{"id":169654,"date":"2025-06-06T11:52:15","date_gmt":"2025-06-06T11:52:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/169654\/"},"modified":"2025-06-06T11:52:15","modified_gmt":"2025-06-06T11:52:15","slug":"warum-jedes-jahr-fuer-das-ueberleben-zaehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/169654\/","title":{"rendered":"Warum jedes Jahr f\u00fcr das \u00dcberleben z\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p>Um den voranschreitenden <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Klimawandel\" title=\"Klimawandel\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimawandel<\/a> einzud\u00e4mmen, m\u00fcssten die Treibhausgasemissionen so weit reduziert werden, bis sich CO2-bindende Prozesse und unser CO2-Aussto\u00df ausgleichen. Forscher sprechen auch von Netto-Null-Emissionen. <\/p>\n<p>Dieses Klimaschutzziel soll dem letzten Weltklimabericht zufolge sp\u00e4testens Mitte des Jahrhunderts erreicht sein, wenn die Menschheit schwerwiegende Klimafolgen noch abwenden will.<\/p>\n<p>Welche Rolle spielt dabei der Zeitpunkt, zu dem die Netto-Null-Emissionen erreicht werden? Wie beeinflusst das Hitzeextreme in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Europa\" title=\"Europa\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a>? Das haben Forscher um Eduardo Alastru\u00e9 de Asenjo von der Universit\u00e4t Hamburg untersucht. Ihre <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Studie\" title=\"Studie\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> ist im Fachjournal <a href=\"https:\/\/iopscience.iop.org\/article\/10.1088\/1748-9326\/addee4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEnvironmental Research Letters\u201c<\/a> erschienen.<\/p>\n<p>   Jahrhundertelange Hitzerekorde in Europa <\/p>\n<p> \u201eObwohl das Ziel der Netto-Null-Emissionen zu den zentralen Konzepten von Klimapolitik und Forschung geh\u00f6rt, sind die Reaktionen der Temperaturen darauf weitgehend unsicher\u201c, erkl\u00e4ren die Klimaforscher der Universit\u00e4t Hamburg und des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Meteorologie. Dies betreffe regionale Klimafolgen, aber auch die relevanten Zeitr\u00e4ume.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/media.media.6b50dde2-6746-4503-8cce-2cbc1d442ca6.original1024.media.jpeg\"\/>     Wasserversorgung in Afghanistan.    Foto: Imago\/Xinhua    <\/p>\n<p>Selbst wenn die Weltgemeinschaft morgen aufh\u00f6ren w\u00fcrde, Treibhausgase auszusto\u00dfen, w\u00fcrden aktuelle Hitzerekorde in Europa jahrhundertelang weiter auftreten. Und k\u00f6nnen sich weiter versch\u00e4rfen, wenn Klimaschutz aufgeschoben wird. Eine Verz\u00f6gerung von nur wenigen Jahren kann die Intensit\u00e4t und H\u00e4ufigkeit extremer Hitze deutlich erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>  Zeitpunkt f\u00fcr Null-Emissionen ist entscheidend <\/p>\n<p>Der Zeitpunkt, an dem wir keine Treibhausgase mehr aussto\u00dfen, ist entscheidend f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Hitzeentwicklung. In Simulationen mit unterschiedlichen Szenarien \u2013 von einem Emissionsstopp im Jahr 2030 bis hin zu einem Stopp erst ab 2060 \u2013 zeigt sich: Je sp\u00e4ter das Ziel erreicht wird, desto hei\u00dfer und h\u00e4ufiger werden Tage mit extremer Hitze k\u00fcnftig werden. <\/p>\n<p>\u201eEine Verz\u00f6gerung um f\u00fcnf Jahre f\u00fchrt bereits zu deutlich messbaren Unterschieden, die selbst nach tausend Jahren noch bestehen\u201c, erkl\u00e4rt Eduardo Alastru\u00e9 de Asenjo.<\/p>\n<p>Besonders drastisch ist die Lage im Mittelmeerraum. Hier k\u00f6nnten heutige extreme Hitzewellen 30-mal h\u00e4ufiger auftreten, falls das Netto-Null-Ziel erst 2060 erreicht wird. <\/p>\n<p>In Mittel-, Ost- und Nordeuropa steigen die Risiken um das Zwei- bis F\u00fcnffache. Extremtemperaturen wie die Rekordwerte von 2023 oder 2019 w\u00fcrden damit nicht l\u00e4nger Ausnahmen, sondern zur neuen Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/media.media.837cb1b0-50a2-4476-93cd-bc2348729bcd.original1024.media.jpeg\"\/>     Hotspot des Klimawandels: Unmengen von Plastikm\u00fcll liegen an einem Strand des Distrikts Keserwan n\u00f6rdlich der libanesischen Hauptstadt Beirut.    