{"id":164490,"date":"2025-06-04T12:18:10","date_gmt":"2025-06-04T12:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/164490\/"},"modified":"2025-06-04T12:18:10","modified_gmt":"2025-06-04T12:18:10","slug":"israels-kampf-in-gaza-wie-reservisten-unter-dem-krieg-aechzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/164490\/","title":{"rendered":"Israels Kampf in Gaza: Wie Reservisten unter dem Krieg \u00e4chzen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.06.2025 13:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In Israel k\u00f6nnten 70.000 Ultraorthodoxe zum Milit\u00e4rdienst eingezogen werden. Doch das passiert nur selten. Stattdessen werden immer wieder die gleichen Reservisten in den Kampf geschickt. Dagegen gibt es Protest.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/jan-christoph-kitzler-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jan-Christoph Kitzler\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/kitzler-104.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSie sind laut &#8211; und an einer gro\u00dfen Kreuzung im Osten von Tel Aviv stehen sie auch im Weg. In Tel HaShomer ist eines der Einberufungszentren f\u00fcr Soldatinnen und Soldaten der israelischen Armee. Davor gibt es Schlangen: Gerade zieht Israel nicht nur regul\u00e4r die neuen Soldaten zum Wehrdienst ein &#8211; mit dem neuen massiven Vorr\u00fccken im Gazastreifen haben auch wieder Zehntausende Reservisten ihren Einberufungsbescheid bekommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAyelet steht da mit ihrem Protestschild, der Organisation, die sich &#8222;M\u00fctter an der Front&#8220; nennt. Sie fordert, dass der Krieg im Gazastreifen sofort endet, denn er sei &#8222;politisch geworden&#8220;: &#8222;Wir sind 70.000 M\u00fctter von Kampfsoldaten, und wir wollen nicht mehr mitmachen. Wir sind hier, um zu warnen: Wenn sich das nicht \u00e4ndern wird, werden wir Stra\u00dfen blockieren und verweigern. Wir haben genug!&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUmfragen zufolge sind rund 70 Prozent der israelischen Bev\u00f6lkerung daf\u00fcr, dass der Krieg in Gaza endet. Viele denken dabei jedoch weniger an die katastrophale humanit\u00e4re Lage im Gazastreifen, an die vielen Toten und Hungernden dort, an die fl\u00e4chendeckende Zerst\u00f6rung und die Entv\u00f6lkerung ganzer Gebiete.<\/p>\n<p>    Viele Reservisten werden immer wieder eingezogen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie meisten sorgen sich vor allem um die immer noch verschleppten Geiseln, die sie durch eine Fortsetzung des Krieges in Gefahr sehen. Und die M\u00fctter, die auf die Stra\u00dfe gehen, denken vor allem an die Familien. Das Problem sei, dass viele Reservisten immer wieder eingezogen w\u00fcrden, sagt Miri Bar On:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Selbst mein Sohn hat mittlerweile einen Punkt erreicht, an dem er sagt: &#8218;Genug&#8216;. Er hat ein Baby und ein kleines M\u00e4dchen zu Hause. Er wird nicht mehr hingehen. Und er ist nicht der Einzige. Auch meine Tochter, die Sanit\u00e4terin in einer Kampfeinheit ist, wird nicht mehr gehen. Wir alle, wir M\u00fctter, die hier stehen, haben Kinder, die in Kampfeinheiten dienen &#8211; wenn wir verzweifeln und unsere Kinder verzweifeln &#8211; wer wird dann noch zur Armee gehen?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie &#8222;M\u00fctter an der Front&#8220; wehren sich auch dagegen, dass ein Teil der Israelis die Belastungen nicht mittr\u00e4gt, das sind in ihren Augen die ultraorthodoxen Familien. Die Zahl ultraorthodoxer M\u00e4nner steigt, die sich lieber dem Studium der Thora widmen, als in der Armee zu dienen.<\/p>\n<p>Wehrpflicht f\u00fcr Ultraorthodoxe? Israels Regierung wankt<\/p>\n<p>            Der Streit in Israel um die Wehrpflicht f\u00fcr streng religi\u00f6se M\u00e4nner stellt die Regierung auf eine Probe. Der Oberste Gerichtshof erlie\u00df im Sommer 2024 ein Gesetz, wonach auch Ultraorthodoxe f\u00fcr den Milit\u00e4rdienst eingezogen werden sollen. Nach einer gescheiterten Kompromisssuche haben f\u00fchrende Rabbiner der mitregierenden Partei Vereinigtes Tora-Judentum den Austritt aus der Regierung angek\u00fcndigt. Mehrere Oppositionsparteien wollen kommende Woche einen Vorsto\u00df zur Aufl\u00f6sung des Parlaments unternehmen.<\/p>\n<p>Die rechts-religi\u00f6se Regierung unter Benjamin Netanjahu verf\u00fcgt \u00fcber eine Mehrheit von 68 von 120 Sitzen. Sie w\u00fcrde nur dann ihre Mehrheit verlieren, wenn auch die zweite strengreligi\u00f6se Partei, Schas, das B\u00fcndnis verl\u00e4sst. Die Partei Vereinigtes Tora-Judentum hat acht Mandate, die Schas hat elf Mandate.<\/p>\n<p>Ultraorthodoxe M\u00e4nner waren jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Die Regelung lief jedoch aus. Auf ein neues Gesetz konnte sich die Regierung nicht einigen, deshalb entschied der Oberste Gerichtshof. Viele ultraorthodoxe Juden empfinden die Wehrpflicht als Bedrohung ihres frommen Lebensstils &#8211; unter anderem, weil Frauen und M\u00e4nner gemeinsam dienen.\n        <\/p>\n<p>    Trotz Gerichtsurteil: Nur wenige Ultraorthodoxe in der Armee<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAmtlichen Zahlen zufolge k\u00f6nnten derzeit rund 70.000 ultraorthodoxe M\u00e4nner zwischen 18 und 24 Jahren eingezogen werden, seit der Oberste Gerichtshof entsprechend entschieden hat. Tats\u00e4chlich haben seit letztem Jahr aber nur 1.721 den Wehrdienst angetreten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie M\u00fctter sprechen von den wirtschaftlichen Folgen f\u00fcr Familien, von psychischen Problemen, Familien, die auseinanderbrechen &#8211; infolge langer Zeiten als Reservesoldaten.<\/p>\n<p>    Israels Armee fehlen viele M\u00e4nner und Frauen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach offiziellen Angaben fehlen der israelischen Armee zur Zeit 12.000 Soldaten, davon mehr als die H\u00e4lfte in Kampfeinheiten. Und weil das so ist, werden immer wieder die gleichen Reservisten eingezogen. Auch deshalb ist Ayelet gegen den Krieg:<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir wollen, dass diese politische F\u00fchrung geht und dass man damit beginnt, nach dem Gesetz zu handeln&#8220;, sagt sie. &#8222;Heute vor einem Jahr gab es das historische Gerichtsurteil, das entschied, alle Ultraorthodoxen zum Wehrdienst zu verpflichten. Seither hat sich nichts ge\u00e4ndert. Nichts, es reicht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie rechtsextreme Regierung unter Benjamin Netanjahu zeigt sich von der Kritik und den Umfragen unbeeindruckt &#8211; wie auch an der internationalen Kritik an der Kriegsf\u00fchrung im Gazastreifen. Die &#8222;M\u00fctter an der Front&#8220; wollen deshalb weiter auf die Stra\u00dfe gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.06.2025 13:32 Uhr In Israel k\u00f6nnten 70.000 Ultraorthodoxe zum Milit\u00e4rdienst eingezogen werden. 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