{"id":163758,"date":"2025-06-04T05:35:11","date_gmt":"2025-06-04T05:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/163758\/"},"modified":"2025-06-04T05:35:11","modified_gmt":"2025-06-04T05:35:11","slug":"warum-aldi-sued-das-fleisch-jetzt-nach-farben-sortiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/163758\/","title":{"rendered":"Warum Aldi S\u00fcd das Fleisch jetzt nach Farben sortiert"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.06.2025 06:41 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Schwein, Rind oder Huhn: die klassische Sortierung von Fleisch im K\u00fchlregal. Aldi S\u00fcd macht das jetzt anders. Der Discounter setzt die Haltungsform der Tiere in den Fokus.\u00a0<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/barbara-berner-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Barbara Berner\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/barbara-berner-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer in diesen Tagen in einer Filiale von Aldi S\u00fcd einkaufen geht und vor den K\u00fchlschr\u00e4nken mit Frischfleisch steht, muss sich m\u00f6glicherweise neu orientieren &#8211; das Fleisch wird nach den Haltungsformen sortiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Unterteilung findet in drei Farben statt. Rot kennzeichnet die aktuelle Aktionsware. Da liegen alle Haltungsformen, \u00fcbrigens auch mal Fisch. Blau: Hier liegt Fleisch aus konventioneller Haltung, also den Stufen 1 und 2. Und schlie\u00dflich gr\u00fcn: Hier findet sich Fleisch aus h\u00f6heren Haltungsformen, sprich, die Stufen 3 bis 5. Das Versprechen: Bei gr\u00fcn bekommen Verbraucher mehr Tierwohl.<\/p>\n<p>    &#8222;Farben schaffen Orientierung&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas neue Konzept im Fleischregal soll mehr Klarheit bringen, sagt Julia Adou, die sogenannte Nachhaltigkeitsmanagerin von Aldi S\u00fcd. Ihr Argument: &#8222;Die Haltungsstufen werden so besser unterstrichen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Argument z\u00e4hlt, best\u00e4tigt Wirtschaftspsychologe Tillmann Seidel. Denn die &#8222;Macht der Farben&#8220; gibt es eben wirklich. &#8222;Farben schaffen Orientierung&#8220;, sagt Seidel. Bei einer Produktwelt, die immer vielf\u00e4ltiger und un\u00fcbersichtlich werde, &#8222;sehnen sich Verbraucher ganz stark nach Vereinfachung und Entlastung&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p>    Beim Hack fehlt die Konsequenz in der Ordnung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFarben sind Trigger beim Kaufverhalten. Dass das Fleisch h\u00f6herer Haltungsstufen mit mehr Tierwohl in der gr\u00fcnen Abteilung liegt, assoziiert Natur und es schafft damit ein gutes Gewissen, auch wenn Huhn und Schwein nicht so viel mehr Platz haben als im gesetzlichen Standard der niedrigen Haltungsformen. &#8222;Es erh\u00f6ht mich auch moralisch,&#8220; erkl\u00e4rt Seidel. Den Fokus beim Verkauf auf die Produktionsbedingungen zu legen, k\u00f6nnte demzufolge Potential haben, das Einkaufsverhalten nachhaltig zu ver\u00e4ndern.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Umstellung betrifft rund 2.000 Filialen und soll bis Mitte Juli abgeschlossen sein. Die Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg bewertet das neue Konzept in der Umsetzung jedoch als intransparent und wenig verbraucherfreundlich. F\u00fcr Irritationen sorgt au\u00dferdem die Hackordnung: Hackfleisch aller Haltungsstufen, also auch das Fleisch aus Massentierhaltung, liegt neben der Bio-Ware. Aldi S\u00fcd sagt, das liege an der K\u00fchlung.\u00a0Schwer nachzuvollziehen bleibt es trotzdem.\u00a0<\/p>\n<p>    Farbe allein bringt nicht mehr Tierwohl<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRund 15.700 schweinehaltende Betriebe gibt es zurzeit in Deutschland. Wie viele bereits auf Frischluftst\u00e4lle umgestellt haben, ist unklar; eine offizielle Statistik gibt es nicht. Daten dazu werden nicht erhoben. Achim Spiller, der im Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung sa\u00df, sch\u00e4tzt, dass keine zehn Prozent der Landwirte umgestellt haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUmso ambitionierter klingt das Ziel von Aldi S\u00fcd, bis 2030 beim gek\u00fchlten Fleisch- und Wurstwarensortiment komplett auf die h\u00f6heren Haltungsformen 3 und 4 umgestellt zu haben. &#8222;Wir sind aber sehr froh, dass wir \u00fcber alle Tierarten hinweg heute schon bei \u00fcber 50 Prozent angekommen sind&#8220;, kommentiert Nachhaltigkeitsmanagerin Adou den Weg.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Stufe 1: <\/strong>Produktion nach gesetzlichem Mindeststandard.<\/p>\n<p><strong>Stufe 2:<\/strong> Mindestens 12,5 Prozent mehr Platz und Besch\u00e4ftigungsmaterial. Beides bedeutet Massentierhaltung.<\/p>\n<p><strong>Stufe 3:<\/strong> Frischluftstall &#8211; in der letzten Mastphase mindestens 45 Prozent mehr Platz, als das Gesetz vorschreibt.<\/p>\n<p><strong>Stufe 4: <\/strong>Auslauf\/Weide &#8211; in der letzten Mastphase mindestens 100 Prozent mehr Platz im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard, dazu ganzt\u00e4gige M\u00f6glichkeit zum Auslauf im Freien.<\/p>\n<p><strong>Stufe 5: <\/strong>Bio &#8211; entspricht den Anforderungen der EU-\u00d6koverordnung mit noch mehr Platz und mehr Auslauffl\u00e4che.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass der Discounter jetzt auf mehr Farbe setzt, bringt allerdings erstmal nichts f\u00fcr das Wohl der Tiere. Es geht allein ums Image, ordnet Wirtschaftspsychologe Seidel die Neusortierung ein. Und um Neukundengewinnung. Wie sich das Kaufverhalten \u00e4ndert, will nicht nur Aldi S\u00fcd selbst wissen. Die Neuausrichtung wird von Wissenschaftlern der Universit\u00e4t Bonn mit einer Studie begleitet, die das Kaufverhalten analysieren will. Wenn sich dann tats\u00e4chlich etwas tut, erh\u00f6ht Aldi so nat\u00fcrlich auch den Druck.\u00a0<\/p>\n<p>    Und was machen Lidl &amp; Co?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd die Konkurrenz? Das Schwesterunternehmen Aldi Nord nimmt keine Farbsortierung vor. Es bleibt bei der klassischen Sortierung nach Tierart. Dort liegen Bio-Produkte direkt neben den entsprechenden konventionellen Artikeln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Lidl und Kaufland, beides Unternehmen der Schwarz-Gruppe, halten an diesem Ansatz fest. Die Haltungsformen informieren direkt am Produkt sowie \u00fcber zus\u00e4tzliche Informationen an den K\u00fchlger\u00e4ten. Edeka und Netto finden den Ansatz &#8222;grunds\u00e4tzlich interessant und werden ihn pr\u00fcfen&#8220;. REWE mit Discounter Penny lehnte einen Kommentar vorerst ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.06.2025 06:41 Uhr Schwein, Rind oder Huhn: die klassische Sortierung von Fleisch im K\u00fchlregal. 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