{"id":155556,"date":"2025-06-01T02:03:25","date_gmt":"2025-06-01T02:03:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155556\/"},"modified":"2025-06-01T02:03:25","modified_gmt":"2025-06-01T02:03:25","slug":"sie-hatte-traenen-in-den-augen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/155556\/","title":{"rendered":"\u201eSie hatte Tr\u00e4nen in den Augen\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Es war nicht viel Schmuck, den Anke F. (Name von der Redaktion ge\u00e4ndert) in ihrer Schublade liegen hatte. Eine Kette mit Anh\u00e4nger, zwei Paar Ohrringe und ein Armband, die einst ihrer Mutter und ihrer Patentante geh\u00f6rt hatten. Selbst hatte Anke F. die Erbst\u00fccke noch nie getragen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00dcber eine Werbeanzeige stie\u00df sie zuf\u00e4llig auf ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr Goldankauf. Anke F. wurde neugierig &#8211; noch nie hatte sie sich Gedanken dar\u00fcber gemacht, was ihr H\u00e4ufchen Schmuck wert sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Kurze Zeit sp\u00e4ter wusste sie: Kette und Armband bestanden aus acht und zw\u00f6lf Karat Gold, die Ohrringe sogar aus 18 Karat. Nachdem der Goldank\u00e4ufer ihre St\u00fccke gepr\u00fcft und gewogen hatte, bekam Anke F. 640 Euro bar ausgezahlt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/bcdbca56-56dd-47ed-96c8-8757319eced5.jpeg\" loading=\"lazy\" alt=\"Armband, Kette, Ohrringe: F\u00fcr diesen Goldverkauf bekam Anke F. 640 Euro ausgezahlt.\"\/><img decoding=\"async\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/imageExpand.10dba927.svg.svg+xml\"\/><\/p>\n<p>Armband, Kette, Ohrringe: F\u00fcr diesen Goldverkauf bekam Anke F. 640 Euro ausgezahlt. (Foto: Sabine Krauss)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Anke F., die mit ihrem Nachnamen lieber anonym bleiben m\u00f6chte, ist kein Einzelfall. Seit etlichen Monaten nutzen viele Menschen die hohen Goldpreise, um ungenutzten Schmuck, Erbst\u00fccke oder Zahngold in Bargeld zu verwandeln.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bei Ishak \u00d6zdemir herrscht seit Wochen Hochbetrieb. Im Sommer 2021 er\u00f6ffnete er gemeinsam mit seiner Frau Diana das Gesch\u00e4ft \u201eDianas Goldankauf\u201c in Tuttlingen, in Tuttlingen. Anfangs hielt sich der Kundenzulauf noch in Grenzen, berichtet der 42-J\u00e4hrige. Doch mit den steigenden Goldpreisen stieg auch die Zahl derer, die t\u00e4glich zu ihm in den Laden kommen. Mittlerweile laufe sein Gesch\u00e4ft so gut, dass er \u00fcberlege, in Richtung Sigmaringen oder Pfullendorf einen zweiten Standort zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>93 Euro ist ein Gramm Gold zurzeit wert<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">93 Euro ist ein Gramm Gold derzeit wert. Zweimal t\u00e4glich wird der Preis an den internationalen B\u00f6rsen, insbesondere dem London Bullion Market, festgelegt. Allein im Jahr 2024 betrug der Wertzuwachs 34,2 Prozent, ein Goldpreisrekord jagte den n\u00e4chsten. Auch im Jahr 2025 setzt sich der Wachstumskurs fort. Bedingt durch die globalen Unsicherheiten wie Krisen und Kriege stieg bei Anlegern die Nachfrage nach dem als krisensicher geltenden Edelmetall- und auch die Zentralbanken rund um den Globus stockten ihre Goldvorr\u00e4te kr\u00e4ftig auf.<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-50 tw-py-2 tw-border-b tw-mb-0 tw-text-sm tw-font-medium tw-border-solid tw-border-b-neutral-80 tw-font-primary\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/regional\/tuttlingen\/tuttlingen\/25-euro-fuer-eine-ganze-woche-doch-viele-schaemen-sich-dafuer-3138536\" class=\"sve-teaser_small sve-teaser_image-right\" aria-label=\"25 Euro f\u00fcr eine ganze Woche \u2013 doch viele sch\u00e4men sich daf\u00fcr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"319\" height=\"239\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/09c54ae0-1759-457a-be40-a36d4de3b88f.jpeg\" loading=\"lazy\" alt=\"25 Euro