{"id":152068,"date":"2025-05-30T17:34:11","date_gmt":"2025-05-30T17:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/152068\/"},"modified":"2025-05-30T17:34:11","modified_gmt":"2025-05-30T17:34:11","slug":"chialo-und-ich-hatten-unterschiedliche-auffassungen-von-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/152068\/","title":{"rendered":"\u201eChialo und ich hatten unterschiedliche Auffassungen von Zusammenarbeit\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBYlv tspBYlw\"><strong>Frau Senatorin, was waren Ihre ersten Termine im Amt?<\/strong><br \/>Nach der Vereidigung im Parlament habe ich mich gleich mit den kulturpolitischen Sprechern der Koalitionsparteien ausgetauscht, weil wir in den n\u00e4chsten Monaten bei der Haushaltsaufstellung sehr eng zusammenarbeiten m\u00fcssen. Am n\u00e4chsten Morgen hatte ich eine Videokonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern des B\u00fcndnisses #BerlinIstKultur. Das ist meine Aufgabe: Kommunikation in alle Richtungen. Das hat absolute Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Sie holen nach, was in den letzten zwei Jahren nicht stattgefunden hat und eigentlich selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/strong><br \/>Ich fange jetzt einfach an.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/checkpoint.tagesspiegel.de\/?icid=single-topic_13777546___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jeden Morgen ab 6 Uhr Herausgeber Lorenz Maroldt und sein Team berichten im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint \u00fcber Berlins Irrungen und Wirrungen. Hier kostenlos anmelden. <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Als Staatssekret\u00e4rin haben Sie in den vergangenen Jahren die Kulturverwaltung faktisch als Beh\u00f6rdenchefin gef\u00fchrt und die Einsparungen des Senats mitgetragen. Gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/berlin-neue-kultursenatorin-wedl-wilson-will-schliessungen-vermeiden-und-kritisiert-joe-chialo-a-1129d77b-3933-4d3a-9bdf-edfcefbd5cbf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">dem \u201eSpiegel\u201c<\/a> haben Sie gesagt, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Chialo zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00df und es unterschiedliche Auffassungen gab, sowohl was die Arbeit in der Senatsverwaltung betrifft als auch die Arbeit mit der Kulturszene. Inwiefern?\u00a0<\/strong><br \/>Der ehemalige Senator Chialo und ich hatten unterschiedliche Auffassungen von Zusammenarbeit und der Bedeutung von Kommunikation f\u00fcr unsere Arbeit. Dabei will ich es bewenden lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/kulturkurzungen-neue-kultursenatorin-distanziert-sich-von-chialos-kurs-13776142.html?icid=single-topic_13777546___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEine Zusammenarbeit hat es nie gegeben\u201c Berlins neue Kultursenatorin distanziert sich von Chialos Kurs <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Wie stark hat die Kultur gelitten in den letzten Jahren?<\/strong><br \/>Man muss sich bei diesen Einsparquoten und bei dem, was passiert ist, immer wieder vor Augen f\u00fchren, dass wir einen der gr\u00f6\u00dften Kulturhaushalte weltweit haben, also eines der gr\u00f6\u00dften Budgets f\u00fcr Kultur in einer Stadt. Das ist nach wie vor der Fall. Daf\u00fcr wurde in Berlin in den letzten 35 Jahren hart gearbeitet. Wir sind eine der gro\u00dfartigsten Kulturst\u00e4dte Europas. Das Dilemma ist nur: Wir wollen mit dem Geld, das zur Verf\u00fcgung steht, viel mehr machen als m\u00f6glich ist. Jetzt m\u00fcssen wir schauen, wie ein Kahlschlag verhindert wird, die Kultur in dieser Stadt auf einem hohen Niveau weiter existieren kann und