{"id":163736,"date":"2025-06-04T05:24:11","date_gmt":"2025-06-04T05:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/163736\/"},"modified":"2025-06-04T05:24:11","modified_gmt":"2025-06-04T05:24:11","slug":"berlin-sex-kaufen-sollte-prostitution-verboten-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/163736\/","title":{"rendered":"Berlin | \u00abSex kaufen\u00bb &#8211; Sollte Prostitution verboten werden?"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Berlin (dpa) &#8211; Sex kaufen &#8211; in Deutschland ist das erlaubt. CDU und CSU forderten im vergangenen Jahr ein neues Gesetz. Sie wollen den Kauf sexueller Dienstleistungen verbieten und Freier bestrafen. Ziel soll der Schutz vor Ausbeutung und Menschenhandel sein. Die Gegenseite warnt vor einer Verlagerung in die Illegalit\u00e4t. Aber was sagen diejenigen dazu, um die es in der Diskussion geht? Und wie unterscheiden sich die Perspektiven?<\/p>\n<p>Diesen Fragen will eine zweiteilige Doku-Reihe auf den Grund gehen. Heute ab 20.15 Uhr laufen die beiden Filme \u00abSex kaufen &#8211; Wer zahlt den Preis?\u00bb und \u00abSex kaufen &#8211; F\u00fcr alle verbieten?\u00bb nacheinander auf 3sat. Die Doku-Reihe von Lisa Altmeier widmet sich den Fragen rund um Prostitution und Gesetzgebung und wurde erstmals 2024 ausgestrahlt.<\/p>\n<p>30.600 Menschen arbeiten offiziell in der Prostitution<\/p>\n<p>Prostitution war fr\u00fcher sittenwidrig. 2002 wurde sie unter der Rot-Gr\u00fcnen-Bundesregierung legal. Rund 30.600 Menschen arbeiten in Deutschland offiziell in der Prostitution. Die tats\u00e4chliche Zahl liegt aber wahrscheinlich sehr viel h\u00f6her.<\/p>\n<p>Klar ist jedoch: 80 Prozent der gemeldeten Personen haben keine deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft. Vor Corona waren noch etwa 10.000 mehr Menschen offiziell in der Prostitution gemeldet. W\u00e4hrend des zeitweisen Verbots seien viele aus der Statistik verschwunden, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Sexarbeiterin Tamara kommt in der Dokumentation zu Wort. Sie hei\u00dft eigentlich anders und arbeitet seit wenigen Monaten in einem Berliner Bordell von Betreiber Aurel Marx. Die Frauen arbeiten hier als Selbstst\u00e4ndige und zahlen Raummiete an Marx. F\u00fcr sie sei das hier ein ganz normaler Job, sagt Tamara.<\/p>\n<p>\u00abDie Hure bleibt fast immer Hure\u00bb<\/p>\n<p>Aber sie sagt auch: \u00abIch m\u00f6chte das nicht f\u00fcr immer machen. Ich m\u00f6chte auch irgendwann Familie haben, Kinder haben, dies, das. Das passt dann nicht so zusammen.\u00bb Das ist der Plan vieler Frauen. Hausdame Maria sagt, das sei selten realistisch: \u00abDie Hure bleibt fast immer Hure.\u00bb<\/p>\n<p>Ein Verbot w\u00e4re \u00abschei\u00dfe\u00bb, findet Maria. Sie ist sich sicher, das Risiko f\u00fcr Krankheiten w\u00fcrde steigen. Die Gefahr von Zuh\u00e4lterei und Gewalt gegen\u00fcber Frauen in der Prostitution auch. Maria sagt, dass viele der Frauen dann sicher in der Stra\u00dfenprostitution landen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u00abIch war ein leichtes Opfer\u00bb<\/p>\n<p>Doch es gibt auch andere Stimmen in der 3sat-Reihe: Anna und Natalja &#8211; auch ihre Namen sind ge\u00e4ndert &#8211; kommen aus Osteuropa und sind ehemalige Zwangsprostituierte. Frauen wie sie arbeiten oft in legalen deutschen Bordellen, aber unter Zwang. Beide leben nun in einem Schutzhaus.<\/p>\n<p>Anna erz\u00e4hlt, sie habe sich als Jugendliche ohne Eltern um ihre Geschwister k\u00fcmmern m\u00fcssen und sei so in der Prostitution gelandet. \u00abIch war ein leichtes Opfer f\u00fcr diesen Mann, der mich manipuliert hat.\u00bb Der Mann brachte sie unter falschen Versprechungen nach Deutschland, spielte ihr Liebe vor und zwang sie so mit der sogenannten Loverboy-Masche in die Prostitution.<\/p>\n<p>Auch Natalja ist aus der Zwangsprostitution geflohen. \u00abEs hat sich angef\u00fchlt wie eine Vergewaltigung, wie eine lange Vergewaltigung und mein K\u00f6rper hat auch starke Folgen von diesem unfreiwilligen Sex. Wenn ich die Chance h\u00e4tte, w\u00fcrde ich meinen K\u00f6rper abschneiden und wegschmei\u00dfen\u00bb, sagt sie. Ein m\u00f6gliches Verbot f\u00e4nde Natalja gut. \u00abDas w\u00e4re sehr, sehr gut, denn das hei\u00dft, die Frauen w\u00fcrden sich eine andere Arbeit suchen.\u00bb<\/p>\n<p>Sexarbeit als Spiegel der Gesellschaft<\/p>\n<p>Laut Sch\u00e4tzungen der Polizeigewerkschaft arbeiten rund 90 Prozent der Frauen nicht freiwillig in der Prostitution, hei\u00dft es im zweiten Teil der Doku. Eine belastbare Datengrundlage gebe es daf\u00fcr nicht.<\/p>\n<p>Stephanie Klee h\u00e4lt diese Zahlen f\u00fcr falsch. Klee hat schon in Bordellen, Wohnungen und auf der Stra\u00dfe gearbeitet. Inzwischen ist sie Sexualassistentin, zum Beispiel in Seniorenresidenzen, Hospizen und Einrichtungen f\u00fcr Menschen mit Behinderungen. \u00abWir Sexarbeitsaktivistinnen, haben schon immer gesagt, alle Zahlen, die genannt werden, sind falsch\u00bb, sagt sie.<\/p>\n<p>\u00abIch sage immer, Sexarbeit ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Das hei\u00dft, alle Probleme und Ungleichheiten, die wir in der Gesellschaft haben, finden wir nat\u00fcrlich auch in der Sexarbeit.\u00bb Sie fordert mehr Sozialarbeiterinnen und ein gesellschaftliches Klima, in dem man sich nicht f\u00fcr Sexarbeit sch\u00e4men m\u00fcsse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Sex kaufen &#8211; in Deutschland ist das erlaubt. 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