{"id":156773,"date":"2025-06-01T13:26:16","date_gmt":"2025-06-01T13:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/156773\/"},"modified":"2025-06-01T13:26:16","modified_gmt":"2025-06-01T13:26:16","slug":"hochwasserkatastrophe-2024-in-bayern-was-sich-seit-der-flut-getan-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/156773\/","title":{"rendered":"Hochwasserkatastrophe 2024 in Bayern: Was sich seit der Flut getan hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 01.06.2025 14:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Vor einem Jahr wurden weite Teile Bayerns geflutet. Es gab Tote, viele Menschen verloren Zuhause und Existenz. Wie geht es den Menschen jetzt &#8211; und wie steht es um den Hochwasserschutz?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Daniela Olivares, Judith Zacher, Florian Regenburger, BR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit schwarzer Farbe ist im Treppenhaus im Pflegeheim St. Georg im oberbayerischen Schrobenhausen noch immer der Wasserstand markiert. Das soll auch so bleiben: als Erinnerung. Das Wasser hat die Fahrst\u00fchle, Heizung, Elektronik, K\u00fchl-und Waschr\u00e4ume im Keller zerst\u00f6rt. Der Schaden belief sich auf \u00fcber zwei Millionen Euro. Die Bewohner waren \u00fcber drei Monate in einem anderen Heim untergebracht. &#8222;Das Allermeiste funktioniert jetzt wieder&#8220;, meint Heimleiterin Katrin Antoncic.<\/p>\n<p>    Ein schweres Jahr<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas vergangene Jahr war schwer &#8211; f\u00fcr die Heimbewohner und f\u00fcr das Personal. In der Nacht, als das Wasser immer h\u00f6her stieg, mussten die alten und pflegebed\u00fcrftigen Menschen schnell das Heim verlassen. Dichtgedr\u00e4ngt auf einem Unimog haben die Einsatzkr\u00e4fte sie in Sicherheit gebracht. &#8222;Diese Evakuierung, das hat mich an 1945 erinnert. Ich habe Flucht und Bombenangriffe miterlebt. So \u00e4hnlich war das&#8220;, erz\u00e4hlt der 92-j\u00e4hrige Hans-Joachim Pittius.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMonatelang pendelt das Personal weite Wege, um die Bewohner zu versorgen, die in einem anderen Heim untergebracht worden waren. &#8222;Aber keiner ist abgesprungen&#8220;, erz\u00e4hlt Katrin Antoncic.<\/p>\n<p>    Wertingen 365 Tage sp\u00e4ter: Nichts passiert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchlimme Erinnerungen hat auch Josefine Gro\u00df aus dem schw\u00e4bischen Wertingen. Nur zehn Minuten Zeit hatte sie, um ein paar Sachen zusammenzupacken, sich den Hund unter den Arm zu klemmen. Dann stieg die 67-J\u00e4hrige zusammen mit ihrem Mann in ein Boot. Ihre gesamten Ersparnisse sind mittlerweile weg. Alles steckt in der Renovierung ihres Hauses.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas ihr Angst macht: ein m\u00f6gliches n\u00e4chstes Hochwasser. Denn der Schaden w\u00e4re wohl \u00e4hnlich schlimm. Das best\u00e4tigt der Wertinger B\u00fcrgermeister Willy Lehmeier (FW): &#8222;Es ist schwierig, bitter und frustrierend f\u00fcr alle Beteiligten &#8211; aber, und das ist das Schlimme, nach 365 Tagen ist nichts passiert&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd das, obwohl seit 2017 eine Machbarkeitsstudie vorliegt, wie die Stadt besser gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnte. Wegen Personalmangels wurde allerdings noch nichts umgesetzt, best\u00e4tigt das Donauw\u00f6rther Wasserwirtschaftsamt. Man sei jetzt im vordringlichen Bedarf, hei\u00dft es aus dem Umweltministerium, man arbeite an den Planungen, so das Wasserwirtschaftsamt. Dennoch: Es wird dauern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nB\u00fcrgermeister Lehmeier fordert mehr Befugnisse f\u00fcr die St\u00e4dte und Kommunen: &#8222;Wir wissen, was zu tun ist.&#8220; Ma\u00dfnahmen umsetzten darf aber nur das Wasserwirtschaftsamt. Das will die Staatsregierung nun \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Babenhausen im Landkreis Unterallg\u00e4u ist man einen Schritt weiter: In der Region werden mehrere gro\u00dfe Hochwasserr\u00fcckhaltebecken gebaut.