{"id":151625,"date":"2025-05-30T13:40:14","date_gmt":"2025-05-30T13:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/151625\/"},"modified":"2025-05-30T13:40:14","modified_gmt":"2025-05-30T13:40:14","slug":"ihre-fragen-zum-schreiben-wie-finde-ich-den-richtigen-verlag-fuer-mein-buch-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/151625\/","title":{"rendered":"Ihre Fragen zum Schreiben &#8211; \u00abWie finde ich den richtigen Verlag f\u00fcr mein Buch?\u00bb &#8211; News"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-paragraph\">Das Schreiben ordnet Gedanken, verarbeitet Erlebtes oder entf\u00fchrt uns in fremde Welten. Doch was macht die Faszination des geschriebenen Wortes aus? Ist es die Macht, \u00fcber Sprache Kontrolle im Chaos zu finden \u2013 oder der pure Ausdruck k\u00fcnstlerischer Freiheit? Moderator Dani Fohrler diskutierten im \u00abTreffpunkt\u00bb mit Zora del Buono und dem Publikum, was uns das Schreiben geben kann.<\/p>\n<p>          Solothurner Literaturtage 2025<\/p>\n<p>    Box aufklappen<br \/>\n    Box zuklappen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Auch dieses Jahr wird SRF in Solothurn vor Ort sein und vor Publikum Sendungen produzieren. <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/kultur\/literatur\/solothurner-literaturtage-2025-srf-an-den-solothurner-literaturtagen-programmuebersicht\" data-urn=\"urn:srf:article:0196f215-4f61-9fda-379f-81b5fb7325e4\" data-title=\"SRF an den Solothurner Literaturtagen: Programm\u00fcbersicht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier geht es zum Programm.<\/a><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Wie gelingt eigentlich der Sprung vom privaten Notizbuch in die Regale der Buchhandlungen? Wie verwandelt man rohe Ideen in Figuren, die unter die Haut gehen? Wie baut man Welten, in die Leserinnen und Leser freiwillig versinken? Und was tun, wenn die Gedanken nicht aufs Blatt wollen?<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Ihre Fragen rund ums Schreiben und um die Verlagssuche hat unsere Expertenrunde mit Christine Brand, Christoph H\u00e4nni und Katja Sch\u00f6nherr von 10:45 bis 12:15 Uhr beantwortet.<\/p>\n<p>          G\u00e4ste im News-Chat<\/p>\n<p>    Box aufklappen<br \/>\n    Box zuklappen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Christine Brand<br \/><\/strong>Krimiautorin<br \/><a href=\"https:\/\/christinebrand.ch\/\" target=\"_blank\" data-urn=\"\" data-title=\"\" rel=\"nofollow noopener\">christinebrand.ch<\/a><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Katja Sch\u00f6nherr<br \/><\/strong>Schriftstellerin und Literaturredaktorin bei SRF <br \/><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/kultur\/literatur?srg_shorturl_source=literatur\" data-urn=\"urn:srf:landingpage:8762\" data-title=\"Literatur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SRF Literatur<\/a><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Christoph H\u00e4nni<br \/><\/strong>Leiter Bildung beim Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband<br \/><a href=\"https:\/\/www.sbvv.ch\/home\" target=\"_blank\" data-urn=\"\" data-title=\"\" rel=\"nofollow noopener\">SBVV<\/a><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Chat-Protokoll:<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Ich habe eine Lese-Rechtschreibschw\u00e4che und hab deshalb nie gerne geschrieben noch gelesen, da es f\u00fcr mich sehr anstrengend ist. K\u00f6nnen sie mir Tipps geben, wie man die Schreibschwierigkeiten \u00fcberwinden kann?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Ich bin leider keine Expertin, aber vielleicht finden Sie hier Unterst\u00fctzung? https:\/\/www.bvl-legasthenie.de\/legasthenie\/tipps-fuer-erwachsene.html#content Und: Darf ich Ihnen diese Sendungen \u00fcber den Autor Sebastian Steffen ans Herz legen? Vielleicht machen die etwas Mut? \u2013 https:\/\/www.srf.ch\/audio\/kontext\/sebastian-steffen-literat-trotz-schreibschwaeche?id=d8894942-6626-4616-915c-9323eaae4a80 \u2013 https:\/\/www.srf.ch\/play\/tv\/kulturplatz\/video\/sebastian-steffen&#8212;schriftsteller-trotz-lese&#8211;und-schreibschwaeche?urn=urn:srf:video:2aa03906-7df2-46c6-9492-9fc89f7bdb6d Alles Gute Ihnen!<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Frau Brand, danke, dass Sie sich die Zeit nehmen. Wie gehen Sie eigentlich mit Kritik\/Feedback um. Gab es schon mal R\u00fcckmeldungen, wo Sie gedacht haben. Ohjee&#8230; das schmerz oder da muss ich unbedingt neu starten. <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Es gibt zweierlei Arten von Kritik, die man unterscheiden muss: Es kann Kritik geben, weil jemandem meine Geschichten oder meine Schreibweise nicht gef\u00e4llt, und das akzeptiere ich, denn Geschm\u00e4cker sind verschieden. Und dann gibt es inhaltliche Kritik, die ich mir zu Herzen nehme. Wenn mir jemand sagt, er m\u00f6ge meine Hauptfigur nicht, dann versuche ich, herauszufinden, woran das liegt und wie ich das \u00e4ndern k\u00f6nnte. Jemand sagte mir k\u00fcrzlich, ich w\u00fcrde zu viele Adjektive verwenden \u2013 obwohl ich in meinen Schreibkursen eine \u00dcbung mache, um Adjektive zu streichen! Und dann muss ich mich schon selbst bei der Nase nehmen und meine Texte wieder etwas genauer anschauen. Zum Gl\u00fcck hatte ich aber noch nie das Gef\u00fchl, dass ich neu starten m\u00fcsse \u2013 ausser wegen mir selbst. Ich denke, ich selbst bin meine st\u00e4rkste Kritikerin.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag! Ich bin ziemlich neu in der Welt des Schreibens, tr\u00e4ume jedoch davon, eines Tages als Autorin ver\u00f6ffentlicht zu werden. Doch um diesem Traum konkrete Schritte entgegenzusetzen, fehlt mir das n\u00f6tige Selbstvertrauen. Ich sehne mich nach einem ehrlichen, qualifizierten Feedback \u2013 danach, ob mein Schreiben grunds\u00e4tzlich das Potenzial h\u00e4tte oder sich dieses mit der Zeit entwickeln k\u00f6nnte. Haben Sie einen Tipp, wie ich an solches Feedback gelangen kann, ohne erst ein ganzes Manuskript einzureichen und dann lediglich eine Zu- oder Absage von einem Verlag zu erhalten? Vielen herzlichen Dank im Voraus!