{"id":1643,"date":"2025-04-02T01:50:32","date_gmt":"2025-04-02T01:50:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1643\/"},"modified":"2025-04-02T01:50:32","modified_gmt":"2025-04-02T01:50:32","slug":"genehmigungs-boom-bei-windkraft-haelt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1643\/","title":{"rendered":"Genehmigungs-Boom bei Windkraft h\u00e4lt an"},"content":{"rendered":"<p>Die Windkraftbranche kann ihr Ausbautempo weiter erh\u00f6hen, zeigen j\u00fcngste Branchenzahlen. Die steigende Zahl neuer Genehmigungen versch\u00e4rft aber auch die Konkurrenz. Zudem streitet die k\u00fcnftige Koalition noch um das bundesweite Zwei-Prozent-Fl\u00e4chenziel.<\/p>\n<p>\t\t\tvon \t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<strong>J\u00f6rg Staude<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD \u00fcber ihren Regierungsvertrag beugen und auch \u00fcber den Strommarkt nachdenken, legt die Windkraft-Branche weiter an Tempo zu, besonders bei den Genehmigungen.<\/p>\n<p>Allein im Januar und Februar 2025 sind zusammen 1.780 Megawatt Windkraft neu genehmigt worden\u00a0\u2013 ein Plus von fast 60 Prozent gegen\u00fcber genehmigten 1.130 Megawatt in den beiden Monaten <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/strom\/ausbau-der-windkraft-schwaechelt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Jahr 2024<\/a>. Das besagen neue Angaben aus der Branche, die jetzt bekannt wurden.<\/p>\n<p class=\"add-placeholder-rectangle\">\u00a0<\/p>\n<p>Auch der Bruttozuwachs an Windkraft-Kapazit\u00e4t stieg den ersten beiden Monaten dieses Jahres kr\u00e4ftig \u2013 auf 613 Megawatt im Januar und Februar und damit etwa um ein Drittel gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum.<\/p>\n<p>Zur guten Bilanz tr\u00e4gt bei, dass sich der Zeitraum, um die Genehmigung zu bekommen, stark verk\u00fcrzte \u2013 von im Schnitt 23 Monaten im Jahr 2024 auf gegenw\u00e4rtig 16 Monate.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr den Genehmigungsboom sind vor allem die noch von der Ampel-Regierung angeschobenen Planungsbeschleunigungen. F\u00fcrs ganze Jahr 2025 rechnet die Branche nunmehr damit, dass bis zu 14.400 Megawatt Windkraft neu genehmigt werden k\u00f6nnten. Das w\u00fcrde den Spitzenwert von 14.000 Megawatt <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/strom\/windbranche-genehmigt-sich-hoffnung-fuer-2027\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im letzten Jahr<\/a> noch \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>Immer mehr genehmigte Windprojekte liegen auf Halde<\/p>\n<p>Die hohe Zahl neu zugelassener Windanlagen f\u00fchrt allerdings auch zu mehr Konkurrenz unter den Projektierern bei den Ausschreibungen. Bei der j\u00fcngsten Windkraft-Ausschreibung wurden genehmigte Projekte im Umfang von 4.900 Megawatt eingereicht \u2013 die Bundesnetzagentur erteilte aber nur f\u00fcr knapp 4.100 Megawatt einen Zuschlag, wie sie letzte Woche <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2025\/20250325_WindanLandSolar.html?nn=659670\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mitteilte<\/a>.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht nur, dass jedes f\u00fcnfte baureife Windkraft-Megawatt aufgeschoben wird, sondern auch, dass die Projekte knapper kalkuliert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bei der Ausschreibung lag das niedrigste Gebot, das von der Bundesnetzagentur noch einen Zuschlag erhielt, bei 5,62 Cent und das h\u00f6chste bei 7,13 Cent je Kilowattstunde. Im Schnitt gibt es f\u00fcr die Windprojekte eine garantierte Einspeiseverg\u00fctung von sieben Cent, im Vorjahr waren es noch 7,15 Cent gewesen.<\/p>\n<p>Der zunehmende Wettbewerb und die sinkenden Zuschlagswerte seien &#8222;rundum gute Nachrichten&#8220; f\u00fcr den Erneuerbaren-Ausbau, freute sich Klaus M\u00fcller, Pr\u00e4sident der Bundesnetzagentur. Ob das stimmt, muss sich noch zeigen. In der Branche gelten sieben Cent als Richtma\u00df, um Windkraft-Projekte gut zu finanzieren, weniger kann problematisch sein.<\/p>\n<p>Die Konkurrenz in den Ausschreibungen wird sich in diesem Jahr noch versch\u00e4rfen. Denn die Projektierer sollen insgesamt um die 6.300 Megawatt bereits genehmigter Windkraftanlagen &#8222;in der Pipeline&#8220; haben. In der n\u00e4chsten Ausschreibung im Mai stehen aber nur 3.400 Megawatt als Vergabevolumen bereit. So droht die Projekt-Halde immer gr\u00f6\u00dfer zu werden.