{"id":155280,"date":"2025-05-31T23:26:13","date_gmt":"2025-05-31T23:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155280\/"},"modified":"2025-05-31T23:26:13","modified_gmt":"2025-05-31T23:26:13","slug":"krieg-in-gaza-neue-kritik-an-israels-vorgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155280\/","title":{"rendered":"Krieg in Gaza: Neue Kritik an Israels Vorgehen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 31.05.2025 19:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Israels Vorgehen in Gaza l\u00f6st zunehmend auch in Deutschland Kritik aus. Kanzleramtschef Frei hinterfragte die israelische Kriegsstrategie, betonte aber das &#8222;besondere Verh\u00e4ltnis&#8220;. Die Holocaust-\u00dcberlebende Knobloch wehrt sich gegen Kritik.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat angesichts der Debatte \u00fcber das Vorgehen Israels im Gazastreifen davor gewarnt, das deutsche Verh\u00e4ltnis zu Israel infrage zu stellen. &#8222;An der Verbundenheit zu Israel darf kein Zweifel bestehen&#8220;, sagte Frei der <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/thorsten-frei-an-der-verbundenheit-zu-israel-darf-kein-zweifel-bestehen-110508260.html\" title=\"Frankfurter Allgemeine: Interview mit Thorsten Frei (CDU)\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung<\/a>. &#8222;Das besondere Verh\u00e4ltnis zu Israel steht \u00fcber allen anderen Erw\u00e4gungen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs sei aber &#8222;legitim&#8220;, Zweifel an der israelischen Strategie anzumelden, f\u00fcgte er hinzu. &#8222;Die Bev\u00f6lkerung im Gazastreifen wird in einer Art und Weise in Mitleidenschaft gezogen, dass man Zweifel haben kann, ob die Regeln des V\u00f6lkerrechts noch eingehalten werden&#8220;, sagte der CDU-Politiker mit Blick auf fehlende Versorgung der Zivilbev\u00f6lkerung mit Nahrungsmitteln und blockierte Hilfslieferungen. Diese &#8222;Gesamtsituation&#8220; m\u00fcsse man &#8222;auch unter Freunden offen ansprechen k\u00f6nnen&#8220;. Es m\u00fcsse klar sein, &#8222;dass in einem Rechtsstaat ebenso wie im V\u00f6lkerrecht immer der Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit&#8220; gelte.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Kanzleramtsminister Frei wirbt f\u00fcr einen offenen Dialog mit Israel.\n                    <\/p>\n<p>    Frei: Waffenlieferungen &#8222;grunds\u00e4tzlich richtig&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFrei sieht Forderungen, alle <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/waffen-israel-deutschland-100.html\" title=\"R\u00fcstungsexporte nach Israel: Welche Waffen liefert Deutschland?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Waffenlieferungen an Israel<\/a> einzustellen, wie es andere L\u00e4nder in Europa derzeit diskutieren, &#8222;\u00e4u\u00dferst skeptisch&#8220;. &#8222;Wir stehen zu unserer besonderen Verantwortung f\u00fcr Israel. Israel steht in einem permanenten Existenzkampf gegen seine Nachbarn und hat ein legitimes Interesse, sich verteidigen zu k\u00f6nnen. Deswegen sind Lieferungen von R\u00fcstungsg\u00fctern aus Deutschland grunds\u00e4tzlich richtig&#8220;, sagte der Kanzleramtsminister.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Pr\u00e4sidentin der Israelitischen Kultusgemeinde M\u00fcnchen und Oberbayern (IKG), Charlotte Knobloch, teilt die lauter werdende Kritik am Vorgehen Israels zu fehlenden Hilfsleistungen im Gazastreifen nicht. &#8222;Sind die Geiseln frei, kann man \u00fcber alles reden&#8220;, sagte die Holocaust-\u00dcberlebende der Nachrichtenagentur dpa.<\/p>\n<p>    Knobloch: Geiseln hierzulande kaum noch Thema<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIhr liege zun\u00e4chst das <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/israel-hamas-geisel-bericht-100.html\" title=\"Israel am 7. Oktober: Was eine Hamas-Geisel erlebte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schicksal der israelischen Geiseln<\/a> am Herzen. &#8222;Aber dieses Thema, das die aktuelle Situation hervorgerufen hat, steht hierzulande leider kaum noch auf der Tagesordnung.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRufe und Forderungen nach einem Ende der israelischen Interventionen l\u00e4sst Knobloch nicht gelten: &#8222;Weder politisch noch moralisch kann von den Israelis verlangt werden, diesen Schmerz einfach zu vergessen. Gegen\u00fcber einer m\u00f6rderischen Bedrohung wie der Hamas darf Israel nicht tatenlos bleiben.&#8220; Diese &#8222;einfache Tatsache&#8220; m\u00fcsse bei allen Differenzen \u00fcber Israels Vorgehen Grundlage internationaler Solidarit\u00e4t mit Israel bleiben &#8211; gerade auch in Deutschland. &#8222;So viel Klarheit darf man verlangen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Charlotte Knobloch: &#8222;So viel Klarheit darf man verlangen&#8220;\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKnobloch erkl\u00e4rte auf Nachfrage, dass sie die j\u00fcngst auch von Kanzler Friedrich Merz (CDU) ge\u00e4u\u00dferten Zweifel am israelischen Vorgehen nicht teile: &#8222;Es sind die Terroristen, die das uns\u00e4gliche Leid ausgel\u00f6st haben und bis heute verl\u00e4ngern.