<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Das Zweifeln geh\u00f6rt dazu. Machen Sie sich keine Sorge. Woher soll man denn auch wissen, ob ein Text funktioniert, ob er in anderen etwas ausl\u00f6st. Ich w\u00fcrde ein Manuskript auch nicht gleich an einen Verlag schicken, sondern mir Menschen suchen, denen ich vertraue und auf deren Meinung ich viel gebe. Solche Testleser sind ungemein wertvoll \u2013 und viele freuen sich auch, wenn sie zu so etwas \u00abHeiligem\u00bb wie ein Erstlesen auserkoren werden. Und dann: Es gibt sehr viele Schreibkurse f\u00fcr Literarisches Schreiben. An den Klubschulen etwa. Oder auch das Schweizerische Literaturinstitut in Biel. Dort tauscht man sich \u00fcber die eigenen Texte auch \u2013 und auch an den Beispielen der anderen lernt man viel. Und, nochmals, Zweifel hat (fast) jede\/r. Ich w\u00fcnsche Ihnen alles Gute!<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Vielleicht kenne ich mich in der Schweizer Literaturszene nicht so aus, aber Herr H\u00e4nni hat heute erw\u00e4hnt, dass gerade Young Adult sehr beliebt ist, ist dieses Genre in der Schweiz nicht so vertreten? Oder warum kennt man da nix? Diese kommen ja meist aus englischsprachigen L\u00e4ndern. <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Da haben Sie Recht, in der Schweiz gibt es bisher nicht viele Verlage, die Young- oder New-Adult-Titel ver\u00f6ffentlichen. Die Verlage pr\u00fcfen, ob dieses Genre in ihr Programm passt und falls nicht, ver\u00f6ffentlichen sie keine entsprechenden Titel. In Deutschland gibt es mittlerweile aber sehr viele Verlage, die h\u00e4ufig unter einem eigenen Imprint B\u00fccher aus diesem Gebiet ver\u00f6ffentlichen und auch deutschsprachige Autor:innen publizieren.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>K\u00f6nnen sie Programme\/KI-Tools empfehlen, die das Lektorat von Texten \u00fcbernehmen oder zumindest eine erste Grundkorrektur vornehmen k\u00f6nnen? Ab wann empfiehlt sich ein professionelles (klassisches) Lektorat? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Leider nein. Ich kenne mich damit nicht aus. Falls Sie auf Verlagssuche sind, empfiehlt sich ein klassisches Lektorat f\u00fcr die Textprobe, die Sie einreichen. Und allenfalls f\u00fcr das Expos\u00e9. Das k\u00f6nnte die Chancen erh\u00f6hen. Danach aber ist das Lektorat Sache des Verlags.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Man liest ja immer wieder davon dass auch popul\u00e4re B\u00fccher erst von zig Verlagen abgelehnt werden. Woher weisst man trotzdem, dass man etwas gutes hat und sich nicht entmutigen lassen soll?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Man muss sich immer wieder diese Situation vor Augen halten: Die Verlage bekommen unvorstellbare Mengen an Manuskripten zugeschickt. Gleichzeitig bringen die Verlage aber, je nach Gr\u00f6sse, beispielsweise nur zehn, 15 (oft weniger) B\u00fccher pro Jahr heraus. Das heisst, ein Verlag hat keinen grossen Spielraum. Und dann entscheiden oft Faktoren wie: \u2013 Das ist einer unserer Stamm-Autoren; den m\u00fcssen wir ins Programm nehmen. \u2013 Wir haben schon sehr viele Autoren. Jetzt muss noch eine AutorIN ins Programm. \u2013 Wir hatten im Fr\u00fchjahrsprogramm schon ein Buch mit demselben Thema. etc. Also, oft entscheiden \u00ab\u00e4ussere Faktoren\u00bb, um ein Verlagsprogramm gut zu durchmischen. Das hat sehr oft GAR NICHTS mit der Qualit\u00e4t eines abgelehnten Texts zu tun. Abgelehnt zu werden, heisst auch einfach oft, dass ein Text gerade nicht in die Gesamtmischung gepasst hat. Als Deb\u00fctant_in hat man es nat\u00fcrlich doppelt schwer, weil Verlage \u2013 die selbst fast alle ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen \u2013 ungern Experimente eingehen und lieber auf bekannte Namen setzen. Da muss man mit seinem Erstling schon besonders \u00fcberzeugen, um genommen zu werden. Aber: Es gibt ja trotzdem genug Beispiele von Menschen, die es geschafft haben. Und es gibt wirklich viele Verlage und Agenturen. Man muss dranbleiben. Bevor ich ein Manuskript einreiche, w\u00fcrde ich es immer von ein paar Testlesenden, auf deren Meinung man viel gibt, lesen lassen und deren Feedback ernst nehmen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag Ich bin im dritten Semester meines Studiums (Bachelor of Scienece Soziale Arbeit). Mir bereites es sehr grosse M\u00fche wissenschaftliche Texte zu verfassen. Gibt es spezielle \u00dcbungen, die ich machen kann? Wie gelingt es mir so schreiben zu lernen? Gibt es einfach mehr und weniger talentierte Personen f\u00fcr diese spezifische Schreibweise? Danke und lG<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Chiristine Brand: Ich bin sicher, dass es mehr und weniger talentierte Personen f\u00fcr verschiedene Schreibweisen gibt. Ich selbst h\u00e4tte ebenfalls grosse M\u00fche mit wissenschaftlichen Texten, daher bin ich wohl auch die Falsche, die hier die Frage beantwortet. Nur soviel: Schreiben ist nicht nur Talent, es ist immer auch Handwerk, und Handwerk kann man lernen. Ich bin sicher, dass es Kurse f\u00fcrs wissenschaftliche Schreiben gibt, die weiterhelfen k\u00f6nnten. Ich habe jetzt nichts selbst gegoogelt, aber evtl. finden sich bei www.schreibszeneschweiz.ch geeignete Kurse. Ich w\u00fcnsche Ihnen viel Gl\u00fcck!<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Eine Freundin m\u00f6chte ein Buch schreiben \u00fcber einen pers\u00f6nlichen Schicksalsschlag. Wie kann ich sie dabei unterst\u00fctzen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Bieten Sie sich an, als Ansprechpartnerin f\u00fcr sie da zu sein. Schreiben kann ein sehr einsamer Prozess sein, aber wenn man jemanden zu Seite hat, mit dem man \u00fcber die Probleme und die H\u00fcrden diskutieren kann, dann hilft das schon sehr viel. Und bieten Sie sich als Testleserin an; dass Sie ihnen schon mal ein Kapitel zu lesen geben kann. Denn das geh\u00f6rt auch zum Schreiben; dass man Selbstzweifel hat, ob die Geschichte so \u00fcberhaupt gelesen werden kann. Ich bin sicher, das w\u00fcrde Ihrer Freundin bereits eine grosse Hilfe sein.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Wie gut kann man in der Schweiz vom Schreiben leben? ist es schwieriger als bspw. in Deutschland, weil es dort mehr Verlage gibt? Oder operieren die grossen Verlage sowieso alle in der DACH-Region?