{"id":171407,"date":"2025-06-07T03:54:39","date_gmt":"2025-06-07T03:54:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/171407\/"},"modified":"2025-06-07T03:54:39","modified_gmt":"2025-06-07T03:54:39","slug":"grossbritannien-wirtschaft-oder-sicherheit-jetzt-bringt-trump-die-briten-in-eine-boese-klemme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/171407\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: Wirtschaft oder Sicherheit? Jetzt bringt Trump die Briten in eine b\u00f6se Klemme"},"content":{"rendered":"<p>Die EU spiele \u201ekomplett unfair\u201c, so US-Pr\u00e4sident Trump. Mit den Briten wiederum k\u00f6nne man \u201earbeiten\u201c. Diese beil\u00e4ufige Bemerkung versetzt Europa in Unruhe. Gerade erst wollte sich London Br\u00fcssel wieder ann\u00e4hern, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Doch Trump zu ver\u00e4rgern, ist riskant.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es war einer jener beil\u00e4ufigen Kommentare, von denen Donald Trump derzeit viele macht. Vor ein paar Tagen stieg der US-Pr\u00e4sident aus seiner \u201eAir Force One\u201c und kam auf die wartenden Journalisten zu. \u201eDas Vereinte K\u00f6nigreich spielt nicht richtig fair, aber daran kann man arbeiten. Aber die Europ\u00e4ische Union spielt komplett unfair. Es ist eine Schandtat, die sie an uns begehen.\u201c Der britische Premierminister Keir Starmer sei \u201esehr nett\u201c gewesen, man komme \u201esehr gut miteinander aus\u201c, f\u00fcgte Trump hinzu.<\/p>\n<p>Trumps kryptische Beschreibung der US-Handelsbeziehungen mit zwei europ\u00e4ischen Partnern l\u00f6ste auf der anderen Seite des Atlantiks Aufregung aus. Plant der Republikaner den Briten einen \u201esweet deal\u201c zu geben, w\u00e4hrend er die EU bestraft?<\/p>\n<p>Sowohl in London als auch in Br\u00fcssel h\u00e4lt sich die Politik bedeckt, wie sie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus255331108\/Zoelle-Donald-Trumps-fundamentaler-Europa-Irrtum.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus255331108\/Zoelle-Donald-Trumps-fundamentaler-Europa-Irrtum.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Fall von Strafz\u00f6llen<\/a> reagieren wird. Doch wie in der ersten Amtszeit zeichnet sich erneut ab, dass der Republikaner Insel und Kontinent gegeneinander auszuspielen versucht. Der Brexit sei \u201eeine gro\u00dfartige Sache\u201c, befand Trump nach dem Referendum 2016. Die Briten h\u00e4tten sich \u201eihr Land zur\u00fcckgeholt. Das ist eine gute Sache.\u201c<\/p>\n<p>Trump ist bekannterma\u00dfen kein Freund des Multilateralismus. Und er ist besessen vom US-amerikanischen Handelsdefizit gegen\u00fcber den Europ\u00e4ern, das sich bei Waren im Jahr 2024 auf einen Rekordstand von 267 Milliarden Euro gesteigert hatte. Mit den Briten erzielten die USA laut US Census einen wenn auch \u00fcberschaubaren \u00dcberschuss von rund elf Milliarden Euro.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Briten Starmer ist das Timing f\u00fcr den Neubeginn mit Trump denkbar schlecht. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article254665940\/Grossbritannien-Schon-nach-wenigen-Monaten-droht-die-grosse-Labour-Enttaeuschung.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article254665940\/Grossbritannien-Schon-nach-wenigen-Monaten-droht-die-grosse-Labour-Enttaeuschung.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seine Labour-Regierung<\/a> versucht derzeit die sachte Wiederann\u00e4herung an die EU. Sie hat dabei die \u00f6ffentliche Meinung auf ihrer Seite. Gerade erst best\u00e4tigte eine Umfrage, dass die klare Mehrheit der Briten mehr Handel will mit der EU, und nicht mit den USA.<\/p>\n<p>Der nunmehr f\u00fcnf Jahre alte Ausstieg aus der EU hat der britischen Volkswirtschaft schwer geschadet. Anfang der Woche reiste Starmer deshalb nach Br\u00fcssel, erstmals wohnte ein britischer Premier wieder einem EU-Treffen bei.<\/p>\n<p>\u201eDass wir entweder mit den USA oder Europa sind, diese Vorstellung ist absolut falsch. Ich weise das kategorisch zur\u00fcck\u201c, betonte Starmer dort. Aber ganz so einfach ist es in der Realit\u00e4t nicht. <\/p>\n<p>Starmer stehe unvermeidlich zwischen seinem wichtigsten Sicherheitspartner, den USA, und der EU als wichtigstem Wirtschaftspartner, sagt Anand Menon WELT. Der EU-Experte am King\u2019s College London warnt: \u201eEs ist vorstellbar, dass die Briten einen guten Deal mit Trump verhandeln. Aber einige europ\u00e4ische Politiker w\u00fcrden fragen, wieso die EU obendrein nett zu London sein sollte.