{"id":158089,"date":"2025-06-02T01:45:10","date_gmt":"2025-06-02T01:45:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/158089\/"},"modified":"2025-06-02T01:45:10","modified_gmt":"2025-06-02T01:45:10","slug":"nicht-mehr-trumps-pruegelknabe-mit-merz-steigt-deutschland-in-der-gunst-der-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/158089\/","title":{"rendered":"Nicht mehr Trumps Pr\u00fcgelknabe: Mit Merz steigt Deutschland in der Gunst der USA"},"content":{"rendered":"<p>                    Nicht mehr Trumps Pr\u00fcgelknabe<br \/>\n                Mit Merz steigt Deutschland in der Gunst der USA<\/p>\n<p>\t\t\t\t              02.06.2025, 03:42 Uhr<\/p>\n<p><strong>Deutschland war auf dem Weg, sich zum Lieblingsfeind der neuen US-Regierung zu entwickeln. Vor dem ersten Besuch von Kanzler Merz im Wei\u00dfen Haus steigen jedoch Berlins Aktien in Washington. Ein Grund: Die Bundesregierung kann jetzt viel Geld f\u00fcr Verteidigung ausgeben. <\/strong><\/p>\n<p>Wer mit der schwer kalkulierbaren Trump-Regierung zu tun hat, erf\u00e4hrt Erfolg oder Misserfolg seines Auftritts in Washington manchmal erst sp\u00e4ter aus sozialen Medien. Als Au\u00dfenminister Johann Wadephul am Mittwoch seinen Antrittsbesuch bei US-Au\u00dfenminister Marco Rubio machte, gew\u00e4hrte dieser dem Gast im siebten Stock des State Departments zwar zun\u00e4chst nur einen sehr knappen H\u00e4ndedruck vor Kameras. Aber als Rubio dann sp\u00e4ter auf der Plattform X schrieb, dass die neue Bundesregierung die Dringlichkeit der aktuellen globalen Herausforderungen erkennen und &#8222;ihnen mit Taten begegne&#8220;, konnte sich Wadephul auf dem R\u00fcckflug nach Deutschland entspannen. Mission erf\u00fcllt: Trumps einstiger Pr\u00fcgelknabe Deutschland scheint sich gerade aus Sicht der US-Regierung zum europ\u00e4ischen Mustersch\u00fcler zu entwickeln.<\/p>\n<p>Der Besuch war auch ein Testlauf f\u00fcr Kanzler Friedrich Merz, der nach Angaben der Bundesregierung nun am Donnerstag zu dem mit Spannung erwarteten Antrittsbesuch im Wei\u00dfen Haus in Washington sein wird. Ein ruppiger Empfang f\u00fcr den CDU-Vorsitzenden werde auch nach etlichen Telefonaten, meist im Kreise einiger Europ\u00e4er, mit Trump nicht erwartet, hie\u00df es &#8211; obwohl es erhebliche Meinungsverschiedenheit mit dem US-Pr\u00e4sidenten gibt.<\/p>\n<p>Das neue Plus: Deutschland hat Geld <\/p>\n<p>Nun wird in Regierungskreisen betont, dass man bei Trump nie wisse, wie lange Gunst oder Kritik anhalten. Aber es gibt faktische Gr\u00fcnde f\u00fcr die Stimmungsaufhellung, die sich bereits in den Telefonaten zwischen Merz und Trump abzeichnete. Die Bundesregierung hat wegen der Reform der Schuldenbremse pl\u00f6tzlich einen noch vor einem halben Jahr ungeahnten finanziellen Spielraum. Ohne Deckel f\u00fcr Verteidigungsausgaben kann die neue Bundesregierung etwa bei der Definition der Nato-Ausgabenziele aus der Dauerdefensive in die Offensive kommen. Jetzt haben mehrere Mitglieder der Bundesregierung betont, dass die Nato-Staaten statt zwei k\u00fcnftig f\u00fcnf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung direkt oder indirekt f\u00fcr Verteidigung ausgeben sollten. Dies war ausdr\u00fccklich auch als Botschaft an die US-Regierung gedacht.<\/p>\n<p>Denn Trump selbst hat bei seiner Dauerkritik an den Europ\u00e4ern immer wieder bem\u00e4ngelt, dass diese viel zu wenig f\u00fcr Verteidigung ausgeben. Aber pl\u00f6tzlich zieht die Bundesregierung zumindest verbal an den bisherigen Mustersch\u00fclern unter den europ\u00e4ischen Nato-Staaten vorbei. &#8222;Wir haben vor wenigen Wochen unsere Verfassung ge\u00e4ndert, um die n\u00f6tigen Mittel f\u00fcr die Verteidigung unseres Landes aufzubringen &#8211; und dadurch zugleich auch unseren Beitrag zur Verteidigung unserer Partner und Verb\u00fcndeten zu leisten&#8220;, betonte Kanzler Merz am Donnerstag.