{"id":161398,"date":"2025-06-03T08:12:09","date_gmt":"2025-06-03T08:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/161398\/"},"modified":"2025-06-03T08:12:09","modified_gmt":"2025-06-03T08:12:09","slug":"oecd-prognose-deutsche-wirtschaft-schaltet-ueberraschend-auf-wachstum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/161398\/","title":{"rendered":"OECD-Prognose: Deutsche Wirtschaft schaltet \u00fcberraschend auf Wachstum"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der Weltwirtschaft eine Schw\u00e4chephase prophezeit wird, nimmt die deutsche Wirtschaft laut aktuellem OECD-Report \u00fcberraschend Anlauf, wieder Wachstumsmotor der Euro-Zone zu werden. Vor allem f\u00fcr den hiesigen Konsum sind die Top-\u00d6konomen zuversichtlich \u2013 aus 3 Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach der l\u00e4ngsten Rezessions- und Stagnationsphase seit Bestehen der Bundesrepublik schaltet die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstum. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Pr\u00e4sident Donald Trump<\/a> und seine konfrontative Handelspolitik belasten zwar die Weltwirtschaft, aber die deutsche Wirtschaft zeigt sich erstaunlich widerstandsf\u00e4hig. <\/p>\n<p>Die \u00d6konomen der OECD, einer Denkfabrik vorwiegend wohlhabender Industriel\u00e4nder, sehen erste Anzeichen daf\u00fcr, dass Deutschland Anlauf nimmt, wieder der Wachstumsmotor der europ\u00e4ischen Wirtschaft zu werden \u2013 eine Rolle, die w\u00e4hrend der rund drei Jahre w\u00e4hrenden wirtschaftlichen Schw\u00e4chephase Spanien, Italien und Polen \u00fcbernommen hatten. <\/p>\n<p>Die deutsche Wirtschaft trotzt dem Trump-Effekt erstaunlich gut. In ihrer am Dienstagmorgen ver\u00f6ffentlichten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/konjunkturentwicklung\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/konjunkturentwicklung\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Konjunkturprognose<\/a> korrigieren die \u00d6konomen der OECD zwar wegen der Handelspolitik des US-Pr\u00e4sidenten ihre Wachstumserwartungen f\u00fcr die Welt nach unten. Die Weltwirtschaft, die im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent gewachsen ist, soll in diesem und im kommenden Jahr nur noch um bescheidene 2,9 Prozent zulegen. \u201eSchw\u00e4chere Wachstumsaussichten werden weltweit sp\u00fcrbar sein und es wird beinahe keine Ausnahmen geben\u201c, hei\u00dft es in dem aktuellen Papier. Der Zollkrieg von Trump werde Wachstum, Wohlstand und Arbeitspl\u00e4tze kosten. <\/p>\n<p>Auch die Euro-Zone wird weit hinter ihren Wachstumsraten der Vergangenheit zur\u00fcckbleiben: In diesem Jahr soll sie um 1,0 Prozent zulegen und 2026 um immerhin 1,2 Prozent. Zum Vergleich: zwischen 2013 und 2019 ist der W\u00e4hrungsraum beinahe doppelt so schnell gewachsen. Auf diese Wachstumsphase folgten der Einbruch in der Covid-Pandemie und die lange qu\u00e4lende Konjunkturschw\u00e4che in Deutschland, die den Rest Europas in Mitleidenschaft gezogen hat. <\/p>\n<p>2026: 1,2 Prozent Wachstum in Deutschland <\/p>\n<p>Offenbar sehen die OECD-\u00d6konomen aber Zeichen f\u00fcr eine Trendwende hierzulande: In ihrem Konjunkturpapier schlagen sie in Bezug auf Deutschland erstaunlich positive T\u00f6ne an. Zwar soll die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr lediglich um magere 0,4 Prozent zulegen und im kommenden nur um 1,2 Prozent \u2013 aber dass Deutschland \u00fcberhaupt wieder auf Wachstum schaltet, ist auch f\u00fcr die anderen Volkswirtschaften in Europa eine gute Nachricht. <\/p>\n<p>\u201eDie neuen US-Importz\u00f6lle und eine ausgepr\u00e4gtere Unsicherheit in der Handelspolitik werden Europa in diesem Jahr belasten\u201c, schreiben die \u00d6konomen. \u201eAber ein kr\u00e4ftigeres Wachstum in Deutschland im kommenden Jahr sollte eine Erholung des innereurop\u00e4ischen Handels befeuern.