{"id":165848,"date":"2025-06-05T00:23:08","date_gmt":"2025-06-05T00:23:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/165848\/"},"modified":"2025-06-05T00:23:08","modified_gmt":"2025-06-05T00:23:08","slug":"sorge-um-deutsche-goldreserven-so-will-trump-die-us-notenbank-unterwerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/165848\/","title":{"rendered":"Sorge um deutsche Goldreserven: So will Trump die US-Notenbank unterwerfen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Fed ist die letzte Bastion der \u00f6konomischen Vernunft in Donald Trumps Politik des Chaos. Wie Elite-Unis, Gerichte und Beh\u00f6rden will der US-Pr\u00e4sident auch die Zentralbank unterwerfen. Die Folgen f\u00fcr die Wirtschaft w\u00e4ren verheerend &#8211; nicht nur in Amerika.<\/strong><\/p>\n<p>Das erste offizielle Treffen verlief wohl kaum so, wie Donald Trump es geplant hatte. Vergangene Woche hatte er Fed-Chef Jerome Powell zum Rapport ins Wei\u00dfe Haus bestellt. Es ging darum, Amerikas oberstem Notenbanker einen Befehl zu erteilen: Die Zinsen m\u00fcssen runter &#8211; Trump braucht Wachstum und Jobs, die ihn gut aussehen lassen. Doch Powell machte keinerlei Anstalten, das Knie zu beugen.<\/p>\n<p>Nach dem Treffen setzte er eine unmissverst\u00e4ndliche Botschaft ab: Er habe mit Trump &#8222;seine Erwartungen zur Geldpolitik nicht diskutiert&#8220;, lie\u00df der Fed-Chef schriftlich verk\u00fcnden. Zinsentscheidungen w\u00fcrden &#8222;allein anhand sorgf\u00e4ltiger, objektiver und nicht-politischer Faktoren&#8220; getroffen &#8211; &#8222;wie es das Gesetz verlangt&#8220;.<\/p>\n<p> Dass der oberste W\u00e4hrungsh\u00fcter der USA gezwungen ist, das Offensichtliche derart zu betonen, spricht B\u00e4nde. Seit Monaten schon macht Trump \u00f6ffentlich Druck auf Powell. &#8222;Herr Zusp\u00e4t, ein totaler Loser&#8220; solle die Zinsen endlich senken, und zwar &#8222;JETZT&#8220;, schrieb Trump im gewohnt aggressiven Stil auf seiner Plattform Truth Social. Diesen Showdown gab es auch schon in Trumps erster Amtszeit. Schon damals hatte Trump versucht, die Fed und ihren <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Wie-Trump-versucht-die-Fed-zu-unterwerfen-article20970058.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Chef zu unterwerfen<\/a>, kurz nachdem er ihn selbst ernannt hatte. Schon damals wetterte Trump, Powell sei &#8222;verr\u00fcckt&#8220; geworden und solle endlich die Zinsen senken.<\/p>\n<p>Damals scheiterte er. Doch bei der jetzigen Wiederauflage des Duells ist vieles anders. Weder der Supreme Court noch der Kongress gebieten Trump noch Einhalt wie damals. Die Notenbank ist eine letzte Bastion der \u00f6konomischen Vernunft, die Powell gegen das Trommelfeuer aus Dekreten und Gesetzesverst\u00f6\u00dfen aus dem Wei\u00dfen Haus verteidigt. Wie<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Weisses-Haus-nimmt-Harvard-erneut-ins-Visier-article25804080.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\"> Universit\u00e4ten<\/a>, unabh\u00e4ngige <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Musk-will-Verbraucherschutzbehoerde-abschaffen-article25393074.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Aufsichtsbeh\u00f6rden<\/a> und die<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Trump-bezeichnet-Handelsrichter-als-Hinterzimmer-Gauner-article25802080.