f\u00fcr eine ganze Woche \u2013 doch viele sch\u00e4men sich daf\u00fcr\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/regional\/tuttlingen\/tuttlingen\/frau-besichtigt-42-immobilien-ihren-eigenen-laden-hat-sie-immer-noch-nicht-3600368\" class=\"sve-teaser_small sve-teaser_image-right\" aria-label=\"Frau besichtigt 42 Immobilien, doch der Traum vom eigenen Laden erf\u00fcllt sich nicht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"319\" height=\"239\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/9ac3607d-bb30-4be7-b1a1-99a9e0a22af5.jpeg\" loading=\"lazy\" alt=\"Frau besichtigt 42 Immobilien, doch der Traum vom eigenen Laden erf\u00fcllt sich nicht\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">W\u00e4hrend die einen anlegen, nutzen andere diese Entwicklung, um zu verkaufen. \u201eViele, die zu mir kommen, sagen, dass sie den hohen Goldpreis ausnutzen wollen\u201c, sagt \u00d6zdemir. Sein Ankaufspreis orientiert sich am jeweiligen Tagespreis. 80 bis 85 Prozent erh\u00e4lt der Kunde, 15 bis 20 Prozent beh\u00e4lt er ein &#8211; \u201edas ist meine Gewinnspanne\u201c, erkl\u00e4rt er. Da er in den vergangenen vier Jahren von vielen seiner Kunden positive Online-Bewertungen erhielt, k\u00e4men inzwischen auch Verk\u00e4ufer aus dem weiteren Umkreis wie etwa Balingen, Sigmaringen, Mengen, Singen und \u00dcberlingen zu ihm, sagt er.<\/p>\n<p>Mit 1700 oder 2300 Euro den Laden verlassen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zwischen zwei und zehn Personen sind es, die t\u00e4glich in sein Gesch\u00e4ft kommen. Was nach wenig klingt, sieht in der Praxis anders aus. Ein Verkauf wie der von Anke F. gilt bei \u00d6zdemir als ein kleiner. Viel h\u00e4ufiger kommt es vor, dass Kunden bei ihm mit 1700 bis 2300 Euro oder noch h\u00f6heren Betr\u00e4gen den Laden verlassen. \u201eManche kommen auch mit ganzen Goldbarren, die sie irgendwann einmal geerbt haben\u201c, erz\u00e4hlt der Goldank\u00e4ufer.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Doch hinter vielen Verk\u00e4ufen stecken Schicksale. Vor einigen Wochen sei ein \u00e4lteres Ehepaar dagewesen, das Schmuck verkaufte. \u201eSie erz\u00e4hlten, dass sie ihre Nebenkostenabrechnung nicht zahlen k\u00f6nnten\u201c, so \u00d6zdemir. \u201eDie Frau hatte Tr\u00e4nen in den Augen, als sie ihre Ketten auf den Tisch gelegt hat.\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Rund 80 Prozent von \u00d6zdemirs Kunden kommen, weil sie Bargeld brauchen. Nebenkosten, ein Autokauf, ein Zuschuss f\u00fcr den Urlaub &#8211; die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig. An diesem Morgen sitzt eine junge Frau vor ihm. Ihre Verlobung steht an &#8211; doch der Ring, der ihr Verlobter ihr kaufen m\u00f6chte, \u00fcbersteigt das finanzielle Budget des Paares. Bei Ishak \u00d6zdemir m\u00f6chte sie deswegen einen anderen Ring verkaufen, den ihr einst ihr Ex-Freund geschenkt hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/fbd1efa7-7de4-4dff-9532-e63e0f946de0.jpeg\" loading=\"lazy\" alt=\"Mit Pr\u00fcfungss\u00e4ure \u00fcberpr\u00fcft Ishak \u00d6zdemir, aus wie viel Karat Gold das jeweilige St\u00fcck besteht.\"\/><img decoding=\"async\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/imageExpand.10dba927.svg.svg+xml\"\/><\/p>\n<p>Mit Pr\u00fcfungss\u00e4ure \u00fcberpr\u00fcft Ishak \u00d6zdemir, aus wie viel Karat Gold das jeweilige St\u00fcck besteht. (Foto: Goldankauf Diana )<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, wie wertvoll die St\u00fccke sind, wendet \u00d6zdemir einige Tests an. Mittels einer Pr\u00fcfungss\u00e4ure untersucht er den Abrieb des jeweiligen Objekts. Es geht darum, festzustellen, wie hoch der Gehalt des reinen Goldes ist &#8211; also, aus wie viel Karat Gold das St\u00fcck besteht. Mittels einer Dichte-Pr\u00fcfung, bei der das Gewicht des Untersuchungsobjekts ausschlaggebend ist, schaut er anschlie\u00dfend, ob das St\u00fcck nur \u00e4u\u00dferlich vergoldet oder tats\u00e4chlich aus purem Gold besteht.