{"id":155170,"date":"2025-05-31T22:24:47","date_gmt":"2025-05-31T22:24:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155170\/"},"modified":"2025-05-31T22:24:47","modified_gmt":"2025-05-31T22:24:47","slug":"einen-nachlass-einzuordnen-erfordert-distanz-und-hingabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155170\/","title":{"rendered":"Einen Nachlass einzuordnen, erfordert Distanz und Hingabe"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Kulturkolumne des Kollegen Max Christian Graeff vergangene Woche habe ich (wie immer) aufmerksam gelesen. Diesmal hat mich, unter anderem, die Idee \u00fcber die Einrichtung einer Arbeitsstelle f\u00fcr das Zutagef\u00f6rdern und Verwerten von Rohstoffen aus Produkten der Kunst und Kultur zum Weiterdenken angeregt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn ich ihn richtig verstehe, geht es bei diesem \u201eurban mining\u201c um die Wertigkeit k\u00fcnstlerischer Arbeit, im Hinblick auf die Wiederverwertbarkeit, der zuvor verwendeten Rohstoffe. Mal sehen \u2026 \u00fcbertragen auf Wuppertal, m\u00fcsste sich dann also vielleicht eine st\u00e4dtische oder eine institutionell gef\u00f6rderte und personell gut aufgestellte Aufbewahrungs- und Sichtungsstelle f\u00fcr k\u00fcnstlerische Nachl\u00e4sse Wuppertaler K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler engagieren. Das ist tats\u00e4chlich mal eine wirklich gute Idee.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aber auch eine sehr herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgabe. Ich habe immer daf\u00fcr pl\u00e4diert, dass die Aufgabe, den Nachlass zu regeln, dem kunstschaffenden Menschen selbst zuf\u00e4llt. Denn, wenn es daf\u00fcr aus vielerlei Gr\u00fcnden zu sp\u00e4t sein sollte, ist dies eine Besch\u00e4ftigung mit Erinnerung, die die Nachkommenden nicht nur emotional oft \u00fcberfordert. Einen k\u00fcnstlerischen Nachlass einzuordnen, erfordert professionelle Distanz bei gleichzeitig empathischer, altruistischer Hingabe. F\u00fcr diese wichtige Arbeit brauchte es da vor allem kunstaffine Menschen, die aus meiner Sicht kaum eigene k\u00fcnstlerisch-produktive Ambitionen haben sollten. Und die sind hier bei uns in Wuppertal wirklich schwer zu finden. Dabei auf der Suche, weil oft auf dieses Thema angesprochen, bin ich \u00fcbrigens dann immer wieder positiv \u00fcberrascht, wenn sich in Gespr\u00e4chen herausstellt, wer alles k\u00fcnstlerisch aktiv ist und war.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr mich ist dieses Ph\u00e4nomen tats\u00e4chlich mit ein Grund, warum ich mich in Wuppertal mein Leben lang schon so wohl f\u00fchle. In anderen St\u00e4dten gibt es nat\u00fcrlich auch jede Menge K\u00fcnstler, aber wir haben hier, finde ich, ein wirklich besonders tragf\u00e4higes Gef\u00fchl daf\u00fcr entwickelt, wie wichtig k\u00fcnstlerisch denkende und handelnde Menschen f\u00fcr den Zusammenhalt einer Stadt im Wandel sind.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wer jetzt denkt: Das sind doch Worth\u00fclsen, es fehlt hier doch wirklich an allen Ecken und Enden. Wer jetzt mit schweren Gedanken weiterliest, dem empfehle ich einen Besuch in der Kunsthalle Barmen. Wir waren am Sonntag da und Sie haben noch den ganzen Sommer \u00fcber Zeit (noch bis zum 31. August 2025, bei freiem Eintritt mit inhaltlich aufschl\u00fcsselndem Begleitprogramm). Besonders begeistert mich das DIN-A4-Heft, der Raumplan f\u00fcr Kinder und Familien in einfacherer Sprache, der diese zugegebenerma\u00dfen dystopische Ausstellung mit teils schwer zu bew\u00e4ltigenden Inhalten vielleicht zu einer anderen Art Escape-Raum macht. Kunst braucht interessierte Besucher!<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie einfach das gehen kann, haben wir am Wochenende davor im K\u00f6lner Dom erlebt. Im Rahmen des auch dort laufenden Festivals: Internationale Photoszene K\u00f6ln 2025 hat mich der Beitrag des Domstein-Experiments des K\u00fcnstlers Andr\u00e9 Galeano in Kooperation mit der Dombauh\u00fctte und der ESA begeistert. Der K\u00fcnstler kann sich im K\u00f6lner Dom \u00fcber Besucher aus aller Welt einfach nur freuen. Ein Domstein im Weltall, 2014 im pers\u00f6nlichen Handgep\u00e4ck des ESA-Astronauten Alexander Gerst transportiert \u2013 als Kunstaktion aufbereitet, dazu eine christliche Erste Kommunion und rundherum \u00fcberall interessierte, internationale Touristen. Einfach wunderbar!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Kulturkolumne des Kollegen Max Christian Graeff vergangene Woche habe ich (wie immer) aufmerksam gelesen. 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