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\"> Justiz <\/a>will Trump sie schleifen, weil sie seine Macht begrenzt. Diesmal scheint er gewillt, daf\u00fcr notfalls alle rechtlichen Grenzen zu \u00fcberschreiten. <\/p>\n<p>Trump will Wachstum und Jobs auf Befehl<\/p>\n<p>Die Konsequenzen k\u00f6nnten verheerend sein. Die Unabh\u00e4ngigkeit der US-Zentralbank ist ein Grundpfeiler, auf dem das Fundament des Weltfinanzsystems ruht. Die Kreditw\u00fcrdigkeit der USA ist durch Amerikas <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Amerikas-Schuldenberg-ist-akut-einsturzgefaehrdet-article25799692.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">einsturzgef\u00e4hrdeten Schuldenberg<\/a> bereits akut bedroht. Ger\u00e4t nun auch noch die Fed ins Wanken, k\u00f6nnte das die US-Wirtschaft und das Vertrauen in den Dollar dauerhaft besch\u00e4digen und wom\u00f6glich einen globalen Finanzcrash ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Aus gutem Grund sind Notenbanken in Demokratien politisch unabh\u00e4ngig. Von den Entscheidungen der Fed h\u00e4ngen Billionen ab: die Zinskosten und Gewinne von Konzernen, der Dollar-Wechselkurs, Wachstum, Inflation und Jobs. Deshalb setzt sie die Leitzinsen ohne R\u00fccksicht auf kurzfristige Einzelinteressen anhand von Wirtschaftsdaten fest &#8211; damit die Inflation auf Dauer niedrig und die Besch\u00e4ftigung hoch bleibt. <\/p>\n<p>Trump will das \u00e4ndern. Er will, dass die Zentralbank auf Befehl Geld druckt, Wachstum und Jobs per Knopfdruck liefert, mit denen er bei seinen W\u00e4hlern punkten kann. So haben es sich viele US-Pr\u00e4sidenten seit Richard Nixon gew\u00fcnscht, der seinen Zentralbankchef n\u00f6tigte, vor der Wahl 1972 die Zinsen zu senken. Doch Trump will sich das Recht, die Zinspolitik zu bestimmen, nun ganz offiziell sichern: &#8222;Ich finde der Pr\u00e4sident sollte dabei mindestens ein Mitspracherecht haben&#8220;, sagte er <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Trump-will-bei-Fed-Entscheidungen-mitreden-koennen-article25147776.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">schon im Wahlkampf<\/a>. <\/p>\n<p>Um Powell auf Linie zu bringen, hat Trump viele Optionen. Eine ist, \u00f6ffentlich Druck zu machen, damit dieser einknickt. Diese Kampagne l\u00e4uft schon seit Monaten, wie auch gegen missliebige Richter, Beh\u00f6rdenchefs und politische Gegner. Doch als einer der wenigen Beamten hat Powell standgehalten &#8211; anders etwa als FBI-Chef Christopher Wray, der schon vor Trumps Amtsantritt in vorauseilendem Gehorsam selbst seinen Posten r\u00e4umte.<\/p>\n<p>Supreme Court zieht rote Linie <\/p>\n<p>Zudem hat Trump immer wieder \u00f6ffentlich damit geflirtet, den Fed-Chef einfach abzuservieren: &#8222;Powells Entlassung kann nicht schnell genug kommen!&#8220;, polterte er etwa im April. Doch dessen Amtszeit l\u00e4uft noch bis Mai 2026. Und ob Trump ihn feuern kann, ist juristisch h\u00f6chst umstritten.<\/p>\n<p>Die Fed ist eine unabh\u00e4ngige Beh\u00f6rde, ihre Gouverneure k\u00f6nnen laut Gesetz nur aus triftigem Grund gefeuert werden: &#8222;Unf\u00e4higkeit, Pflichtvernachl\u00e4ssigung oder Amtsmissbrauch&#8220;. Doch was genau das hei\u00dft, wurde nie juristisch getestet. Denn au\u00dfer Trump hat bisher niemand auch nur daran gedacht, den Fed-Chef vorzeitig rauszuschmei\u00dfen. Der Supreme Court hat k\u00fcrzlich entschieden, dass Trump das Recht hat, die Leiter anderer ebenfalls unabh\u00e4ngiger Beh\u00f6rden zu entlassen &#8211; und gleichzeitig versucht, eine rote Linie bei der Fed zu ziehen. Diese sei als &#8222;einzigartig strukturierte, quasi-private Institution&#8220; besonders gesch\u00fctzt, hei\u00dft es in dem Urteil. Die Frage ist, ob Trump dies abh\u00e4lt. <\/p>\n<p>Denn