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Es ist eher schwierig, vom Schreiben allein leben zu k\u00f6nnen, ausser die B\u00fccher werden zu Bestsellern. Lesungen und Veranstaltungen k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich Einkommen bringen. Es gibt Stiftungen in der Schweiz, die Stipendien an Autorinnen und Autoren vergeben. Eine Google-Recherche gibt mehr Auskunft zu den Stiftungen. Die meisten Schweizer Verlage haben auch Auslieferungen in Deutschland und \u00d6sterreich und vertreiben ihre B\u00fccher dort, sind also in der ganzen DACH-Region t\u00e4tig.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Ich weiss nicht, ob Sie Lovecraft kennen und lesen. Er ist ja der Endgegner jedes Lektors. Verliebt in Adjektive, blumig, dicht und trocken. Das sind ja keine guten Voraussetzungen f\u00fcr eine tolle Geschichte. Trotzdem funktionieren seine Storys. Wie kann ich meinen eigenen Schreibstil entwickeln, der trotz M\u00e4ngel evtl. als speziell und einzigart gut wahrgenommen wird? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Ich kenne Lovecraft leider nicht. Und obwohl ich selbst darauf achte, nicht zu viele Adjektive zu gebrauchen, finde ich in meinen Texten immer noch zu viele! Leider kann ich hier keinen ultimativen Tipp weitergeben. Nur meine Gedanken: Ich f\u00fcrchte, man kann nicht planen, einen speziellen und einzigartig guten Schreibstil zu entwickeln. Er entwickelt sich von selbst. Und er sollte zur schreibenden Person passen; so dass das Schreiben auch Spass macht. Wenn man sich zu sehr bem\u00fcht, etwas in einem bestimmten Stil zu schreiben, k\u00f6nnte das alsbald holprig daherkommen. Das Wichtigste scheint mir: Schreiben, schreiben, schreiben. Und: Lesen, lesen, lesen, denn auch das Lesen ist eine gute Schreibschule. Als Journalistin konnte ich meinen Schreibstil erst \u00fcber ein paar Jahre entwickeln; ich musste zuerst genug Selbstsicherheit gewinnen, um so zu schreiben, wie es mir gefiel. Und auch die Freiheit daf\u00fcr erhalten. Mein Schreibstil bei den Krimis \u2013 ich finde, ich schreibe sehr szenisch \u2013 ist indes auch durch meine fr\u00fchere Arbeit beim Schweizer Fernsehen beeinflusst worden. Weil man beim Bild-Medium immer in Szenen erz\u00e4hlt. Wie gesagt; leider habe ich keinen Tipp, ich empfehle, einfach den eigenen Weg zu gehen, und sich selbstbewusst die Freiheit zu nehmen, so zu schreiben, wie es einem gef\u00e4llt.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Was muss ich finanziell in die Hand nehmen, um ein Buch zu ver\u00f6ffentlichen? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Die Kosten belaufen sich auf die Zeit, die Sie f\u00fcrs Schreiben ben\u00f6tigen (und das ist ja meist eine Menge). Ein Verlag sollte von Ihnen kein Geld verlangen, und eine Agentur nur eine Provision bei Vertragsabschluss mit einem Verlag. Geld verlangen sollte in diesem Prozess niemand von Ihnen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Welche B\u00fccher k\u00f6nnen Sie empfehlen, um das Schreibhandwerk zu erlernen? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Ich mochte \u00abWie man einen verdammt guten Roman schreibt\u00bb von James N. Frey. Dieses Buch hat nat\u00fcrlich schon mal einen verdammt guten Titel, der viel verspricht. Es gibt einen guten \u00dcberblick dar\u00fcber, worauf es ankommt (Handlung, Figurenzeichnung etc.). Das kann man dann nicht 1:1 nachahmen, aber man wird sensibel f\u00fcr die wichtigsten Schreibregeln. Sehr sch\u00f6n auch \u00abDie Geschichten in uns. Vom Schreiben und vom Leben\u00bb vom Bestseller-Autor Benedict Wells. Darin zeigt er zum Beispiel Passagen aus fr\u00fcheren Fassungen seiner Romane, die er inzwischen sehr peinlich findet \u2013 und dann erkl\u00e4rt er, was daran \u00abpeinlich\u00bb ist und wie er die Passagen gerettet hat. Wirklich sehr anschaulich.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Ich w\u00fcrde gerne ein Buch \u00fcber meinen eigenen Recoveryweg schreiben um anderen Menschen, die einen \u00e4hnlichen Lebensweg haben wie ich, Hoffnung zu vermitteln. habe eigentlich schon angefangen. Nun merke ich, dass ich einfach nicht die richtigen W\u00f6rter finde um die Emotionen, die Gef\u00fchle, die Energie, meine Haltung so r\u00fcberzubringen wie ich es m\u00f6chte. Wie finde ich Autoren die evt f\u00fcr mich\/mit mir schreiben k\u00f6nnten? Vielen Dank f\u00fcr Ihre R\u00fcckmeldung<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass der Besuch eines Schreibkurses f\u00fcr Sie hilfreich sein k\u00f6nnte und Sie so zu Ihrer eigenen Sprache finden. Sie lernen dort auch andere Schreibende und Referent:innen kennen, vielleicht haben diese Tipps f\u00fcr Sie oder k\u00f6nnen passende Kontakte herstellen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>K\u00f6nnen Sie mir Tipps geben, wie ich die Dialoge meiner Figuren verbessern kann? Damit habe ich am meisten M\u00fche<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Ich habe einmal einen Kurs bei Hansj\u00f6rg Schertenleib gesucht, der hiess: Dialoge schreiben \u2013 und ich kann ihn sehr empfehlen. Wenn ich Dialoge schreibe, versuche ich, in die Personen, die spricht, hineinzuschl\u00fcpfen, ich h\u00fcpfe bei einem Dialog sozusagen von der einen in die andere Person. Und frage mich beim \u00dcberarbeiten immer wieder: W\u00fcrde er das jetzt so sagen, w\u00fcrde sie sich so ausdr\u00fccken, w\u00fcrde er so reagieren. Soviel zum Inhaltlichen. Nun zur Form: Ich vermeide so oft wie m\u00f6glich, nach dem Zitat ein Komma zu machen und zu schreiben \u00ab, sagte er. Oder \u00ab, behauptete er. Oder \u00ab, fragte er. Manchmal macht das durchaus Sinn, auch wenn man das Zitat sonst anders nicht zuordnen kann. Aber ich versuche es, so wenig wie m\u00f6glich zu verwenden. Oft kann man ein Zitat auch allein stehen lassen, wenn klar ist, wer spricht. Und manchmal kann man den Dialog von einer Handlung umschliessen lassen. Man kann einen Dialog zum Beispiel w\u00e4hrend eines Essens stattfinden lassen. Oder durch eine Handlung die Stimmung des sprechenden untermalen und dadurch gleichzeitig ein \u00absagte\u00bb sparen. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Zwei Beispiele: \u00abIch bin nicht \u00fcberzeugt, dass das eine gute Idee ist\u00bb, sagte Ben. Oder aber: Ich bin nicht \u00fcberzeugt, dass das eine gute Idee ist.