{"id":163957,"date":"2025-06-04T07:23:10","date_gmt":"2025-06-04T07:23:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/163957\/"},"modified":"2025-06-04T07:23:10","modified_gmt":"2025-06-04T07:23:10","slug":"in-frankreich-entsteht-europas-powerhouse-fuer-seltene-erden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/163957\/","title":{"rendered":"In Frankreich entsteht Europas Powerhouse f\u00fcr Seltene Erden"},"content":{"rendered":"<p class=\"post-teaser\">Mit Unterst\u00fctzung durch die \u00f6ffentliche Hand und Partner aus der Industrie entstehen Raffineriekapazit\u00e4ten f\u00fcr 15 % des Weltmarktes f\u00fcr schwere Seltene Erden.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/25059445-1024x606.jpg\" alt=\"In Frankreich entsteht Europas Powerhouse f\u00fcr Seltene Erden\" fetchpriority=\"high\" decoding=\"sync\" width=\"1024\" height=\"606\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tpicture alliance \/ ZB \/ Jens Wolf \/ dpa<\/p>\n<p>Im S\u00fcdwesten Frankreichs errichtet das Start-up Carester eine der ersten Produktionsanlagen f\u00fcr Seltene Erden in Europa. Es handelt sich um ein von der Pike aufgezogenes Projekt, wie Carester-Pr\u00e4sident Fr\u00e9d\u00e9ric Carencotte in einem Interview erl\u00e4uterte.<\/p>\n<p>&#8222;Carester ist ein Unternehmen, das ich im Februar 2019 mit f\u00fcnf Experten f\u00fcr die Raffination seltener Erden gegr\u00fcndet habe. Wir hatten alle unabh\u00e4ngig voneinander f\u00fcr Minen auf der ganzen Welt gearbeitet. Irgendwann beschlossen wir, unsere Kr\u00e4fte zu b\u00fcndeln, j\u00fcngere Talente einzubinden und dieses einzigartige Know-how weiterzugeben&#8220;, so Carencotte.<\/p>\n<p>15 % des Weltmarktes f\u00fcr schwere Seltene Erden<\/p>\n<p>Die Zielsetzung des 216 Millionen EUR schweren Projekts klingt ambitioniert: Nicht weniger als 15 % des Weltmarktes f\u00fcr schwere Seltene Erden sollen abgedeckt werden. Allerdings nicht \u00fcber die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette hinweg: Carester will Materialien recyceln und Konzentrate importieren, um die geplante Raffineriekapazit\u00e4t auszulasten.<\/p>\n<p>Seltenerdminen als Lieferanten sind in Europa kurzfristig nicht verf\u00fcgbar. Deshalb fiel die Wahl auf Recycling \u2013 zumindest teilweise. Das Team um Carencotte sieht gro\u00dfes Potenzial in diesem Teil des Marktes. &#8222;Uns wurde klar, dass wir eine Ressource direkt vor uns hatten \u2013 all diese Altger\u00e4te. Also beschlossen wir, unser eigenes Industrieprojekt auf Recyclingbasis zu starten.&#8220;<\/p>\n<p>Derzeit wird eine Recycling- und Raffinationsanlage f\u00fcr Seltene Erden im s\u00fcdwestfranz\u00f6sischen Lacq errichtet. Die Anlage soll Ende 2026 in Betrieb gehen und w\u00e4re damit Europas erste gro\u00dftechnische Industrieanlage zur Trennung Seltener Erden. 2.000 Tonnen Altmagnete und 5.000 Tonnen gef\u00f6rdertes Konzentrat pro Jahr sollen verarbeitet werden.<\/p>\n<p>Material aus Recycling und Bergbau<\/p>\n<p>Bei voller Auslastung soll die Carester- Tochtergesellschaft und Industriesparte Caremag SAS j\u00e4hrlich 600 Tonnen Dysprosium- und Terbiumoxide sowie 800 Tonnen Neodym- und Praseodymoxide produzieren. Diese Materialien werden f\u00fcr Permanentmagnete ben\u00f6tigt, die in Elektrofahrzeugen, Windturbinen und elektronischen Ger\u00e4ten zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Ein reines Recyclingprojekt h\u00e4tte nach Ansicht von Carencotte jedoch nicht funktioniert. Er schildert, dass &#8222;die wahre Herausforderung von Anfang an darin bestand, das Projekt richtig zu dimensionieren.&#8220; Deshalb wird zus\u00e4tzlich Material importiert. Die Kombination aus recyceltem Ausgangsmaterial und abgebauten Konzentraten erm\u00f6gliche insbesondere bei schweren Seltenen Erden einen 15 % Weltmarktanteil.<\/p>\n<p>Rund 90 % der leichten Seltenen Erden sollen aus recycelten Quellen kommen, haupts\u00e4chlich aus Europa. Im Gegensatz dazu werden 90 % der schweren Seltenen Erden im Bergbau gewonnen \u2013 haupts\u00e4chlich au\u00dferhalb Europas.<\/p>\n<p>110 Mio. EUR der 216 Mio. EUR schweren Investition stemmen japanische Investoren um die Japan Organisation for Metals and Energy Security und den Konzern Iwatani, der \u00fcber ein Joint Venture namens Japan France Rare Earth Company ist. Caremag hat einen langfristigen Liefervertrag f\u00fcr die Lieferung schwerer Seltenerdoxide nach Japan unterzeichnet. Dieser umfasst etwa die H\u00e4lfte der produzierten schweren Seltenen Erden.<\/p>\n<p>Langfristige Abnahmevertr\u00e4ge stehen bereits<\/p>\n<p>Auch mit Stellantis wurde ein Vertrag unterzeichnet: Der zehnj\u00e4hrige Deal sieht die Lieferung von mehr als 3.400 Tonnen Neodym-, Praseodym-, Dysprosium- und Terbiumoxiden vor.<\/p>\n<p>106 Mio. EUR hat die \u00f6ffentliche Hand in Frankreich \u00fcber Zusch\u00fcsse, r\u00fcckzahlbare Vorsch\u00fcsse sowie einer Steuergutschrift f\u00fcr die gr\u00fcne Industrie zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Auch auf EU-Ebene wird das Projekt unterst\u00fctzt: Caremag wurde am 25. M\u00e4rz 2025 von der Europ\u00e4ischen Kommission zu einem der 47 strategischen Projekte ernannt, die dazu beitragen sollen, den Zugang der EU zu kritischen Rohstoffen zu sichern und zu diversifizieren. Carencotte zufolge arbeitetet das Unternehmen jedoch daran, &#8222;langfristig einen Teil der Bergbauversorgung innerhalb Europas sicherzustellen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit Unterst\u00fctzung durch die \u00f6ffentliche Hand und Partner aus der Industrie entstehen Raffineriekapazit\u00e4ten f\u00fcr 15 % des Weltmarktes&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":163958,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12,105],"class_list":{"0":"post-163957","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-seltene-erden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114623899818530019","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=163957"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163957\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/163958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=163957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=163957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=163957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}