der Pr\u00e4sident und seine Entourage sind Anh\u00e4nger der sogenannten einheitlichen Exekutivtheorie. Sie glauben, dass Trump jeden Beamten feuern kann &#8211; weil er als eine Art nationaler CEO, der das Land wie eine Firma managt, bedingungslosen Gehorsam von jedem seiner Mitarbeiter verlangen kann. Das &#8222;Wall Street Journal&#8220; berichtete schon im vergangenen Jahr, dass in Trumps Umfeld Pl\u00e4ne zirkulierten, ihn an den Zinsentscheidungen zu beteiligen und quasi zum inoffiziellen Mitglied des Fed-Gouverneursrats zu machen. Denkbar w\u00e4re auch, dass Trump Powell nicht feuert, sondern nur zum normalen Mitglied des Leitungsgremiums degradiert und gleichzeitig einen seiner Kollegen zum Fed-Chef beruft. Dann g\u00e4be es wom\u00f6glich zwei Geldp\u00e4pste, die sich gegenseitig blockieren. <\/p>\n<p>&#8222;Dramatischste Flucht aus US-Verm\u00f6genswerten&#8220; droht<\/p>\n<p>Trump werkelt l\u00e4ngst auch daran, Powell zu entmachten, ohne ihn formal zu entlassen. Schon im Februar unterschrieb er ein Dekret: Die Fed und andere unabh\u00e4ngige Aufsichtsbeh\u00f6rden, die seiner Politik im Weg stehen, m\u00fcssen seitdem s\u00e4mtliche Verordnungen vorab vom Wei\u00dfen Haus absegnen lassen. Faktisch ist ihre Macht damit schon stark eingeschr\u00e4nkt. Und Finanzminister Scott Bessent denkt laut dar\u00fcber nach, einen Schatten-Fed-Chef zu nominieren. Das Ziel: &#8222;Niemand schert sich dann noch wirklich darum, was Jerome Powell zu sagen hat&#8220;.<\/p>\n<p>Die Glaubw\u00fcrdigkeit der Fed erodiert aufgrund dieser Attacken immer weiter. Und mit ihr das Vertrauen der M\u00e4rkte darauf, dass die Inflation nicht durch Trumps politischen Zinssenkungsdruck pl\u00f6tzlich explodiert. Diese Angst droht, Investitionen und Konsum abzuw\u00fcrgen und die Wirtschaft auf Talfahrt zu schicken. Letztlich w\u00e4re es bei Trumps willk\u00fcrlichen Angriffen auf die Fed dasselbe wie bei seinem Zoll-Chaos: Niemand wei\u00df mehr, was als N\u00e4chstes kommt, wenn Zinsen nicht mehr von wirtschaftlicher Logik, sondern allein von den Launen des Pr\u00e4sidenten abh\u00e4ngen. Diese Unsicherheit k\u00f6nnte sich dauerhaft an den M\u00e4rkten einnisten &#8211; und schlimmstenfalls zu einer globalen Finanzpanik f\u00fchren.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn Powell gefeuert w\u00fcrde, g\u00e4be es die dramatischste Flucht aus US-Verm\u00f6genswerten, die man sich vorstellen kann&#8220;, zitiert &#8222;Euronews&#8220; einen Londoner Investment-Analysten. &#8222;Die Rolle des Dollars als Reservew\u00e4hrung der Welt w\u00e4re dahin, zusammen mit der Funktion von US-Staatsanleihen als sicherer Hafen &#8211; beides wahrscheinlich auf Dauer.&#8220; <\/p>\n<p>Deutschland w\u00fcrde der Untergang der Fed nicht nur durch die anschlie\u00dfende globale Finanzpanik hart treffen. Noch etwas Anderes ist wom\u00f6glich in Gefahr: Gut 1240 Tonnen Gold &#8211; mehr als ein Drittel ihrer gesamten Reserven &#8211; lagert die Bundesbank aktuell noch in den Hochsicherheitstresoren der Fed in New York. Seit 2013 hat sie den Bestand bei der US-Notenbank kontinuierlich heruntergefahren. &#8222;Trump ist unberechenbar&#8220;, sagt der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. &#8222;Man kann nicht ausschlie\u00dfen, dass er kreative Ideen entwickelt f\u00fcr den Umgang mit ausl\u00e4ndischen Goldreserven.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Fed ist die letzte Bastion der \u00f6konomischen Vernunft in Donald Trumps Politik des Chaos. 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