{"id":15555,"date":"2025-04-08T11:58:07","date_gmt":"2025-04-08T11:58:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/15555\/"},"modified":"2025-04-08T11:58:07","modified_gmt":"2025-04-08T11:58:07","slug":"malteser-in-der-ukraine-seelische-not-waechst-mit-jedem-kriegstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/15555\/","title":{"rendered":"Malteser in der Ukraine: Seelische Not w\u00e4chst mit jedem Kriegstag"},"content":{"rendered":"<p>Nach \u00fcber drei Jahren Krieg ist in der Ukraine die Nachfrage nach psychosozialer Hilfe drastisch gestiegen. Fast alle Menschen \u2013 Kinder wie Erwachsene \u2013 sind durch die st\u00e4ndige Bedrohung, Verluste und Unsicherheit psychisch belastet. Der Malteserorden bietet seit Jahren nicht nur materielle, sondern zunehmend auch seelische Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/kirche\/news\/2025-04\/malteserorden-plant-klinik-in-gaza-grosshospitalier-blotz.html\" title=\"Malteserorden plant Klinik in Gaza\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/04\/04\/14\/1743768768566.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Malteserorden plant Klinik in Gaza\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Der Souver\u00e4ne Malteserorden hat angek\u00fcndigt, eine kleine Klinik in Gaza-Stadt zu errichten, um die Gesundheitsversorgung in der von Konflikten gepr\u00e4gten Region zu st\u00e4rken. \u201eNach &#8230;\n     <\/p>\n<p>\u201eVon 50 Menschen, die in eine Suppenk\u00fcche kommen, brauchen 47 auch psychologische Hilfe\u201c, erkl\u00e4rt Pavlo Titko, der Leiter der Hilfsaktionen des Malteserordens in der Ukraine, im Gespr\u00e4ch mit der Nachrichtenagentur Kathpress. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 habe sich die seelische Not der Menschen dramatisch versch\u00e4rft. \u201e\u00dcberhaupt ist jeder, auch jedes Kind, jeder Jugendliche vom Krieg betroffen.\u201c<\/p>\n<p>Die psychosoziale Unterst\u00fctzung ist l\u00e4ngst zur ebenso zentralen Aufgabe geworden wie die Verteilung von Lebensmitteln, Winterkleidung oder Generatoren. Besonders stark betroffen seien laut Titko Familien, in denen Angeh\u00f6rige gefallen oder verwundet sind, oder Soldaten, die traumatisiert von der Front zur\u00fcckkehren. \u201eIn den Familien gibt es viele Probleme im psychischen Bereich. Manche Soldaten bringen mit ihrer R\u00fcckkehr nicht nur Freude, sondern auch neue Belastungen f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2024\/10\/25\/16\/1729865245959.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Schule im Luftschutzkeller in Charkiw\" title=\"Schule im Luftschutzkeller in Charkiw\"\/><\/p>\n<p>\n   Schule im Luftschutzkeller in Charkiw \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p><b>Kindheit im Luftschutzraum<\/b> <\/p>\n<p>Die permanente Bedrohung durch Luftangriffe l\u00e4sst Kindern kaum Raum f\u00fcr Unbeschwertheit. \u201eIn der Schule meiner Kinder gab es im Winter in drei Monaten nur f\u00fcnf Tage ohne Bombenalarm\u201c, berichtet Titko. Der Unterricht finde oft in Schutzr\u00e4umen statt oder m\u00fcsse ganz ausfallen. \u201eEinige Kinder verkraften das besser, andere weinen \u2013 jeder ist betroffen.\u201c<\/p>\n<p>Der Malteserorden besch\u00e4ftigt derzeit 90 Therapeutinnen und Therapeuten im ganzen Land \u2013 von Lwiw im Westen bis Charkiw und Saporischschja im Osten. Dank des internationalen Netzwerks \u201eMalteser International\u201c k\u00f6nnen jedes Jahr mehrere Zehntausend Menschen erreicht werden. Die Hilfe reicht von Einzel- und Gruppentherapien \u00fcber Familienberatung bis hin zu Programmen an Schulen.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2024\/09\/28\/22\/1727554780910.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Zerst\u00f6rung in der Ukraine\" title=\"Zerst\u00f6rung in der Ukraine\"\/><\/p>\n<p>\n   Zerst\u00f6rung in der Ukraine \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p><b>Materielle Hilfe allein reicht nicht mehr<\/b> <\/p>\n<p>Obwohl der Malteserorden weiterhin materielle Hilfe leistet \u2013 darunter Lebensmittelpakete, Hygieneartikel und Winterkits \u2013, sei es vor allem die unsichtbare Last auf den Schultern der Menschen, die das Land zunehmend ersch\u00fcttert. Die Suppenk\u00fcchen, die bereits vor dem Krieg etabliert wurden, laufen weiter, aber sie dienen inzwischen auch als erste Anlaufstelle f\u00fcr seelische Hilfe.<\/p>\n<p>\u201eWir haben 30 Jahre lang etwas aufgebaut, und dadurch konnten wir in diesem Krieg so viel den Menschen helfen\u201c, betont Titko. Die jahrzehntelange Pr\u00e4senz der Malteser in der Ukraine habe schnelle und koordinierte Reaktionen erm\u00f6glicht \u2013 doch auch die Helfer selbst sto\u00dfen an Grenzen. \u201eDie Belastung, auch f\u00fcr unsere Mitarbeitenden, ist enorm. Die Menschen sind physisch sehr m\u00fcde.\u201c<\/p>\n<p><b>Ein ganzes Land unter seelischem Druck<\/b> <\/p>\n<p>Krieg ist in der Ukraine l\u00e4ngst nicht mehr nur eine politische oder milit\u00e4rische Realit\u00e4t \u2013 er ist pers\u00f6nlicher Alltag. \u201eBei jedem ist jemand im Krieg, bei jedem ist schon jemand tot oder begraben, bei jedem ist jemand an der Front oder steht kurz davor, mobilisiert zu werden\u201c, schildert Titko. Diese allgegenw\u00e4rtige Angst und Trauer wirke tief in alle Lebensbereiche hinein. Dennoch versuchten die Ukrainerinnen und Ukrainer, \u201eirgendwie weiterzuleben, weiterzuarbeiten\u201c.<\/p>\n<p>Inmitten der Tr\u00fcmmer des Alltags bauen Hilfswerke wie der Malteserorden Br\u00fccken \u2013 aus Mitgef\u00fchl, professioneller Hilfe und einem festen Willen, nicht aufzugeben. Denn eines steht f\u00fcr Pavlo Titko fest: \u201eJeder ist betroffen \u2013 und jeder verdient Hilfe.\u201c<\/p>\n<p>(kap &#8211; mg)<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/01\/30\/21\/1738270348965.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Was vom Krieg \u00fcbrig bleibt...\" title=\"Was vom Krieg \u00fcbrig bleibt...\"\/><\/p>\n<p>\n   Was vom Krieg \u00fcbrig bleibt&#8230; \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach \u00fcber drei Jahren Krieg ist in der Ukraine die Nachfrage nach psychosozialer Hilfe drastisch gestiegen. 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