{"id":160201,"date":"2025-06-02T21:05:17","date_gmt":"2025-06-02T21:05:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/160201\/"},"modified":"2025-06-02T21:05:17","modified_gmt":"2025-06-02T21:05:17","slug":"hamburg-will-ein-neues-mega-stadion-bauen-als-olympiastadt-aber-auch-sonst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/160201\/","title":{"rendered":"Hamburg will ein neues Mega-Stadion bauen \u2013 als Olympiastadt, aber auch sonst"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland ist das Olympia-Fieber entfacht, quer durch die Republik gibt es Kandidaten f\u00fcr die Austragung der Sommerspiele ab 2036. Jetzt pr\u00e4sentiert Hamburg sein Konzept \u2013 und k\u00fcndigt einen Neubau im Volkspark an, der auch Heimst\u00e4tte des HSV werden soll.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Als Hamburg das letzte Mal die Idee hatte, Ausrichterstadt der Olympischen Sommerspiele zu werden, lag der Hochbunker noch wie ein riesiger Betonklotz am Heiligengeistfeld. Mittlerweile ist er mit Hotels und Restaurants \u00fcberbaut und begr\u00fcnt worden, ein Bergpfad f\u00fchrt hinauf \u2013 eine Attraktion f\u00fcr Touristen und Einheimische. Insgesamt hat sich die Hansestadt ver\u00e4ndert, die Hafencity etwa ist deutlich gewachsen, auch f\u00fcr die Areale auf der gegen\u00fcberliegenden Elbseite auf dem Grasbrook, auf dem einst das Olympiastadion entstehen sollte, gibt es l\u00e4ngst konkrete Bebauungspl\u00e4ne, Wohnungen und Gewerbe sollen entstehen. Geblieben aber ist, jedenfalls in Teilen der Stadt\u00f6ffentlichkeit, der Traum von Olympia an der Elbe, der vor zehn Jahren durch die Ablehnung in einem Referendum beendet worden war.<\/p>\n<p>Aber nun, im zweiten und sicherlich erst mal letzten Anlauf, soll er endlich Realit\u00e4t werden. Am Sonnabend stellte B\u00fcrgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit weiteren Vertretern des Senats sowie mit Daniel G\u00fcnther (CDU), Ministerpr\u00e4sident von Schleswig-Holstein, das neue Konzept vor. Gekommen zur Pr\u00e4sentation in ebenjenen Feldstra\u00dfenbunker war auch Michael Mronz, Mitglied des DOSB-Pr\u00e4sidiums und IOC-Mitglied, und Sportlerinnen wie die Parakanutin Edina M\u00fcller, olympische Goldmedaillengewinnerin und ehemalige Deutsche Fahnentr\u00e4gerin, sowie Laura Ludwig, Hamburger Beachvolleyballerin, olympische Goldmedaillengewinnerin und ebenfalls Deutsche Fahnentr\u00e4gerin.<\/p>\n<p>Die Hansestadt ist damit der letzte deutsche Bewerber f\u00fcr die deutsche Kandidatur, die auf die Spiele ab 2036 abzielt. Berlin ist mit weiteren Bundesl\u00e4ndern am Start, aber auch M\u00fcnchen und Nordrhein-Westfalen (mit der Region Rhein-Ruhr) wollen \u2013 allesamt angestachelt und motiviert durch die den gro\u00dfen Erfolg der Olympischen Spiele 2024 in Paris \u2013 die olympische Flamme entz\u00fcnden. Zumal sich die Vorgaben des Internationalen Olympischen Committees (IOC) ver\u00e4ndert hat, es soll m\u00f6glichst wenige Neubauten geben, genutzt werden mobile Wettkampfst\u00e4tten, m\u00f6glichst auch in der st\u00e4dtischen Umgebung \u2013 die Bilder aus Frankreich waren hier stilpr\u00e4gend.