{"id":165352,"date":"2025-06-04T20:00:09","date_gmt":"2025-06-04T20:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/165352\/"},"modified":"2025-06-04T20:00:09","modified_gmt":"2025-06-04T20:00:09","slug":"20-000-menschen-evakuiert-um-19-19-uhr-waren-die-weltkriegsbomben-in-koeln-entschaerft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/165352\/","title":{"rendered":"20.000 Menschen evakuiert: Um 19.19 Uhr waren die Weltkriegsbomben in K\u00f6ln entsch\u00e4rft"},"content":{"rendered":"<p>                    20.000 Menschen evakuiert<br \/>\n                Um 19.19 Uhr waren die Weltkriegsbomben in K\u00f6ln entsch\u00e4rft<\/p>\n<p>\t\t\t\t              04.06.2025, 21:27 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Es ist eine Herkules-Aufgabe: In K\u00f6ln m\u00fcssen drei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entsch\u00e4rft werden. Dazu werden gro\u00dfe Teile der Innenstadt gesperrt, der Verkehr erliegt und 20.000 Menschen werden in Sicherheit gebracht. Um 19.19 Uhr ist der Spuk vorbei &#8211; sogar schneller als geplant. <\/strong><\/p>\n<p>Leer gefegte Stra\u00dfen, geschlossene Gesch\u00e4fte und eine verlassene RTL-Sendezentrale: Die K\u00f6lner City hat sich durch die gr\u00f6\u00dfte Evakuierung der Nachkriegszeit in eine Geisterstadt verwandelt. Mehr als 20.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Am Abend wurden dann am Rheinufer im Stadtteil Deutz drei amerikanische Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entsch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Gegen 19.19 Uhr hatten Spezialisten des Kampfmittel-R\u00e4umdienstes alle drei Bomben unsch\u00e4dlich gemacht &#8211; und damit schneller als erwartet: in nur rund einer statt der veranschlagten mindestens eineinhalb Stunden. Stra\u00dfen und Br\u00fccken wurden nach und nach wieder freigegeben, die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zur\u00fcckkehren. Mit Verkehrsbehinderungen musste noch eine Weile gerechnet werden. K\u00f6lns Oberb\u00fcrgermeisterin Henriette Reker dankte allen Beteiligten, &#8222;die die gr\u00f6\u00dfte Evakuierungsaktion in K\u00f6ln seit 1945 so herausragend professionell durchgef\u00fchrt haben&#8220;.<\/p>\n<p>In einem 1000-Meter-Radius rund um die Fundstelle im Stadtteil Deutz hie\u00df es zuvor: Alle m\u00fcssen raus. Betroffen waren mehrere gro\u00dfe Unternehmen, 9 Schulen und 58 Hotels. In der Sperrzone lagen auch ein Krankenhaus, zwei Alten- und Pflegeheime, viele Museen und der Fernsehsender RTL. Auch der Bahnhof K\u00f6ln-Messe\/Deutz wurde gesperrt. Weil mit der Hohenzollernbr\u00fccke am K\u00f6lner Dom zudem die meistbefahrene deutsche Eisenbahnbr\u00fccke gesperrt wurde, kam der Bahnverkehr \u00fcber den Rhein zum K\u00f6lner Hauptbahnhof zum Erliegen.<\/p>\n<p>Eine Person verweigert Evakuierung<\/p>\n<p>Lediglich ein Bewohner in der K\u00f6lner Altstadt hatte sich geweigert, seine Wohnung zu verlassen und damit den Beginn der Entsch\u00e4rfung verz\u00f6gert. Schlie\u00dflich musste auch noch eine Person in Deutz in Sicherheit gebracht werden.<\/p>\n<p>Zuvor waren die Evakuierungsma\u00dfnahmen nach Plan verlaufen. Auch drei zentrale Br\u00fccken wurden f\u00fcr den Verkehr gesperrt. Dann sollten sich in der gesamten Evakuierungszone nur noch zwei Experten der Kampfmittelbeseitigung aufhalten.<\/p>\n<p>Seit dem Morgen wurden Stra\u00dfensperren rund um den Sperrbezirk errichtet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes gingen umher und checkten, ob wirklich alles leer ist. Stra\u00dfe f\u00fcr Stra\u00dfe, Haus um Haus. Ein ganzes St\u00fcck Arbeit, denn die K\u00f6lner Innenstadt ist laut Ralf Mayer, Leiter des Ordnungsamtes, die am dichtesten besiedelte in ganz Europa.<\/p>\n<p> Drohne \u00fcberwacht den Sperrkreis<\/p>\n<p>Die Feuerwehr setzte erstmals testweise eine Drohne mit Kamera ein, um zu beobachten, ob sich Menschen in der Evakuierungszone aufhalten. Die Drohne sei auch mit W\u00e4rmebildkamera und einem Lautsprecher ausgestattet, sagte ein Sprecher.<\/p>\n<p>Der Fernsehsender RTL sendete vor\u00fcbergehend aus dem Au\u00dfenbezirk K\u00f6ln-Ossendorf und aus Berlin. Die Lanxess-Arena musste einen Auftritt des Komikers Tedros &#8222;Teddy&#8220; Teclebrhan auf Sonntag verlegen, die Philharmonie ein Konzert des WDR-Sinfonieorchesters absagen.