{"id":169071,"date":"2025-06-06T06:28:21","date_gmt":"2025-06-06T06:28:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/169071\/"},"modified":"2025-06-06T06:28:21","modified_gmt":"2025-06-06T06:28:21","slug":"parteitag-von-reform-uk-beginnt-in-birmingham","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/169071\/","title":{"rendered":"Parteitag von Reform UK beginnt in Birmingham"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 20.09.2024 03:41 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In Birmingham beginnt heute der Parteitag von Reform UK. Bei der Parlamentswahl zeigten die Rechtspopulisten ihr Potenzial, was wohl vor allem Parteichef Farage zu verdanken war. Dieser bl\u00e4st bereits zur Jagd.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/annette-dittert-107.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Annette Dittert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/dittert-124.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer britische Premierminister Keir Starmer d\u00fcrfte gewusst haben, dass sein &#8222;Love-In&#8220; mit Georgia Meloni in Rom &#8211; als er Anfang der Woche lachend und scherzend mit der italienischen Postfaschistin durch den Garten der Villa Doria spazierte &#8211; bei seiner Labour-Partei ein deutliches Unbehagen hinterlassen w\u00fcrde. Erst recht, nachdem er ihr Offshore-Asylabkommen mit Albanien als eine &#8222;interessante Idee&#8220; bezeichnete.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAber Starmer hat keine andere Wahl, als in Sachen irregul\u00e4rer Migration schnell zu beweisen, dass er t\u00e4tig wird. Der Grund daf\u00fcr ist vor allem ein Mann: Nigel Farage. Dessen rechtspopulistische Partei Reform UK gewann im Juli aufgrund des britischen Mehrheitswahlrechts zwar nur f\u00fcnf Sitze, der Stimmenanteil lag aber bei 14,3 Prozent.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas Starmer aber noch weit mehr beunruhigen d\u00fcrfte: In 89 der 412 Wahlkreise, die er gewann, lag Reform UK nur ganz knapp hinter Labour. Das inspirierte Farage zu einem neuen Schlachtruf: Von nun an werde man nicht mehr die konservativen Tories, sondern Labour zum Hauptfeind erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Starmers &#8222;Love-In&#8220; mit Meloni in Rom sorgte in der Labour-Partei f\u00fcr Stirnrunzeln.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Wir werden sie jagen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Diese Labour-Regierung wird sehr bald in gro\u00dfen Schwierigkeiten stecken. Wir werden sie jagen!&#8220;, rief er seinen Anh\u00e4ngern noch am Wahlabend zu, der heutige Sieg sei erst der Anfang von etwas, was noch viele \u00fcberraschen werde. Wer Farages Werdegang \u00fcber die vergangenen 15 Jahre auch nur oberfl\u00e4chlich verfolgt hat, wei\u00df, dass man solche Kampfansagen besser ernst nehmen sollte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit seiner \u00fcberraschenden R\u00fcckkehr in die Politik nur wenige Monate vor den Wahlen im Juli dieses Jahres trug er wesentlich zur Zerst\u00f6rung der Tories bei. Die ehemals m\u00e4chtigste konservative Volkspartei Europas, die geglaubt hatte, Farages rechtspopulistische und zunehmend rassistische Parolen neutralisieren zu k\u00f6nnen, indem sie sich selbst immer weiter nach rechts bewegte. Das ging gr\u00fcndlich schief.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Tories verloren mehr als 250 Sitze und fuhren damit <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/eilmeldung\/unterhauswahl-nachbefragung-bbc-102.html\" title=\"Labour gewinnt Unterhauswahl in Gro\u00dfbritannien laut Prognose deutlich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im Juli das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte<\/a> ein. Man sei so gut wie ausgel\u00f6scht worden, erkl\u00e4rten die eigenen Abgeordneten und Farage lie\u00df Ger\u00fcchte streuen, er habe nichts dagegen, bald auch noch den traurigen Rest der Tory-Partei zu \u00fcbernehmen. Die sucht in einem langwierigen Verfahren nach einem Nachfolger f\u00fcr den gl\u00fccklosen Rishi Sunak. Ihr alter \u00dcberlebensinstinkt hat sie aber bislang eine solch t\u00f6dliche Umarmung ausschlie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>    Polarisierer und Brexit-Vorbereiter<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch der Brexit ist nur schwer ohne Farages r\u00fccksichtlose Polarisierungen vorstellbar. Mit seinem jovial-aggressiven Charisma und einem Gesp\u00fcr f\u00fcr Reizthemen erreichte er W\u00e4hlerschichten, die sich von den Volksparteien immer weniger angesprochen f\u00fchlten. Dabei log und polemisierte er immer wieder hemmungslos gegen AIDS-Kranke, Migranten oder Br\u00fcsseler B\u00fcrokraten und schuf auf diese Weise den fruchtbaren Boden, auf dem das Brexit-Referendum 2016 gewonnen werden konnte. Es war wohl sein gr\u00f6\u00dfter politischer Erfolg bislang.