{"id":161816,"date":"2025-06-03T11:57:11","date_gmt":"2025-06-03T11:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/161816\/"},"modified":"2025-06-03T11:57:11","modified_gmt":"2025-06-03T11:57:11","slug":"spuren-dieses-theaters-faszinieren-bis-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/161816\/","title":{"rendered":"Spuren dieses Theaters faszinieren bis heute"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-sans font-medium\">Berlin. In den 50er-Jahren zog das Heide-Theater in Berlin-Niedersch\u00f6nhausen viele Besucher an. Was ist heute davon \u00fcbrig? Die wichtigsten Infos.<\/p>\n<p>Das <strong>Heide-Theater<\/strong> in der Sch\u00f6nholzer Heide war in den 1950er-Jahren ein lebendiger kultureller Mittelpunkt in <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/themen\/pankow\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Pankow<\/a>. In der DDR kamen zahlreiche K\u00fcnstler und Tausende von Besuchern zu den Open-Air-Auff\u00fchrungen. Doch der Mauerbau und der L\u00e4rm des nahegelegenen Flughafens Tegel f\u00fchrten zu seinem schnellen Ende. <\/p>\n<p>Heute zeugen nur noch wenige, kaum sichtbare Spuren des Heide-Theaters und seiner unterirdischen Versorgungsbauten von dieser vergangenen Epoche. F\u00fcr Entdecker und Stadtforscher sind diese <strong>\u00dcberbleibsel<\/strong> ein spannendes St\u00fcck Geschichte. Hier finden Sie alles, was Sie \u00fcber diesen <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/themen\/lost-places-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Lost Place<\/a> wissen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>  Die wichtigsten Infos zum Heide-Theater in der Sch\u00f6nholzer Heide im \u00dcberblick: <\/p>\n<ul>\n<li><strong>Adresse: <\/strong>Volkspark Sch\u00f6nholzer Heide. Friesenstra\u00dfe, Ecke Herrmann-Hesse-Stra\u00dfe, 13156 Berlin-Niedersch\u00f6nhausen<\/li>\n<li><strong>Geschichte: <\/strong>In den 1950er-Jahren errichtet; 1956 er\u00f6ffnet; 1961 infolge des Mauerbaus geschlossen<\/li>\n<li><strong>F\u00fchrungen: <\/strong>Unregelm\u00e4\u00dfige Veranstaltungen und Audio-F\u00fchrungen durch das NaturTheaterKollektiv NordOst<\/li>\n<li><strong>Status: <\/strong>Aktueller Lost Place<\/li>\n<li><strong>Planung: <\/strong>W\u00e4hrend des <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/themen\/coronavirus\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Corona-Pandemie<\/a> gab es Initiativen die Spielst\u00e4tte als Freilufttheater f\u00fcr einzelne Events wiederzubeleben. Seitdem finden am Standort vereinzelt Veranstaltungen des NaturTheaterKollektivs NordOst statt<\/li>\n<\/ul>\n<p>   Wo lag das Heide-Theater genau?  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/404314402_1685551861_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full aspect-[16\/9] \" alt=\"Der Volkspark Sch\u00f6nholzer Heide in Berlin-Pankow.\" title=\"Der Volkspark Sch\u00f6nholzer Heide in Berlin-Pankow.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Der Volkspark Sch\u00f6nholzer Heide in Berlin-Pankow.<br \/>\n      \u00a9 Emily Kietsch | Unbekannt\n    <\/p>\n<p>Das<strong> Freilicht-Theater<\/strong> lag im s\u00fcd\u00f6stlichen Teil des Volksparks Sch\u00f6nholzer Heide im Ortsteil Niedersch\u00f6nhausen im Bezirk Pankow zwischen dem heutigen Paul-Zobel-Sportplatz an der Hermann-Hesse-Stra\u00dfe und der Friesenstra\u00dfe. Mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln ist der Standort am besten mit der Buslinie 150 beziehungsweise N52 zu erreichen (Haltestelle Heinrich-Mann-Stra\u00dfe). Alternativ ben\u00f6tigt man zum ehemaligen Theater vom S-Bahnhof Sch\u00f6nholz (S1, S25, S26, Bus 150, 327, N52) etwa 10 Minuten zu Fu\u00df.