<\/p>\n<p>Paare, die im Historischen Rathaus heiraten wollten, mussten ihre Hochzeit immerhin nicht absagen &#8211; allerdings fand die Trauung im wenig glamour\u00f6sen Porz statt. Standesbeamtin Manuela Beilmann wusste den Paaren den neuen Ort jedoch schmackhaft zu machen: &#8222;Hier ist der einzige Trauort, an dem sie direkt am Rhein heiraten k\u00f6nnen &#8211; mit Blick auf den Dom&#8220;, schw\u00e4rmte sie im WDR.<\/p>\n<p>8 Uhr, Stadtteil Deutz: Ausnahmsweise herrschte in dem rechtsrheinischen Viertel mal keine Parkplatznot. Viele Bewohner waren zu Familien oder Freunden au\u00dferhalb der Sperrzone gefahren &#8211; oft mit Notfallgep\u00e4ck im Kofferraum, denn wann sie wieder in ihre Wohnungen zur\u00fcckd\u00fcrfen, konnte ihnen niemand sagen. &#8222;Mein Mann f\u00e4hrt zur Arbeit, unser Sohn geht nach der Schule zu Freunden, und ich fahre zu meinen Eltern&#8220;, sagte eine Deutzerin, die gerade die Haust\u00fcr hinter sich zuzog. &#8222;Wenn es nicht anders geht, k\u00f6nnen wir da auch jeweils \u00fcbernachten.&#8220;<\/p>\n<p>Shuttle-Service bringt Menschen zu Sammelstellen<\/p>\n<p>An Laternenpfosten wiesen Schilder den Weg zu Sammelpl\u00e4tzen, von denen ein Shuttle-Service Personen, die nicht anderswo unterkommen konnten, zu Sammelstellen brachte. In sozialen Medien warben einige Lokale in der N\u00e4he speziell um Menschen, die nicht zu Hause sein durften: &#8222;Kaffeemaschine ist an und Homeoffice k\u00f6nnt ihr auch bei uns machen&#8220;, schrieb ein Caf\u00e9-Besitzer. Ein Kleingartenbesitzer bot &#8222;einen Ort zum Verweilen, auch mit Hund&#8220; an.<\/p>\n<p>Die Sperrung des Zentrums der viertgr\u00f6\u00dften Stadt Deutschlands mit insgesamt 1,1 Millionen Einwohnern strahlte weit ins Umland aus. Der Hauptbahnhof befand sich zwar nicht im Evakuierungsbereich, wurde aber mit der Sperrung der Hohenzollernbr\u00fccke vor\u00fcbergehend zum Kopfbahnhof. Auch die Schifffahrt auf dem Rhein musste vor\u00fcbergehend pausieren.<\/p>\n<p>So wirkt der Zweite Weltkrieg auch nach \u00fcber 80 Jahren immer noch in den Alltag hinein. In ganz Nordrhein-Westfalen w\u00fcrden pro Jahr 1500 bis 2000 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, von den gro\u00dfen Kalibern so wie jetzt in K\u00f6ln etwa 200 pro Jahr, sagte Kai Kulschewski, Dezernent f\u00fcr Kampfmittelbeseitigung bei der Bezirksregierung D\u00fcsseldorf, im WDR-&#8222;Morgenecho&#8220;.<\/p>\n<p>K\u00f6ln geh\u00f6rte zu den am st\u00e4rksten bombardierten St\u00e4dten des Zweiten Weltkriegs. Der einsame schwarze Dom inmitten einer kompletten Tr\u00fcmmerw\u00fcste wurde weit \u00fcber die Stadt hinaus zum Symbolbild f\u00fcr die Zerst\u00f6rungen des Krieges. Und so war es an diesem Tag vermutlich emotional nicht unwichtig f\u00fcr die K\u00f6lnerinnen und K\u00f6lner, dass ihr geliebter Dom ganz knapp au\u00dferhalb der Sperrzone lag. Touristen und Einwohner konnten dort weiterhin ein Kerzchen anz\u00fcnden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"20.000 Menschen evakuiert Um 19.19 Uhr waren die Weltkriegsbomben in K\u00f6ln entsch\u00e4rft 04.06.2025, 21:27 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":165353,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[8159,29,30,984,1420,1209,121,2657],"class_list":{"0":"post-165352","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-bombenfunde","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-international","12":"tag-koeln","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-polizei","15":"tag-zweiter-weltkrieg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114626876256664073","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/165352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=165352"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/165352\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/165353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=165352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=165352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=165352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}