<\/p>\n<p>Viele Sportst\u00e4tten in einem engen Radius<\/p>\n<p>Und da hat Hamburg auch einiges vor. Nur drei echte Neubauten soll es geben, der Rest w\u00e4re tempor\u00e4r im Stadtbild. Konkret setzt das Konzept stark auf den Nachhaltigkeitsgedanken, der auf verschiedene Art und Weise umgesetzt werden soll. Zum Beispiel durch die fu\u00dfl\u00e4ufige Erreichbarkeit vieler Sportst\u00e4tten und durch die Konzentration vieler der f\u00fcr Hamburg vorgesehenen Disziplinen auf zwei \u201eOlympische Parks\u201c. Einer davon liegt am bestehenden Volkspark und den dort vorhandenen Arenen. Und dazu gibt es auch die spektakul\u00e4rste Ank\u00fcndigung, die Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) verk\u00fcndete: In der N\u00e4he des bestehenden und vom HSV genutzten Volksparkstadion soll ein neues Stadion mit einer Kapazit\u00e4t von 60.000 Pl\u00e4tzen entstehen, das laut Grote auch kommen soll, \u201ewenn die Bewerbung scheitert\u201c. Entsprechende Gespr\u00e4che seien bereits mit dem HSV gef\u00fchrt worden; es lohne sich ab der Zeit ohnehin nicht mehr, dauerhaft in die Erhaltung des Bestandsbaus zu investieren. Die neue Arena soll nach den Spielen zu einem Multifunktionsareal mit herausrollbarem Rasen weitergebaut werden, die Leichtathletik-Bereiche w\u00fcrden dann weichen, um mehr Platz zu schaffen f\u00fcr Trib\u00fcnen und andere Bereiche. \u201eAn 365 Tagen im Jahr k\u00f6nnte hier dann was los sein\u201c, so Grote \u2013 zum Beispiel Konzerte. Die Kapazit\u00e4t w\u00fcrde aber auch ausreichen, um \u201eeinmal das Finale der Champions League  nach Hamburg zu holen.\u201c<\/p>\n<p>Im Volkspark w\u00fcrden zudem die Turnwettbewerbe in der Barclay Cards Arena stattfinden; spektakul\u00e4r w\u00e4re der Plan f\u00fcr das vorhandene HSV-Stadion, das f\u00fcr die Zeit der Spiele in eine Schwimmarena umgebaut werden w\u00fcrde, die dann wiederum nach den Spielen g\u00e4nzlich verschwindet. In der unmittelbaren N\u00e4he w\u00fcrde auch das Olympische Dorf mit den Unterk\u00fcnften der Athleten liegen, n\u00e4mlich dort, wo ohnehin die Sciene City Bahrenfeld mit vielen Unterk\u00fcnften geplant ist \u2013 so w\u00e4re eine direkte Nachnutzung garantiert. Neu ist in diesem Zusammenhang auch eine Idee, die Tschentscher in seiner Ansprache vorstellte: Die Athleten, deren Wettk\u00e4mpfe beendet sind, sollen in der Stadt bleiben k\u00f6nnen \u2013 und auf Wunsch bei aufnahmewilligen Hamburger Familien unterkommen.<\/p>\n<p>Ein zweiter Schwerpunkt f\u00fcr die Wettk\u00e4mpfe w\u00fcrde in der Innenstadt liegen, ausgehend vom Heiligengeistfeld, wo die Beach-Volleyballer aufschlagen und die BMX-Fahrer unterwegs sein sollen. Hockey w\u00e4re f\u00fcr das Millerntor vorgesehen, Freiwasserschwimmen und Triathlon f\u00e4nden in Binnen- und Au\u00dfenalster statt \u2013 und auf einem Ponton w\u00fcrden auf der Binnenalster auch die Bogensch\u00fctzen antreten. Geboxt werden w\u00fcrde im Tennisstadion Rotherbaum (wo aber auch Tennis gespielt wird), auch weitere St\u00e4tten der Stadt in Planten un Blomen oder auf dem Rathausmarkt oder in Eimsb\u00fcttel (Bahnradfahren) werden genutzt. Die Messehallen werden Wettkampfst\u00e4tte und Medienzentrum zugleich. Alle Segelwettbewerbe gingen und auch der Rugby-Wettbewerb gingen nach Kiel, gar nicht in Hamburg stattfinden w\u00fcrden Schie\u00dfwettbewerbe und alles, was einen Wildwasser braucht. Hier w\u00fcrden bestehende Anlagen in Deutschland genutzt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Tschentscher w\u00e4ren das \u201ekompakte und nachhaltige Spiele\u201c, er sprach zudem von einer Chance, eine Botschaft des Friedens in die Welt zu tragen. So sieht es auch sein Amtskollege G\u00fcnther: \u201eWir im Norden w\u00fcnschen uns die Spiele in Hamburg mit einer friedensstiftenden Botschaft. In Zeiten, wo vieles so aufgeregt ist und auseinanderl\u00e4uft., kann Sport eine Botschaft in die Welt senden.