/b><\/p>\n<p>Als die Nachricht kommt, das der ambitionierte Zweibr\u00fccker Regionalliteratur-Verlag aufgibt, will man das nicht glauben, betonten die beiden Verleger Michael Dillinger (75) und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Wolfgang Ohler\" data-rtr-id=\"d9be28fc5e6b521c9161676417e60f3efe7fa572\" data-rtr-score=\"203.89196675900277\" data-rtr-etype=\"person\" data-rtr-index=\"7\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/wolfgang-ohler?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolfgang Ohler<\/a> (82) doch immer: \u201eWir schreiben schwarze Zahlen.\u201c An Autoren und Texten herrscht sicher auch kein Mangel, der Grund ist ein anderer: Zum Jahresende 2024 schloss die Zweibr\u00fccker Druckerei Conrad &amp; Bothner f\u00fcr immer, dort lie\u00df der Verlag seine B\u00fccher drucken \u2013 und mit einer neuen Druckerei wollten sie nicht weitermachen. <\/p>\n<p>\u201eEs war eine Bindung zu Conrad &amp; Bothner entstanden, und auch von unserem Alter her dachten wir, es reicht\u201c,  erkl\u00e4rt Dillinger. Und weiter:  \u201eWir haben immer den Satz selber gemacht, das hat Spa\u00df gemacht, zu Conrad &amp; Bothner konnte man hingehen, dann haben sie einen Zweibr\u00fccker Probedruck gemacht und dann konnte man noch einmal mit ihnen sprechen, das war einfach eine tolle Zusammenarbeit, so etwas wird es nicht mehr geben\u201c. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/6765027_1_articledetail_img_9012.webp.webp\" alt=\"In den Jahren 1981 und 1982 erschien im Echo Verlag die Zeitschrift \u201eZweibr\u00fccker Echo\u201c, 1982 kam das erste Buch \u201eZweibr\u00fccken \u2013 B\" title=\"In den Jahren 1981 und 1982 erschien im Echo Verlag die Zeitschrift \u201eZweibr\u00fccker Echo\u201c, 1982 kam das erste Buch \u201eZweibr\u00fccken \u2013 B\" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> In den Jahren 1981 und 1982 erschien im Echo Verlag die Zeitschrift \u00bbZweibr\u00fccker Echo\u00ab, 1982 kam das erste Buch \u00bbZweibr\u00fccken \u2013 Bilder und Texte einer Stadt\u00ab, 1990 das erste belletristische Buch \u00bbDas Auge der Amsel\u00ab von Wolfgang Ohler, 2025 das letzte Buch \u00bbFinale\u00ab von Michael Dillinger.Foto: Andrea Dittgen<\/p>\n<p>Der Echo Verlag h\u00f6rt also auf, B\u00fccher zu verlegen, aber die B\u00fccher aus dem Bestand werden noch verkauft. \u201eWir haben ein umfangreiches Magazin\u201c, betont Ohler, der es hortet. Das letzte Buch, das gerade erst herauskam \u2013 als Jahresgabe 2025 des Literarischen Vereins der Pfalz \u2013 ist zugleich das erste Buch von Michael Dillinger. Bisher war er nur als Herausgeber und Autor bei Anthologien des Echo Verlages in Erscheinung getreten. Es tr\u00e4gt den passenden Titel \u201eFinale\u201c und wird im Herbst bei einer Lesung in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Zweibr\u00fccken\" data-rtr-id=\"759410f706795b3cb5fcb8210831ec1e65ee2191\" data-rtr-score=\"46.25115420129271\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"17\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/lokal\/zweibruecken.html?