\u201c<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die positivere Einsch\u00e4tzung sind vor allem die angek\u00fcndigten Investitionsprogramme in die Infrastruktur und die geplanten h\u00f6heren Milit\u00e4rausgaben. Ein spezieller Infrastrukturfonds soll in den kommenden zw\u00f6lf Jahren bis zu 500 Milliarden Euro in Infrastruktur und Klimaschutz investieren und davon sind allein 100 Milliarden f\u00fcr lokale \u00f6ffentliche Investitionen vorgesehen. Die noch vor dem Amtsantritt durch den Bundestag gebrachte Lockerung der Schuldenbremse macht derweil h\u00f6here Verteidigungsausgaben m\u00f6glich: Ab 2028, wenn das nach Russlands Einmarsch in der Ukraine geschaffene Sonderverm\u00f6gen ersch\u00f6pft ist, sollen jedes Jahr 80 Milliarden Euro in die Verteidigung flie\u00dfen. <\/p>\n<p>\u201eDie Reform der Haushaltsregeln in Deutschland sowie die geplanten Erh\u00f6hungen der Ausgaben f\u00fcr Verteidigung und Infrastruktur d\u00fcrften im Jahr 2026 zu einem erheblichen Konjunkturimpuls und deutlich st\u00e4rkeren \u00f6ffentlichen Investitionen f\u00fchren\u201c, res\u00fcmieren die OECD-\u00d6konomen.<\/p>\n<p>Briten in Panik vor Inflation<\/p>\n<p>Hinzu kommt die gesunkene Inflation. Die Organisation warnt zwar, dass in vielen Volkswirtschaften, die Preissteigerungen immer noch nicht unter Kontrolle sind oder hohe Inflation wieder aufflammt. In Gro\u00dfbritannien etwa m\u00fcssen derzeit bei den Zentralbankern die Alarmglocken schrillen, weil die Inflationserwartungen der Menschen nicht mehr unter Kontrolle sind: Die britischen Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass die Preise auch in den kommenden Jahren kr\u00e4ftig steigen werden\u2013 aus Zentralbanksicht eine gef\u00e4hrliche Situation, weil derma\u00dfen aus der Verankerung gerissene Inflationserwartungen die Inflation weiter befeuern. <\/p>\n<p>Hierzulande ist die Situation eine andere: Im April und im Mai lag die Inflation laut den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes bei 2,1 Prozent und damit nur knapp \u00fcber den zwei Prozent Inflationsrate, die die Europ\u00e4ische Zentralbank mit ihrer Politik anstrebt. \u00d6konomen wie Alexander Kr\u00fcger, Chefvolkswirt bei der Privatbank Hauck Aufh\u00e4user Lampe, gehen denn auch davon aus, dass die Teuerungsrate hierzulande bald unter zwei Prozent fallen k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>\u201eDie niedrigere Inflation, steigende Nominall\u00f6hne  und weniger politische Unsicherheit nach der Regierungsbildung werden daf\u00fcr sorgen, dass die privaten Haushalte mehr konsumieren\u201c, schreiben die OECD-\u00d6konomen. Die Anf\u00e4nge zeichnen sich bereits ab: Das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) ist zuletzt f\u00fcnf Monate in Folge gestiegen. Vor allem die Sorgen der Verbraucher vor der Teuerung sei mehr Optimismus gewichen, berichtete der Verband am Montag. <\/p>\n<p>Die niedrigere Inflation befeuert einen Positiv-Kreislauf: Die EZB hat wegen des nachlassenden Preisdrucks in der Euro-Zone zuletzt sieben Mal in Folge ihren Leitzins gesenkt und viele Beobachter gehen davon aus, dass sie ihre Geldpolitik weiter lockern wird. Bereits in dieser Woche k\u00f6nnte es so weit sein. Die niedrigeren Zinsen befl\u00fcgeln hierzulande Investitionen der Unternehmen und den privaten Konsum zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Konjunkturprogramme allein reichen nicht<\/p>\n<p>Die \u00d6konomen der OECD warnen allerdings, dass die neue Bundesregierung ihren Teil dazu beitragen muss, dass aus der besseren wirtschaftlichen Lage ein selbsttragender Aufschwung wird. Konjunkturprogramme allein reichen nicht; da sind die Wirtschaftsforscher in ihrem Urteil sehr klar. Die Bundesregierung m\u00fcsse jetzt strukturelle Reformen anpacken, um Wachstumskr\u00e4fte in der Wirtschaft freizusetzen. <\/p>\n<p>Das ist auch wichtig, damit die vielen zus\u00e4tzlichen Milliarden aus der Staatskasse zu mehr Investitionen und Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fchren. Entwickeln sich die Kapazit\u00e4ten in der Produktion und bei Dienstleistern n\u00e4mlich nicht mit den h\u00f6heren Ausgaben, und heizt der Geldregen aus \u00f6ffentlichen Investitionen die Nachfrage nach knappen Ressourcen an, kann aus dem Konjunkturprogramm schnell ein Inflationsschock werden. Deshalb m\u00fcssten Planungs-, Genehmigungs- und Vergabeverfahren vereinfacht und harmonisiert werden, damit \u00f6ffentliche Investitionsprojekte schnell umgesetzt werden, mahnt die OECD.