{"id":1579,"date":"2025-04-02T00:27:27","date_gmt":"2025-04-02T00:27:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1579\/"},"modified":"2025-04-02T00:27:27","modified_gmt":"2025-04-02T00:27:27","slug":"immer-noch-fassungslos-reichels-frechheit-laesst-idee-vom-profischiedsrichter-neu-aufleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1579\/","title":{"rendered":"&#8222;Immer noch fassungslos!&#8220;: Reichels &#8222;Frechheit&#8220; l\u00e4sst Idee vom Profischiedsrichter neu aufleben"},"content":{"rendered":"<p>Viele Fans und Experten lie\u00df Schiedsrichter Tobias Reichel mit seinen Entscheidungen am Wochenende in Sinsheim irritiert zur\u00fcck. Da es nicht das erste Mal war, dass Reichel fragw\u00fcrdige Entscheidungen traf, muss endlich grunds\u00e4tzlich \u00fcberlegt werden, was man insgesamt in Zukunft verbessern kann. Und da kommt eine alte Idee wieder ins Spiel!<\/p>\n<p>&#8222;Die Irren-ist-menschlich-Geschichte kann ich mittlerweile nicht mehr h\u00f6ren&#8220;, meinte der \u00f6sterreichische Trainer Dietmar K\u00fchbauer vor einiger Zeit nach einem Spiel seines Klubs und versuchte seinen Frust \u00fcber eine wieder einmal eindeutige Fehlentscheidung eines Schiedsrichters herunterzuschlucken. Doch dann sagte er noch einen anderen, entscheidenden Satz: &#8222;Die Spieler bereiten sich vor, sie arbeiten hart, es geht um viel Geld.&#8220; Und damit sprach der fr\u00fchere \u00f6sterreichische Nationalspieler indirekt etwas an, das seit vielen Jahren nicht nur in unserem Nachbarland, sondern auch hier in Deutschland immer mal wieder diskutiert, aber bis heute immer noch nicht umgesetzt wurde: der Profischiedsrichter.<\/p>\n<p>Dr. Matthias J\u00f6llenbeck lebt in Freiburg und ist neben der Schiedsrichterei Unfallchirurg. Sven Jablonski arbeitet ansonsten in der Bremer Filiale einer gro\u00dfen Bank. Und Tobias Reichel, der seit 2021 offiziell Mitglied des Bundesliga-Kaders ist, kommt aus dem Marketing &#8211; kann man \u00fcberall nachlesen, wenn man sich f\u00fcr die Hauptberufe unserer Schiedsrichter interessiert. Doch auch f\u00fcr den aktuellen Trainer von Borussia Dortmund, Niko Kovac, ist es ein Unding, dass die Unparteiischen neben ihrem Job auf dem gr\u00fcnen Rasen noch einem anderen Erwerb nachgehen: &#8222;Auf dem Niveau, wo so viel Geld umgesetzt wird und es um Kleinigkeiten und Details geht, da erwarte ich, dass es in Deutschland auch einen reinen Profi-Schiedsrichter gibt. Sie sollen ihren Unterhalt damit verdienen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit am Wochenende wieder einmal auf verschiedenen Pl\u00e4tzen der ersten und zweiten Liga zahlreiche Entscheidungen der Unparteiischen deutlich hinterfragt wurden, scheint eine Neubelebung der Diskussion \u00fcber eine Professionalisierung des Schiedsrichterwesens zwingend n\u00f6tig. Denn vor allem die fragw\u00fcrdigen Elfmeter-Entscheidungen von Tobias Reichel bei der Partie zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Augsburg lie\u00dfen Fans wie Experten am Wochenende ratlos und frustriert zur\u00fcck. So wie Sky-Experte Dietmar Hamann dachten viele \u00fcber den verh\u00e4ngten Strafsto\u00df gegen Augsburg: &#8222;So einen Elfmeter zu geben, ist eine Frechheit. Das ist Bundesliga, das k\u00f6nnen wir so nicht zulassen. Ich war und bin immer noch fassungslos.&#8220;<\/p>\n<p>Die letzten &#8222;Amateure&#8220; der Liga<\/p>\n<p>Doch nicht alleine die seltsame Entscheidung von Tobias Reichel irritierte, auch das Nicht-Einschalten des VAR in dieser Szene wirft Fragen auf. Schlie\u00dflich war es nicht das erste Mal, dass Reichel bei einem vermeintlichen Handspiel auf Strafsto\u00df entschied. Bereits im DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Leipzig und Wolfsburg hatte der Schiedsrichter einen strittigen Handelfmeter gegeben. Beides Mal waren das zweifelsfrei Entscheidungen mit einer gro\u00dfen Bedeutung und Tragweite. Und genau deshalb auch umso diskussionsw\u00fcrdiger. Man darf sich bei beiden Situationen durchaus die Frage stellen, ob sie mit einer intensiveren Schulung und klarer vermittelten Vorgaben nicht vermeidbar gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Zu Zeiten als Coach des VfL Wolfsburg meinte Kovac einmal: &#8222;Ich habe zuletzt am Flughafen ein Schiedsrichter-Gespann getroffen. Dort sagte mir einer, dass er noch rund 20 Stunden die Woche seinem Job nachgehe.