{"id":172733,"date":"2025-06-07T22:16:10","date_gmt":"2025-06-07T22:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/172733\/"},"modified":"2025-06-07T22:16:10","modified_gmt":"2025-06-07T22:16:10","slug":"bangladesch-religionsfreiheit-unter-druck-usa-fuerchten-einfluss-auf-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/172733\/","title":{"rendered":"Bangladesch: Religionsfreiheit unter Druck \u2013 USA f\u00fcrchten Einfluss auf Wahl"},"content":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der Wahlen in Bangladesch werfen die USA und Aktivistenorganisationen der \u00dcbergangsregierung vor, die Religionsfreiheit zu untergraben. Interimspremierminister Yunus bezeichnet Gewalt gegen Hindus und Christen als \u201epers\u00f6nliche Streitigkeiten oder Unf\u00e4lle\u201c. Dabei ist die Stigmatisierung anderer Glaubensgruppen im mehrheitlich muslimischen Land tief verankert. <\/p>\n<p>Der Leiter der US-Kommission f\u00fcr internationale Religionsfreiheit (USCIRF), Stephen Schneck, hat die Interimsregierung von Bangladesch unter der Leitung von Muhammad Yunus aufgefordert, bei den bevorstehenden Wahlen das Recht auf Religionsfreiheit zu gew\u00e4hrleisten und Gewalt gegen Minderheitengemeinschaften zu verhindern. Das berichtet die Nachrichtenagentur ucanews am Freitag; der Vorsitzender des unabh\u00e4ngigen und \u00fcberparteilichen Gremiums der US-Regierung halte sich f\u00fcr einen einw\u00f6chigen Besuch in dem asiatischen Land auf. Es wird erwartet, dass die landesweiten Wahlen Ende dieses oder Anfang n\u00e4chsten Jahres stattfinden werden.<\/p>\n<p>Schneck hoffe, dass die Interimsregierung \u201epotenzielle religi\u00f6s motivierte Gewalt im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen\u201c bek\u00e4mpfe und verhindere. Das Recht auf Religionsfreiheit, so Schneck, schlie\u00dfe den Schutz religi\u00f6ser Minderheiten und Gerechtigkeit f\u00fcr B\u00fcrger ein, die wegen ihrer Religion angegriffen werden.<\/p>\n<p>Premierministerin im Exil <\/p>\n<p>Die \u00dcbergangsregierung m\u00fcsse Reformen und Verpflichtungen umsetzen, \u201eum internationale Standards f\u00fcr das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit zu gew\u00e4hrleisten\u201c, f\u00fcgte er hinzu. Ende Mai war der Kommissionsvorsitzende traf in der Hauptstadt Dhaka mit dem Chef der \u00dcbergangsregierung zusammengetroffen, nachdem bekannt geworden war, dass Minderheiten in Bangladesch auch nach dem Sturz der ehemaligen Premierministerin Sheikh Hasina im August 2024 weiterhin unterdr\u00fcckt werden.<\/p>\n<p>Internationale Menschenrechtsgruppen hatten die Vereinten Nationen aufgefordert, die Regierung f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung religi\u00f6ser Fundamentalisten zu verurteilen; der Vorsitzende der \u00dcbergangsregierung hatte die Gewalt gegen Hindus, Buddhisten, Christen und Indigene in Bangladesch als \u201epers\u00f6nliche Streitigkeiten, kriminelle Handlungen oder Unf\u00e4lle\u201c bezeichnet, bekr\u00e4ftigte aber das Engagement seiner Regierung, die religi\u00f6se Harmonie in dem 171 Millionen Einwohner z\u00e4hlenden Land sicherzustellen. Nach der Flucht von Hasina im August 2024 waren Hindus in Bangladesch nach Berichten von Menschenrechtsgruppen \u00fcber 2.000 Angriffen ausgesetzt.<\/p>\n<p>Verankerung des Islam in der Verfassung\u00a0\u2013 vor der Wahl? <\/p>\n<p>Das in Washington ans\u00e4ssige Center for a New American Society (CNAS) \u00e4u\u00dferte in seinem Bericht vom 15. Mai die Bef\u00fcrchtung, dass einige Mitglieder der Studentenbewegung in Bangladesch, darunter auch islamisch-fundamentalistische, versuchen k\u00f6nnten, vor den Wahlen weitreichende Ver\u00e4nderungen durchzusetzen. \u201eDiese \u00c4nderungen k\u00f6nnten dazu f\u00fchren, dass islamische Werte und Traditionen in der Verfassung verankert werden, was eine Bedrohung f\u00fcr die s\u00e4kularen und egalit\u00e4ren Traditionen Bangladeschs darstellen w\u00fcrde\u201c, so der Bericht. Die islamistischen Hardliner-Gruppen h\u00e4tten in den letzten sechs Monaten Minderheiten und Frauen angegriffen, beklagen die Aktivisten.<\/p>\n<p>Etwa 90 Prozent der sch\u00e4tzungsweise 171 Millionen Einwohner Bangladeschs sind sunnitische Muslime, und etwa 8 Prozent sind Hindus. Christen, Buddhisten und Angeh\u00f6rige indigener Religionen bilden zusammen die restlichen 2 Prozent. In Bangladesch leben etwa 600.000 Christen. Katholische Vertreter hatten gemahnt, dass Religionsfreiheit vor allem \u201eals die Freiheit der religi\u00f6sen Bev\u00f6lkerungsmehrheit\u201c verstanden werde.<\/p>\n<p>(ucan \u2013 lv)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Vorfeld der Wahlen in Bangladesch werfen die USA und Aktivistenorganisationen der \u00dcbergangsregierung vor, die Religionsfreiheit zu untergraben.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":172734,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,33947,15170,59047,13,59048,555,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-172733","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-bangladesch","11":"tag-christen","12":"tag-ethnische-minderheiten","13":"tag-headlines","14":"tag-interreligioeser-dialog","15":"tag-islam","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-united-states","20":"tag-united-states-of-america","21":"tag-us","22":"tag-usa","23":"tag-vereinigte-staaten","24":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114644397889096740","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=172733"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172733\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/172734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=172733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=172733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=172733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}