<\/p>\n<p>Branche gegen Abschaffung des Zwei-Prozent-Fl\u00e4chenziels<\/p>\n<p>Auch von den k\u00fcnftigen Koalition\u00e4ren h\u00f6rt die Branche nicht nur gute Nachrichten. Union und SPD sind sich noch uneinig, ob das bundesweite <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/technik\/eine-million-fussballfelder-fuer-die-windkraft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zwei-Prozent-Fl\u00e4chenziel<\/a> f\u00fcr den Windkraftausbau beibehalten oder durch ein allgemeines Ziel f\u00fcr den \u00d6kostromausbau ersetzt wird. Letzteres will die Union, w\u00e4hrend die SPD weiterhin zwei Prozent der deutschen Landesfl\u00e4che f\u00fcr den Windkraftausbau reservieren will.<\/p>\n<p>Die neuerliche Debatte sieht die Branche kritisch. Alle Bundesl\u00e4nder seien dabei, die Fl\u00e4chenausweisung voranzubringen, betont <a href=\"https:\/\/www.bwe-seminare.de\/referenten-wolfram-axthelm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolfram Axthelm<\/a>. &#8222;Angesichts dessen w\u00e4re es fatal, w\u00fcrde das Zwei-Prozent-Fl\u00e4chenziel infrage gestellt und gegen ein \u00d6kostromziel ausgetauscht&#8220;, warnt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundesverbandes Windenergie (<a href=\"https:\/\/www.wind-energie.de\/verband\/organisation-und-struktur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BWE<\/a>) gegen\u00fcber Klimareporter\u00b0.<\/p>\n<p>&#8222;Das w\u00fcrde die vor Ort an der Ausweisung Beteiligten in den Kommunen und regionalen Planungsverb\u00e4nden vor den Kopf sto\u00dfen&#8220;, argumentiert Axthelm. Wollten Union und SPD den <a href=\"https:\/\/www.wind-energie.de\/themen\/zahlen-und-fakten\/deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausbau der Windenergie<\/a> erkl\u00e4rterma\u00dfen fortsetzen, m\u00fcsse das Fl\u00e4chenziel beibehalten werden.<\/p>\n<p class=\"placeholder-article-bottom\">\u00a0<\/p>\n<p>Sorgen machen der Branche auch j\u00fcngste Bestrebungen, Deutschlands k\u00fcnftigen Strombedarf geringer zu veranschlagen und den Ausbau der Erneuerbaren entsprechend zu strecken. Ausgangspunkt dieser Diskussion ist eine Mitte Januar von der Beratungsfirma McKinsey ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.mckinsey.de\/~\/media\/mckinsey\/locations\/europe%20and%20middle%20east\/deutschland\/news\/presse\/2025\/2025-01-20%20zukunftspfad%20stromnachfrage\/mckinsey_zukunftspfad%20stromnachfrage_januar%202025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Analyse<\/a>.<\/p>\n<p>Demnach f\u00fchren die schwache Wirtschaftslage sowie der verz\u00f6gerte Hochlauf von E\u2011Mobilit\u00e4t, W\u00e4rmepumpen und Wasserstoff-Elektrolyse dazu, dass der Strombedarf 2030 bei j\u00e4hrlich 530 Milliarden Kilowattstunden liegen wird \u2013 ungef\u00e4hr so hoch wie heute und deutlich unter der Annahme des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von 670 Milliarden Kilowattstunden.<\/p>\n<p>Axthelm warnt hier davor, sich von einem &#8222;kurzzeitigen Eindruck&#8220; beim Stromverbrauch leiten lassen. Schlie\u00dflich habe sich die angehende Koalition ausdr\u00fccklich zum Ziel gesetzt, die Wirtschaftskrise zu \u00fcberwinden, insofern werde der Stromverbrauch nicht auf einem so niedrigen Niveau verharren, erl\u00e4utert der BWE\u2011Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer auf Nachfrage. &#8222;Auch gehen wir von einem enorm wachsenden Bedarf durch die Digitalisierung aus, zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/technik\/rechnen-bis-zum-abwinken\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">durch Rechenzentren f\u00fcr\u00a0KI<\/a>.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Allerdings hatte auch die unabh\u00e4ngige Expertenkommission zum Monitoring der Energiewende j\u00fcngst wegen der langsameren Elektrifizierung einen deutlich geringeren Anstieg der Stromnachfrage <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/strom\/deutschland-steckt-in-der-stromklemme\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vorausgesagt<\/a>.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/component\/banners\/click\/86\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" title=\"Zukunft liebt Rebellinnen\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/klimareporter_Jubi-Kampagne_ContentAdRectangle.png\" alt=\"Die Zukunft liebt Rebell:innen\" width=\"300\" height=\"250\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Windkraftbranche kann ihr Ausbautempo weiter erh\u00f6hen, zeigen j\u00fcngste Branchenzahlen. 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