{"id":161095,"date":"2025-06-03T05:20:09","date_gmt":"2025-06-03T05:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/161095\/"},"modified":"2025-06-03T05:20:09","modified_gmt":"2025-06-03T05:20:09","slug":"verkauft-und-verraten-taylor-swift-dreht-den-spiess-um","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/161095\/","title":{"rendered":"Verkauft und verraten? Taylor Swift dreht den Spie\u00df um"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich &#8222;Mine&#8220; von Taylor Swift anh\u00f6ren m\u00f6chte, der kann das seit knapp zwei Jahren in zwei Versionen tun. Einmal in der Originalversion von 2010 und einmal in &#8222;Taylor\u2019s Version&#8220;. Die Unterschiede sind minimal, aber doch h\u00f6rbar. Anders ist zum Beispiel der Klang der Stimme \u2013 in &#8222;Taylor\u2019s Version&#8220; klingt der Hall im Gesang ein bisschen gr\u00f6\u00dfer als im Original. Und auch die  Gitarren-Linie im Hintergrund zu Beginn des Songs variiert leicht \u2013 hier gezupft, dort geschlagen. <\/p>\n<p>Das sind kleine Nuancen, aber letztlich gleicht der eine Song dem anderen. Und das war gewollt. Nicht nur bei &#8222;Mine&#8220;, sondern auch bei dem entsprechenden Album &#8222;Speak Now&#8220; und den Alben &#8222;Fearless&#8220;, &#8222;Red&#8220;, &#8222;1989&#8220;. Die neuen Versionen sollten eine weitgehend exakte Coverversion sein.<\/p>\n<p>Protest gegen neuen Rechteinhaber<\/p>\n<p>Nicht etwa, weil Taylor Swift mit den alten Versionen ihrer Songs ein Problem hatte, sondern mit dem Mann, der im Jahr 2019 Swifts Plattenlabel Big Machine f\u00fcr kolportierte 300 Millionen Dollar kaufte \u2013 und damit die Rechte an Swifts Songs: der Musikmanager Scooter Braun. Vor allem die Tatsache, dass er eine Zeit lang mit Kanye West zusammenarbeitete, machte es f\u00fcr Swift wohl unertr\u00e4glich, dass er mit ihren Songs Geld verdiente. <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/nach-zwei-jahren-adidas-macht-mit-kanye-west-endgueltig-schluss,USapzR4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Denn West war neben vielem anderen Unsinn auch immer wieder dadurch aufgefallen<\/a>, dass er auf seinen Alben Taylor Swift beleidigte. <\/p>\n<p>Dagegen wollte sich Swift wehren, spielte einige ihrer Alben neu ein \u2013 und versah sie mit dem Titel &#8222;Taylor\u2019s Version&#8220;, um so m\u00f6glicherweise die Gewinne von Scooter Braun zu dr\u00fccken. Denn, so das Kalk\u00fcl, wenn ihre Fans nur noch die neuen Versionen der Songs h\u00f6ren, dann w\u00fcrden die Rechte an ihren Songs eventuell einmal uninteressant. <\/p>\n<p>Immer mehr Musiker verkaufen ihre Rechte<\/p>\n<p>Bei den Rechten, die hier eine Rolle spielen, geht es um die sogenannten Masters-Rechte. Die liegen in der Regel beim Label und beinhalten das Recht, genau die eine Version eines Songs, die auf einem Album gelandet ist, zu vervielf\u00e4ltigen und zu verkaufen, physisch oder digital. Das Masters-Recht sagt erstmal nichts dar\u00fcber aus, wem der Song geh\u00f6rt. Das wird \u00fcber das Urheberrecht geregelt. Covert Taylor Swift etwa &#8222;September&#8220; von Earth, Wind and Fire verdienen die Musiker von Earth, Wind and Fire an den Geb\u00fchreneinnahmen ihres Songs. <\/p>\n<p>Allerdings nur dann, wenn den Musikern noch die Urheberrechte an den Songs selbst geh\u00f6ren: Und das ist nicht immer gesagt. Zum einen geben Musiker prozentuale Anteile ihrer Rechte an Verlage ab, damit die sich um die Platzierung von Songs etwa in Werbung oder Filmen k\u00fcmmern. Zum anderen verkaufen Musiker mittlerweile ganz bewusst ihre Songrechte. So ver\u00e4u\u00dferte etwa der kanadische Singer-Songwriter Neil Young im Jahr 2021 einen 50-Prozent-Anteil an seinen gesammelten Verlagsrechten an die britische Kapitalanlagegesellschaft Hipgnosis Songs Fund \u2013 f\u00fcr gesch\u00e4tzte 150 Millionen Dollar. Die H\u00e4lfte aller Erl\u00f6se, die seither mit den Text- und Musik-Copyrights aus Youngs knapp 1.200 Songs erzielt werden, gehen an die Firma, die mittlerweile Recognition Music Group hei\u00dft. <\/p>\n<p>Sp\u00e4te Genugtuung f\u00fcr Taylor Swift<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/von-kiss-bis-shakira-milliardengeschaeft-musikrechte-anleger-koennen-sich-beteiligen,UDbMtuR\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Und Young ist dabei kein Einzelfall<\/a>. Ein Jahr zuvor hatte schon Bob Dylan sein Gesamtwerk an die Universal Music Publishing Group verkauft, f\u00fcr rund 300 Millionen Dollar. Und im selben Jahr gab Fleetwood Mac-S\u00e4ngerin Stevie Nicks 80 Prozent ihrer Autorenrechte f\u00fcr gesch\u00e4tzte 100 Millionen Dollar an den Verlag Primary Wave ab. Und das sind nur die gr\u00f6\u00dften Namen, die nat\u00fcrlich auch am meisten Geld bringen. Denn nur Songs, die h\u00e4ufig gecovert oder im Radio gespielt werden, sind f\u00fcr Kapital- oder Verlagsgesellschaften rentabel \u2013 sie spielen Geld ein.<\/p>\n<p>Taylor Swift ist nun den entgegengesetzten Weg gegangen. Und hat sich die Masters-Rechte f\u00fcr ihre ersten sechs Alben von der Investmentgesellschaft Shamrock Capital, bei der die Rechte zwischenzeitlich gelandet waren, zur\u00fcckgeholt. <a href=\"https:\/\/www.taylorswift.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sie hat das in einer Nachricht mit den Worten gefeiert (externe  Link)<\/a>: &#8222;Die gesamte Musik, die ich je erschaffen habe \u2026 geh\u00f6rt jetzt \u2026 mir.&#8220; F\u00fcr Swift ist das nat\u00fcrlich ein wichtiger symbolischer Sieg, der aber auch einen angenehmen Nebeneffekt haben d\u00fcrfte: Als alleinige Inhaberin ihrer Songs geh\u00f6rt ihr auch der gesamte Anteil am Kuchen und der ist bei Swift ja bekanntlich gro\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer sich &#8222;Mine&#8220; von Taylor Swift anh\u00f6ren m\u00f6chte, der kann das seit knapp zwei Jahren in zwei Versionen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":161096,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[43740,29,214,30,3641,1779,810,56208,6856,215],"class_list":{"0":"post-161095","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-bob-dylan","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kanye-west","13":"tag-music","14":"tag-musik","15":"tag-plattenlabel","16":"tag-taylor-swift","17":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114617753528949144","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161095","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161095"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161095\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/161096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=161095"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=161095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}