die Strahlkraft der Stadt erhalten bleibt. Das ist eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Und haben Sie eine Idee, wie Sie das schaffen wollen? <\/strong><br \/>Kommunikation ist das A und O. Wir sprechen mit jeder einzelnen Einrichtung, mit den gro\u00dfen H\u00e4usern wie mit der Freien Szene. Wir wollen kl\u00e4ren: Was ist zwingend notwendig, was muss erhalten werden und wie k\u00f6nnen wir mit weniger Geld das machen, was bisher gemacht worden ist. Was wir leider nicht machen k\u00f6nnen in den n\u00e4chsten zwei Jahren ist weiter auszubauen. <\/p>\n<p> Zur Person <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Sarah Wedl-Wilson<\/strong> wurde 1969 in England geboren und erlernte als Kind Violine, Klavier und Orgel. Nach dem <strong>Sprachwissenschaftsstudium in Cambridge<\/strong> begann sie ihre Karriere bei einer Londoner Kulturmanagement-Firma, bevor sie ins Team des Kammerorchesters \u201eCamerata Salzburg\u201c wechselte.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">\u00dcber Stationen in K\u00f6ln und Elmau kam sie 2000 zur\u00fcck nach \u00d6sterreich \u2013 als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Ab 2012 arbeitete sie dann wieder in Salzburg, zuletzt als <strong>Vizedirektorin des ber\u00fchmten Mozarteums<\/strong>. 2019 wurde sie als <strong>Rektorin an die Berliner\u00a0Hochschule f\u00fcr Musik \u201eHanns Eisler\u201c<\/strong>\u00a0berufen. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">2023 trat sie in Berlin das Amt der<strong> Staatssekret\u00e4rin f\u00fcr Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt<\/strong> an. Nach dem R\u00fccktritt ihres Chefs Joe Chialo (CDU) wurde sie im Mai zu seiner Nachfolgerin ernannt. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Reden wir von den 130 Millionen Euro K\u00fcrzung f\u00fcr 2025 oder reden wir schon von weiteren Einsparungen, deren Gr\u00f6\u00dfe wir alle noch nicht kennen?<\/strong><br \/>Es geht um die Zeit danach. Der Senat hat Anfang des Jahres im Februar sogenannte Eckwerte beschlossen, und der Regierende B\u00fcrgermeister Kai Wegner hat uns <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/sarah-wedl-wilson-als-neue-kultursenatorin-eine-hoffnungstragerin-vor-grossen-aufgaben-13640371.html?icid=in-text-link_13777546\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Rahmen des Kulturdialogs mit Kulturschaffenden <\/a>signalisiert, dass dar\u00fcber noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Das Eine sind die Erwartungen des Finanzsenators, das Andere ist, dass wir ebendiese Summen nicht erbringen k\u00f6nnen, das haben wir klar gesagt. Was das laufende Jahr angeht, haben wir die Sparvorgaben geschafft, aber nur mit vielen Einmaleffekten. Wir hatten R\u00fccklagen aus Coronazeiten gebunkert, die wir zum Teil abgeschmolzen haben. Das l\u00e4sst sich nicht wiederholen.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Ihre Ressortkollegen werden bei der n\u00e4chsten Haushaltsrunde \u00e4hnlich argumentieren. Keiner will harte Einschnitte. Was dann?<\/strong><br \/>Wenn wir den Status Quo erhalten k\u00f6nnen, haben wir schon viel geschafft. Die Schere geht auseinander: Auf der einen Seite sehen wir die sinkenden staatlichen Einnahmen und auf der anderen Seite Tarifsteigerungen und steigende Energiekosten. Da kommen wir mit Insell\u00f6sungen nicht weiter. Wir suchen nach M\u00f6glichkeiten, mehr im Verbund zu machen, Effizienz zu steigern, Synergien zu schaffen. Das betrifft viele Dinge, die sich hinter den Kulissen abspielen. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Arbeiten im Verbund, das hei\u00dft, die Opernstiftung ist auch f\u00fcr andere B\u00fchnen ein Vorbild?