{"id":156345,"date":"2025-06-01T09:39:09","date_gmt":"2025-06-01T09:39:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/156345\/"},"modified":"2025-06-01T09:39:09","modified_gmt":"2025-06-01T09:39:09","slug":"essen-wie-in-mexiko-die-neue-taqueria-in-muenchen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/156345\/","title":{"rendered":"Essen wie in Mexiko: die neue Taqueria in M\u00fcnchen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ein guter Taco hat nichts mit Chili con Carne zu tun, nichts mit Salat und schon gar nichts mit Sauerrahm, findet Luis Fernando Gonzalez Cortes, den sein Umfeld Fernando nennt. Das seien alles Stereotype, die Deutsche mit mexikanischem Essen in Verbindung br\u00e4chten. Einen guten Taco m\u00fcsse man h\u00f6ren und f\u00fchlen k\u00f6nnen, noch bevor man ihn schmeckt. H\u00f6ren, wie der Taquero (der Taco-Meister) das Fleisch mit einer Art S\u00e4bel auf Holz zerteilt; f\u00fchlen, wie die Mais-Tortilla auf der Hand die Zutaten zusammenh\u00e4lt, w\u00e4hrend einem Salsa und Limettensaft \u00fcber die Finger laufen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDie mexikanische K\u00fcche ist in Deutschland schlecht repr\u00e4sentiert, das ist zu 90 Prozent Texmex\u201c, sagt der 33-J\u00e4hrige, der im mexikanischen Guadalajara geboren und aufgewachsen ist, ehe er mit sieben nach <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> kam. Also macht er seine Tacos lieber selbst. Anfangs kochte er nur zu Hause f\u00fcr Familie und Freunde, dann im Rahmen von Pop-ups und nun wird er erstmals in seiner ersten eigenen Taqueria namens \u201eTaqueria con Salsa\u201c stehen. Sie er\u00f6ffnet am zweiten Juni als Teil des \u201eMunch Markets\u201c im Gasteig.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Er habe schon vor zwei Jahren, als das Zwischennutzungsprojekt \u201eFat Cat\u201c im Gasteig an den Start ging, die M\u00f6glichkeit gehabt, dort eine von zwei Kochstationen mit einer eigenen Taqueria zu bespielen, erz\u00e4hlt\u00a0Gonzalez Cortes. Damals sei er gerade in Elternzeit gewesen und habe das Angebot wegen einer dreimonatigen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Mexiko\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mexiko<\/a>-Reise abgelehnt \u2013 eine Entscheidung, die er im Nachhinein bereut habe. So musste er nicht zweimal nachdenken, als das Ramen-Konzept \u201eMonaco Ramen\u201c vergangenen April die Kochinsel neben seinen guten Freunden von der Burger-Station \u201eFairfax Express\u201c r\u00e4umte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">In weniger als zwei Monaten hat Gonzalez Cortes die Station f\u00fcr seine Bed\u00fcrfnisse hergerichtet. Dass er den Schriftzug \u201eTaqueria con Salsa\u201c selbst und von Hand malen konnte, habe er einem Kalligrafie-Kurs zu verdanken, den er w\u00e4hrend seines Studiums in Kommunikationsdesign belegt hatte. Vor der Selbstst\u00e4ndigkeit arbeitete er zuletzt zw\u00f6lf Jahre lang in Werbeagenturen, entwarf dabei viel f\u00fcr Gastronomen und war selbst oft in der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gastronomie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gastronomie<\/a> unterwegs.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Seine kulinarischen Streifz\u00fcge durch M\u00fcnchen waren der Beginn seines Food-Blogs \u201eAuf die Faust\u201c auf Instagram. Mit einem Foto von einer Haxnsemmel, das Gonzalez Cortes im f\u00fcr ihn heute charakteristischen Portr\u00e4t-Modus seiner Handykamera aufnahm, war der Kanal geboren. Dort kommuniziert er seine Eindr\u00fccke vor allem \u00fcber Bilder und Videos. \u201eIch bin kein guter Texter\u201c, meint er. Inzwischen hat der Blog aber \u00fcber 33.000 Abonnenten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Durch sein Gastro-Netzwerk lernte Gonzalez Cortes auch seinen jetzigen Gesch\u00e4ftspartner Nik Petschko kennen. Der bringt Erfahrung beim Organisieren von Festivals und Caterings mit und wird in der Taqueria nun der Mann f\u00fcr die Zahlen. \u201eAlleine h\u00e4tte ich mir das nicht zugetraut, dazu bin ich zu schlecht organisiert\u201c, erkl\u00e4rt Gonzalez Cortes.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Bei einem gemeinsamen Bar-Abend in Guadalajara habe ihn Petschko \u00fcberzeugt, dass er seine Tacos unter die Leute bringen m\u00fcsse. Er habe eingesehen: \u201eMan kann nicht immer behaupten, die besten Tacos M\u00fcnchens zu machen, ohne das zu beweisen.\u201c Den Beweis sollten die zwei mit ihren Pop-up-Events in den folgenden Jahren liefern, bei denen die Menschen beide Male stundenlang Schlange standen. Beim zweiten Event in der Zenettistra\u00dfe vergangenen Herbst verkauften sie gut 2200 Tacos und waren binnen weniger Stunden leer gekauft.<\/p>\n<p>\u201eNixtamalisierter\u201c Mais ist das Geheimnis<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eMir war nicht bewusst, wie gro\u00df die Expat-Community aus Mittel- und S\u00fcdamerika in M\u00fcnchen ist\u201c, sagt Petschko. \u201eDie hatten bei unseren Pop-ups zum Teil Tr\u00e4nen in den Augen und meinten, das sei der erste richtige Taco gewesen, den sie seit Jahren gegessen h\u00e4tten.