{"id":155221,"date":"2025-05-31T22:53:29","date_gmt":"2025-05-31T22:53:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155221\/"},"modified":"2025-05-31T22:53:29","modified_gmt":"2025-05-31T22:53:29","slug":"kollidiert-die-bauvoranfrage-jetzt-mit-dem-b-planverfahren-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155221\/","title":{"rendered":"Kollidiert die Bauvoranfrage jetzt mit dem B-Planverfahren? \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Noch hat der Stadtrat keinen Bebauungsplan f\u00fcr das Jahrtausendfeld beschlossen. Der soll die k\u00fcnftige Bebauung mit einem neuen Schulcampus f\u00fcr die Leipzig International School (LIS) regeln, den die Stadtbau AG dort bauen m\u00f6chte. Aber im M\u00e4rz reichte die Stadtbau AG dann doch die lang erwartete Bauvoranfrage ein. Und seitdem geht im Leipziger Westen wieder die Bef\u00fcrchtung um, dass die Schule viel zu gro\u00df dimensioniert wird und f\u00fcr \u00f6ffentliche Freir\u00e4ume dann doch wieder kein Platz ist. Also fragte Linke-Stadtrat Volker K\u00fclow mal lieber nach.<\/p>\n<p>\u201eAm 10. April 2025 fand in der Schaub\u00fchne Lindenfels ein sehr gut besuchter Dialog zum Jahrtausendfeld statt. Dabei stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung verschiedene Fragen zum derzeitigen Stand zum Verfahren am Jahrtausendfeld, deren Kl\u00e4rung im \u00f6ffentlichen Interesse liegt\u201c, leitete er seinen Fragenkatalog an die Verwaltung ein, in dem es im Grunde darum ging, ob nun alle Absprachen aus dem Dialogverfahren eingehalten werden oder das Baurecht nun alles wieder \u00fcber den Haufen wirft.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/847dda72762b42ef9cabac0c9764489e.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/05\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/05\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025183&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Stadtplanungsamt best\u00e4tigte in der Antwort auf K\u00fclows Anfrage die Bauvoranfrage de Stadtbau AG:<\/a> \u201eDie Bauvoranfrage wurde am 26.03.2025 eingereicht.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr solche Bauvoranfragen gibt es gesetzliche Fristen. Die Stadt muss jetzt reagieren. Das best\u00e4tigte auch das Stadtplanungsamt: \u201eF\u00fcr die Bearbeitung von Bauvoranfragen hat der Gesetzgeber keine Fristen geregelt, jedoch strebt die Stadt Leipzig an, auch eingereichte Bauvoranfragen innerhalb der ansonsten f\u00fcr bauordnungsrechtliche Verfahren in der S\u00e4chsischen Bauordnung (S\u00e4chsBO) verankerten Frist von 3 Monaten zu beantworten.\u201c<\/p>\n<p>Immer noch zu gro\u00df geplant?<\/p>\n<p>Die Voranfrage beziehe sich auf den Neubau einer 6-z\u00fcgigen Gemeinschaftsschule mit einer Sechs-Feld-Sporthalle, best\u00e4tigte das Stadtplanungsamt. Das ist noch die urspr\u00fcnglich anvisierte Gr\u00f6\u00dfe, die aus Sicht mehrerer Ratsfraktionen viel zu gro\u00df ist. Auch die Stadt sieht hier eher nur eine vierz\u00fcgige Schule. Das beeinflusst nat\u00fcrlich die Masse des Bauk\u00f6rpers.<\/p>\n<p>Die Konflikte um den Schulneubau sind also noch nicht wirklich beigelegt.<\/p>\n<p>Und eigentlich soll das Bebauungsplanverfahren daf\u00fcr sorgen, dass der Gr\u00f6\u00dfe des geplanten Bauk\u00f6rpers Grenzen gesetzt werden. Also fragte Volker K\u00fclow: \u201eKann ein positiver Bescheid der Bauvoranfrage dazu f\u00fchren, dass eine weitere Bearbeitung des Aufstellungsbeschlusses VII-DS-00375 nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bbaug\/__13.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 13a BauGB<\/a> hinf\u00e4llig wird, insofern die Bauvoranfrage die Planungsziele aus dem Beschluss vermeintlich erf\u00fcllt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, das B-Planverfahren kann unver\u00e4ndert weitergef\u00fchrt werden. Ein positives Pr\u00fcfergebnis zu den gestellten Fragen im Bauvorbescheid kann nur erreicht werden, wenn nicht zu bef\u00fcrchten ist, dass das beantragte Vorhaben gegen die Planungsziele verst\u00f6\u00dft\u201c, antwortete das Stadtplanungsamt.<\/p>\n<p>Da wird also noch einiges zur geplanten Schulgr\u00f6\u00dfe zu kl\u00e4ren sein.<\/p>\n<p>Was K\u00fclow zu der Frage veranlasste: \u201eWird in diesem Fall Baurecht nach <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bbaug\/__34.