<\/strong><br \/>Die Opernstiftung wurde in der Finanznot der Nullerjahre gegr\u00fcndet, und wir haben zwanzig Jahre sp\u00e4ter in Berlin immer noch drei k\u00fcnstlerisch hochprofilierte Opernh\u00e4user und das Staatsballett. Da wird nicht nur im Verbund gearbeitet, sondern es gibt auch ein starkes und effizientes Controlling.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>K\u00fcnstlerisch aber ist dann umso wichtiger, dass die einzelnen Einheiten selbstst\u00e4ndig sind, sonst hat man eine So\u00dfe.<\/strong><br \/>Das gew\u00e4hrleistet bei der Opernstiftung bereits die Satzung.<\/p>\n<blockquote class=\"tspB2l9\">\n<p>Wir holen f\u00fcr die Leitung unserer Kultureinrichtungen die besten K\u00f6pfe nach Berlin, und ich vertraue diesen Top-Managern, dass sie effizient wirtschaften mit unser aller Steuergeld.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspB2ma\"><strong>Sarah Wedl-Wilson, <\/strong>Kultursenatorin<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Ist das jetzt ein Modell f\u00fcr die Sprechb\u00fchnen, das Sie anstreben?<\/strong><br \/>Wir kommen immer wieder in den Gespr\u00e4chen auf die Frage: Wie kann man besser zusammenarbeiten? Zum Beispiel beim Ticketverkauf. Ich wollte neulich mal wissen, was an einem Montagabend in Berlin los ist, und ich musste mich durch 25 Webseiten durcharbeiten. Das ist kein Zustand f\u00fcr eine Weltstadt. Ein anderes Beispiel sind die Lagerm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Museen und B\u00fchnen. Aktuell ist es so, dass Requisiten, B\u00fchnenbilder, Kost\u00fcme und Kunstwerke teils in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern gelagert werden. Die damit verbundene Logistik und der Verwaltungsaufwand kosten Geld, das ist unn\u00f6tig. Das Stichwort f\u00fcr solche L\u00f6sungen ist Shared Services. Das soll daf\u00fcr sorgen, dass maximale Mittel f\u00fcr die Kunst \u00fcbrigbleiben. \u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Was Sie beschreiben, kann nur \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum geschaffen werden. Das ist nichts Kurzfristiges.<\/strong><br \/>Man sagt immer, Not macht erfinderisch! In dieser Situation befinden wir uns nach dem gewaltigen Schock der Sparma\u00dfnahmen. Wir m\u00fcssen nun gemeinsam kl\u00e4ren, wie kurz- und mittelfristige Ma\u00dfnahmen gepaart zu Verbesserungen f\u00fchren k\u00f6nnen. Wir holen f\u00fcr die Leitung unserer Kultureinrichtungen die besten K\u00f6pfe nach Berlin, und ich vertraue diesen Top-Managern, dass sie effizient wirtschaften mit unser aller Steuergeld. Nat\u00fcrlich brauchen sie jetzt in dieser Extremsituation die Kulturverwaltung und die Politik, darum hat der Regierende B\u00fcrgermeister den Kulturdialog ins Leben gerufen.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Was wir dar\u00fcber hinaus brauchen, ist eine Agenda 2035 f\u00fcr Berlin. Unter dieser \u00dcberschrift beginnen wir in der Kulturverwaltung derzeit an Ideen zu arbeiten, die legislatur- und partei\u00fcbergreifend zum Tragen kommen sollen.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Die besten K\u00f6pfe kommen nicht mehr so gern, wenn sie das Gef\u00fchl haben, dass Berlin sich gerade ins Knie schie\u00dft.<\/strong><br \/>Wenn Sie sich in anderen St\u00e4dten umsehen, geht es jetzt nicht allein um eine Krise der Kultur in Berlin, sondern um eine wirtschaftlich extrem herausfordernde Situation in Deutschland und in Europa.