{"id":158160,"date":"2025-06-02T02:24:34","date_gmt":"2025-06-02T02:24:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/158160\/"},"modified":"2025-06-02T02:24:34","modified_gmt":"2025-06-02T02:24:34","slug":"immer-mehr-ki-generierte-kinderbuecher-in-amazons-bestsellerlisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/158160\/","title":{"rendered":"Immer mehr KI-generierte Kinderb\u00fccher in Amazons Bestsellerlisten?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 18.03.2025 09:25 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>K\u00fcnstliche Illustrationen und merkw\u00fcrdige Texte: Immer mehr mutma\u00dflich KI-generierte Kinderb\u00fccher tauchen bei Amazon auf. Experten warnen vor minderwertiger Qualit\u00e4t und fragw\u00fcrdigen Verkaufsstrategien.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/kuehlberg-jonas-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jonas K\u00fchlberg\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/jonas-kuehlberg-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer Kinderb\u00fccher auf Amazon kauft, st\u00f6\u00dft dort zunehmend auf seltsame Werke mit unrealistischen Illustrationen und inhaltlichen Fehlern. Der Grund: Viele dieser B\u00fccher wurden offenbar komplett von K\u00fcnstlicher Intelligenz erstellt &#8211; sowohl die Bilder als auch die Texte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMichael Mantel, Kinderbuchautor und Illustrator aus Bad Bevensen, hat dieses Ph\u00e4nomen in einem Instagram-Video dokumentiert. &#8222;Ich habe mich auf Amazon umgesehen und bin auf zahlreiche Kinderb\u00fccher gesto\u00dfen, die alle verd\u00e4chtig \u00e4hnlich wirken&#8220;, berichtet Mantel, der mit seiner Recherche auf ein wachsendes Problem aufmerksam machen wollte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei seiner Amazon-Suche nach Kinderb\u00fcchern f\u00fcr M\u00e4dchen entdeckte er mehrere Titel mit nahezu identischen Namen: &#8222;Weil du ein wunderbares M\u00e4dchen bist&#8220; ist zum Beispiel Bestseller in der Kategorie f\u00fcr &#8222;Kinder \u00fcber LGBT+-Familien&#8220;. Das Kinderbuch mit einem \u00e4hnlichen Titel &#8222;Weil du ein besonderes M\u00e4dchen bist&#8220; ist wiederum Bestseller in der Kategorie &#8222;Waisen und Kinder in Pflegeheimen&#8220;. Der Titel &#8222;Auch starke M\u00e4dchen d\u00fcrfen Fehler machen&#8220; ist merkw\u00fcrdigerweise Bestseller Nummer eins in &#8222;Erdkunde Schulb\u00fccher&#8220;.<\/p>\n<p>    Verkaufstrick mit Bestseller-Kategorien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich sind diese Titel in \u00e4hnlicher Aufmachung noch immer unter der Amazon-Suche sichtbar. &#8222;Wenn ich mir die vielen \u00e4hnlichen Titel anschaue, frage ich mich, ob da nicht auch beim einen oder anderen Text vielleicht die KI eine Rolle gespielt hat&#8220;, vermutet Mantel. Die B\u00fccher weisen alle \u00e4hnliche Cover auf &#8211; sie wirken sehr glatt und offenbar computergeneriert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nChristian Sprang, Justitiar beim Deutschen B\u00f6rsenverein, sieht hinter diesem Ph\u00e4nomen eine gezielte Verkaufsstrategie. &#8222;Wir kriegen viele Beschwerden von Verlagen, die empfinden, dass ihre seri\u00f6sen B\u00fccher bei Amazon neben diesen Fake- und Schrott-B\u00fcchern, die KI-generiert sind, immer st\u00e4rker ins Hintertreffen geraten&#8220;, erkl\u00e4rt Sprang.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBesonders die Nutzung abseitiger Bestseller-Kategorien sei ein bekannter Marketing-Trick: &#8222;Wenn man eine Rubrik w\u00e4hlt, in der nur schwach verk\u00e4ufliche Konkurrenz ist, kann man auch mit einem nicht besonders verk\u00e4uflichen Buch den ersten Platz belegen. Das ist der Trick, den diese KI-Buch-Hersteller nutzen.