\u00bb Ben blickt sie nicht an, er schiebt mit der Gabel die Tomaten an den Tellerrand. \u00abWir haben nicht gen\u00fcgend Leute, wir k\u00f6nnen das nicht durchziehen\u00bb, sagt sein Boss. Oder aber: \u00abWir haben nicht gen\u00fcgend Leute, wir k\u00f6nnen das nicht durchziehen.\u00bb Sein Boss klopft unentwegt mit dem Kugelschreiber auf den Tisch, am liebsten w\u00fcrde er ihn ihm wegnehmen und zum Fenster hinaussschmeissen &#8230; Dialoge lassen sich auch gut \u00fcben: Indem man ein Bild mit zwei oder mehreren Personen vor sich legt und dann aufschreibt, wie und was sie miteinander sprechen. Ich hoffe, das hat etwas geholfen; viel Gl\u00fcck!<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Fr\u00fcher war die Devise, man muss verdammt gut sein, dass ein Expos\u00e9 \u00fcberhaupt Chancen hat, gilt das heute immer noch oder hat man mittlerweile bessere Chancen auf dem Markt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Die Antwort ist leider: Die Agenturen und Verlage bekommen unvorstellbare Mengen an Manuskripten zugeschickt. Es ist also tats\u00e4chlich nicht leicht, aber es ist nicht unm\u00f6glich. Ich w\u00fcrde empfehlen, das eigene Manuskript immer erst einmal ein paar Testleser_innen zu geben und deren Gedanken dazu anzuh\u00f6ren, ehe man sich auf Verlagssuche begibt. (Und Self-Publishing ist ja auch immer eine Variante.)<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Hallo, wie weiss ich, dass meine Figuren \u00abgut\u00bb sind, also auch von den Lesenden als stark gezeichnete Figuren wahrgenommen werden? Was sind Indizien?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Hier gilt die Schreibregel: \u00abShow, don`t tell\u00bb. Also: Nicht sagen, was \/ wie jemand ist, sondern es zeigen. Nicht schreiben: \u00abSie war nerv\u00f6s.\u00bb Sondern es durch ihre Handlungen zeigen, ihr fiel der Kugelschreiber aus der Hand, sie versch\u00fcttete ihren Kaffee etc. Man macht die Figuren durch Handlungen erlebbar, nicht durch Adjektive.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Wie nehmen Sie die Vereinfachung viel Text mithilfe von KI wie ChatGPT war? Denn es ist je damit sehr einfach m\u00f6glich, einfache Sachb\u00fccher mit grossem Umfang aber ohne inhaltliche Tiefe erstellen zu lassen. Einfach noch mehr vom Gleichen. Was meinen Sie dazu?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Aus meiner Sicht ist dies eher bei Self Publishing Titeln der Fall, die h\u00e4ufig ohne professionelles Lektorat ver\u00f6ffentlicht werden. Viele Verlage in der Schweiz legen einen grossen Wert auf die Qualit\u00e4t und Tiefe. Damit stechen sie in der Verlagsbranche auch im internationalen Vergleich heraus.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag gesch\u00e4tzte Expert:innen-Runde Mich interessiert wie ich vorgehen kann, wenn ich die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie in einer popul\u00e4rwissenschaftlichen Publikation ver\u00f6ffentlichen m\u00f6chte. Wie finde ich einen Verlag? Welche Verlage eignen sich hierf\u00fcr? Was sollte ich ber\u00fccksichtigen, um Leser:innen anzusprechen und f\u00fcr die Thematik zu begeistern? Haben Sie weitere Tipps und Ideen, die ich aufgreifen k\u00f6nnte? Vielen Dank f\u00fcr Ihren Rat! FG<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Verlage wie Hanser, Springer, Ullstein oder C.H. Beck haben popul\u00e4rwissenschaftliche Themen im Programm. Wichtig: Die Themen sollten einen Bezug zum Alltag der Menschen haben, gerne auch sehr aktuell sein. Und: Der Schreibstil muss fl\u00fcssig und einfach verst\u00e4ndlich sein. Die Verlagssuche \u00fcbernehmen heute meist Literaturagenturen. Da gibt es einige, die auch Sachb\u00fccher vertreten. An die schickt man ein Lebenslauf, ein Expos\u00e9 und etwa 30 Seiten des Manuskripts. Kernst\u00fcck ist das Expos\u00e9, in dem man \u00abkurz und knackig\u00bb den Inhalt zusammenfasst und die Relevanz erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Ich habe dieses Jahr einen Roman geschrieben und m\u00f6chte ihn sehr gerne ver\u00f6ffentlichen. Bis jetzt habe ich noch nie etwas ver\u00f6ffentlicht. Gibt es Webseiten oder anderes, das einem bei der Suche f\u00fcr einen Verlag oder eine Agentur helfen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Die Verlagssuche wird heute meistens von einer Literaturagentur \u00fcbernommen. Das heisst, wenn man ein Manuskript fertiggestellt hat, sucht man nicht einen Verlag, sondern eine Agentur. Und diese \u00fcbernimmt dann die (oft sehr langwierige und nervenaufreibende) Verlagssuche f\u00fcr einen. Daf\u00fcr bekommt sie, sofern sie einen Verlag findet, eine kleine Provision; sie \u00fcbernimmt daf\u00fcr aber auch die Vertragsverhandlungen. Also, die meisten Sachen laufen heute \u00fcber Agenturen. Wenn Sie \u00abLiteraturagentur\u00bb googeln, werden Sie auf ganz viele stossen. Schauen Sie vorher, welches Genre diese Agenturen vermitteln. Auf den Websites steht auch, was sie sich w\u00fcnschen: Meist muss man einen Lebenslauf, dann ein Expos\u00e9 mit einer Kurzzusammenfassung schicken sowie die ersten 30 Seiten. Wichtig ist: Viel Zeit ins Expos\u00e9 investieren. Das muss sitzen. Kurz und knackig muss man da den Inhalt des Buchs wiedergeben. Wenn Sie es doch lieber direkt \u00fcber einen Verlag versuchen wollen, ist es wichtig, dass Sie vorab genau schauen, ob Ihr Text ins Verlagsprogramm passt. Auf der Website der Verlage steht auch meist, ob unverlangt eingesandte Manuskripte \u00fcberhaupt angeschaut werden oder nicht.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>K\u00f6nnen Sie die verschiedenen Vor- und Nachteile der Erz\u00e4hlperspektiven erl\u00e4utern? Ich kann mich nicht entscheiden, aus welcher Sicht ich meine Geschichte erz\u00e4hlen soll. Es geht um 3 Freunde, die in einer Kleinstadt in Indonesien aufwachsen und mit Adolescence-Problem sich herumschlagen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Grob l\u00e4sst sich hinsichtlich der Perspektive unterscheiden zwischen:<\/p>\n<ul class=\"article-list\">\n<li>auktorialem Erz\u00e4hler (der ist allwissend und kann in jede Figur hineinblicken)<\/li>\n<li>personalem Erz\u00e4hler (der beschreibt die Handlung aus der Perspektive einer bestimmten Figur; man kann das beschreiben mit \u00abKamera auf der Schulter\u00bb)<\/li>\n<li>Ich-Erz\u00e4hler (Ich-Form also; hier ist die Perspektive auf die Wahrnehmung der Ich-Figur beschr\u00e4nkt)<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"article-paragraph\">Welche Perspektive Sie w\u00e4hlen, h\u00e4ngt davon ab, was Sie erz\u00e4hlen wollen. Wollen Sie einen umfassenden, allwissenden \u00dcberblick geben, dann ist es die auktoriale Erz\u00e4hlform. Wenn es aber mehr um das Innenleben einer Figur geht, dann die Ich-Form. Haben Sie die Geschichte innerlich schon im Ohr? Vielleicht \u00abh\u00f6ren\u00bb Sie dann schon, welche Perspektive das ist, aus der die Geschichte erz\u00e4hlt werden will. