{"id":156592,"date":"2025-06-01T11:50:08","date_gmt":"2025-06-01T11:50:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/156592\/"},"modified":"2025-06-01T11:50:08","modified_gmt":"2025-06-01T11:50:08","slug":"jubel-im-himmel-das-meisterwerk-von-psg-und-luis-enrique","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/156592\/","title":{"rendered":"Jubel im Himmel: Das Meisterwerk von PSG und Luis Enrique"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Mehr G\u00e4nsehaut geht nicht. Mitten in der Ekstase \u00fcber den historischen Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain streift sich Luis Enrique ein T-Shirt f\u00fcr seine gestorbene Tochter Xana \u00fcber. Fans entrollen ein riesiges Banner zu Ehren des geliebten Coaches und des M\u00e4dchens, das der Knochenkrebs viel zu fr\u00fch aus dem Leben gerissen hatte. \u00abXana ist immer bei uns, wir denken immer an sie. Wir lieben sie\u00bb, erz\u00e4hlt Enrique noch auf dem Rasen der M\u00fcnchner Arena. \u00abIch denke, dass sie hier unter uns rennen w\u00fcrde.\u00bb<\/p>\n<p>Das atemberaubende 5:0 von PSG um Matchwinner D\u00e9sir\u00e9 Dou\u00e9 im K\u00f6nigsklassenfinale gegen Inter Mailand war ein Abend der Emotions-Extreme. Da war Luis Enrique in einem Mix aus Freudentaumel \u00fcber seinen zweiten K\u00f6nigsklassen-Coup und zugleich der Erinnerung an Xana. Auf der anderen Seite blickte ein v\u00f6llig perplexer Trainer-Kollege Simone Inzaghi nach der gewaltigen Blamage ins Leere und lie\u00df seine Zukunft bei Inter offen.<\/p>\n<p>Da war der 19-j\u00e4hrige Dou\u00e9, um den sich im Sommer 2024 der FC Bayern vergeblich bem\u00fcht hatte und der nun ausgerechnet in M\u00fcnchen mit zwei Toren und einer Vorlage brillierte. Leidtragender war Bayerns Ex-Keeper Yann Sommer, der Inters Schmach nicht verhindern konnte.<\/p>\n<p>Euphorie in Frankreich: \u00abHier ist das Paradies\u00bb<\/p>\n<p>Ins Bild schob sich auch der umstrittene PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi, der den silbernen Henkelpott in die Luft reckte, noch ehe die meisten seiner Spieler diesen in der Hand hatten. Verdattert zuschauen mussten die Mail\u00e4nder, bei denen DFB-Nationalspieler Yann Aurel Bisseck nur Minuten nach seiner Einwechslung verletzt wieder runter musste und sp\u00e4ter aus der Arena humpelte.<\/p>\n<p>\u00abHier ist das Paradies\u00bb, titelte Frankreichs Sportblatt \u00abL&#8217;\u00c9quipe\u00bb am Tag nach dem Endspiel in Anlehnung an ein ber\u00fchmtes PSG-Motto. Ins Paradies gef\u00fchrt worden waren die Franzosen vor allem von einem Mann: Coach Enrique. \u00abEr hat alles ver\u00e4ndert. Er hat eine andere Art, Fu\u00dfball zu sehen\u00bb, sagte der ehemalige Dortmunder Achraf Hakimi, der den Torreigen mit seinem 1:0 er\u00f6ffnet hatte. \u00abNach all dem, was er erlebt hat, ist es gro\u00dfartig, dass er das erleben kann. Er verdient es wie kein anderer.\u00bb<\/p>\n<p>Ber\u00fchrende Hommage der PSG-Fans f\u00fcr Xana Enrique<\/p>\n<p>Vor zehn Jahren hatte Ex-Profi Enrique den FC Barcelona in Berlin zum Sieg in der Champions League gef\u00fchrt. Ein Bild von damals, wie er neben Tochter Xana eine Siegerfahne in den Rasen steckt, griffen die PSG-Anh\u00e4nger nun in M\u00fcnchen auf und erinnerten mit dem gro\u00dfen Banner an jene Szene. Xana war im August 2019 im Alter von neun Jahren an Knochenkrebs gestorben.<\/p>\n<p>\u00abDie Fans haben mir und meiner Familie eine gro\u00dfe Freude bereitet\u00bb, sagte Enrique. \u00abIch denke jeden Tag an meine Tochter, auch wenn ich keine Titel gewinne. Meine Tochter ist immer bei uns. Sie unterst\u00fctzt mich, auch wenn ich keine Titel gewinne. Ich f\u00fchle ihre Anwesenheit\u00bb Auch das spanische Sportblatt Marca erinnerte an Xana und titelte am Sonntag: \u00abIm Himmel wurde gefeiert.