&#8220; Kovac forderte damals schon, dass die Schiedsrichter von ihrer zweiten Arbeit freigestellt werden m\u00fcssten, um sich &#8222;tagt\u00e4glich auf den Fu\u00dfball fokussieren&#8220; zu k\u00f6nnen. Eine Forderung, die Ex-Schiri Urs Meier deutlich unterstreicht: &#8222;Ich sage schon lange, dass man das Schiedsrichterwesen professionalisieren muss. Es geht nicht, dass wir noch immer Amateure in der Bundesliga haben.&#8220; Und damit trifft Meier genau den entscheidenden Punkt.<\/p>\n<p> Was folgt auf ehrliche S\u00e4tze?<\/p>\n<p>Denn w\u00e4hrend sich die Profis ausschlie\u00dflich um ihren Haupterwerb des Fu\u00dfballers k\u00fcmmern k\u00f6nnen, gehen die Schiedsrichter unter der Woche zumeist noch einer anderen T\u00e4tigkeit nach. Urs Meier fordert deshalb schon l\u00e4nger: &#8222;Wir br\u00e4uchten eigentlich die 19. Mannschaft, das m\u00fcssten die Schiedsrichter sein. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssten einen Trainer haben, einen Co-Trainer haben. Wir m\u00fcssten Konditionstrainer und Physiotherapeuten haben. Wir m\u00fcssen einen Psychologen haben, also wie bei einer Profimannschaft. Und die m\u00fcssen auch zusammenkommen und zusammen trainieren, zusammen analysieren.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die Entscheidung des Schiedsrichters auf Strafsto\u00df ist f\u00fcr uns nicht korrekt&#8220;, sagte Alex Feuerherdt, Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH, nach der Partie der TSG Hoffenheim gegen Augsburg am Samstag bei Sky. Ein ehrlicher Satz. Doch die Frage, die alle Fu\u00dfballfans interessiert, ist: Was folgt aus dieser alternativlosen Erkenntnis? Und wie kann man aktiv vermeiden, dass Tobias Reichel nicht auch in Zukunft wieder eine einsame Entscheidung bei einem vermeintlichen Handvergehen im Strafraum trifft? <\/p>\n<p>Welchen Satz von Didi Hamann alle Fans sofort unterschreiben<\/p>\n<p>Niko Kovac hat klare Vorstellungen, welchen positiven Effekt die Einf\u00fchrung des Profischiedsrichters haben k\u00f6nnte: &#8222;Jeder hat dann seinen eigenen Analysten. Das wird vom Verband gesteuert. Unter der Woche kann man die Szenen vom Spieltag oder auch aus anderen Ligen ausdiskutieren und somit alle auf ein anderes Niveau heben. Das Problem, das ich momentan sehe: Es gibt zu viele Unterschiede bei den Schiedsrichtern.&#8220; Und genau dieses Problem k\u00f6nnte man vermutlich in der Tat beeinflussen, wenn alle Schiedsrichter unter der Woche auf eine gemeinsame Linie gebracht w\u00fcrden &#8211; in ihrer &#8222;freien&#8220; Zeit, die sie nun als Profischiedsrichter f\u00fcr eine weitere Professionalisierung ihres Jobs auf dem gr\u00fcnen Rasen verwenden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Auch aktuell ist der Verdienst der Unparteiischen bereits auf einem Niveau, der zum Bestreiten des Lebensunterhalts durchaus reichen sollte. Tobias Reichel hatte zum Jahreswechsel in dieser Saison schon 138.400 Euro (davon 68.000 Grundgehalt) auf dem Lohnzettel stehen. Und wenn man im Zuge der Einf\u00fchrung des Profischiedsrichters auch noch einmal \u00fcber eine Anhebung der Altersgrenze (aktuell mit 47 Jahren) nachdenken w\u00fcrde, so scheint die Idee nicht mehr ganz so abwegig. Irgendetwas muss schlie\u00dflich getan werden. Denn den Satz von Didi Hamann (&#8222;Das ist Bundesliga, das k\u00f6nnen wir so nicht zulassen&#8220;) w\u00fcrden sicherlich 99 Prozent aller Fu\u00dfballfans sofort unterschreiben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele Fans und Experten lie\u00df Schiedsrichter Tobias Reichel mit seinen Entscheidungen am Wochenende in Sinsheim irritiert zur\u00fcck. 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