&#8220;<\/p>\n<p>    Anonyme Autoren ohne Nachpr\u00fcfbarkeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie vermeintlichen Autoren dieser Kinderb\u00fccher tragen meist Allerweltsnamen wie &#8222;Rita Stahl&#8220;, &#8222;Leah Engels&#8220; oder &#8222;Nina Blume&#8220;. Auf ihren Amazon-Profilen haben sie in der Regel nur dieses eine Buch ver\u00f6ffentlicht &#8211; meist im Selbstverlag. Ob hinter diesen Namen tats\u00e4chlich reale Personen stehen, bleibt f\u00fcr Verbraucher im Dunkeln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRechtlich sei all das nicht zu beanstanden, erl\u00e4utert Justitiar Sprang: &#8222;Es gibt keine rechtliche Verpflichtung, dass man seinen Klarnamen als Autor eines Buches verwenden muss.&#8220; Jede Autorin oder jeder Autor d\u00fcrfe zum Beispiel auch K\u00fcnstlernamen verwenden &#8211; dies gelte ebenso f\u00fcr solche, die das erste Mal ein Buch ver\u00f6ffentlichten. Eine Pflicht zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte existiere dar\u00fcber hinaus bislang ebenfalls nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngesprochen auf die mutma\u00dflich KI-generierten Kinderb\u00fccher antwortet Amazon nur ausweichend. Der Konzern erkl\u00e4rt gegen\u00fcber NDR Kultur, man pr\u00fcfe B\u00fccher aktiv auf Verst\u00f6\u00dfe gegen die eigenen Richtlinien &#8211; egal ob sie von Menschen oder k\u00fcnstlicher Intelligenz stammen w\u00fcrden. B\u00fccher, die nicht den Vorgaben entsprechen, w\u00fcrde man entfernen.<\/p>\n<p>    Empfehlung: Lieber im Buchhandel kaufen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich fordert Amazon von den Autoren sogar eine Erkl\u00e4rung, dass der Inhalt ihrer B\u00fccher nicht KI-generiert ist &#8211; zumindest bei jenen Buchtiteln, die \u00fcber den eigenen Vertriebsweg &#8222;Kindle Digital Publishing&#8220; erstellt wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRichtig \u00fcberpr\u00fcfen lasse sich dies jedoch nicht, gibt Christian Sprang vom B\u00f6rsenverein zu bedenken: &#8222;Man muss einfach sehen: Amazon verbreitet 20 Millionen B\u00fccher, die sich auch t\u00e4glich \u00e4ndern. Da ist eine manuelle Kontrolle kaum m\u00f6glich.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Eltern, die beim Kauf von Kinderb\u00fcchern auf Qualit\u00e4t achten m\u00f6chten, hat Sprang einen klaren Rat: &#8222;Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte im station\u00e4ren Buchhandel kaufen.&#8220; Dort durchliefen alle angebotenen B\u00fccher eine redaktionelle Kontrolle. KI-generierte Werke ohne inhaltliche Pr\u00fcfung h\u00e4tten dort bisher keinen Platz gefunden. &#8222;Was im Laden steht, wird kontrolliert von jemandem, der sich mit Liebe und Interesse f\u00fcr seine Kunden M\u00fche gibt&#8220;, glaubt Sprang und hofft sogar auf eine &#8222;Renaissance des Buchh\u00e4ndlers&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.03.2025 09:25 Uhr K\u00fcnstliche Illustrationen und merkw\u00fcrdige Texte: Immer mehr mutma\u00dflich KI-generierte Kinderb\u00fccher tauchen bei Amazon auf.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":158161,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[2483,1784,1785,29,214,30,671,11707,215],"class_list":{"0":"post-158160","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-amazon","9":"tag-books","10":"tag-buecher","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-germany","14":"tag-ki","15":"tag-kinderbuecher","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114611399217457455","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=158160"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158160\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/158161"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=158160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=158160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=158160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}