\u201c<\/p>\n<p>Aus britischer Sicht k\u00f6nnte aber auch ein positives Szenario eintreten, so Menon, sollte Trump der EU schmerzhafte Strafz\u00f6lle aufbrummen. \u201eUm deren wirtschaftlichen Schaden zu mindern, k\u00f6nnte Br\u00fcssel eine Erleichterung der derzeit restriktiven Zollabkommen mit Gro\u00dfbritannien verhandeln\u201c, prophezeit Menon.<\/p>\n<p>Niemand erwartet angesichts von Trumps \u201eAmerica First\u201c-Politik, dass Washington den Briten ein Freihandelsabkommen gibt \u2013 der gro\u00dfe, aber ferne Traum aller Brexit-Fans. Angebote f\u00fcr sektorielle Vereinbarungen halten Experten hingegen f\u00fcr m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Das aber w\u00fcrde bedeuten, dass die EU Starmer die aktuell erhofften Handelserleichterungen nicht mehr anbieten kann. Denn eine Lieferkette, dank der die ber\u00fchmten US-Chlorh\u00fchnchen mit Zwischenstopp auf der Insel in die EU gelangen, muss Br\u00fcssel unbedingt verhindern. Noch striktere Kontrollen w\u00e4ren die Konsequenz.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche vs. sicherheitspolitische Interessen<\/p>\n<p>Wie ideologisch aufgeladen die Debatte ist, zeigt der Kommentar eines ehemaligen Beraters von Trump. Stephen Miller forderte Gro\u00dfbritannien j\u00fcngst auf, sich mehr an den USA als am \u201esozialistischeren\u201c europ\u00e4ischen System zu orientieren. \u201eWenn das der Fall w\u00e4re, glaube ich, dass die Trump-Regierung viel eher bereit w\u00e4re, ein Freihandelsabkommen mit Gro\u00dfbritannien abzuschlie\u00dfen\u201c, sagte er der BBC. <\/p>\n<p>Die Opposition zu Hause wirft Starmer derweil vor, seine Priorit\u00e4ten falsch zu setzen. Andrew Griffith, wirtschaftspolitischer Sprecher der Konservativen, kritisierte in britischen Medien, Starmer klammere sich an die \u201ewirtschaftlich schw\u00e4chelnde EU\u201c, statt sich um einen Handelsdeal mit den USA zu bem\u00fchen.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Interessen der Briten sind eindeutig: Die EU ist klar der gr\u00f6\u00dfte Exportmarkt Gro\u00dfbritanniens. 41 Prozent der Exporte gehen auf den Kontinent, 51 Prozent der Importe kommen von dort. In die USA gehen 22 Prozent der Exporte, 13 Prozent aller britischen Importe kommen von dort.<\/p>\n<p>Sicherheitspolitisch aber ist Washington der wichtigste Partner f\u00fcr London. Beide L\u00e4nder geh\u00f6ren zu den \u201eFive Eyes\u201c, zu denen auch Kanada, Australien und Neuseeland z\u00e4hlen. Seit dem Zweiten Weltkrieg tauschen diese f\u00fcnf Staaten auf h\u00f6chstem Niveau globale Sicherheits- und Geheimdienstinformationen aus. Unverzichtbar f\u00fcr die innere Sicherheit des K\u00f6nigreichs.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefanie-bolzen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefanie-bolzen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Stefanie Bolzen<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT seit 2023 als US-Korrespondentin aus Washington, D.C. Zuvor war sie Korrespondentin in London und Br\u00fcssel.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/mandoline-rutkowski\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/mandoline-rutkowski\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Mandoline Rutkowski<\/b><\/a><b> ist Korrespondentin f\u00fcr die Berichtsgebiete Vereinigtes K\u00f6nigreich und Irland. Seit 2023 berichtet sie f\u00fcr WELT aus London.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU spiele \u201ekomplett unfair\u201c, so US-Pr\u00e4sident Trump. Mit den Briten wiederum k\u00f6nne man \u201earbeiten\u201c. Diese beil\u00e4ufige Bemerkung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":171408,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,34262,58785,40665,3986,13,9769,14,15,40666,12,49635,113,3992,3993,3994,716,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-171407","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-bolzen-stefanie","11":"tag-eu-ks","12":"tag-grossbritannien-politik","13":"tag-handel","14":"tag-headlines","15":"tag-labour-party-geo-gb","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-rutkowski-mandoline","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-strafzoelle-ks","21":"tag-trump","22":"tag-uk","23":"tag-united-kingdom","24":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","25":"tag-usa-politik","26":"tag-vereinigtes-koenigreich","27":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","28":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=171407"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171407\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/171408"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=171407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=171407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=171407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}