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Was vielen auch hilft: Einfach anfangen und verschiedene Perspektiven ausprobieren. Kapitelweise kann man die Perspektive auch mal wechseln. Aber das muss gut \u00fcberlegt sein; da sollte man nicht innerhalb eines Kapitels springen. Ich w\u00fcrde Ihnen raten, mal ein paar Seiten in jeder Perspektive zu schreiben, dann sp\u00fcren Sie bestimmt, welche Ihnen am meisten Spass macht, mit welcher Sie das, was Sie zeigen wollen, am besten zeigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Ich bin noch 13 und w\u00fcrde gerne ein Buch schreiben. Was gibt es alles f\u00fcr Tipps f\u00fcr mich, wie ich die Geschichte schreibe, drucken lassen kann und ggf. auch ein Verlag mein Buch annimmt. <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Das Wichtigste ist: Einfach mal mit Schreiben beginnen! Wenn Du eine Idee hast und gerne ein Buch schreiben willst: Fang an. Es macht Spass! Und es ist etwas Besonderes. \u00dcberlege Dir, wer der Held Deiner Geschichte sein soll, was f\u00fcr einen Weg er gehen, respektive, was er erleben soll, was sein Ziel ist und ob er es erreichen soll. Auch, aus welcher Perspektive Du die Geschichte erz\u00e4hlen willst, w\u00fcrde ich mir im Voraus \u00fcberlegen: Erz\u00e4hlt der Held die Geschichte selbst oder erz\u00e4hlt jemand Neutrales seine Geschichte, oder vielleicht ein Freund? Wenn Du die Geschichte, die Du erz\u00e4hlen m\u00f6chtest, im Kopf hast, beginne zu schreiben. Denk beim Schreiben nicht daran, ob Du einen Verlag findest, der das Buch annimmt, darum kannst Du Dich dann danach k\u00fcmmern. Vielleicht findest Du f\u00fcr das erste Buch noch keinen Verlag, weil die Verlagssuche ist m\u00fchsam, und wir Schreibenden lernen von Buch zu Buch ja auch immer noch dazu, sie sollten immer besser werden. Mein erstes Buch ist bei einem sehr kleinen Verlag erschienen und erst nach f\u00fcnf B\u00fcchern habe ich einen grossen Verlag gefunden. Darum w\u00fcrde ich mir \u00fcber den Verlag noch keine Gedanken machen. Schreibe, weil es Dir Spass macht, und schreibe so, wie Du gerne selbst ein Buch lesen w\u00fcrdest. Viel Gl\u00fcck und Freude w\u00fcnsche ich Dir!<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Wie entscheiden Lektor:innen, ob eine Geschichte dem Publikum gefallen wird oder nicht? Was ist f\u00fcr sie entscheidend bei der Marktbeurteilung?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Das interessiert mich selbst auch! \ud83d\ude42 Leider habe ich keine Antwort darauf. Aus der anderen Perspektive kann ich nur sagen: Man muss im richtigen Moment die passende Idee haben und damit an den richtigen Lektor gelangen \u2013 es ist also auch immer eine Portion Gl\u00fcck gefragt!<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guete Tag, i ha zw\u00f6i B\u00fcechli gschribe (Adv\u00e4ntskal\u00e4nder-Gschichte f\u00fcr Chind) und lah drucke. Ds dritte B\u00fcechli isch am Entstah. Mi Frag isch: Wie chani e Verlag finde oder e M\u00f6glichkeit, dassi mi n\u00fcmme s\u00e4lber ume Verchouf bruche z k\u00fcmmere? (Tue n\u00e4mlech lieber Schribe!)<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Die Verlagssuche ist nicht ganz einfach, es kommt darauf an, ob das neue Buch in ein Verlagsprogramm passt. F\u00fcr den Verkauf kann es sich lohnen, mit einem Zwischenbuchhandelsunternehmen Kontakt aufzunehmen, das den Versand f\u00fcr sie \u00fcbernehmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag, wie realistisch ist es zu hoffen, dass aus einem Blog ein Buch werden kann?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Es kommt sehr darauf an, um was f\u00fcr einen Blog es sich handelt. Und auch, wie viele Leser er bereits erreicht. Falls Sie sich einen Namen als Journalist oder Blogger gemacht haben und viele LeserInnen haben, dann denke ich, dass auch ein Blog in Buchform seine Abnehmer finden w\u00fcrde. Wenn es ein Reiseblog ist, k\u00f6nnte ein Reisebuch daraus werden. Aus einem Kochblog ein Kochbuch. Fall der Blog nicht Themenbezogen ist, ist es eher etwas schwieriger, ausser, eben, Sie haben bereits eine grosse Anh\u00e4ngerschaft.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag! Ich schreibe autobiografisch gepr\u00e4gte Texte, welche ich gerne mit Gedichten zum entsprechenden Thema ausschm\u00fccke. Ich bin ein unbeschriebenes Blatt in der Literaturszene, habe kein \u00abVitamin B\u00bb, wie man so sagt. Wie finde ich einen Verlag, welcher sich allenfalls f\u00fcr meine Texte interessieren k\u00f6nnte? Besten Dank und freundliche Gr\u00fcsse<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Viel l\u00e4uft heute \u00fcber sogenannte Literaturagenturen. Das heisst, wenn man ein Manuskript fertiggestellt hat, sucht man sich nicht einen Verlag, sondern eine Agentur. Und diese \u00fcbernimmt dann die (oft sehr langwierige und nervenaufreibende) Verlagssuche f\u00fcr einen. Daf\u00fcr bekommt sie, sofern sie einen Verlag findet, eine kleine Provision; sie \u00fcbernimmt daf\u00fcr aber auch die Vertragsverhandlungen. Also, die meisten Sachen laufen heute \u00fcber Agenturen. Wenn Sie \u00abLiteraturagentur\u00bb googeln, werden Sie auf ganz viele stossen. Schauen Sie vorher, welches Genre die jeweilige Agentur vermittelt (Kinderb\u00fccher zum Beispiel schliessen viele aus.). Auf der Website der Agenturen sehen Sie Beispiele von durch sie vertretenen B\u00fcchern. Daraus k\u00f6nnen Sie, zumindest ein wenig, ableiten, ob Ihr Text zu dem, was gesucht wird, passt. Wenn Sie es doch lieber direkt \u00fcber einen Verlag versuchen wollen, ist es wichtig, dass Sie vorab genau schauen, ob Ihr Text ins Verlagsprogramm passt. Es heisst also: Die Webseiten s\u00e4mtlicher Verlage abzugrasen. Auf den Websites steht auch meist, ob unverlangt eingesandte Manuskripte \u00fcberhaupt angeschaut werden oder nicht. Es ist ein Prozess, der viel Geduld braucht. Ich dr\u00fccke Ihnen die Daumen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag Herr H\u00e4nni. Meine FRage an Sie: Gibt es einen entscheidenen Vorteil, warum man in der Schweiz einen Verlag suchen sollte, wieso nicht im Ausland? