{"id":152954,"date":"2025-05-31T01:42:19","date_gmt":"2025-05-31T01:42:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/152954\/"},"modified":"2025-05-31T01:42:19","modified_gmt":"2025-05-31T01:42:19","slug":"berlin-zeigt-werke-des-fotografen-thomas-struth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/152954\/","title":{"rendered":"Berlin zeigt Werke des Fotografen Thomas Struth"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBYlv tspBYlw\">Die Familie Bellelli ist in ihrer Zeit gefangen. Im b\u00fcrgerlichen, von Konventionen und steifer Garderobe gepr\u00e4gten 19. Jahrhundert, das wenig Spielraum f\u00fcr individuelle Entfaltung l\u00e4sst. Schon gar nicht auf einem monumentalen Familienbildnis, wie es der Baron\u00a0Gennaro de Bellelli 1858 bei<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/150-jahre-impressionismus-plotzlich-beginnen-monets-seerosen-zu-schwimmen-11568164.html?icid=in-text-link_13778857\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Edgar Degas<\/a> in Auftrag gab. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">2023 hing das Gem\u00e4lde im New Yorker Metropolitan Museum of Art in einem fliederfarbenen Saal. Neun Besucher, Protagonisten der Gegenwart, verteilen sich im Raum \u2013 in die Kunst vertieft, selbst Bilder mit dem Smartphone machend, den Blick ins Unbestimmte gerichtet und seltsam isoliert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_13778857___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Unwissentlich wiederholen sie, was auch Degas schon subtil festhielt. Er zeigt ein soziales Gef\u00fcge der leeren Blicke, Abwesenheiten und fehlenden Blickwechsel. Ein Motiv, perfekt f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/monumentale-fotografie-3735178.html?icid=in-text-link_13778857\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Thomas Struth<\/a>. Der K\u00fcnstler hat dieses Gef\u00fcge ebenfalls im Kingsize-Format eingefroren, als bildhafte Analyse tempor\u00e4rer Konstellationen, die zum Kern seiner fotografischen Arbeit geh\u00f6ren.<\/p>\n<p> Jeder fotografiert doch <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Das betonte Struth noch einmal, als er w\u00e4hrend des Berliner Gallery Weekends einen Talk in der Neuen Nationalgalerie bestritt. Dabei sind seine Werke aus den vergangenen vierzig Jahren gar nicht in der Institution zu sehen. Sondern in der Galerie Max Hetzler wenige Meter entfernt. Dass ihm Joachim J\u00e4ger als Museumsleiter dennoch sein Haus zur Verf\u00fcgung stellte, liegt an der enormen Reputation des K\u00fcnstlers. <\/p>\n<p class=\"tspSdi\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. Sie k\u00f6nnen sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. <\/p>\n<p> Externen Inhalt anzeigen <\/p>\n<p class=\"tspSdo\"> Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden.  Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Falls es daf\u00fcr noch Beweise braucht, z\u00e4hlte J\u00e4ger zum Start des Gespr\u00e4chs schnell noch die Zahl der Besucher bei Hetzler auf: 12.000 waren es allein am Galerien-Wochenende. Andere Ausstellungen haben nach Monaten nicht \u00e4hnlich viel Publikum. Doch was macht Struths Werk so anziehend, wo eigentlich alle fotografierend unterwegs sind?<\/p>\n<p> Zur Ausstellung <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Die Fotografien von<strong> Thomas Struth<\/strong> sind bis zum 21. Juni in der <strong>Galerie Max Hetzle<\/strong>r, Potsdamer Stra\u00dfe 77-87 (Innenhof) zu sehen. Die Galerie hat <strong>dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr<\/strong> ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Da w\u00e4re: Struths Meisterschaft. Seine sorgf\u00e4ltig komponierten Aufnahmen von Museen, Urw\u00e4ldern oder technischen Einrichtungen, wie er sie 2009 an Instituten f\u00fcr Plasmaphysik vorgefunden hat, weisen stets \u00fcber das konkrete Motiv hinaus. Nicht immer ist dies sofort einsichtig \u2013 aber sp\u00fcrbar. Die Bilder sind \u00e4sthetisch perfekt und streben dennoch auseinander, als habe jedes Detail darin eine eigene Botschaft.