\u201c Damit die Tacos so schmecken wie in seiner Heimat, verwendet Gonzalez Cortes ausschlie\u00dflich Tortillas aus \u201enixtamalisiertem\u201c Mais. Bei diesem Verfahren wird Mais unter Zugabe von Kalk oder Asche gekocht, wodurch sich die Schale vom Korn trennt, und ein vollerer Geschmack entsteht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDie Tortilla ist eine Leinwand\u201c, erkl\u00e4rt Gonzalez Cortes. Auf der d\u00fcrfe ruhig gekleckert werden, denn es gehe dabei nicht ums perfekte Insta-Foto \u2013 je gr\u00f6\u00dfer die Sauerei, desto besser. Auf die Mais-Tortilla gibt er in der Regel Fleisch, zum Beispiel geschmortes Rind nach traditionell mexikanischem Rezept (\u201eBirria\u201c). Darauf kommen gew\u00fcrfelte Zwiebeln, gehackter Koriander, frischer Limettensaft und eine Salsa, die scharf sein sollte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Als Gast der Taqueria con Salsa muss man sich aber nicht sch\u00e4men, wenn man noch nie etwas von nixtamalisiertem Mais geh\u00f6rt hat. Gonzalez Cortes wolle nicht belehren, sondern teilen, wei\u00df sein Partner Petschko. Ihm zufolge gehe es in der M\u00fcnchner Gastro zu oft darum, \u201ecool\u201c sein zu wollen. Dadurch werde sie exklusiv. Fernando dagegen nehme die Leute bei der Hand. Seine \u201eCoolness\u201c basiere auf Offenheit und Herzlichkeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zus\u00e4tzliche R\u00fcckendeckung bekommt Gonzalez Cortes von seiner Familie, den \u201eGonzalsas\u201c, so ihr Spitzname. Seine Mutter Laura packt zum Beispiel als Betriebsleiterin in der Taqueria mit an. Sie sei die \u201ePatrona\u201c des Hauses mit einem scharfen Blick f\u00fcr Details, sagt ihr Sohn. Mit Carlos Torres konnte er au\u00dferdem einen echten Taquero f\u00fcrs Team gewinnen. \u201eDer bringt Feuer rein, wenn er Schweinshaxe kocht.\u201c Jede und jeder seiner Mitarbeitenden habe einen pers\u00f6nlichen Bezug zu Mexiko.<\/p>\n<p>Viele Rezepte stammen von seiner Familie<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Gerichte auf der Speisekarte sind entweder Familienrezepte oder durch Ausprobieren entstanden. F\u00fcr ihre Pop-ups durften Gonzalez Cortes und Petschko die K\u00fcche der Max Emanuel Brauerei nutzen. Jetzt haben sie im \u201eMunch Market\u201c eine eigene Produktionsk\u00fcche zus\u00e4tzlich zur Taqueria-Station vorne im Gastraum.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dort werden die Tacos und Quesadillas (K\u00e4se-Tortilla) mit verschiedenen F\u00fcllungen zubereitet, etwa klassisch mit \u201eBirria\u201c (ab 15 Euro) oder vegetarisch mit einem Schmortopf aus Pilzen (ab 12,50 Euro) oder gegrilltem Kaktus (12,50 Euro). Dazu gibt es f\u00fcr Mexiko landestypische Erfrischungsgetr\u00e4nke, unter anderen die Reismilch \u201eAgua de Horchata\u201c (4,50 Euro) sowie Cocktails wie Palomas und Margaritas (je 13,50 Euro).<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Gonzalez Cortes mag zwar nun unter die Gastronomen gegangen sein, seinen Instagram-Kanal \u201eAuf die Faust\u201c, der heuer acht Jahre alt wird, will er aber weiterf\u00fchren. Au\u00dferdem arbeitet er aktuell zusammen mit dem Freund und Fotografen Max Bublak an einem Kochbuch. Dessen Fotografien von den Stra\u00dfen Mexikos h\u00e4ngen auch in der Taqueria con Salsa aus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Wie es mit ihr weitergeht, wenn die Zwischennutzung ausl\u00e4uft, wissen die zwei Chefs noch nicht. \u201eWir haben auf jeden Fall Potenzial zu wachsen, durch weitere Standorte oder eigene Produkte\u201c, meint Gonzalez Cortes. Er wolle vor allem kreativ bleiben, immer wieder neue Gerichte entwickeln. Die Tortilla ist seine Leinwand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein guter Taco hat nichts mit Chili con Carne zu tun, nichts mit Salat und schon gar nichts&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":156346,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,3688,8504,6763,30,3311,208,209,1268,1209,149],"class_list":{"0":"post-156345","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-essen","11":"tag-essen-und-trinken-in-muenchen","12":"tag-gastronomie","13":"tag-germany","14":"tag-leben-und-gesellschaft-in-muenchen","15":"tag-mexiko","16":"tag-mittelamerika","17":"tag-muenchen","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114607447444811139","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/156345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=156345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/156345\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/156346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=156345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=156345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=156345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}