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Es kommt sehr auf das Buch an, das Sie schreiben. Falls es einen regionalen Bezug zur Schweiz hat, macht es Sinn, hier einen Verlag zu suchen. Die Verlage k\u00f6nnen das Buch dann gezielt in den Schweizer Buchhandlungen anbieten und vermarkten. Zudem ist die Zusammenarbeit einfacher, weil ein pers\u00f6nlicher Austausch vor Ort m\u00f6glich ist. Aber falls das Buch zu einem Verlag im Ausland passt, w\u00fcrde ich es unbedingt auch dort versuchen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag, kann man in der Schweiz ein Buch auch auf Englisch schreiben? Gibt es Schweizer Verlage, die Englische Literatur publizieren? Danke<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Es gibt in der Schweiz nicht viele Verlage, die englische Literatur ver\u00f6ffentlichen. Ausnahmen kann es geben, wenn das Buch einen Bezug zur Schweiz oder zu einer Region hat.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Liebe Schreibverliebte, abgedroschene, durchgekaute Frage vielleicht, aber immer wieder spannend aus der Feder von Direktbetroffenen: Wie \u00fcberwinden Sie Ihre Schreibblockade?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Erst einmal versuche ich, mir zu sagen: Das ist keine Blockade, sondern die Geschichte \/ der Text braucht einfach noch etwas Zeit. Mag etwas esoterisch t\u00f6nen, aber manchmal hilft es ja, sich \u00abumzuprogrammieren\u00bb. Und dann frage ich mich auch oft: Warum kann\/mag ich gerade nicht schreiben: Weiss ich nicht, wie es weitergehen soll (das ist oft das Problem)? Dann versuche ich, dieses Problem zu l\u00f6sen und mir erst einmal zu \u00fcberlegen, was ich eigentlich als N\u00e4chstes erz\u00e4hlen will. Oder es hilft, an einer anderen Stelle im Text weiterzuschreiben \u2013 zum Beispiel das Ende, damit ich weiss, wo ich mit der ganzen Sache hinwill. Oder man \u00fcberarbeitet \/ korrigiert bereits Geschriebenes, um die Flaute zu \u00fcberbr\u00fccken. Und manchmal bedeutet eine \u00abBlockade\u00bb auch einfach \u00abIch habe keine Lust \u2013 und das ist ja auch manchmal okay;-)<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Morgen,mich w\u00fcrde interessieren, wie die Branche im Moment so dasteht? Werden eigentlich mehr B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht und gelesen als fr\u00fcher noch? wohin geht der Trend? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Die Buchverk\u00e4ufe sind seit ein paar Jahren eher r\u00fcckl\u00e4ufig, aber weiterhin auf einem stabilen Niveau. Momentan l\u00e4sst sich ein grosser Trend bei den sogenannten \u00abNew Adult\u00bb und \u00abYoung Adult\u00bb Titeln feststellen, die sich an junge Erwachsene richtet. Booktok spielt dabei eine grosse Rolle, viele Titel werden dort besprochen und verkaufen sich dann auch in der Schweiz gut.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Frage an Herrn H\u00e4nni: Ich h\u00f6re zum ersten Mal vom SBVV, fange aber erst jetzt an mit dem Schreiben. Was sind Ihre Aufgaben? Nehmen Sie auch Geschichten auf? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Danke f\u00fcr Ihre Frage. Der SBVV vertritt die Interessen der Buchbranche gegen\u00fcber Beh\u00f6rden und Politik in kultur- und wirtschaftspolitischen Belangen. Zu seinen Kernaufgaben geh\u00f6ren die Grundbildung und branchenspezifische Weiterbildungen sowie die Buchpromotion im Ausland. Dar\u00fcber hinaus erbringt der SBVV f\u00fcr seine Mitglieder zahlreiche Dienstleistungen und betreut auch die ISBN-Agentur in der Schweiz. Das Ver\u00f6ffentlichen von Geschichten geh\u00f6rt nicht zu unseren Aufgaben, daf\u00fcr sind die Verlage zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Liebe Frau Brand, wie gehen Sie vor, wenn Sie einen Krimi entwickeln: Schreiben Sie drauf los, und korrigieren vorzu, schreiben immer wieder um; oder planen Sie minuti\u00f6s, bevor Sie die erste Szene tippen? Oder wie? Besten Dank.<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Fr\u00fcher, als ich noch in meiner Freizeit Krimis schrieb, musste ich wissen, um was f\u00fcr ein Delikt es gehen soll, wer T\u00e4ter und wer Opfer ist, und, ganz wichtig: Was das Motiv f\u00fcr die Tat ist. Wenn ich das in meinem Kopf zurechtgelegt hatte, habe ich einfach angefangen zu schreiben, und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Seit ich beruflich schreibe, verfasse ich, bevor ich loslege, ein Expos\u00e9 von etwa 25\u201330 Seiten, in denen ich den Plot bereits einmal ganz erz\u00e4hle. Das Expos\u00e9 muss ich dann auch im Voraus meinem Verlag einreichen. Wenn ich dann aber zu schreiben beginne, halte ich mich keineswegs genau an das Expos\u00e9, das w\u00e4re mir zu langweilig, weil ich dann ja schon genau w\u00fcsste, was passiert. Und mir macht das Schreiben am meisten Spass, wenn zwischendurch etwas geschieht in meiner Geschichte, mit dem ich selbst nicht gerechnet habe. Aber auch heute noch beginne ich auf Seite 1 und schreibe chronologisch bis zur letzten Seite. Was aber nicht heisst, dass ich den Text nicht \u00fcberarbeite. Ein erstes Mal schon am n\u00e4chsten Tag, nachdem ich ihn geschrieben habe. Wenn ich am Ende angekommen bin, \u00fcberarbeite ich das Buch etwa noch f\u00fcnf oder sechs Mal, aber das ist dann meist ein Feilen an der Sprache. Umschreiben muss ich sehr selten.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Auch Profis lernen von Profis. \ud83d\ude09 Was war so ein Schreibtipp w\u00e4hrend Ihrer Karriere, der Ihr Schreiben zum Positiven ver\u00e4ndert hat, nachhaltig?