<\/p>\n<p> Kabelsalat der Wissenschaft <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Verbl\u00fcfft steht man vor dem Kabelsalat der \u201eTokamak Asdex Upgrade Periphery\u201c, den das Max Planck Institut in Garching angerichtet hat. Ein Ort, an dem Strom auf h\u00f6chstem Niveau experimentell umgeleitet wird und der dennoch wirkt wie ein chaotischer Hobbykeller. In Cape Canaveral erkundet Struth einen Teil des Kennedy Space Centers, an der K\u00fcste S\u00fcdkoreas lichtete er 2007 eine m\u00e4chtige Bohrplattform ab, die sich geradezu theatralisch \u00fcber das Wasser erhebt. <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Es sind technoide Orte ohne \u00e4sthetische Strukturen. Dennoch gelingt es dem K\u00fcnstler, sie visuell zu ordnen und Interesse zu wecken. Denn auch diese Orte, die sonst nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich sind, erz\u00e4hlen viel Widerspr\u00fcchliches \u00fcber eine hoch industrialisierte Gesellschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/thomas-struth-stellarator-wendelstein-7-x-detail-max-planck-ipp-greifswald-2009.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13780573\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAThr\"\/> Thomas Struth: \u201eStellarator Wendelstein 7-X Detail, Max Planck IPP, Greifswald 2009\u201c.  <\/p>\n<p class=\"tspADfz\"> \u00a9 \u00a9 VG Bild-Kunst, 2025\/Thomas Struth, courtesy the artist and Galerie Max Hetzler <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Im Kontrast stehen die Paradiesbilder aus den fr\u00fchen 2000er Jahren, einladend und abweisend zugleich. Struth, Jahrgang 1954 und wie Thomas Ruff oder<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/kathe-kollwitz-preis-fur-candida-hofer-das-entscheidende-ist-im-raum-stehen-und-schauen-12350489.html?icid=in-text-link_13778857\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Candida H\u00f6fer <\/a>Absolvent der D\u00fcsseldorfer Kunstakademie bei den Foto-Pionieren Bernd und Hilla Becher, nimmt das Thema in seiner j\u00fcngsten, ausgestellten Arbeit wieder auf. \u201eHinakapo \u2018ula, Hawai\u2019i\u201c zeigt ebenfalls dichtes Gr\u00fcn, das dank der romantischen Sozialisation zum Sehnsuchtsort geworden ist. Gleichzeitig t\u00fcrmt sich die Vegetation vor ihren Betrachtern auf und verweigert jede Sicht in den Wald.  <\/p>\n<p> Bilder aus den Anf\u00e4ngen <\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Ein St\u00fcck Unergr\u00fcndlichkeit bleibt, und auch dies ist eine St\u00e4rke Struths, der seit 1986 mit der Galerie zusammenarbeitet und aktuell seine 17. Ausstellung bei Hetzler hat. Diesmal fast museal: Im oberen Stockwerk der R\u00e4ume pr\u00e4sentiert der K\u00fcnstler fr\u00fche Portr\u00e4ts im kleinen Format, die den Beginn seiner Arbeit mit der Kamera markieren und ebenfalls aus den achtziger Jahren stammen. <\/p>\n<p> Mehr Kunst im Tagesspiegel <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/wo-kinder-virtuos-ohne-ball-dribbeln-francis-alys-zeigt-spiele-im-kolner-museum-ludwig-13767016.html?icid=topic-list_13778857___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wo Kinder virtuos ohne Ball dribbeln Francis Al\u00ffs zeigt Spiele im K\u00f6lner Museum Ludwig <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/filmkunstler-julian-rosefeldt-mythen-zertrummern-mit-nebelmaschine-und-hollywoodstars-13756552.html?icid=topic-list_13778857___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Filmk\u00fcnstler Julian Rosefeldt  Mythen zertr\u00fcmmern mit Nebelmaschine und Hollywoodstars <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/die-anti-influencerin-kunstlerin-aneta-grzeszykowska-schlupft-in-fremde-haut-13654543.html?icid=topic-list_13778857___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Anti-Influencerin K\u00fcnstlerin Aneta Grzeszykowska schl\u00fcpft in fremde Haut <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBYlv\">Zu sehen ist \u201eBettina Nabbefeld, D\u00fcsseldorf 1984\u201c als aufw\u00e4ndiges Silbergelatine-Print oder \u201eJanice Guy, Neapel 1988\u201c, die n\u00e4hend auf einem alten Thonet-Stuhl sitzt. Keine prominenten Frauen, sondern schwarz-wei\u00dfe Abbilder aus dem pers\u00f6nlichen Umfeld von Struth. Schon damals, \u201evor der eigenen Haust\u00fcr\u201c, sagt er, habe ihn das \u201eFl\u00fcssige der menschlichen Psyche\u201c interessiert, die st\u00e4ndig gedanklich unterwegs bis abwesend sei \u2013 auch wenn der Mensch direkt vor einem sitzt. \u201eDas schwankt ja die ganze Zeit.\u201c Ihn habe der Moment interessiert, in dem die Person wirklich da ist. Ein Konzept, das zum k\u00fcnstlerischen Inhalt geworden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Familie Bellelli ist in ihrer Zeit gefangen. Im b\u00fcrgerlichen, von Konventionen und steifer Garderobe gepr\u00e4gten 19. 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