<\/p>\n<p>Das sind die wichtigsten Etappen der <strong>Geschichte des Heide-Theaters:<\/strong><\/p>\n<p>  Ausgangslage: Das Theater hatte einen Vorg\u00e4nger  <\/p>\n<p>Der Platz, an dem in den 1950er-Jahren das Heide-Theater entstand, konnten bei dessen Er\u00f6ffnung 1956 bereits auf eine bewegte <strong>Geschichte<\/strong> zur\u00fcckblicken: Die Wiese nahe dem ehemaligen Gutshauses &#8222;Schloss Sch\u00f6nholz&#8220; wurde um die Jahrhundertwende zu einer stadtbekannten Vergn\u00fcgungsst\u00e4tte mit Sch\u00fctzenfesten, Restaurants und Bierg\u00e4rten ausgebaut. Ab 1936 kam das Traumland hinzu: Der Nachfolger des Luna-Parks in Halensee war damals der gr\u00f6\u00dfte Vergn\u00fcgungspark Berlins \u2013 inklusive 18 Meter hoher Himalaya-Achterbahn, Riesenrad, Wasserrutsche, Tanzs\u00e4len, Variet\u00e9s und einer beliebten Freilichtb\u00fchne.<\/p>\n<p>Im <strong>Zweiten Weltkrieg<\/strong> wurden der Vergn\u00fcgungspark zum Zwangsarbeiterlager umfunktioniert: Baracken, Schie\u00dfanlagen und der heute noch vorhandenen <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/pankow\/article404415451\/lost-places-bunker-luna-zwangsarbeit-berlin-schoenholzer-heide-pankow.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/pankow\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1746543646\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Luna-Bunker<\/a> ersetzten die Schaubuden. Auch im Schloss und dem Festsaal, die beide im Krieg vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt wurden, waren Zwangsarbeiter untergebracht. In der Nachkriegszeit wurde die Heide von der Roten Armee zun\u00e4chst als Lagerplatz f\u00fcr demontierte Fabrikausr\u00fcstungen genutzt. Nach der Gr\u00fcndung der DDR reifte in den 1950er-Jahren der Plan, dass erneut eine Freilichtb\u00fchne in der Heide entstehen sollte.<\/p>\n<p>   Heide-Theater: Er\u00f6ffnung der Freilichtb\u00fchne Mitte der 1950er-Jahre <\/p>\n<p>Empfohlener externer Inhalt<\/p>\n<p>\n        An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Youtube, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er erg\u00e4nzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und<br \/>\n        wieder ausgeblendet werden.\n      <\/p>\n<\/p>\n<p>          Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es k\u00f6nnen dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste<br \/>\n          \u00fcbermittelt werden. Mehr dazu in unserer<\/p>\n<p>        <a class=\"underline\" href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/datenschutz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><\/p>\n<p>\n      Mehr anzeigen\n    <\/p>\n<p>Mitte der 1950er-Jahre wurde das kleine Freilichttheater im Rahmen des Nationales Aufbauwerk (NAW) in den Resten des r\u00fcckw\u00e4rtigen Biergartens des Tanzsaales &#8222;Schloss Sch\u00f6nholz&#8220; errichtet. Wie bei der Rennbahn Wei\u00dfensee waren es Freiwillige, die den Bau erm\u00f6glichten und fertigstellten. Am 15. August 1956 wurde das <strong>Heide-Theater<\/strong> mit einer Kapazit\u00e4t von 2500 Sitzpl\u00e4tzen er\u00f6ffnet. Zur Premiere durfte sich das Publikum auf Shakespeares &#8222;Ma\u00df f\u00fcr Ma\u00df&#8220; freuen, gespielt vom &#8222;Hans Otto Theater&#8220; Potsdam.<\/p>\n<p>   Heide-Theater: Publikumserfolge mit Dramen, Kom\u00f6dien und Amiga-Abenden  <\/p>\n<p>In den folgenden Jahren wurde die B\u00fchne mit wechselndem<strong> Kulturprogramm<\/strong> von unterschiedlichen Ensembles bespielt: Klassische Dramen wie das St\u00fcck &#8222;Iphigenie auf Tauris&#8220; von Johann Wolfgang von Goethe wechselten sich mit Operetten \u2013 beispielsweise Eduard K\u00fcnnekes &#8222;Der Vetter aus Dingsda&#8220; \u2013 und Musik- und Tanzabenden ab.