{"id":160057,"date":"2025-06-02T19:47:10","date_gmt":"2025-06-02T19:47:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/160057\/"},"modified":"2025-06-02T19:47:10","modified_gmt":"2025-06-02T19:47:10","slug":"wirtschaft-zahl-der-firmeninsolvenzen-und-arbeitslosen-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/160057\/","title":{"rendered":"Wirtschaft \u2013 Zahl der Firmeninsolvenzen und Arbeitslosen steigt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img306559\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/306559.jpeg\" alt=\"Hat Handwerk goldenen Boden? Fliesenleger Robert Korte bei der Arbeit.\"\/><\/p>\n<p>Hat Handwerk goldenen Boden? Fliesenleger Robert Korte bei der Arbeit.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Patrick Pleul<\/p>\n<p>Die Wirtschaftskrise sei in Berlin voll angekommen, urteilt der im Abgeordnetenhaus der Hauptstadt sitzende <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191409.senatskanzlei-nikolai-massalow-nicht-wieder-ehrenbuerger.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BSW-Politiker Alexander King<\/a>. \u00bbDie sprunghafte Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen kann nicht mehr weggel\u00e4chelt werden.\u00ab<\/p>\n<p>In Berlin seien im vergangenen Jahr 2092 Betriebe zahlungsunf\u00e4hig geworden, antwortete die Verwaltung von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) auf eine schriftliche Anfrage von King. Betroffen waren mindestens knapp 11\u2009000 Besch\u00e4ftigte. Es k\u00f6nnten einerseits deutlich mehr sein. Da sind die Zahlen nicht ganz zuverl\u00e4ssig. Andererseits verliert nicht jeder Besch\u00e4ftigte seinen Job, wenn ein Betrieb zahlungsunf\u00e4hig wird. Einige, vor allem gr\u00f6\u00dfere Betriebe, werden trotz Insolvenzverfahren weitergef\u00fchrt, wenn auch in der Regel mit reduzierter Belegschaft. 2023 hatte es in Berlin 1647 Unternehmensinsolvenzen gegeben und 2022 waren es 1252.<\/p>\n<p>Die internationalen krisenhaften Entwicklungen der vergangenen Jahre, darunter die Folgen der Corona-Pandemie und die verhaltene Konjunktur im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine sowie die damit einhergehenden Preissteigerungen vor allem f\u00fcr Energie, so erkl\u00e4rt die Senatswirtschaftsverwaltung, stellten die deutsche Wirtschaft und somit auch die Berliner Wirtschaft vor gro\u00dfe Herausforderungen. \u00bbF\u00fcr das Jahr 2025 deuten die aktuellen Daten jedoch auf eine Stabilisierung der Zahl der Unternehmensinsolvenzen hin\u00ab, hei\u00dft es von dieser Seite. In den ersten beiden Monaten des Jahres seien 341 Insolvenzen zu verzeichnen gewesen, zum Vergleich im Januar und Februar 2024 zusammen 335.<\/p>\n<p>Es sind also noch mehr Insolvenzen geworden, aber nicht sehr viel mehr. Im Klartext hei\u00dft das: Die negative Entwicklung ist nicht beendet, der Trend nur gebremst. Die im Nachtragshaushalt vorgenommen notwendigen K\u00fcrzungen werden nach Einsch\u00e4tzung des Senats keine negativen Auswirkungen auf die Zahl der Insolvenzen haben.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des BSW-Abgeordneten King ist der Senat nicht hauptverantwortlich f\u00fcr den erlebten Einbruch, der sich leider auch im schrumpfenden Wirtschaftswachstum und in steigenden Arbeitslosenzahlen zeige. \u00bbHauptverantwortlich sind diejenigen, die im Bund f\u00fcr die Setzung der Rahmenbedingungen zust\u00e4ndig sind beziehungsweise waren\u00ab, sagt King. \u00bbDer Senat macht sich aber schuldig, wenn er weiterhin die Probleme negiert. Er muss selber gegensteuern, wo es m\u00f6glich ist, etwa wenn es um weniger B\u00fcrokratie, zum Beispiel im Berliner Vergaberecht, um Ausbildung und St\u00e4rkung der Tarifbindung geht.\u00ab Die Hauptstadt sei keine Insel. Es sei Zeit aufzuwachen. \u00bbDie deutsche Wirtschaftskrise zieht auch Berlin mit in den Abgrund.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWir sehen keine Besserung und wir stellen vor allem mit gro\u00dfer Sorge fest, dass die strukturellen Defizite immer deutlicher zu Tage treten\u00ab, bemerkt Manja Schreiner, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK). \u00bbEs wird nicht mehr reichen, zu versuchen, die Konjunktur \u00fcber vereinzelte Nachfragestimuli anzuregen.\u00ab Die Wirtschaft brauche B\u00fcrokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren und <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1188042.wirtschaft-und-arbeit-pfingstmontag-auf-den-sonntag-legen.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">blo\u00df keine zus\u00e4tzlichen finanziellen Belastungen<\/a>, \u00bbum das letzte schwache Wachstum nicht auch noch abzuw\u00fcrgen\u00ab. Bei der Konjunkturumfrage der Berliner IHK haben die Unternehmen die aktuelle gesch\u00e4ftliche Lage schlechter bewertet als zu Jahresbeginn. Fast zwei Drittel von ihnen sehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als gr\u00f6\u00dftes Risiko f\u00fcr ihre Entwicklung. \u00bbSo hoch war dieser Wert noch nie\u00ab, erkl\u00e4rt die IHK.