{"id":159606,"date":"2025-06-02T15:49:13","date_gmt":"2025-06-02T15:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/159606\/"},"modified":"2025-06-02T15:49:13","modified_gmt":"2025-06-02T15:49:13","slug":"polizeigewalt-berlin-presse-von-polizei-verletzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/159606\/","title":{"rendered":"Polizeigewalt \u2013 Berlin: Presse von Polizei verletzt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img306567\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/306567.jpeg\" alt=\"Journalist*innen k\u00f6nnen sich durch Presseausweise und Aufschriften kenntlich machen \u2013 das schlie\u00dft nicht aus, dass sie von der Polizei verletzt werden, wie zwei j\u00fcngere F\u00e4lle aus Berlin zeigen.\"\/><\/p>\n<p>Journalist*innen k\u00f6nnen sich durch Presseausweise und Aufschriften kenntlich machen \u2013 das schlie\u00dft nicht aus, dass sie von der Polizei verletzt werden, wie zwei j\u00fcngere F\u00e4lle aus Berlin zeigen.<\/p>\n<p>Foto: dpa | Manuel Genolet<\/p>\n<p>Am Sonntag kam es erneut zu einem Angriff auf einen Videojournalisten in der Hauptstadt. Der Journalist war als solcher durch einen Presseausweis erkennbar, der um seinen Hals hing. Der junge Mann filmte mit seinem Handy auf einer Demonstration von circa 500 Antifaschist*innen, die den Aufmarsch von mehreren Dutzend Jungnazis im Ortsteils Mitte verhindern wollten.<\/p>\n<p>Erst vor wenigen Wochen wurde der bekannte Videojournalist Ignacio Rosaslanda laut eigener Aussage w\u00e4hrend seiner Arbeitszeit von Polizeibeamten ins Gesicht geschlagen, zu Boden geworfen und \u00fcber Stunden hinweg festgenommen. Auch Rosaslanda trug einen Presseausweis um den Hals. Sein Video dokumentiert den Vorfall, zu dem das Landeskriminalamt wegen Verdachts auf K\u00f6rperverletzung im Amt derzeit ermittelt.<\/p>\n<p>Den Vorfall am Sonntag zeigen zwei verschiedene Videos in den sozialen Medien. <a data-id=\"https:\/\/www.instagram.com\/stories\/marxistischer_antifaschist\/3645461925140120954\/\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/stories\/marxistischer_antifaschist\/3645461925140120954\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eines davon stammt von der Kamera des angegriffenen Journalisten<\/a>. Auf den Videos ist erkennbar, wie Polizeibeamte mehrere Antifaschist*innen festnehmen. Der Journalist filmt die Festnahmen aus circa zwei Meter Distanz. Daraufhin schubst ein Polizeibeamter den jungen Mann. \u00bbSt\u00f6r\u2019 die polizeiliche Ma\u00dfnahme nicht\u00ab, sagt der Beamte zum Journalisten. \u00bbIch bin Presse\u00ab, erwidert dieser. \u00bbJa, und? Dann geh weg\u00ab, br\u00fcllt der Beamte sichtlich erz\u00fcrnt und schubst den Videojournalisten erneut. Ein zweiter Beamter l\u00e4uft auf den Journalisten zu und st\u00f6\u00dft ihn kraftvoll zu Boden. W\u00e4hrend des Falls schreit der Mann auf und fasst sich an den Fu\u00dfkn\u00f6chel.<\/p>\n<p>Nach seinem Fall filmt der Journalist vom Boden aus weiter. Er steht kurzzeitig auf, fasst sich an seinen Kn\u00f6chel und sackt zu Boden. \u00bbGeht\u2019s dir gut?\u00ab, ruft eine festgenommene Antifaschistin ihm zu. Sie befindet sich offenbar in einem Schmerzgriff: Zwei Beamte verdrehen ihre Arme so weit am R\u00fccken, dass sie sich vorn\u00fcber beugen muss. Der Journalist filmte mit Hand am Kn\u00f6chel die Situation vom Boden aus weiter.<\/p>\n<p>Laut dem Verband Jugendpresse Berlin-Brandenburg erlitt der Journalist eine Fu\u00dfverletzung und musste im Anschluss mehrere Stunden im Krankenhaus verbringen. \u00bbGerade junge Medienschaffende, die sich oft ehrenamtlich und mit gro\u00dfem Engagement f\u00fcr unabh\u00e4ngige Berichterstattung einsetzen, haben Anspruch auf besonderen Schutz \u2013 nicht auf staatliche Gewalt\u00ab, teilt der Vorstandsvorsitzende Lukas Hinz mit.<\/p>\n<p>Angesichts des Vorfalls fordert der Verband nicht nur eine umfassende Aufkl\u00e4rung, sondern auch eine dienstrechtliche <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191375.berlin-nakba-demo-videos-stellen-offizielle-darstellung-infrage.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bewertung der Einsatzkr\u00e4ft<\/a>e sowie transparente Ma\u00dfnahmen, um die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191482.grundrechte-grundrechte-unter-druck-misshandelnde-und-toedliche-staatsgewalt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressefreiheit<\/a> bei zuk\u00fcnftigen Polizeieins\u00e4tzen zu sichern. Au\u00dferdem habe er sich in einem \u00bboffiziellen Schreiben an die Polizeipr\u00e4sidentin von Berlin sowie an die Senatorin f\u00fcr Inneres und Sport gewandt\u00ab.<\/p>\n<p>Die Senatsverwaltung f\u00fcr Inneres verwies auf nd-Anfrage auf die Zust\u00e4ndigkeit der Polizei im Fall. Diese antwortete bis Redaktionsschluss nicht.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngst erschienene <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/fileadmin\/Redaktion\/Downloads\/RSF_Nahaufnahme_Deutschland_2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Report zur Lage der Pressefreiheit<\/a> von Reporter ohne Grenzen dokumentiert f\u00fcnf F\u00e4lle von Gewalt gegen Pressevertreter*innen durch die Polizei im vergangenen Jahr in Berlin. Insgesamt hat sich laut der Organisation die Zahl gewaltsamer Angriffe auf Journalist*innen in Deutschland 2024 verdoppelt.<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Journalist*innen k\u00f6nnen sich durch Presseausweise und Aufschriften kenntlich machen \u2013 das schlie\u00dft nicht aus, dass sie von der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":159607,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[32845,296,29,30,24458,9823],"class_list":{"0":"post-159606","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-antifa","9":"tag-berlin","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-linke-bewegung","13":"tag-pressefreiheit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114614564557959331","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/159606","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=159606"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/159606\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/159607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=159606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=159606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=159606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}