<\/p>\n<p>Das neue Plus: Deutschland will f\u00fchren<\/p>\n<p>F\u00fcr Washington bekommt Berlin nun eine neue Rolle: Innerhalb der EU soll die Bundesregierung als Vorbild daf\u00fcr zu sorgen, dass auch die anderen Staaten auf dem Nato-Gipfel beim neuen Ziel mitziehen. Deutschland bleibt neben den USA zudem trotz der Kritik am Vorgehen Israels im Gazastreifen der treuste Unterst\u00fctzer des j\u00fcdischen Staates.<\/p>\n<p>Dazu kommt eine neue Einstellung in Berlin. Merz hat mehrfach betont, dass Deutschland k\u00fcnftig in der EU &#8211; in Abstimmung mit Partnern &#8211; f\u00fchrend sein will. Sichtbarstes Zeichen war der von ihm angeregte gemeinsame Besuch der Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Polen in Kiew und ihre klare Ansage an Russland. Die Botschaft an Trump: Europa k\u00fcmmert sich um seine Angelegenheiten. Daf\u00fcr gab es Lob aus Washington.<\/p>\n<p>Bewusster Fokus auf \u00dcbereinstimmung <\/p>\n<p>Dazu kommt ein neuer Stil: Statt einer als teilweise belehrend kritisierten Au\u00dfenpolitik der Ampel-Regierung soll es jetzt wieder st\u00e4rker um Interessen und die Konzentration auf das jeweils n\u00e4chste Ziel gehen. Und das ist aus Sicht der Bundesregierung klar der Nato-Gipfel. Dieser soll ein Erfolg auch f\u00fcr Trump werden. Denn nur dann, so die \u00dcberlegung in der Regierung, bindet man den US-Pr\u00e4sidenten an Europa, sichert das weitere Engagement der USA im Ukraine-Krieg und \u00fcberzeugt Trump von der Notwendigkeit neuer Sanktionen gegen Russland.<\/p>\n<p>Der Preis f\u00fcr die angestrebte Harmonie mit der US-Regierung: Wadephul verzichtete in Washington darauf, Rubio beim Antrittsbesuch auf dessen umstrittene Einsch\u00e4tzung anzusprechen, dass sich Deutschland wegen der Einsch\u00e4tzung der AfD durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem in eine &#8222;Tyrannei&#8220; verwandelt habe. Die Regierung lobt Trumps Vermittlungsversuche beim Ukraine-Thema, obwohl sie selbst darin nur geringe Erfolgschancen sehen. Und die Bundesregierung bem\u00fchte sich seit Tagen sichtlich, einen \u00fcberraschenden Vorsto\u00df von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer f\u00fcr eine Digitalsteuer gro\u00dfer Internetkonzerne wieder einzufangen.<\/p>\n<p>Das soll Merz einen vers\u00f6hnlichen Antrittsbesuch im Oval Office sichern. Aber neben den Launen Trumps bleiben echte Interessengegens\u00e4tze. Der US-Pr\u00e4sident hat etwa gerade wieder h\u00f6here Zolls\u00e4tze auch f\u00fcr Stahl aus der EU angek\u00fcndigt. Und es gibt einige gewagte \u00c4u\u00dferungen des Kanzlers. Dieser hatte sich gerade \u00f6ffentlich dar\u00fcber lustig gemacht, dass jedes zweite oder dritte Wort bei Trump in Telefonaten &#8222;great&#8220; sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nicht mehr Trumps Pr\u00fcgelknabe Mit Merz steigt Deutschland in der Gunst der USA 02.06.2025, 03:42 Uhr Deutschland war&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":158090,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,106,775,30,13,14,3923,15,3921,16,12,55399],"class_list":{"0":"post-158089","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-donald-trump","15":"tag-friedrich-merz","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-nachrichten-aus-deutschland","20":"tag-news","21":"tag-news-aus-deutschland","22":"tag-politik","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-staatsbesuche"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114611245772470145","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=158089"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158089\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/158090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=158089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=158089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=158089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}