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: \u00abKill your Darlings\u00bb. Das ist ein Schreibtipp, den jede Autorin, jeder Autor kennt. Aber er stimmt. Manchmal hat man so Stellen, in die man ganz f\u00fcrchterlich verliebt ist, weil man besonders originell war oder so. Oft stechen diese Stellen dann aber heraus und irritieren die Lesenden. Wenn man zweimal h\u00f6rt, \u00abdas passt aber nicht so recht\u00bb, dann sollte man diesen Liebling wohl oder \u00fcbel streichen. Kill your Darling eben.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Haben Sie ein paar Recherchetipps abseits von der simplen Googlesuche? \ud83d\ude09 Danke!!<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Ganz einfach: Das Telefon benutzen, mit Menschen reden, vorbeigehen. Ein Beispiel: Ich habe die Polizei angerufen und durfte mich in einen Gefangenentransporter setzen, weil ich eine Szene plante, in der ein Gefangener aus einem Transporter befreit wird &#8230;<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Danke f\u00fcr das Angebot, SRF. Gerne w\u00fcrde ich wissen, wie Sie L\u00fcckenf\u00fcller effektiv einsetzen. Nicht im Sinne von langweiligen Passagen, sondern Br\u00fccken, die wichtige Plotpoints verbinden. Wie m\u00fcssen diese Br\u00fccken sein ohne eben zu langweilen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Das ist eine schwierige Frage. F\u00fcr Br\u00fccken gilt, wie ganz generell auch: Sie sollten nicht erkl\u00e4rend wirken. Falls m\u00f6glich, versuche ich das, was ich in einer Br\u00fccke vermitteln will, mit einer Handlung, einer Szene auszudr\u00fccken. Show don&#8217;t tell. Wenn ich zum Beispiel eine tratschende Nachbarin brauche, weil das f\u00fcr den Plot wichtig ist, dann schreibe ich nicht, dass die Nachbarin eine Tratschtante ist. Sondern ich gestalte eine Szene, in der sie sich tratschend mit jemandem unterh\u00e4lt. Ich versuche also, eine szenische Handlung zu erfinden, mit der ich das, was ich an dieser Stelle sagen muss, vermitteln kann. Vielleicht kennen sie vom Fernseher her die Schnittbilder, die man sofort als solche erkennt? Mitten in einem Quote erscheint kurz das Bild von der Hand auf der Computermaus, damit man das Quote k\u00fcrzen konnte. Diese Bilder schreien einem sozusagen ins Gesicht: Hallo, ich bin ein Zwischenschnitt! Und genau so sollten sich Br\u00fcckenpassagen nicht lesen, man muss sie besser tarnen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Inwieweit kann, darf, KI als \u201ekreativer Input\u201c f\u00fcr einen Text genutzt werden. Und wie stellt sich dann die Copyright-Frage?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Falls KI beim Erstellen eines Textes genutzt wird, sei dies f\u00fcr Inputs oder beim Schreiben einzelner Passagen, m\u00fcsste dies aus meiner Sicht am Anfang vom Text notiert werden, damit ein Verlag dies weiss und gegebenenfalls R\u00fccksprache nehmen kann. Momentan gibt es meines Wissens nach noch keine festen Regeln, es wird aber rege dar\u00fcber diskutiert und in Zukunft sicher auch von Verlagsseite her Vorschriften dazu geben.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Frage zum Schreiben eines Krimis Guten Tag, Wenn bei einem Kurzkrimi (4 Seiten) der T\u00e4ter aufgrund eines winzigen Indizes \u00fcberf\u00fchrt wird, wo w\u00fcrden Sie mit der Geschichte beginnen, wenn sie aus Sicht der Ermittlerin geschrieben wird? Beim Finden des Indizes? Beim Verh\u00f6r? Anderswo? Ich bin gespannt auf die Antwort. Vielen Dank und freundliche Gr\u00fcsse<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich w\u00fcrde wahrscheinlich beim Finden des Indizes beginnen \u2013 aber es darf nicht auf den ersten Blick klar sein, dass es ein Indiz ist. Das merkt sie erst im weiteren Verlauf der Geschichte.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Was halten Sie eigentlich von sogenannten Book Influencer???<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Ich denke, dass die Rolle von Book Influencern zunehmend wichtig ist. Die herk\u00f6mmlichen Medien verzichten zusehends auf die Kultur-Ressorts, es erscheinen nicht mehr viele Buch-Rezensionen in den Tageszeitungen oder am Radio. Daher ist es begr\u00fcssenswert, dass Influencer in die L\u00fccke springen und gerade auch ein j\u00fcngeres Publikum ansprechen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Wie funktioniert das genau mit der Verlagssuche? Besten Dank<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Viel l\u00e4uft heute \u00fcber sogenannte Literaturagenturen. Das heisst, wenn man ein Manuskript fertiggestellt hat, sucht man nicht einen Verlag, sondern eine Agentur. Und diese \u00fcbernimmt dann die (oft sehr langwierige und nervenaufreibende) Verlagssuche f\u00fcr einen. Daf\u00fcr bekommt sie, sofern sie einen Verlag findet, eine kleine Provision; daf\u00fcr \u00fcbernimmt sie aber auch die Vertragsverhandlungen. Also, die meisten Sachen laufen heute \u00fcber Agenturen. Wenn Sie es doch lieber direkt \u00fcber einen Verlag versuchen wollen, ist es wichtig, dass Sie vorab genau schauen, ob Ihr Text ins Verlagsprogramm passt. Auf der Website steht auch meist, ob unverlangt eingesandte Manuskripte \u00fcberhaupt angeschaut werden oder nicht.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Pseudonym: F\u00fcr wie sinnvoll erachten Sie die Wahl eines Pseudonyms? Und daran ankn\u00fcpfend: Ist es denn \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich, Pseudonymit\u00e4t in der heutigen Zeit aufrechtzuerhalten? Besten Dank! <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Ich selbst verf\u00fcge \u00fcber kein Pseudonym. Ich denke, wenn es in einem Buch um ein sehr heikles Thema geht, dann macht ein Pseudonym Sinn und dann ist es auch m\u00f6glich, das aufrechtzuerhalten. Wenn aber aus Marketing-Gr\u00fcnden ein Pseudonym gew\u00e4hlt wird \u2013 etwa, weil der Originalname nicht so toll klingt oder wenn man unter einem anderen Namen in einem anderen Genre publizieren will \u2013 dann mag das schon Sinn machen, aber in den meisten F\u00e4llen ist dann trotzdem fr\u00fcher oder sp\u00e4ter klar, wer hinter dem Pseudonym steckt. Auch kann man keine Lesungen halten, wenn man nicht will, dass das Pseudonym auffliegt. Ich selbst w\u00fcrde es jetzt f\u00fcr mich nicht als sinnvoll erachten, mit ein Pseudonym zuzulegen. Aber ich habe auch einen praktischen Nachnamen: Brand. W\u00fcrde ich jetzt R\u00fcdish\u00fcsi heissen oder ein Name, der sich in Deutschland kaum aussprechen liesse, w\u00fcrde ich mir das wahrscheinlich \u00fcberlegen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Lohnt sich eine Verlagssuche heute noch oder habe ich als Self-Publisher auch Chancen auf dem Markt? Danke<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Aus meiner Sicht lohnt sich die Verlagssuche auch heute noch. Die Verlage k\u00f6nnen B\u00fccher gezielt in den Buchhandlungen anbieten und die Chancen, dass diese das Buch an Lager nehmen, ist gr\u00f6sser, als wenn Sie das Buch im Self-Publishing ver\u00f6ffentlichen. Zudem \u00fcbernimmt der Verlag das Marketing, Lektorat, Korrektorat und den Vertrieb, was im Self-Publishing mit viel Aufwand verbunden ist.