{"id":164104,"date":"2025-06-04T08:42:11","date_gmt":"2025-06-04T08:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/164104\/"},"modified":"2025-06-04T08:42:11","modified_gmt":"2025-06-04T08:42:11","slug":"grossbritannien-wie-der-vermisstenfall-maddie-zum-mediensturm-wurde-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/164104\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: Wie der Vermisstenfall Maddie zum Mediensturm wurde"},"content":{"rendered":"<p>London &#8211; Es ist ein Mediensturm, der \u00fcber den beschaulichen Urlaubsort Praia da Luz in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Portugal\" title=\"Portugal\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Portugal<\/a> hereinbricht, als vor etwas mehr als 18 Jahren ein kleines britisches M\u00e4dchen vermisst gemeldet wird.<\/p>\n<p>Die damals dreij\u00e4hrige Madeleine McCann &#8211; in Medien meist Maddie genannt &#8211; verschwindet aus ihrem Bett in einer Ferienanlage, w\u00e4hrend die Eltern beim Abendessen in einem nahen Restaurant sitzen. Nicht lange danach wird der kleine Ort von Journalisten \u00fcberrannt.<\/p>\n<p>Es ist Madeleines Vater Gerry, ein Mediziner aus Schottland, der damals eine professionelle PR-Maschinerie in Gang setzt. Er will verhindern, dass seine Tochter aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung verschwindet. Und die britischen Boulevardmedien st\u00fcrzen sich auf den Fall. Bald l\u00f6st er auch weltweit Interesse aus, wie wohl nie ein Vermisstenfall zuvor.<\/p>\n<p>Zum 18. Jahrestag von Madeleines Verschwinden am 3. Mai schreiben die McCanns auf ihrer Webseite: &#8222;Unsere Entschlossenheit, kein Stein auf dem anderen zu lassen, ist unersch\u00fctterlich.&#8220;<\/p>\n<p>Interpol listet mehr als 10.000 F\u00e4lle <\/p>\n<p>Von Madeleine, die inzwischen 22 Jahre alt w\u00e4re, fehlt bislang jede Spur. Doch derzeit macht das Thema wieder internationale Schlagzeilen. Hintergrund ist eine Suchaktion deutscher Beh\u00f6rden in Portugal. Sie steht im Zusammenhang mit dem mehrfach verurteilten Sexualstraft\u00e4ter Christian B., der in dem Fall seit einigen Jahren als Verd\u00e4chtiger gilt. Der Fall Maddie ist wieder in aller Munde.<\/p>\n<p>Dabei ist das Verschwinden des M\u00e4dchens kein Einzelfall. Die internationale Organisation zur Polizeizusammenarbeit, Interpol, listet auf ihrer Webseite 10.614 offene Vermisstenf\u00e4lle. Darunter sind viele Kinder, teils sogar Babys. Allein die britische Polizei f\u00fchrt in ihrem j\u00fcngsten Bericht knapp 1.500 langfristig vermisste Minderj\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Schadete der Medienrummel den Ermittlungen? <\/p>\n<p>Bei der portugiesischen Polizei soll der Medienrummel von Anfang an f\u00fcr Befremden und Misstrauen gesorgt haben.\u00a0Verst\u00e4rkt wird das umso mehr, als die britischen Zeitungen mit angels\u00e4chsischem \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl \u00fcber die angeblich dilettantischen Ermittler aus dem s\u00fcdeurop\u00e4ischen Land berichten.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich stehen Mutter Kate und Vater Gerry McCann selbst unter Verdacht. F\u00fcr eine Weile halten die Ermittler es f\u00fcr m\u00f6glich, dass das Kind bei einem Unfall gestorben sein k\u00f6nnte und die Eltern die Leiche verschwinden lie\u00dfen &#8211; und die Medientrommel als Ablenkungsman\u00f6ver nutzen.<\/p>\n<p>Spekuliert wird auch, ob die mediale Aufmerksamkeit den Druck auf einen m\u00f6glichen Entf\u00fchrer erh\u00f6ht haben k\u00f6nnte, das M\u00e4dchen zu t\u00f6ten, um einer Entdeckung zu entgehen.<\/p>\n<p> Tagebucheintr\u00e4ge ohne Zustimmung ver\u00f6ffentlicht <\/p>\n<p>Dabei werden die McCanns im Laufe der Zeit selbst zum Opfer der Sensationsgier des britischen Boulevards. Die Story \u00fcber Maddie f\u00e4llt in eine Zeit, als die britischen Medien z\u00fcgelloser denn je sind. Britische Journalisten h\u00f6ren Telefone ab, um an Informationen \u00fcber Prominente und Verbrechensopfer zu kommen. Nichts gilt als heilig.<\/p>\n<p>Die inzwischen eingestellte Wochenzeitung &#8222;News of the World&#8220; ver\u00f6ffentlicht Tagebucheintr\u00e4ge von Kate McCann aus der Zeit der Entf\u00fchrung ohne deren Zustimmung &#8211; und muss sich sp\u00e4ter \u00f6ffentlich daf\u00fcr entschuldigen.<\/p>\n<p> Sind die McCanns mit ihrer Strategie gescheitert? <\/p>\n<p>Mehr als eine Million Pfund an Schmerzensgeld und Entsch\u00e4digungszahlungen an die McCanns und ihre Freunde flie\u00dfen in eine Stiftung, die das Paar gr\u00fcndet. Mit deren Hilfe wollen sie die Suche nach ihrer Tochter finanzieren. Sie lassen nichts unversucht: Privatdetektive, Besuch beim damaligen Papst Benedikt, ein Gespr\u00e4ch mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey &#8211; alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, um auf das Schicksal ihrer Tochter aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Lange Zeit sieht es so aus, als seien die McCanns mit dieser Strategie gescheitert. Doch sollte sich der Verdacht der Braunschweiger Staatsanwaltschaft gegen Christian B. erh\u00e4rten, k\u00f6nnte sich diese Bewertung dramatisch \u00e4ndern. Auch wenn das ihre noch immer nicht aufgegebene Hoffnung, ihre Tochter lebend zu finden, zerst\u00f6ren d\u00fcrfte. Anders als die britischen Ermittler geht die deutsche Staatsanwaltschaft fest davon aus, dass Madeleine tot ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"London &#8211; Es ist ein Mediensturm, der \u00fcber den beschaulichen Urlaubsort Praia da Luz in Portugal hereinbricht, als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":164105,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,551,13,1015,1584,14,15,1411,7118,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-164104","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-grossbritannien","11":"tag-headlines","12":"tag-justiz","13":"tag-kriminalitaet","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-niedersachsen","17":"tag-portugal","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-uk","20":"tag-united-kingdom","21":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","22":"tag-vereinigtes-koenigreich","23":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","24":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114624210123862559","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/164104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=164104"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/164104\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/164105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=164104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=164104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=164104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}