{"id":166543,"date":"2025-06-05T06:57:09","date_gmt":"2025-06-05T06:57:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/166543\/"},"modified":"2025-06-05T06:57:09","modified_gmt":"2025-06-05T06:57:09","slug":"something-beautiful-die-experimentierfreude-der-miley-cyrus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/166543\/","title":{"rendered":"&#8222;Something Beautiful&#8220;: Die Experimentierfreude der Miley Cyrus"},"content":{"rendered":"<p>Die musikalische Vita von Miley Cyrus ist voller Br\u00fcche. Denn es gibt wohl kein Album, auf dem sie nicht zumindest versucht, sich als K\u00fcnstlerin neu zu erfinden. Aber keiner diese Versuche war bislang so tiefgreifend wie jener, den sie auf ihrem neuesten Album &#8222;Something Beautiful&#8220; wagt.<\/p>\n<p>Doch bevor man genauer auf dieses blicken kann, muss man versuchen zu verstehen, woher Cyrus&#8216; ja schon beinahe rastloses Streben nach Ver\u00e4nderung kommt. Und dazu muss man sich zun\u00e4chst einmal ansehen, woher die US-S\u00e4ngerin kommt: Ber\u00fchmt wurde sie 2006 mit der Disney-Serie &#8222;Hannah Montana&#8220;, in der sie eine Sch\u00fclerin spielt, die ein Doppelleben als S\u00e4ngerin f\u00fchrt. Und danach, ungef\u00e4hr ab dem Jahr 2013 war sie f\u00fcr viele lange Zeit nur die Frau, die sich fast nackt auf einer riesigen Abrissbirne r\u00e4kelte.<\/p>\n<p>Erster Grammy f\u00fcr den Song &#8222;Flowers&#8220;<\/p>\n<p>Als ernstzunehmende K\u00fcnstlerin hat die Musikwelt Miley Cyrus lange nicht wahrgenommen. Obwohl sie \u00fcber die Jahre Millionen Alben verkauft und eine junge Generation mit ihrer Musik gepr\u00e4gt hat \u2013 die Auszeichnungen haben immer andere bekommen. Ein Umstand, der sie verletzt habe, <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/05\/31\/magazine\/miley-cyrus-interview.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie sie erst k\u00fcrzlich im New York Times Podcast &#8222;The Interview&#8220; erz\u00e4hlte<\/a> (externer Link, m\u00f6glicherweise Bezahl-Inhalt). Insofern sei es eine sp\u00e4te Genugtuung gewesen, als sie dann 2024 ihren ersten Grammy f\u00fcr den Song &#8222;Flowers&#8220; bekam \u2013 da war sie schon fast 20 Jahre im Popgesch\u00e4ft unterwegs. Und wenn man so will, hat sie sich mit &#8222;Flowers&#8220; und dem dazugeh\u00f6rigen Album &#8222;Endless Summer Vacation&#8220; freigeschwommen \u2013 und den Grundstein gelegt f\u00fcr ihr neues Album &#8222;Something Beautiful&#8220;.<\/p>\n<p>Dieses Album, das vergangenen Freitag auf den Markt kam, ist die ultimative Z\u00e4sur im musikalischen Schaffen von Miley Cyrus. Zwar bewegte sie sich auch davor immer wieder zwischen den Genre-Grenzen, war mal Popsternchen, mal Country Girl, mal Rockr\u00f6hre. Aber so konsequent experimentell wie auf &#8222;Something Beautiful&#8220; hat man sie noch nie geh\u00f6rt \u2013 im \u00dcbrigen auch keine ihrer erfolgreichen Kolleginnen wie Taylor Swift, Dua Lipa oder Sabrina Carpenter.<\/p>\n<p>Das beginnt schon beim Er\u00f6ffnungstrack. In &#8222;Prelude&#8220; verschr\u00e4nken sich zwei gegeneinander laufende Arpeggios in einem Soundkn\u00e4uel, das sich zum Ende hin in einem epischen Streicherfinale aufb\u00e4umt. Und als w\u00e4re nichts gewesen, beginnt der n\u00e4chste Song &#8222;Something Beautiful&#8220; ganz l\u00e4ssig mit angejazztem Bass \u00fcber verhalltem Rhodes-Piano, bevor er in der Mitte pl\u00f6tzlich in einen verzerrten Gewittersturm ausbricht, sich aber genauso schnell wieder beruhigt. <\/p>\n<p>Die Sache mit dem Polypen<\/p>\n<p>Dar\u00fcber liegt die rauchige Stimme von Miley Cyrus, die sich durch ihren kratzig, warmen Klang so einzigartig abhebt von den sauber geschliffenen Gesangslinien vieler k\u00fcnstlerischer Weggef\u00e4hrtinnen. In ihrer Gesangsrange erweist sie eine enorme Flexibilit\u00e4t. Das ist eigentlich nichts Neues, \u00fcberrascht aber insofern, als zuletzt doch \u00fcberall von einem Stimmbandpolypen zu lesen war, der ihr Liveauftritte zumindest erschwert, weil sich das Singen damit so anf\u00fchle, &#8222;als w\u00fcrde man mit Gewichten an den Fu\u00dfgelenken einen Marathon laufen&#8220;, <a href=\"https:\/\/music.apple.com\/de\/music-video\/miley-cyrus-the-zane-lowe-interview\/1815588762\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie Miley Cyrus bei Zane Lowe bei Apple Music erz\u00e4hlt<\/a> (externer Link, m\u00f6glicherweise Bezahl-Inhalt).<\/p>\n<p>Von einem Polypen ist auf &#8222;Something Beautiful&#8220; in jedem Fall nichts zu h\u00f6ren. Vielmehr ein gro\u00dfer Genremix. Da ist der schwelgende Popsong &#8222;End of the World&#8220;, das funkige &#8222;Easy Lover&#8220;, der EDM-Stampfer &#8222;Walk of Fame&#8220;. Wer einen musikalischen roten Faden auf dem Album sucht, wird diesen nicht finden. Und das ist vielleicht sogar gewollt. Denn die ewig suchende Miley Cyrus hat ihren Frieden gemacht. Wie sie bei Zane Lowe erz\u00e4hlte, habe sie all ihre Songs lieben gelernt, all die unterschiedlichen Genres und Kl\u00e4nge, an denen sie sich all die Jahre versucht hat. Und das h\u00f6rt man &#8222;Something Beautiful&#8220; an.<\/p>\n<p>Herausgekommen ist ein spannendes Album, das immer dann eine Abzweigung nimmt, wenn man meint, man h\u00e4tte verstanden, wo Miley Cyrus gerade hinwill. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die musikalische Vita von Miley Cyrus ist voller Br\u00fcche. 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