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 34 BauGB<\/a> angewandt?\u201c<\/p>\n<p>Kann der Investor also einfach bauen, was er in der Bauvoranfrage beantragt hat?<\/p>\n<p>Doch an dieser Stelle greift das vom Stadtrat beschlossene Bebauungsplanverfahren, wie das Stadtplanungsamt feststellt: \u201eBis zur Beschlussfassung der B-Plansatzung bildet der \u00a7 34 BauGB die planungsrechtliche Grundlage f\u00fcr die Beurteilung von Bauvorhaben auf dem Jahrtausendfelds, jedoch stets in Verbindung mit <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bbaug\/__33.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 33 Abs. 1 BauGB<\/a>. Dadurch ist sichergestellt, dass bei Pr\u00fcfung eines Vorhabens immer auch die im Aufstellungsbeschluss verankerten Planungsziele gepr\u00fcft werden.\u201c<\/p>\n<p>Das hei\u00dft: Der Bauherr muss sich an die Vorgaben halten, die im Aufstellungsbeschluss f\u00fcr das B-Planverfahren gefasst wurden. Er kann nicht einfach bauen, wie er lustig ist.<\/p>\n<p>Ein Verkehrskonzept fehlt auch noch<\/p>\n<p>Logisch, dass Volker K\u00fclow trotzdem wissen wollte: \u201eStellt der Eigent\u00fcmer Stadtbau AG einen positiven Bescheid der Bauvoranfrage zur Pr\u00e4misse, um danach erst weitere Qualifizierungen in der Planung vorzunehmen? Falls ja, wie kann es einen positiven Bauvorbescheid geben, wenn ein dann noch zu erarbeitendes Verkehrskonzept ggf. eine \u00dcberlastung der \u00f6rtlichen Verkehrsinfrastruktur feststellt?\u201c<\/p>\n<p>Eine gute Frage. Auch die Stadt selbst hat ja noch keine Vorstellungen f\u00fcr ein Verkehrskonzept. Die Stra\u00dfenbahnlinie 14 in der jetzigen Form wird nicht ausreichen, um die Sch\u00fclerstr\u00f6me zur neuen LIS aufzufangen.<\/p>\n<p>\u201eEin positiver Bauvorbescheid ist die Grundlage, um das notwendige Mobilit\u00e4tsgutachten, sowie darauf aufbauend die n\u00e4chste Stufe des st\u00e4dtebaulichen Wettbewerbs, als Qualifizierung der Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens finanzieren zu k\u00f6nnen\u201c, antwortete das Stadtplanungsamt.<\/p>\n<p>\u201eIn der vorliegenden Bauvoranfrage sind die Pr\u00fcfkriterien \u201aErschlie\u00dfung und R\u00fccksichtnahmegebot\u2018 ausdr\u00fccklich nicht Bestandteil, da es hierf\u00fcr z.B. an den entsprechenden Gutachten mangelt. Daraus folgt, dass in weiteren Planungs- und Genehmigungsschritten trotz eines positiven Bauvorbescheides durch den Antragsteller der Nachweis zu f\u00fchren ist, dass z.B. der mit dem Vorhaben verbundene Hol- und Bringeverkehr, die t\u00e4glichen Anlieferungen etc., gebietsvertr\u00e4glich abgewickelt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst noch etliche Diskussionen um das Bauvorhaben erwarten.<\/p>\n<p>Fragen um GESA-Fl\u00e4che weiter ungekl\u00e4rt<\/p>\n<p>Und ein wirklich ungekl\u00e4rtes Problem ist die Fl\u00e4che der ehemaligen Lackiererei, unter der das Erdreich m\u00f6glicherweise stark kontaminiert ist. Diese GESA-Fl\u00e4che soll eigentlich die Stadt bekommen. Aber wer kommt dann eigentlich f\u00fcr die Sanierung auf, wollte K\u00fclow wissen.<\/p>\n<p>\u201eDie Bauanfrage bezieht sich nicht auf die GESA-Fl\u00e4che. Insoweit ist es f\u00fcr den Bauvorbescheid nicht relevant, wer f\u00fcr die Sanierung der Altlasten verantwortlich ist\u201c, antwortete das Stadtplanungsamt. \u201eErst mit \u00dcberarbeitung der Ergebnisse des Dialogverfahrens wird sichtbar, ob ggf. abweichend zum Bauvorbescheid auch eine (teilweise) Inanspruchnahme der GESA-Fl\u00e4che f\u00fcr den Schulneubau aus st\u00e4dtebaulichen, freiraumplanerischen oder wirtschaftlichen Gr\u00fcnden geboten ist.\u201c<\/p>\n<p>Da sind einige Fragen, die die Verwaltung jetzt bei der Reaktion auf die Bauvoranfrage kl\u00e4ren muss. Ganz zentral eben die Frage, wie gro\u00df das Schulgeb\u00e4ude tats\u00e4chlich werden soll und ob alle Absprachen aus dem Dialogverfahren auch eingehalten werden. Oder ob die Anfrage abschl\u00e4gig beschieden werden muss, weil sie auch nicht den Vorgaben aus den Bebauungsplanverfahren entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch hat der Stadtrat keinen Bebauungsplan f\u00fcr das Jahrtausendfeld beschlossen. 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