\u201c \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Hamburgs Zweite B\u00fcrgermeisterin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne): \u201eIch bin voller Spannung und Stolz, dass wir bereit sind, unseren Hut in den Ring zu werfen. Das Konzept zeigt, wie eine Stadt sich entwickeln kann\u201c, es gehe um \u201eOlympische Spiele, die sich der Stadt anpassen und nicht umgekehrt.\u201c Unterst\u00fctzung signalisierten am Sonnabend gleich CDU, SPD und auch die Handelskammer, w\u00e4hrend sich die Linke wie schon immer zuvor ablehnend \u00e4u\u00dferte.<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Kandidatenrennen in Deutschland<\/p>\n<p>Hat Hamburg damit eine Chance? Bei der Pr\u00e4sentation am Sonnabend war die Zuversicht durchaus vorhanden, aber es gibt auch nach wie vor eine Gegnerschaft in der Stadt. Vor dem Bunker und am Millerntorstadion, das in Sichtweite des Bunkers liegt, hatte sich die schon fr\u00fcher aktive Bewegung NOlympia reaktiviert, auch die Umweltverb\u00e4nde haben ihre Skepsis bereits zum Ausdruck gebracht. Das ist nun in jeder Region so oder \u00e4hnlich und wird am Ende auch nicht entscheidend sein; wenn es im kommenden Mai, also in einem Jahr, zum angek\u00fcndigten Referendum kommt, k\u00f6nnte auch eine Rolle spielen, ob die Hansestadt \u00fcberhaupt mit ihrem zweiten Anlauf eine Chance gegen die anderen Bewerber aus Deutschland hat, die dann schon \u2013 wie M\u00fcnchen \u2013 abgestimmt haben werden oder aber \u2013 wie vermutlich Berlin \u2013 gar nicht erst die Bev\u00f6lkerung fragen wird. Und am Ende entscheidet dann ohnehin erst der DOSB im kommenden Herbst, auch hier d\u00fcrfte nach den entt\u00e4uschenden Erfahrungen von 2015 eine Hamburger Bewerbung kein Selbstl\u00e4ufer sein. Es aber deswegen gar nicht erst zu versuchen \u2013 zumal das Thema nie wirklich tot war \u2013 w\u00fcrde auch kaum zu der stolzen Hansestadt passen. Schlie\u00dflich gilt sowieso der olympische Geist: Dabeisein ist alles.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Deutschland ist das Olympia-Fieber entfacht, quer durch die Republik gibt es Kandidaten f\u00fcr die Austragung der Sommerspiele&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":160202,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[296,29,12214,30,692,7255,1381,55954,13025],"class_list":{"0":"post-160201","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-dosb","11":"tag-germany","12":"tag-hamburg","13":"tag-joern","14":"tag-lauterbach","15":"tag-olympia-2024","16":"tag-olympische-spiele"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114615807412243837","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=160201"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160201\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/160202"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=160201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=160201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=160201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}