<\/p>\n<p>Wichtig sei es, B\u00fcrokratie und Regulierung abzubauen, damit Firmengr\u00fcndungen einfacher werden und bestehende Firmen leichter wachsen k\u00f6nnen. Firmengr\u00fcndern sollten etwa weniger Vorschriften gemacht und auch der Zugang zu bestimmten Berufsgruppen vereinfacht werden, auch um den Fachkr\u00e4ftemangel abzumildern. Das gelte besonders f\u00fcr Firmen im Bauwesen und Dienstleister, schreiben die \u00d6konomen. Das sei \u201eder Schl\u00fcssel, um den Wettbewerb zu st\u00e4rken, die Wirtschaft wieder zu beleben und Investitionen und Innovationen anzutreiben.\u201c Dazu geh\u00f6re auch, die \u00f6ffentliche Verwaltung weiter zu digitalisieren und bestehende Regeln und Verwaltungsroutinen zu vereinfachen und in ganz Deutschland zu harmonisieren. <\/p>\n<p>Zudem pl\u00e4dieren die OECD-Experten daf\u00fcr, Kapitalbesitzer st\u00e4rker zu besteuern und daf\u00fcr Arbeitnehmer weniger stark mit Steuern und Sozialabgaben zu belasten. So k\u00f6nne die Regierung etwa Unternehmenserben, die bisher privilegiert behandelt werden, st\u00e4rker zur Kasse bitten. Wenn Arbeitnehmern mehr Netto vom Brutto bleibt, k\u00f6nne das helfen, Arbeit attraktiver zu machen und den Arbeitskr\u00e4ftemangel lindern. F\u00fcr Arbeitnehmer k\u00f6nnte es etwa attraktiver werden, von Teilzeit auf Vollzeit aufzustocken, l\u00e4nger im Job zu bleiben \u2013 oder \u00fcberhaupt zu arbeiten. \u201eDie steuerlichen Anreize f\u00fcr die Fr\u00fchverrentung zu reduzieren, w\u00fcrde es attraktiver f\u00fcr \u00e4ltere Arbeitnehmer machen, l\u00e4nger zu arbeiten\u201c, schreiben die Autoren. Zur Stabilisierung des Rentensystems k\u00f6nne das obendrein beitragen.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/tobias-kaiser\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/tobias-kaiser\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Tobias Kaiser<\/b><\/a><b> verfolgt andere europ\u00e4ische Volkswirtschaften, schreibt \u00fcber den Standortwettbewerb auf dem Kontinent und berichtet vor Ort \u00fcber Entwicklungen und deren Folgen f\u00fcr Deutschland.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend der Weltwirtschaft eine Schw\u00e4chephase prophezeit wird, nimmt die deutsche Wirtschaft laut aktuellem OECD-Report \u00fcberraschend Anlauf, wieder Wachstumsmotor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":161399,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,56296,56297,56294,56292,56293,171,174,56295,34898,173,172],"class_list":{"0":"post-161398","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-inflation-ks","14":"tag-inflationsrate-ks","15":"tag-kaiser-tobias","16":"tag-konjunktur-ks","17":"tag-konjunkturprognosen-ks","18":"tag-markets","19":"tag-maerkte","20":"tag-oecd","21":"tag-parkraum-inbox","22":"tag-unternehmen","23":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114618429849341814","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161398","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161398"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161398\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/161399"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161398"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=161398"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=161398"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}