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/merz-israel-kritik-100.html\" title=\"Merz kritisiert israelische Angriffe: &quot;Verstehe das Ziel nicht mehr&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Merz hatte unter anderem erkl\u00e4rt<\/a>, dass es sich auch mit dem Kampf gegen den Terrorismus der Hamas nicht begr\u00fcnden lasse, wie Israel die pal\u00e4stinensische Zivilbev\u00f6lkerung &#8222;in den letzten Tagen immer mehr&#8220; unter Druck gesetzt habe. Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) k\u00fcndigte bereits Konsequenzen an. Er wolle wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen deutsche Waffenlieferungen \u00fcberpr\u00fcfen und m\u00f6glicherweise einschr\u00e4nken, sagte er der S\u00fcddeutschen Zeitung.<\/p>\n<p>    Neue Gro\u00dfoffensive in Gaza seit zwei Wochen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAusl\u00f6ser des Gaza-Kriegs war der \u00dcberfall der Hamas und anderer islamistischer Terroristen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1.200 Menschen get\u00f6tet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Seither k\u00e4mpft Israels Milit\u00e4r in dem &#8211; inzwischen gro\u00dffl\u00e4chig zerst\u00f6rten &#8211; K\u00fcstengebiet gegen die Hamas. Vor knapp zwei Wochen startete es eine neue Gro\u00dfoffensive. Die Notlage der rund zwei Millionen Menschen in dem dicht besiedelten K\u00fcstenstreifen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/gaza-hilfslieferungen-verteilzentrum-kritik-102.html\" title=\"Krieg in Nahost: Zweites Verteilzentrum f\u00fcr Hilfsg\u00fcter in Gaza er\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hat sich drastisch versch\u00e4rft.<\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach einer fast 80-t\u00e4gigen Blockade des abgeriegelten Gebiets durch Israel w\u00fcrden die Bewohner &#8222;nicht mehr einfach nur zusehen, wie Nahrung an ihnen vorbeif\u00e4hrt&#8220;, hie\u00df es vom UN-Weltern\u00e4hrungsprogramm (WFP). Eine gro\u00dfe Zahl hungernder Menschen habe im Gazastreifen 77 Lastwagen mit Hilfsg\u00fctern auf dem Weg zu den Verteilungszentren gestoppt, gest\u00fcrmt und gepl\u00fcndert. Das postete die Organisation mit Sitz in Rom auf der Plattform X.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm das Vertrauen in die Hilfslieferungen und ihre sachgem\u00e4\u00dfe Verteilung wiederherzustellen, m\u00fcsse der Gazastreifen jetzt &#8222;mit Nahrungsmitteln geflutet werden&#8220;, so das WFP. Die Organisation sei dazu in der Lage. &#8222;Wir haben gen\u00fcgend Nahrung (auf Lager), um alle 2,2 Millionen Bewohner (des Gazastreifens) zwei Monate lang zu versorgen&#8220;, hie\u00df es in dem Beitrag auf X weiter. Dazu bed\u00fcrfe es aber sicherer Verkehrswege im Gazastreifen, schnellerer Genehmigungsverfahren auf der israelischen Seite und letztlich einer Waffenruhe in dem seit fast 20 Monaten anhaltenden Krieg.\u00a0<\/p>\n<p>    Israel blockiert Treffen arabischer Minister<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnterdessen blockiert Israel ein geplantes Treffen arabischer Minister in der pal\u00e4stinensischen Verwaltungshauptstadt Ramallah im besetzten Westjordanland. Israel werde das Treffen arabischer Minister in Ramallah nicht zulassen, erkl\u00e4rte ein israelischer Regierungsvertreter. Diese wollten an einem &#8222;provokanten Treffen&#8220; teilnehmen, um die Gr\u00fcndung eines pal\u00e4stinensischen Staates zu f\u00f6rdern. &#8222;Ein solcher Staat w\u00fcrde zweifellos zu einem Terrorstaat im Herzen des Landes Israel werden.&#8220; Israel werde solche Schritte, die darauf abzielten, dem Land und seiner Sicherheit zu schaden, nicht unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Au\u00dfenminister verschoben den geplanten Besuch daraufhin auf unbestimmte Zeit. Dies teilte das jordanische Au\u00dfenministerium mit. Die israelischen Beh\u00f6rden h\u00e4tten den Ministern aus Saudi-Arabien, Bahrain, \u00c4gypten und Jordanien signalisiert, die Einreise \u00fcber den von Israel kontrollierten Luftraum nicht zuzulassen.<\/p>\n<p>    Pal\u00e4stinenser-Beh\u00f6rde und arabische Minister kritisieren Israel<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Au\u00dfenminister verurteilten die mutma\u00dfliche israelische Entscheidung, den Besuch zu blockieren, und bezeichneten sie als &#8222;eklatante Verletzung der Verpflichtungen Israels als Besatzungsmacht&#8220;. Der Vizepr\u00e4sident der Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde (PA), Hussein al-Scheich, nannte Israels mutma\u00dflichen Schritt eine &#8222;gef\u00e4hrliche Eskalation&#8220;. Mit Partnern w\u00fcrde die PA pr\u00fcfen, wie sie darauf reagieren werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 31.05.2025 19:20 Uhr Israels Vorgehen in Gaza l\u00f6st zunehmend auch in Deutschland Kritik aus. 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