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass der EU-Ausstieg mittlerweile von einer Mehrheit der Briten als klarer Fehler gesehen wird, ber\u00fchrt seine Popularit\u00e4t kaum. Der Brexit sei einfach nicht richtig umgesetzt worden, erkl\u00e4rte er vor einigen Monaten, um sich dann wieder Attacken gegen das sogenannte Establishment zu widmen. Farage ist wom\u00f6glich derjenige unter den britischen Politikern, der dem Stil einer Sahra Wagenknecht am n\u00e4chsten kommt, ihn wom\u00f6glich erfunden hat. Der ewige Disruptor, der sich aus der Tagespolitik vornehm heraush\u00e4lt, und dessen Kerngesch\u00e4ft die Zerst\u00f6rung liberaldemokratischer Strukturen ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn einer Hinsicht allerdings unterscheidet er sich hier von seinen deutschen &#8222;Verwandten&#8220;. W\u00e4hrend er aus seiner N\u00e4he zu Autokraten wie Donald Trump und Wladimir Putin keinen Hehl macht, kam Farages Versuch, Putins Angriff auf die Ukraine als Provokation der NATO darzustellen, bei den Briten derart schlecht an, dass er an diesem Punkt umgehend einen seiner seltenen R\u00fcckzieher machte. Denn noch steht die britische \u00d6ffentlichkeit unbeirrt, geschlossen und einm\u00fctig hinter der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine. Und noch sieht auch alles danach aus, als ob Starmer mit seiner sicheren Mehrheit im Parlament die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre unbeschadet \u00fcberstehen wird.<\/p>\n<p>    Starmer im Umfragetief<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAber die Zeiten sind unberechenbarer geworden. Starmers Amtsantritt liegt noch keine zwei Monate zur\u00fcck und statt des \u00fcblichen Honeymoons sind seine Umfragewerte so rapide abgest\u00fcrzt, wie bei noch keinem frisch gew\u00e4hlten britischen Premier. Das mag an bislang fehlenden Visionen, schlechter Kommunikation oder Starmers eklatantem Mangel an Charisma liegen. Und nat\u00fcrlich kann es sein, dass seine Amtszeit am Ende doch noch ein Triumph wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHinzu kommt, dass das britische Mehrheitswahlrecht das Land bislang vor einer Zersplitterung der Parteienlandschaft, wie sie Deutschland derzeit erlebt, einigerma\u00dfen hat bewahren k\u00f6nnen. Aber dennoch: Bei der Wahl im Juli 2024 haben die beiden gro\u00dfen Volksparteien zusammen nur 57 Prozent der Stimmen gewonnen. Dies bedeutet, dass jeder dritte Brite sich von ihnen nicht mehr vertreten f\u00fchlt. Dies ist ein Umstand, den es so seit mehr als 100 Jahren auf der Insel nicht gegeben hat.<\/p>\n<p>    Mit breiter Brust zum Parteitag<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenn die Briten also demn\u00e4chst die Wahl zwischen einer ungeliebten Labour-Regierung einerseits und den weiter in den Rechtspopulismus abgerutschten Tories haben sollten, dann k\u00f6nnte die Stunde eines Nigel Farage als ernsthafter Gegenspieler beider gro\u00dfer Parteien doch noch kommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn jedem Fall wird genau dies das Ziel sein, das er auf dem Parteitag in Birmingham heute triumphierend verk\u00fcnden wird. Nach dem Durchbruch bei den Wahlen im Juli kann er auf ein noch breiteres Medienecho als sonst hoffen. Und auch Starmer d\u00fcrfte Farages Rede sehr genau und mit aufmerksamer Sorge verfolgen. Denn sp\u00e4testens seit der Juli-Wahl sind nicht mehr die Tories sein gef\u00e4hrlichster Gegenspieler, sondern Farage. Der Mann, der jetzt ausholt, um auch die andere noch verbliebene britische Volkspartei ins Visier zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 20.09.2024 03:41 Uhr In Birmingham beginnt heute der Parteitag von Reform UK. 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