<\/p>\n<p>Das Spektrum der Darstellenden reichte vom DDR-Friedrichstadtpalast, der Deutschen Staatsoper \u00fcber das Kabarett &#8222;Die Distel&#8220; bis zum Erich-Weinert-Ensemble der Nationalen Volksarmee. Neben leichter Konzertmusik war vor allem der Tanzabend nach neuesten Amiga-Schallplatten ein Publikumserfolg. Vor der Schlie\u00dfung der Sektorengrenzen zog das kleine <strong>Open-Air-Theater<\/strong> Besucher aus Ost- wie West-Berlin an.<\/p>\n<p>   Heide-Theater: Der Eiserne Vorhang besiegelt das Ende  <\/p>\n<p>Nach seiner Er\u00f6ffnung erlebte das Theater weitere Phasen des Ausbaus: 1958 entstand eine gro\u00dfe WC-Anlage, um den Publikumsandrang zu bew\u00e4ltigen. Es fehlte aber noch an einer durchgehenden Bestuhlung der Freiluftb\u00fchne und einer angemessenen Gastronomie. Ein Lokal erg\u00e4nzte schlie\u00dflich das Theater, welches von der DDR-Handelsorganisation als <strong>&#8222;Theaterklause&#8220;<\/strong> betrieben wurde.<\/p>\n<p>Doch Anfang der 1960er-Jahre verlor das Projekt an Schwung. Ab Januar 1960 nahm der Linienflugbetrieb am Flughafen Tegel seinen Betrieb auf. Der <strong>Flugl\u00e4rm<\/strong> st\u00f6rte die Auff\u00fchrungen und die Besuchszahlen waren r\u00fcckl\u00e4ufig. Das endg\u00fcltige Aus kam mit dem Bau der Mauer. Die Schlie\u00dfung der Grenze zu West-Berlin 1961 und die grenznahe Lage am S-Bahnhofs Sch\u00f6nholz besiegelte das Ende des Heide-Theaters, das in der Folge fast vollst\u00e4ndig abgebaut wurde.<\/p>\n<p>   Heide-Theater: Was von dem Lost Place geblieben ist  <\/p>\n<p>Au\u00dfer der Erinnerung \u00e4lterer Anwohner haben sich einige materielle <strong>Spuren des Theaters<\/strong> in der Sch\u00f6nholzer Heide erhalten. Hinter dem Rettschlagtor an der Hermann-Hesse-Stra\u00dfe lag das Heide-Theater. Von der asphaltierten Nord-S\u00fcd-Verbindung aus passieren Besucher einen Sockel, auf dem einst die Figur des Komponisten Carl Maria von Webers (1786\u20131826) stand. Er befand sich am Foyer des Theaters.<\/p>\n<p>   Mein Pankow-Newsletter<\/p>\n<p class=\"text-body2 mt-2\">Bestellen Sie hier den w\u00f6chentlichen Newsletter zu Pankow, Prenzlauer Berg und Wei\u00dfensee.<\/p>\n<p class=\"text-caption text-copy-secondary\">\n          Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n          <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/service\/newsletter-adconsent\" class=\"text-overline text-copy-accent-negative dark:underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n          zu.\n        <\/p>\n<p>Einige Meter weiter f\u00fchrt eine markante Treppe mit verrostetem Gel\u00e4nder ins Nichts. Auf dem Areal des fr\u00fcheren Theaters finden sich weitere kleinere Treppenreste, Ziermauern und Steinabs\u00e4tze und Gel\u00e4nder. Der Zuschauerplatz war vertieft und ist heute mit Erdreich versch\u00fcttet. Erhalten haben sich auf dem Gel\u00e4nde stark verrostete Lautsprecher- und Lichtmasten. F\u00fcnf isolierte Betons\u00e4ulen markieren die R\u00fcckseite des ehemaligen B\u00fchnenbereichs. Unterhalb des Areals befinden sich zugesch\u00fcttete Versorgungsr\u00e4ume des Theaters, die teilweise urspr\u00fcnglich noch aus der Zeit des Luna-Lagers f\u00fcr Zwangsarbeiter stammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin. In den 50er-Jahren zog das Heide-Theater in Berlin-Niedersch\u00f6nhausen viele Besucher an. Was ist heute davon \u00fcbrig? 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