<\/p>\n<p>Mehr Personal wollen die Firmen eher nicht einstellen. \u00bbFast alle Branchen rechnen mit unver\u00e4nderten Besch\u00e4ftigtenzahlen. Baugewerbe und Handel gehen von leichten Besch\u00e4ftigungsverlusten aus ebenso wie das Gastgewerbe, w\u00e4hrend Industrie und Dienstleistungsgewerbe allenfalls leichte Zuw\u00e4chse erwarten.\u00ab<\/p>\n<p>In Berlin und Brandenburg herrsche \u00bbweiterhin keine Aufbruchstimmung\u00ab, formuliert noch sehr zur\u00fcckhaltend Ramona Schr\u00f6der, Regionaldirektionschefin der Arbeitsagentur. Dann macht sie aber deutlich: \u00bbEin minimaler R\u00fcckgang um gut 500 Arbeitslose in Brandenburg im Vergleich zum Vormonat April 2025 reicht nicht aus, um noch eine saison\u00fcbliche Fr\u00fchjahrsbelebung feststellen zu k\u00f6nnen. In der Region Berlin-Brandenburg zusammengerechnet verzeichnen wir einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat.\u00ab<\/p>\n<p>Im Mai waren 218\u2009445 Berliner arbeitslos gemeldet. Das waren 937 mehr als im April und 18\u2009685 mehr als vor einem Jahr. Die Erwerbslosenquote stieg binnen Jahresfrist um 0,8 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. In Brandenburg waren im Mai 85\u2009885 Erwerbslose registriert. Das waren lediglich 517 weniger als im April und 4992 mehr als vor einem Jahr. Verglichen mit Mai vergangenen Jahres stieg die Arbeitslosenquote in Brandenburg um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Offen sind in Berlin und Brandenburg jeweils nur knapp 22\u2009000 Stellen.<\/p>\n<p>9,1 Prozent der Arbeitslosen in Brandenburg sind 15 bis 25 Jahre alt. 7820 junge Leute sind betroffen. Ein wesentlicher Faktor sei \u00bbder wachsende Anteil ausl\u00e4ndischer Jugendlicher, die mehrheitlich \u00fcber keinen Berufs- oder Schulabschluss verf\u00fcgen\u00ab, sagt das von Daniel Keller (SPD) gef\u00fchrte Potsdamer Wirtschaftsministerium. Die fehlende Qualifikation mache es schwer, sie in Arbeit zu bringen. Gleiches gelte f\u00fcr deutsche Jugendliche ohne Abschl\u00fcsse. Zwischen M\u00e4rz 2024 und Februar 2025 seien extra f\u00fcnf mit EU-Mitteln bezuschusste Projekte gestartet worden, um der Jugendarbeitslosigkeit in Brandenburg entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>In Brandenburg meldeten sich von Oktober bis Mai 10\u2009569 Personen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1182732.brandenburg-lehrlinge-fuer-hotelkuechen-gesucht.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz<\/a> bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern. Das waren 66 mehr als im Vorjahreszeitraum. Parallel sank die Zahl der gemeldeten Lehrstellen um 1371 auf 11\u2009622. Derselbe Trend in Berlin: Es meldeten sich dort 18\u2009468 Bewerber. Das waren 518 mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch die Zahl der Ausbildungspl\u00e4tze sank um 2092 auf 12\u2009307. Ende Mai waren in Berlin noch 10\u2009892 Bewerber unversorgt, f\u00fcr die nur noch 7245 freie betriebliche Ausbildungspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung standen. In Brandenburg standen 6235 weiterhin suchenden Bewerbern immerhin noch 6616 freie Lehrstellen gegen\u00fcber. In beiden Bundesl\u00e4ndern waren die Zahlen jetzt noch freier Ausbildungspl\u00e4tze geringer als im Vorjahreszeitraum und die Zahlen der unversorgten Bewerber h\u00f6her als ehedem.<\/p>\n<p>\u00bbWir sollten nicht aus dem Blick verlieren, worum es eigentlich geht, n\u00e4mlich um eine Perspektive f\u00fcr junge Menschen\u00ab, sagt Nele Techen, Vizevorsitzende des Gewerkschaftsdachverbands <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190931.gewerkschaften-arbeitskaempfe-und-arbeitslose.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DGB in Berlin und Brandenburg<\/a>. \u00bbInvestitionen in die Ausbildung und eine solidarische Ausbildungsumlage sind zentrale Stellschrauben daf\u00fcr, wie sich Berlin in Zukunft entwickelt.\u00ab<\/p>\n<p>Aus dem j\u00fcngsten Arbeitsmarktbericht<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Im M\u00e4rz waren 1,7 Millionen Berliner und 880\u2009000 Brandenburger sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>In Berlin sind 27,7 Prozent der Erwerbslosen 50 Jahre und \u00e4lter, in Brandenburg 35,7 Prozent.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die Arbeitslosenquote der unter 25-J\u00e4hrigen betr\u00e4gt in Berlin 9,0 Prozent, in Brandenburg 6,6 Prozent.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>42,5 Prozent der Arbeitslosen in Berlin sind keine deutschen Staatsb\u00fcrger, in Brandenburg sind es 22,9 Prozent der dort gemeldeten Erwerbslosen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>66\u2009352 Berliner und 33\u2009457 Brandenburger sind schon l\u00e4nger als ein Jahr arbeitslos.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>8850 der Berliner und 4326 der Brandenburger Arbeitslosen sind schwerbehindert.\u2003af&#13;<br \/>\n\t&#13;\n\t<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hat Handwerk goldenen Boden? 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