{"id":167514,"date":"2025-06-05T16:02:08","date_gmt":"2025-06-05T16:02:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/167514\/"},"modified":"2025-06-05T16:02:08","modified_gmt":"2025-06-05T16:02:08","slug":"duesseldorf-setzt-weiter-auf-die-hauptschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/167514\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf setzt weiter auf die Hauptschule"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In D\u00fcsseldorf stehen die Chancen auf Erhalt der Hauptschulen gut. Auch wenn der Druck auf die Existenz dieser Schulform gro\u00df ist. Denn die Hauptschulen sind bei den Erst-Anmeldungen nur wenig nachgefragt, der Abstand zu allen anderen Schulformen ist hier \u00e4hnlich gro\u00df wie die Vorurteile bei Eltern und Viertkl\u00e4sslern gegen eine Schulform, an der vor Jahrzehnten noch die Mehrheit der Heranwachsenden unterrichtet wurde. F\u00fcr weiteren, wom\u00f6glich existenziellen Sch\u00fclerschwund k\u00f6nnte zudem eine aktuelle \u00c4nderung der NRW-Schulgesetzgebung sorgen, die Hauptschulzweige an Realschulen erm\u00f6glichen soll.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch setze darauf, dass wir als selbstst\u00e4ndige Schulform erhalten bleiben\u201c, sagt Veranika Loose. Die Vollblut-P\u00e4dagogin arbeitet seit zw\u00f6lf Jahren an der Hauptschule Am Eller Forst (vormals Bernburger Stra\u00dfe), zun\u00e4chst als Konrektorin, seit 2018 als Schulleiterin. Im Geb\u00e4ude an der Vennhauser Allee riecht es immer noch nach Neubau. Pausenbereich, Lehrerzimmer, Fachr\u00e4ume \u2013 alles sieht tipptop und hochmodern aus. Ein einladendes Konzept weit weg von der klassischen Flurschule mit verschlossenen R\u00e4umen auf der linken und der rechten Seite. \u201eWir f\u00fchlen uns wohl\u201c, sagen Sch\u00fcler, die auf dem Weg in den Unterricht sind.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Loose sieht das Geb\u00e4ude, das im Rahmen der milliardenschweren D\u00fcsseldorfer Schulbau-Offensive errichtet wurde, als Bekenntnis des Schultr\u00e4gers, also der Stadt, zu dieser Schulform. Nach 20 Erst-Anmeldungen im Februar stieg diese Zahl am Eller Forst auf inzwischen 45. \u201eDas hei\u00dft, wir werden wieder zwei f\u00fcnfte Klassen bilden. Ab der siebten sind wir dann dreiz\u00fcgig, weil wir \u2013 vor allem nach der Erprobungsstufe \u2013 Sch\u00fcler aufnehmen, die an anderen Schulformen nicht zurechtkamen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Vergleich sind die Zahlen am Vennhauser Standort gut. Doch muss es im dreigliederigen Teil des Schulsystems neben dem Gymnasium, das von mehr als der H\u00e4lfte der Viertkl\u00e4ssler gew\u00e4hlt wird, wirklich zwei getrennte Schulformen mit Angeboten bis Klasse 10 geben? \u201eJa, daf\u00fcr gibt es gute Gr\u00fcnde\u201c, sagt Loose. Denn die Kinder, die zu ihr kommen, br\u00e4uchten kleine Klassen, eine intensive Beziehungsarbeit und besondere Methoden, um Selbstwirksamkeit zu erfahren. Was sich nach P\u00e4dagogen-Deutsch anh\u00f6rt, f\u00fcllt die Schule in Vennhausen mit Leben. Der Bogen ist weit gespannt und reicht von AGs, in denen Nistk\u00e4sten gebaut und der Schulgarten gepflegt wird, \u00fcber eine Sch\u00fclerfirma, die dabei hilft, drei Mal pro Woche ein kostenloses Fr\u00fchst\u00fcck zu servieren, bis zu den zahlreichen Kontakten in die Berufswelt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">All das bedeutet viel ambitionierte Arbeit. Denn an Looses Schule haben 81,3 Prozent der Jungen und M\u00e4dchen einen <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/migrationshintergrund\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Migrationshintergrund<\/a>, 55 Nationen weist die Statistik aus und auch die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/inklusion\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Inklusion<\/a> erfordert besonderes Engagement. 