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zweibr\u00fccken<\/a> vorgestellt. <\/p>\n<p>Damit ergibt sich folgende Bilanz des Verlages in den 44 Jahren seines Bestehens: sechs Ausgaben der Zeitschrift \u201eZweibr\u00fccker Echo\u201c, 46 B\u00fccher und zwei H\u00f6rb\u00fccher. Letztere sind nach B\u00fcchern von Wolfgang Ohler entstanden, der mit 13 B\u00fcchern im Echo Verlag B\u00fccher den Autorenrekord h\u00e4lt (dazu kommen noch seine Beitr\u00e4ge in Anthologien). Aber einige Veranstaltungen stehen noch an, so die Lesung im <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Rosengarten\" data-rtr-id=\"9da0160a9c822926b91333611ffad010fb0ea229\" data-rtr-score=\"5.287396121883657\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"16\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/rosengarten?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rosengarten<\/a> im \u201ePfad der Poesie\u201c mit Dillinger, Ohler und Monika Rinck (Sonntag, 22. Juni, 11 Uhr). <\/p>\n<p>Die B\u00fccher des Echo Verlages waren durchaus erfolgreich, von Ohlers \u201eAuge der Amsel\u201c (1990) und \u201eMagermilch und Rock\u2019n\u2019Roll\u201c (1997) sowie vom der Weihnachtsbuch \u201eDer guten M\u00e4r bring ich so viel\u201c (Anthologie 2004) gab es sogar zwei Auflagen.  \u201eDamals hatten wir Erstauflagen von 1000 Exemplaren\u201c, meint Ohler, \u201emanchmal sogar 1200 wie bei Wolfgang Ohlers ,Sch\u00f6nbildseher\u2019  von 1992, das ist heute  unvorstellbar\u201c, erg\u00e4nzt Dillinger. Der Verlag war zwar nie auf finanziellen Erfolg hin  ausgerichtet, andererseits \u201ewollten wird  unsere Familien nicht in den Ruin treiben\u201c, meinte Ohler, denn beim Echo Verlag,  einer Gesellschaft des b\u00fcrgerlichen Rechts, haften die Gesellschafter mit ihren Privatverm\u00f6gen.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/6765028_1_articledetail_bild_1.webp.webp\" alt=\"Echo Verlag 1990: Die damaligen Verleger Winfried Hub (links) und Michael Dillinger (rechts) sowie Illustrator Christoph Legner \" title=\"Echo Verlag 1990: Die damaligen Verleger Winfried Hub (links) und Michael Dillinger (rechts) sowie Illustrator Christoph Legner \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Echo Verlag 1990: Die damaligen Verleger Winfried Hub (links) und Michael Dillinger (rechts) sowie Illustrator Christoph Legner (Zweiter von links) und Autor Wolfgang Ohler.Foto: RHP-Archiv<\/p>\n<p>Sich selbst haben die beiden f\u00fcr den Satz kein Honorar gezahlt, und die Autoren erhielten ihr Honorar meistens in Form von B\u00fcchern. \u201eWir haben nie einen Druckkostenzuschuss von den Autoren verlangt\u201c, betont Ohler.  Er stieg 1996 in den Verlag ein, als Mitgr\u00fcnder Winfried Hub, damals  Redakteur  der RHEINPFALZ,  zur Zeitung \u201eFreies Wort\u201c in den Osten wechselte. Ohler sprang f\u00fcr ihn 1996 ein: \u201eEs  hat ich interessiert, B\u00fccher schreiben ist das eine, B\u00fccher verlegen etwas anderes.\u201c<\/p>\n<p>Zu den Zweibr\u00fccker Autoren, denen der Echo Verlag zum ersten Buch verhalf, geh\u00f6ren Barbara Franke, Gerhard Rinsche, Gerhard Kaiser und Edgar Steiger, aber auch die Fotografen Manfred Marx und Volkhard Gabriel. Meistens haben sich potenzielle Autoren beim Echo Verlag gemeldet, \u201ewir haben eine ganze Reihe von Autoren abgelehnt\u201c, erinnert sich Ohler,  \u201eirgendwie hatte es sich herumgesprochen, beim Echo Verlag kann man umsonst ver\u00f6ffentlichen und wir haben Angebote bekommen, die schauerlich waren.