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Um das klarzustellen: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/kultursparplane-des-senats-berlins-theater-konnten-stiften-gehen-13486648.html?icid=in-text-link_13777546\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Gespenst der Privatisierung<\/a> staatlicher B\u00fchnen w\u00e4re damit von Tisch? <\/strong><br \/>Privatisierung ist Fake News. Ich habe auch den Besch\u00e4ftigten der Berliner B\u00fchnen erkl\u00e4rt, dass von Privatisierung nicht die Rede ist. Wir m\u00fcssen aber sehen: Die landeseigenen Betriebe haben nicht die Wirtschaftlichkeit und Wendigkeit, die sie jetzt brauchen. \u00d6ffentliche Stiftungen bieten das, sind jedoch nicht insolvenzf\u00e4hig. Es gibt Bestandsschutz f\u00fcr die Vertr\u00e4ge, sie sind Rechtsnachfolger.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Vergessen wir nicht: Die Kultur ist ein ganz gro\u00dfer Wirtschaftsfaktor in der Stadt. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/internationale-reisende-treiben-geschaft-an-fast-13-millionen-touristen-kamen-2024-nach-berlin-13234954.html?icid=in-text-link_13777546\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mindestens 60 Prozent der Touristen kommen wegen der Kultur<\/a> \u2013 von \u00fcber 30 Millionen N\u00e4chtigungen im vergangenen Jahr. Das macht j\u00e4hrlich Milliarden Einnahmen aus, die wir in der Kultur generieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/kultursenatorin-sarah-wedl-wilson-parteilos-am-tag-ihrer-ernennung-im-berliner-agh.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13778701\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAThr\"\/> Die Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) am Tag ihrer Ernennung im Berliner Abgeordnetenhaus. <\/p>\n<p class=\"tspADfz\"> \u00a9 Tagesspiegel\/Lydia Hesse <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Dann sollte Berlin eigentlich mehr in die Kultur investieren und nicht k\u00fcrzen, wo Geld reinkommt.<\/strong><br \/>Ja! Da sind wir au\u00dferdem bei der ZLB. D<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/umzug-in-die-friedrichstrasse-zlb-sammelt-20000-unterschriften-fur-lafayette-idee-13473649.html?icid=in-text-link_13777546\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ie Zentral- und Landesbibliothek in die Friedrichstra\u00dfe zu holen <\/a>und die ehemalige Prachteinkaufsstra\u00dfe des Ostens wieder zu beleben, das halte ich f\u00fcr eine ausgezeichnete Idee. Wenn man die Friedrichstra\u00dfe hinuntergeht, sieht man, in was f\u00fcr einem desolaten Zustand dieser Abschnitt der Stra\u00dfe sich befindet, seit die Galeries Lafayette geschlossen haben. Es ist wirklich wie ein schwarzes Loch, das Energie einsaugt. Die ZLB dort in Mitte: Ich finde die Vision gro\u00dfartig. Aber sie ist momentan nicht finanziert. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Unter Ihrem Vorg\u00e4nger Joe Chialo gab es angeblich Gespr\u00e4che mit m\u00f6glichen Investoren. Werden diese fortgesetzt?<\/strong><br \/>Es kommt jetzt ein Wechsel an der Spitze der ZLB. Volker Heller \u00fcbergibt an Jonas Fansa, der sehr sicher alles daransetzen wird, dass das Thema vorangetrieben wird. Wir haben schlie\u00dflich auch ein gro\u00dfes Problem mit den beiden bestehenden Standorten von Platzmangel bis zu Wassereinbr\u00fcchen. Diese Bibliothek ist immerhin die meistbesuchte Kultureinrichtung unserer Stadt!<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Ihr Amtsvorg\u00e4nger wurde kritisiert, weil er das Projekt ZLB von Beginn an falsch angepackt habe. Wie sehr haben Sie darunter gelitten?<\/strong><br \/>Ich war nicht involviert in die Gespr\u00e4che und daher eine Beobachterin wie jeder andere auch.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Zuletzt gab es eine Debatte dar\u00fcber, wer sich Kultur leisten k\u00f6nnen muss und wer nicht. Wie stehen Sie dazu?