45 Kinder mit erh\u00f6hten F\u00f6rderbedarfen \u2013 vor allem im Bereich Lernen \u2013 werden hier gemeinsam mit allen anderen unterrichtet. Zwei Sonderp\u00e4dagogen, vier Schulsozialarbeiter, eine multiprofessionelle Kraft und eine Alltagshelferin unterst\u00fctzen das Kollegium. Am Ende erreicht, so Loose, ein Drittel der rund 60 Sch\u00fcler einer Jahrgangsstufe den mittleren Schulabschluss, den auch Realsch\u00fcler nach Klasse 10 erwerben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die geplanten Hauptschulzweige sieht die 42-j\u00e4hrige P\u00e4dagogin eher als Alternative f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum, da dort wom\u00f6glich die Sch\u00fclerzahlen f\u00fcr eigene Hauptschul-Standorte nicht ausreichten. \u201eGibt es genug Kinder, macht es unbedingt Sinn, uns in einer Stadt als eigene S\u00e4ule zu erhalten. Denn die Zielgruppe ist eben doch anders als an Realschulen und es bringt wenig, diese Kinder aufzunehmen, ohne die p\u00e4dagogischen Konzepte grundlegend anzupassen und zu \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u00c4hnlich sch\u00e4tzt das Alexander Schrimpf, Leiter der Werner-von-Siemens-Realschule in D\u00fcsseltal, ein. \u201eBei bestimmten Kindern k\u00f6nnen die Hauptschulen besser und punktgenauer auf deren Bed\u00fcrfnisse reagieren. Das alles unter ein Dach zu packen, ohne die personellen und didaktischen Voraussetzungen deutlich auszubauen, k\u00f6nnte am Ende die in D\u00fcsseldorf sehr starke S\u00e4ule der Realschulen schw\u00e4chen\u201c, sagt Schrimpf. Zudem sei ein neuer Hauptschulzweig r\u00e4umlich an seinem Standort nicht darstellbar. \u201eWir sind urspr\u00fcnglich f\u00fcr 550 Sch\u00fcler konzipiert und beschulen mehr als 600 Kinder, k\u00e4me ein solcher Zweig, m\u00fcssten wir klassische Realschul-kinder in gr\u00f6\u00dferer Zahl abweisen\u201c, sagt der P\u00e4dagoge. Deshalb setze er darauf, dass die Stadt als Schultr\u00e4ger an der gut aufeinander abgestimmten Dreigliederigkeit festhalte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und genau danach sieht es aktuell auch aus. Alle sieben Hauptschulstandorte k\u00f6nnten schulrechtlich gesichert weiter betrieben werden und seien mit ihren Gesamtkapazit\u00e4ten f\u00fcr eine ausgewogene und angemessene Schulplatzversorgung notwendig, betont Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes f\u00fcr Schule und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bildung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bildung<\/a>. Das unterstreiche nicht zuletzt der Neubau der Benrather Hauptschule an der Melanchthonstra\u00dfe. \u201eHauptschulen sind eine wichtige S\u00e4ule in der D\u00fcsseldorfer Schullandschaft und die Landeshauptstadt plant als Schultr\u00e4gerin die aktuell vorhandenen Kapazit\u00e4ten weiterhin und dauerhaft ein\u201c, unterstreicht die Amtsleiterin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In D\u00fcsseldorf stehen die Chancen auf Erhalt der Hauptschulen gut. 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