{"id":157489,"date":"2025-06-01T19:56:09","date_gmt":"2025-06-01T19:56:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/157489\/"},"modified":"2025-06-01T19:56:09","modified_gmt":"2025-06-01T19:56:09","slug":"wuppertaler-sinfonieorchester-ueberzeugt-mit-darbietung-der-turangalila-sinfonie-von-olivier-messiaen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/157489\/","title":{"rendered":"Wuppertaler Sinfonieorchester \u00fcberzeugt mit Darbietung der Turangal\u00eela-Sinfonie von Olivier Messiaen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am vergangenen Sonntag erklang im zehnten Sinfoniekonzert des Wuppertaler Sinfonieorchesters die Turangal\u00eela-Sinfonie f\u00fcr Klavier, Ondes Martenot und Orchester des franz\u00f6sischen Komponisten Olivier Messiaen (1908-1992), der schon zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts galt. Es gab gleich drei Premieren: Das Musikst\u00fcck wurde zum ersten Mal \u2013 77 Jahre nach seinem Entstehen \u2013 in Wuppertal aufgef\u00fchrt, Generalmusikdirektor Patrick Hahn dirigierte das Werk auch zum ersten Mal und f\u00fcr die meisten Orchestermitglieder war das Werk ebenfalls Neuland.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es war Kussewitzki, Dirigent des Boston Symphony Orchestra, der 1945 den Ansto\u00df zur Entstehung dieser verschwenderischen, farbenpr\u00e4chtigsten, und orgiastischsten Orchesterkomposition des 20. Jahrhunderts gab: \u201eSchreiben Sie mir ein Werk, das Sie schreiben wollen\u201c, teilte er Messiaen brieflich mit, \u201ein dem Stil, den Sie wollen, so lang wie Sie wollen, in der Besetzung, die Sie wollen, und einzureichen wann immer Sie wollen.\u201c Und der Komponist lie\u00df sich nicht lumpen: Zwischen 1946 und 1948 entstand ein gewaltiges Opus in zehn S\u00e4tzen, 2683 Takte lang, mit einer Auff\u00fchrungsdauer von etwa eineinhalb Stunden und wurde 1949 in Boston mit riesigem Erfolg uraufgef\u00fchrt. Der Titel \u201eTurangal\u00eela\u201c stammt aus dem Sanskrit und setzt sich aus zwei Worten zusammen: \u201eTuranga\u201c = Zeit und \u201eLila\u201c = Spiel\/Liebe und schlie\u00dft damit gleichzeitig die Bedeutungen Liebesgesang, Freudenhymne, Zeit, Bewegung, Rhythmus, Leben und Tod ein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die farbige, woll\u00fcstige und s\u00fc\u00dfliche Tonsprache Messiaens kennt keine Zur\u00fcckhaltung und setzt das in Musik um, was ausgedr\u00fcckt werden soll, etwa indische Rhythmik, den Gesang der V\u00f6gel und eine v\u00f6llige Neuerfindung von Tonarten und Harmonien. Es waren Rhythmus-Orgien und Orchestereruptionen zu h\u00f6ren, neben denen sich Strawinskys \u201eSacre\u201c geradezu wohlerzogen ausnimmt. Vor der Pause gab es auf der B\u00fchne eine sehr hilfreiche, von Nick-Martin Sternitzke moderierte Einf\u00fchrung mit Klangbeispielen. Nach der Pause gab es dann den Durchlauf. Der obligate Klavierpart mit zahlreichen Kadenzen wurde von Jona Ahonen souver\u00e4n beherrscht.<\/p>\n<p>Das Ondes Martenot <br \/>wurde 1928 entwickelt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Daneben gab es noch ein zweites Soloinstrument, das von Thomas Bloch sehr wirkungsvoll gespielt wurde. Dieses 1928 von Maurice Martenot entwickelte elektronische Instrument namens Ondes Martenot besitzt einen weichen Klang, angesiedelt etwa zwischen Fl\u00f6te, singender S\u00e4ge und Frauenstimme und ist aber auch m\u00fchelos in der Lage das Forte des Orchester-Tutti um ein Mehrfaches zu \u00fcbert\u00f6nen. Der riesige Orchesterapparat sorgte f\u00fcr ein Spektakel ohnegleichen und bestand au\u00dfer den Streichern, Holz \u2013 und Blechbl\u00e4sern aus einem dem balinesischen Gamelan-Ensemble nachempfundenen Schlagwerk, Celesta, Glockenspiel, Stabspielen, Becken, Tamtam und Glocken. Sehr selten bemerkte man kleine Ungenauigkeiten im Zusammenspiel, in der Intonation und beim Tempo, was aber nicht auffiel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vier \u00fcbergeordnete Themen, die in der Sinfonie zirkulieren oder sich entwickeln, sind das Band, das alles zusammenh\u00e4lt. Jeder der zehn S\u00e4tze verfolgt besondere technische und rhythmische Recherchen und weist eine besondere harmonische Farbe auf. Der erste, f\u00fcnfte, sechste und zehnte Satz k\u00f6nnten als Kopfsatz, Scherzo, langsamer Satz (Adagio) und Finalsatz einer klassischen Sinfonie gedeutet werden. Ein wichtiges Prinzip sind im ganzen Werk die Schichtungen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der erste Satz weckte gleich einer Ouvert\u00fcre die Neugier. In den drei Liebesliedern gefiel der Kontrast zwischen sanften und ekstatischen Passagen, das Verspielte, die fl\u00e4chigen Streicher im Hintergrund. Ein zentraler Satz ist die \u201eEntfaltung der Liebe\u201c mit einer klassischen Durchf\u00fchrung der vier zyklischen Themen. Entz\u00fcckend entwickelt auch der neunte Satz mit dem Duett Oboe\/Klarinette kosmische Kl\u00e4nge und endet mit einem gro\u00dfen Solo aller Bratschen. Mit dem Finale kr\u00f6nt Messiaen sein wundervolles Opus in einem nicht enden wollenden Jubel. Insgesamt war der Kraftakt ein voller Erfolg und der begeisterte Applaus wollte minutenlang nicht enden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Werk wird noch ein weiteres Mal aufgef\u00fchrt: Am heutigen Montag, 2. Juni, in der Historischen Stadthalle ab 20 Uhr. Tickets ab 15 Euro sind noch erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am vergangenen Sonntag erklang im zehnten Sinfoniekonzert des Wuppertaler Sinfonieorchesters die Turangal\u00eela-Sinfonie f\u00fcr Klavier, Ondes Martenot und Orchester&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":157490,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,32026,30,22605,15274,55230,55226,1209,23569,55227,32028,55233,55232,55231,33754,37068,3701,55228,55229,55225,10421,4418],"class_list":{"0":"post-157489","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-finalsatz","11":"tag-germany","12":"tag-jahrhunderts","13":"tag-komponist","14":"tag-kopfsatz","15":"tag-maurice-martenot","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-olivier-messiaen","18":"tag-ondes","19":"tag-satz","20":"tag-saetze","21":"tag-saetzen","22":"tag-schlagwerk","23":"tag-sinfonie","24":"tag-sinfoniekonzert","25":"tag-sinfonieorchester","26":"tag-sinfonieorchesters","27":"tag-turanga","28":"tag-turangalila","29":"tag-werk","30":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114609873428568742","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/157489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=157489"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/157489\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/157490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=157489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=157489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=157489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}