\u201c<\/p>\n<p>In den 90er Jahren, der Bl\u00fctezeit des  Literarischen Vereins der Pfalz mit gut 500 Mitgliedern  waren Dillinger und Ohler auch im Vorstand des Vereins. \u201eDas war auch die Zeit, wo die F\u00f6rderung durch Sparkasse und  Bezirksregierung floss\u201c, wei\u00df Dillinger. \u201eWas wir gemerkt haben als kleiner Verlag: 1000 B\u00fccher heute zu verkaufen, ist illusorisch\u201c, so Dillinger, \u201ewenn fr\u00fcher 80 Leute zu einer Lesung kamen, wurden 40 bis 50 B\u00fccher verkauft, heute kommen auch 80, aber die kaufen dann acht B\u00fccher\u201c. In Zweibr\u00fccken kommen immerhin noch erfreulich viele zu einer Lesung. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/6765029_1_articledetail_echoneu.webp.webp\" alt=\"Der Bestand des Zweibr\u00fccker Echo Verlages im Jahr 2020, seitdem sind noch mehr als zehn B\u00fccher dazugekommen. \" title=\"Der Bestand des Zweibr\u00fccker Echo Verlages im Jahr 2020, seitdem sind noch mehr als zehn B\u00fccher dazugekommen. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Der Bestand des Zweibr\u00fccker Echo Verlages im Jahr 2020, seitdem sind noch mehr als zehn B\u00fccher dazugekommen.Foto: Michael Dillinger\/oho<\/p>\n<p>Dass Dillinger und Ohler harmonieren, liegt daran, dass sie sich schon lange kennen und Freund sind. Kennengelernt haben sie sich in den 80er Jahren, nicht bei einer Lesung, sondern  beim Sport: Ohler  spielte Volleyball und nach dem Spiel setzte er sich zu Dillinger und fragt ihn, ob er ihm einen Text geben k\u00f6nne.  So begann eine wunderbare Freundschaft, noch heute treffen sich die beiden mindestens einmal pro Woche \u2013 und erinnern sich. <\/p>\n<p>\u201eSchon fr\u00fch dabei war der Arzt und Zeichner Christoph Legner\u201c, meint Dillinger, schon 1982,  als Dillinger f\u00fcrs Layout der Zeitschrift \u201eZweibr\u00fccker Echo\u201c noch Buchstaben gerubbelt hat. Es war eine andere Zeit: \u201eEin Leben ohne Papier ist undenkbar. Es ist ein praktischer Helfer von fr\u00fch bis sp\u00e4t. Wir beginnen den Tag mit der Zeitung und der Filtert\u00fcte f\u00fcr den Morgenkaffee und beenden ihn mit einem Buch\u201c, schrieb Verleger Winfried Hub, in der ersten Ausgabe der Zeitschrift \u201eZweib\u00fccker Echo\u201c 1981, f\u00fcr die der Verlag gegr\u00fcndet wurde. Die Zeitschrift sollte einmal im Quartal erscheinen, aber das lohnte sich bald nicht mehr. Nach sechs Ausgaben 1981 bis 1982 wurde sie eingestellt. Dann wurde  aus dem Zeitschriftenverlag ein Buchverlag \u2013 mit der Anthologie \u201eZweibr\u00fccken: Bilder und Texte einer Stadt\u201c. Dem Papier sind die beiden Verleger treu geblieben, E-Books sind nicht ihre Sache,  Schreiben und Setzen im Computer nat\u00fcrlich schon. Das letzte Echo-Buch \u201eFinale\u201c  mit Geschichten aus f\u00fcnf Jahrzehnten kam nicht zuletzt dadurch zustande, dass Michael Dillinger oft gefragt wurde, wann er wieder ein Buch schreibt. Dass es dann auch die Jahresgabe 2025 des Literarischen Pfalz wurde, ist ein Schmankerl zum guten Schluss. <\/p>\n<p>Info<\/p>\n<p class=\"rhp-closing-credits\">Die B\u00fccher des Zweibr\u00fccker Echo Verlages gibt es weiterhin bei Lesungen der Autoren und im Buchhandel, sie k\u00f6nnen  per  E-Mail bestellt werden unter sowo-echo@gmx.de und  michaeldillinger@t-online.de. Die Best\u00e4nde kann man im Internet einsehen auf  <a href=\"https:\/\/echoverlagzweibruecken.wordpress.com\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Echo Verlag\" rel=\"noopener\">echoverlagzweibruecken.wordpress.com<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der 1981 gegr\u00fcndete Zweibr\u00fccker Echo Verlag, der einzige Autorengef\u00fchrte Verlag der Pfalz, stellt seine Aktivit\u00e4ten ein. 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