\u00bb<\/p>\n<p>Erst Bayern-Absage, dann Final-Coup: Teenager Dou\u00e9 \u00fcberragt<\/p>\n<p>Luis Enrique ist der siebte Trainer nach Carlo Ancelotti, Ernst Happel, Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld, Jos\u00e9 Mourinho und Pep Guardiola, der Europas Club-Krone mit zwei verschiedenen Vereinen gewinnt. Keiner von den anderen hat ein derart dominantes Finale erlebt &#8211; das 5:0 war der h\u00f6chste Endspielerfolg in der Geschichte der europ\u00e4ischen K\u00f6nigsklasse.<\/p>\n<p>Entscheidenden Anteil daran hatte Super-Teenager Dou\u00e9 mit seiner klugen Vorlage zu Hakimis fr\u00fchem 1:0 und den zwei danach selbst erzielten Treffern. Was wohl die Bayern-Granden um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoene\u00df auf der Ehrentrib\u00fcne gedacht haben? Vor der Saison bem\u00fchte sich der deutsche Rekordmeister intensiv um den Teenager, der sich aber f\u00fcr einen Wechsel von Stade Rennes zu PSG entschied. \u00abIch kann das nicht in Worte fassen. Es ist etwas Magisches\u00bb, sagte der St\u00fcrmer, der am Dienstag 20 Jahre alt wird, zu seiner gro\u00dfen Show.<\/p>\n<p>Pariser Erfolgsformel: Hungriges Team statt gro\u00dfer Namen<\/p>\n<p>Dou\u00e9 ist das Gesicht des neuen PSG, nachdem der vermeintliche Heils- und Henkelpottbringer Kylian Mbapp\u00e9 den Club vor der Saison verlassen hatte. Die Zeitung \u00abLe Figaro\u00bb schrieb von \u00absicherlich dem Jahr, in dem wir es am wenigsten erwartet hatten, als PSG nach der \u00c4ra der Stars auf Jugend, Teamgeist und Geduld setzte\u00bb. Das z\u00e4hlte mehr als Namen wie Mbapp\u00e9, Lionel Messi oder Neymar, mit denen die Champions-League-Kr\u00f6nung missgl\u00fcckte.<\/p>\n<p>Mit einem der j\u00fcngsten Kader in dieser Saison hat Paris gute Aussichten, auch in den n\u00e4chsten Jahren ein Protagonist in Europas Fu\u00dfball zu bleiben. Zumal selbst jemand wie Ousmane Demb\u00e9l\u00e9, der vor Jahren noch als undiszipliniert und launisch galt, im Finale eine aufopferungsvolle Leistung bot.<\/p>\n<p>Wie eine Warnung konnte Dou\u00e9s Analyse interpretiert werden, dass sich viele Spieler im Team noch steigern m\u00fcssten, \u00abund ich geh\u00f6re dazu\u00bb. Als n\u00e4chstes steht die Club-WM an.<\/p>\n<p>Bemerkenswerte Szene mit PSG-Boss Al-Khelaifi<\/p>\n<p>Dass Paris aber nach wie vor auf eine f\u00fcrstliche Finanzierung aus Katar setzen kann, das wurde in einer f\u00fcr viele befremdlichen Szene deutlich. Noch auf dem Siegerpodium durfte Clubchef Al-Khelaifi den Pokal vor vielen Spielern in die Luft stemmen. Dann wurde der Katari auch noch auf Schultern gehoben. \u00abWahnsinn\u00bb, sagten die ZDF-Experten Christoph Kramer und Per Mertesacker missbilligend.<\/p>\n<p>Als die PSG-Kicker noch lange auf dem Rasen feierten und Hunderte ihrer Fans bei einem kurzen Platzsturm Teile des Rasens und ein Tor maltr\u00e4tierten, waren die Inter-Spieler schon in der Kabine verschwunden. \u00abDas war ein schlimmer Abend\u00bb, analysierte Nationalspieler Nicol\u00f2 Barella. Italiens Zeitungen schrieben kollektiv von einem \u00abAlptraum\u00bb und einer \u00abDem\u00fctigung\u00bb. Die \u00abGazzetta dello Sport\u00bb titelte emp\u00f6rt und in gro\u00dfen Lettern: \u00abSo nicht\u00bb.<\/p>\n<p>Und was wird aus Final-Verlierer Inzaghi?<\/p>\n<p>Noch vor wenigen Wochen hatte Inter das Triple in Aussicht &#8211; nun verpatzten die Nerazzurri den wichtigsten Titel auf schlimmstm\u00f6gliche Weise. Und was wird auch Coach Inzaghi? Ger\u00fcchte um einen Weggang nach Saudi-Arabien halten sich seit Tagen. In der Nacht auf Sonntag konnte er noch nicht einmal sagen, ob er bei der Club-WM in zwei Wochen noch dabei ist. \u00abIch bin viel zu verbittert, um mir Gedanken \u00fcber meine Zukunft zu machen\u00bb, meinte er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Mehr G\u00e4nsehaut geht nicht. 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