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die junge Frau hat Pech: Ihr Ring ist weniger wertvoll als sie dachte.\u00a0 71 Euro w\u00fcrde sie f\u00fcr ihn bekommen. Sie entscheidet sich gegen den Verkauf und verl\u00e4sst etwas entt\u00e4uscht das Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Silber-Besteck: \u201eMeistens nur versilbert\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eNat\u00fcrlich habe ich auch regelm\u00e4\u00dfig Diskussionen, weil die Kunden denken, dass ihre Sachen wertvoller sind\u201c, sagt der 42-J\u00e4hrige. Beispielsweise beim Silber-Besteck: \u201eViele denken, dass sie Besteck aus purem Silber haben, dabei ist es meist nur versilbert\u201c, meint er.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Aus welcher Legierung die Messer, Gabeln und L\u00f6ffel tats\u00e4chlich bestehen, kann an den kleinen eingravierten Zahlen auf dem Besteck festgestellt werden. \u201eAlles von null bis 150 ist nur versilbert, das kaufe ich nicht an\u201c, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p>Keine Angst vor \u00dcberf\u00e4llen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bis er sich selbst so gut auskannte, lie\u00df er sich rund ein Jahr lang bei einem Bekannten ausbilden, der ebenfalls einen Goldankauf betreibt. \u201eF\u00fcr mich ist jeder Ankauf auch ein Risiko\u201c, sagt er. Da er die St\u00fccke vor dem Kunden pr\u00fcft und direkt auszahlt, muss er sich \u00fcber das Ergebnis sicher sein. Etwa, ob ein Schmuckst\u00fcck nur \u00e4u\u00dferlich vergoldet ist, innen aber aus einem Metallgemisch besteht.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Oder auch bez\u00fcglich der Ankaufspreise: \u201eZurzeit k\u00f6nnen sich die Preise so schnell \u00e4ndern, dass ich beim Weiterverkauf selbst weniger bekomme, als ich dem Kunden ausgezahlt habe\u201c, so \u00d6zedmir. Das Gold schickt er an die Scheideanstalt in Pforzheim, die mit ihm ebenfalls tagesaktuell abrechnet. Dabei handelt es sich um eine Art Recyclingbetrieb, der sich\u00a0auf die R\u00fcckgewinnung von Metallen,\u00a0insbesondere Edelmetalle, spezialisiert hat.<\/p>\n<p>Pfefferspray griffbereit in der Schublade<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Obwohl er t\u00e4glich Gold annimmt, hat Ishak \u00d6zedmir keine Angst vor \u00dcberf\u00e4llen. Zum einen, weil die angekauften St\u00fccke nie lange im Laden bleiben, sondern von einem Sicherheitsdienst abgeholt und nach Pforzheim gefahren werden. Zum anderen, weil er \u00e4hnlich wie in einer Bank mit einem Alarmknopf ausgestattet ist, der direkt zur Polizei geht. Auch selbst hat er vorgesorgt: \u201eMein Pfefferspray liegt immer griffbereit in der Schublade.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war nicht viel Schmuck, den Anke F. (Name von der Redaktion ge\u00e4ndert) in ihrer Schublade liegen hatte.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":155557,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[1003,6258,175,170,169,29,30,668,18165,12617,54806,54804,171,174,54805,54807,2399,173,172],"class_list":{"0":"post-155556","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-anhaenger","9":"tag-bargeld","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-gold","16":"tag-goldankauf","17":"tag-goldbarren","18":"tag-hoher-ankaufspreis","19":"tag-ketten","20":"tag-markets","21":"tag-maerkte","22":"tag-ringen","23":"tag-scheidenanstalt","24":"tag-schmuck","25":"tag-unternehmen","26":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114605654547241990","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/155556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=155556"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/155556\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/155557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=155556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=155556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=155556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}