<\/strong><br \/>Kultur muss f\u00fcr alle da und leistbar sein! Sie wird aus unseren Steuergeldern finanziert. Eine Sache ist jedoch sehr wichtig: Dass wir uns nicht unter Wert verkaufen. Wenn die Staatsoper einen Ring macht mit <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/die-plane-der-staatsoper-unter-den-linden-das-wird-ja-sowas-von-herrlich-13440340.html?icid=in-text-link_13777546\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christian Thielemann<\/a> und daf\u00fcr G\u00e4ste aus aller Welt anreisen, m\u00fcssen die Preise dem entsprechen, was angemessen ist f\u00fcr ein Kulturereignis dieser Art. Aber das ist nat\u00fcrlich das obere Ende der Skala. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Richtig ist, dass die H\u00e4user vor dem Hintergrund der Konsolidierung in diesem Jahr und wohl auch in den kommenden Jahren ihre Einnahmepolitik noch einmal anschauen werden. Es bleibt der Druck, die Eigenwirtschaftlichkeit zu steigern. Gleichzeitig ist v\u00f6llig klar, dass etwa Familien mit geringeren finanziellen Mitteln die M\u00f6glichkeit haben m\u00fcssen, Kultur zu konsumieren.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Muss sich <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/stammtischargumente-von-hochkulturhassern-wieso-hetzt-kai-wegner-die-berliner-gegeneinander-auf-12804812.html?icid=in-text-link_13777546\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die ber\u00fchmte Supermarktkassiererin<\/a> den Besuch einer Oper leisten k\u00f6nnen?<\/strong><br \/>Wir finanzieren alle mit unseren Steuergeldern die Breite in der Stadt. Etwa das Fu\u00dfballstadion, das man wom\u00f6glich nicht betritt oder die Schulen, auch wenn man keine Kinder hat. So funktioniert eine Gesellschaft. Gleichzeitig ist klar, dass, wenn ich in ein Fu\u00dfballstadion gehe, ich den Eintritt bezahle. Das gilt f\u00fcr die Kultur genauso. Meine Aufgabe ist es, daf\u00fcr zu sorgen, dass f\u00fcr jedes Portemonnaie in der Stadt ein gutes Angebot da ist. Dazu geh\u00f6rt im \u00dcbrigen auch, dass sehr viel im \u00f6ffentlichen Raum stattfindet. Das haben wir aus der Zeit der Coronapandemie gelernt.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Der j\u00fcngsten Sparrunde ist auch der eintrittsfreie Museumssonntag zum Opfer gefallen. Bleibt es dabei?<\/strong><br \/>F\u00fcr mich ist der Museumssonntag ganz wichtig, und wir haben sehr um ihn gek\u00e4mpft. Es ist nicht das letzte Lied gesungen. Geben Sie mir Zeit, vielleicht gelingt uns eine L\u00f6sung. Zusammen mit den Museen, f\u00fcr die der Museumssonntag auch eine ganz wichtige Werbetrommel war. Wir haben damit sichtbar gemacht, was wir f\u00fcr Museen in der Stadt haben. Diese Werbung fehlt jetzt.<\/p>\n<blockquote class=\"tspB2l9\">\n<p>Auch Kunst im Grenzbereich muss m\u00f6glich sein.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspB2ma\">Sarah Wedl-Wilson<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Alles in allem betrachtet: Wie steht es um die Berliner Kultur? <\/strong><br \/>Die Kulturschaffenden in dieser Stadt werden selbst daf\u00fcr sorgen, dass die Ausstrahlung genauso stark bleibt wie immer \u2013 da bin ich mir sicher! Wir unterst\u00fctzen sie dabei, die Mittel und die Tools an die Hand zu bekommen, dass das auch so sein kann bei den gesunkenen Mitteln. Das ist die Herkulesaufgabe, die ich mit meinem Amtseid \u00fcbernommen habe.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Angesichts der komplizierten Haushaltssituation: Haben Sie Sorge, sich zu \u00fcbernehmen?<\/strong><br \/>Als Kulturmanagerin \u00fcber so viele Dekaden wei\u00df ich, wie die Szene funktioniert. Wenn man \u00fcber die Strukturen, L\u00f6sungen und M\u00f6glichkeiten spricht, dann m\u00fcssen mir die Kulturschaffenden nicht erst erkl\u00e4ren, was sie machen und warum sie es machen und wie es funktioniert. Das hilft ungemein.