Foto: Marwan Naamani\/dpa      Auch bei \u201eNetto-Null\u201c ver\u00e4ndert sich das Klima weiter <\/p>\n<p>Ein Befund der Studie r\u00e4umt mit einem h\u00e4ufigen Missverst\u00e4ndnis in der Klimadebatte auf: Auch wenn ein \u201eNetto-Null\u201c-Zustand, wie ihn das Pariser Klimaabkommen bis 2025 vorsieht, sofort erreicht w\u00e4re, also keine Emissionen mehr ausgesto\u00dfen w\u00fcrden, bliebe das Klima nicht automatisch so wie heute.<\/p>\n<p> Denn zum Beispiel durch die langsame Erw\u00e4rmung der Ozeane wirkt die Klimaver\u00e4nderung nach. \u201eWas wir heute als Hitzerekorde erleben, wird in einem stabilisierten Klima der Zukunft zur durchschnittlichen maximalen Jahrestemperatur werden\u201c, erkl\u00e4rt Alastru\u00e9 de Asenjo. <\/p>\n<p>Die Simulationen der Studie rechnen 1000 Jahre in die Zukunft. Die Ergebnisse zeigen, dass die extremen Temperaturen konstant hoch bleiben.<\/p>\n<p>Jede Verz\u00f6gerung beim Klimaschutz hat lang anhaltende Konsequenzen, selbst wenn die Emissionen vollst\u00e4ndig gestoppt sind. Strategien zur Anpassung, etwa beim Hitzeschutz in St\u00e4dten, in der Landwirtschaft oder f\u00fcr die Gesundheit, m\u00fcssen deshalb f\u00fcr viele Generationen entwickelt werden.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/media.media.70f6216f-833b-421f-b3ef-649bda6b7234.original1024.media.jpeg\"\/>     Noch hat die Menschheit die Wahl \u2013 wenn auch mit immer geringer werden positiven Folgen    Foto: Imago\/Dreamstime      1000 Jahre in die Zukunft geblickt <\/p>\n<p>Alastru\u00e9 de Asenjo und seine Kollegen nutzten besonders langfristige Klimasimulationen und untersuchten erstmals, wie sich die \u00fcber ein Jahr h\u00f6chste gemessene Temperatur eines Tages \u00fcber Zeitr\u00e4ume von bis zu einem Jahrtausend entwickelt und wie sich ein sp\u00e4terer Emissionsstopp auswirkt.<\/p>\n<p>Das Fazit: \u201eEs z\u00e4hlt jedes Jahr, in dem wir Emissionen nicht deutlich senken\u201c, betont Eduardo Alastru\u00e9 de Asenjo. \u201eWas heute entschieden wird, bestimmt, wie hei\u00df es in Europa \u00fcber viele Generationen hinweg sein wird.\u201c <\/p>\n<p>Dabei wurde nicht nur das die weltweite Durchschnittstemperatur betrachtet, sondern explizit Mittel- und Westeuropa, Nordeuropa, Osteuropa und der Mittelmeerraum analysiert. Damit liefert die Studie eine wichtige Grundlage f\u00fcr regionale Klimaanpassung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Um den voranschreitenden Klimawandel einzud\u00e4mmen, m\u00fcssten die Treibhausgasemissionen so weit reduziert werden, bis sich CO2-bindende Prozesse und unser&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":169655,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[58324,331,332,548,663,158,3934,3935,45291,4723,13,6597,952,700,14,15,12,11748,58323,591],"class_list":{"0":"post-169654","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-1000-jahre","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-extremhitze","17":"tag-forscher","18":"tag-headlines","19":"tag-infografik","20":"tag-klimawandel","21":"tag-mittelmeer","22":"tag-nachrichten","23":"tag-news","24":"tag-schlagzeilen","25":"tag-studie","26":"tag-video-glomex","27":"tag-wissen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114636282086742814","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/169654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=169654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/169654\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/169655"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=169654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=169654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=169654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}