<\/p>\n<p>    R\u00fcckhaltebecken im Bau<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nS\u00fcdlich von Babenhausen steht der Bau des dritten von insgesamt f\u00fcnf geplanten Hochwasserr\u00fcckhaltebecken im G\u00fcnztal kurz vor dem Abschluss. Solche Becken sollen vor einem Hochwasser sch\u00fctzen, wie es statistisch alle 100 Jahre auftritt. Doch im vergangenen Jahr wurde Babenhausen von der eineinhalbfachen Menge Wasser eines hundertj\u00e4hrlichen Hochwassers geflutet. \u00dcber 500 Geb\u00e4ude in Babenhausen hat das Wasser zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBeim Wasserwirtschaftsamt Kempten rechnet man damit, dass weitere extreme Hochwasserereignisse kommen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Doch es ist sehr schwierig, einen noch gr\u00f6\u00dferen Hochwasserschutz zu realisieren&#8220;, sagt Stefanie Kienle vom Wasserwirtschaftsamt. Grund seien fehlende Fl\u00e4chen und die Kosten. Rund 15 Millionen Euro kostet jedes der f\u00fcnf R\u00fcckhaltebecken. Aber auch die Sch\u00e4den, die das Hochwasser angerichtet hat, sind hoch.<\/p>\n<p>    Hohe Sch\u00e4den durch das Hochwasser<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bayerische Staatsregierung geht von einem Gesamtschaden von \u00fcber 4,1 Milliarden Euro in S\u00fcddeutschland aus. Davon sind laut Auskunft der Versicherungswirtschaft nur etwa zwei Milliarden Euro versichert gewesen. Fast 1,8 Milliarden Euro der nicht versicherten Sch\u00e4den entfallen dabei auf den Freistaat, so das Bayerische Finanzministerium.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Bayern hat vom Bund f\u00fcr die Hochwassersch\u00e4den im letzten Jahr bislang noch kein Geld erhalten&#8220;, kritisiert Bayerns Finanzminister Albert F\u00fcracker (CSU). Die Staatsregierung setze sich deshalb weiterhin daf\u00fcr ein, dass Bundesl\u00e4nder in derartigen Ausnahmesituationen Solidarit\u00e4t erfahren und der Bund sich beteilige.<\/p>\n<p>    Hochwasserschutz: Mehr Kompetenzen f\u00fcr Kommunen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDennoch: Bayern muss den Hochwasserschutz ausbauen. Laut Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) hat man die Gelder f\u00fcr den Hochwasserschutz aufgestockt. Zu den geplanten 280 Millionen Euro seien nochmal 40 Millionen Euro dazu gekommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem sollen die Kommunen mehr Kompetenzen bekommen, so Glauber. Ein entsprechender Entwurf soll im Landtag noch vor der Sommerpause eingebracht werden. Geplant ist, dass die Gemeinden Projekte vorziehen k\u00f6nnen, die beim Freistaat erst in einigen Jahren auf der Liste stehen. Denn der Freistaat baut dort zuerst, wo statistisch das gr\u00f6\u00dfte Risiko besteht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Gemeinden sollen nach diesem Entwurf eigenst\u00e4ndig am Hochwasserschutz arbeiten k\u00f6nnen. Geld daf\u00fcr bekommen sie aber erst dann, wenn ihr Projekt bayernweit auf der Liste steht. Hei\u00dft: Es kann sein, dass die Gemeinden viele Jahre finanziell in Vorleistung gehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>    Arbeitsgemeinschaft entlang der Paar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den oberbayerischen Landkreisen Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen haben sich unterdessen die Gemeinden entlang der Fl\u00fcsse Paar, Ilm und dem Gerolsbach im vergangenen Sommer zusammengeschlossen, um beim Hochwasserschutz aktiv zu werden. Geplant sind verschiedene Ma\u00dfnahmen wie beispielsweise die Ausweisung kleinerer Fl\u00e4chen, die geflutet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Gemeinden gehen davon aus, dass sich solche kleinen Ma\u00dfnahmen schneller umsetzen lassen als beispielsweise gro\u00dfe Polder. Au\u00dferdem sollen entlang der Paar weitere Messstationen f\u00fcr den Pegelstand angebracht werden, um schneller reagieren zu k\u00f6nnen. Die Kosten f\u00fcr die verschiedenen Ma\u00dfnahmen tragen die Gemeinden gemeinsam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.06.2025 14:00 Uhr Vor einem Jahr wurden weite Teile Bayerns geflutet. 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