<\/p>\n<p> Mehr Kulturpolitik im Tagesspiegel <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/protest-gegen-mogliche-privatisierungen-vertreter-der-grossen-theater-demonstrieren-vor-der-volksbuhne-13612123.html?icid=topic-list_13777546___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Protest gegen m\u00f6gliche Privatisierungen  Vertreter der gro\u00dfen Theater demonstrieren vor der Volksb\u00fchne <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/260-euro-subvention-pro-sitzplatz-wie-viel-hochkultur-kann-berlin-sich-noch-leisten-13500586.html?icid=topic-list_13777546___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">260 Euro Subvention pro Sitzplatz Macht euch ehrlich! Wie viel teure Kultur will sich Berlin noch leisten? <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/reaktionen-auf-den-kulturkahlschlag-wieso-wehren-sich-berlins-intendanten-nicht-13469128.html?icid=topic-list_13777546___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reaktionen auf den Kulturkahlschlag Wieso wehren sich Berlins Intendanten nicht? <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Dennoch: Sie haben wahnsinnig wenig Zeit zu gestalten. Im n\u00e4chsten Jahr wird gew\u00e4hlt.<\/strong><br \/>Was ich sehr intensiv sp\u00fcre, ist diese starke Gemeinschaft in der Kultur, die da sagt: Wir m\u00fcssen es schaffen. Wir m\u00fcssen sehr, sehr eng und sehr straff zusammenbleiben, um das zu sichern, was unser Herzensanliegen ist.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Neben der Kultur verantworten Sie auch noch den Bereich Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Einen Bereich, der in Bezug auf Antisemitismus zuletzt immer wieder mit der Kunstfreiheit in Konflikt geriet. Wo ziehen Sie rote Linien?<\/strong><br \/>Wichtig ist, dass Kulturschaffende die M\u00f6glichkeit haben, den Grundsatz der Freiheit der Kunst auszuleben und Grenzen auszuloten. Das ist grundgesetzlich zugesichert. Auch Kunst im Grenzbereich muss m\u00f6glich sein, aber sie sollte nicht die Arbeit anderer \u00fcberlagern und verdr\u00e4ngen. Das aber, was \u00fcber diese Grenzen geht, regelt ebenso die Verfassung, regeln unsere Gesetze. Ich habe Vertrauen in die Kulturakteure unserer Stadt, dass sie ihre Arbeit so ausgestalten, dass diese Grenzen nicht \u00fcberschritten werden. Und ich vertraue den Leitungen der H\u00e4user, dass sie die n\u00f6tige Sensibilit\u00e4t und Verantwortung in ihre Einrichtungen hineintragen. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\"><strong>Joe Chialo ist vorgeworfen worden, nicht genug gek\u00e4mpft zu haben. Wie kampfbereit sind Sie?<\/strong><br \/>24 Stunden, sieben Tage die Woche. Weil ich wei\u00df, was hier auf dem Spiel steht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frau Senatorin, was waren Ihre ersten Termine im Amt?Nach der Vereidigung im Parlament habe ich mich gleich mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":152069,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,31,29,30,2384,402,2382],"class_list":{"0":"post-152068","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-cdu","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-kai-wegner","13":"tag-kulturpolitik","14":"tag-senat"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114597990516229074","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=152068"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152068\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/152069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=152068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=152068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=152068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}