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Wie sinnvoll sind eigentlich Lehrg\u00e4nge zum Thema Schreiben? Es gibt ja verschiedene Angebote zum literarischen Schreiben. Was empfehlen Sie. vielen Dank und sch\u00f6nen Tag noch<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Nat\u00fcrlich kommt es immer auf die Dozentin, den Dozenten an, wie viel man davon profitiert. Meine Erfahrung ist: Wenn man noch in seinen Schreibanf\u00e4ngen steckt, sind solche Kurse ein gutes Mittel, um Feedback und Schreibtipps zu bekommen. Man lernt dann auch viel von den Texten der anderen Teilnehmenden im Kurs. Ich kann&#8217;s empfehlen. Bekannt und renommiert sind nat\u00fcrlich die Bachelor- und Master-Studieng\u00e4nge in Biel (Berner Fachhochschule). Aber auch viele Klubschulen bieten Kurse zum Literarischen Schreiben an.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag Ich habe mal gelesen, dass ich mein Buch im ersten Schritt so schlecht als m\u00f6glich zu Blatt Papier bringen soll. Dies soll auch gegen Schreibblockaden helfen. Was denken Sie dar\u00fcber? Was hilft Ihnen gegen Schreibblockaden? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Da funktioniert jede und jeder anders: Manche schreiben erst alles runter, um ihren Schreibfluss nicht durch Kommakorrekturen zu unterbrechen. Andere schreiben nur kurze Abs\u00e4tze und korrigieren diese dann direkt, ehe sie weiterschreiben. Da gibt es kein Richtig und kein Falsch. Man sollte sich davon leiten lassen, wie es f\u00fcr eine_n am besten funktioniert. Und was die Schreibblockaden angeht: Manchmal hilft es, die Denkweise zu \u00e4ndern. Vielleicht ist es gar keine \u00abBlockade\u00bb, sondern die Geschichte arbeitet erst einmal in Ihrem Kopf, ehe sie niedergeschrieben werden will. T\u00f6nt vielleicht etwas esoterisch, aber der gr\u00f6sste Teil des Schreibens spielt sich tats\u00e4chlich unbewusst im Kopf ab.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>1) Wie macht man einen guten Anfangssatz in einer Geschichte? 2) Wie schafft man es an einem Buch bis zum Ende dranzubleiben?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christine Brand: Guten Morgen. Der Anfangssatz einer Geschichte ist etwas vom Schwierigsten, weil er gut sein muss. Ich schreibe ihn nie am Anfang der Geschichte. Das heisst, ich schreibe schon einen Anfangssatz, aber der wird dann im Verlaufe der Zeit noch einige Male ge\u00e4ndert und umgeschrieben. Eigentlich kann ich den Anfangssatz erst setzen, wenn ich selbst richtig in die neue Geschichte eingetaucht bin. Und durchhalten bis zum Schluss? Einfach durchbeissen \ud83d\ude42 Manchmal f\u00e4llt das leichter, manchmal ist es h\u00e4rter.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Wie findet man den passenden Verlag, wo auch die Hoffnung besteht, dass das Genre angenommen wird? Zum Beispiel Themenmix zwischen Biografie, Tagebuch, Kurzgeschichten. Was tut man, wenn man nur Ideen hat, aber keine konkrete Anweisung\/Vorstellung, wie das Buch aussehen soll? Gibt es aufbauende Tipps? <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Katja Sch\u00f6nherr: Viel l\u00e4uft heute \u00fcber sogenannte Literaturagenturen. Das heisst, wenn man ein Manuskript fertiggestellt hat, sucht man nicht einen Verlag, sondern eine Agentur. Und diese \u00fcbernimmt dann die (oft sehr langwierige und nervenaufreibende) Verlagssuche f\u00fcr einen. Daf\u00fcr bekommt sie, sofern sie einen Verlag findet, eine kleine Provision; sie \u00fcbernimmt daf\u00fcr aber auch die Vertragsverhandlungen. Also, die meisten Sachen laufen heute \u00fcber Agenturen. Wenn Sie \u00abLiteraturagentur\u00bb googeln, werden Sie auf ganz viele stossen. Schauen Sie vorher, welches Genre diese Agenturen vermitteln (Kinderb\u00fccher zum Beispiel schliessen viele aus.) Wenn Sie es doch lieber direkt \u00fcber einen Verlag versuchen wollen, ist es wichtig, dass Sie vorab genau schauen, ob Ihr Text ins Verlagsprogramm passt. Auf der Website der Verlage steht auch meist, ob unverlangt eingesandte Manuskripte \u00fcberhaupt angeschaut werden oder nicht. Und zu Ihrer Frage: Was tun? Vielleicht hilft es Ihnen, sich vorab ein Inhaltsverzeichnis f\u00fcr die Struktur zu \u00fcberlegen? Oder Sie versuchen, eine Tatsache in eine konkrete Szene zu verwandeln? Oder Sie stellen sich selbst Fragen, die Sie dann in Textform beantworten? Das Wichtigste beim Schreiben ist immer: Irgendwie anfangen. Dann beginnt auch der Kopf zu arbeiten, und unterbewusst g\u00e4rt das Ganze. Pl\u00f6tzlich, in einem unerwarteten Moment, weiss man dann, wie weiter.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Guten Tag, Frau Sch\u00f6nherr erw\u00e4hnt, dass heute viel mehr Agenturen die Aufgaben des Verlags \u00fcbernehmen. Ist das so, dass die Verlage an Bedeutung verlieren? Bzw. der direkte Weg \u00fcber Verlage, die Frage ist f\u00fcr Herr H\u00e4nni. Danke! <\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Christoph H\u00e4nni: Die Agenturen helfen bei der Verlagssuche, \u00fcbernehmen aber nicht die Aufgaben eines Verlages (wie zum Beispiel Lektorat, Korrektorat etc). Da die Verlage mit Manuskripten \u00fcberschwemmt werden, ist eine Agentur f\u00fcr die Verlagssuche hilfreich, da sie das Buch bereits kennen und einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, ob es zu einem bestimmten Verlag passt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Schreiben ordnet Gedanken, verarbeitet Erlebtes oder entf\u00fchrt uns in fremde Welten. 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