{"id":172735,"date":"2025-06-07T22:17:50","date_gmt":"2025-06-07T22:17:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/172735\/"},"modified":"2025-06-07T22:17:50","modified_gmt":"2025-06-07T22:17:50","slug":"keir-starmer-greift-in-die-britische-wirtschaft-ein-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/172735\/","title":{"rendered":"Keir Starmer greift in die britische Wirtschaft ein &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Bahn von London Marylebone nach Oxford Parkway f\u00e4hrt an diesem Donnerstagmorgen, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, zuletzt fielen etwa f\u00fcnf Prozent der Z\u00fcge im Vereinigten K\u00f6nigreich aus. Auf dem Schild, das am Gleis die Zielstation ausweist, steht \u201eChiltern Railways\u201c, und daneben als Muttergesellschaft \u201eArriva, a DB Company\u201c. Auch wenn die Beschriftung nicht mehr auf dem allerneuesten Stand ist \u2013 die Deutsche Bahn hat das hoch verschuldete britische Verkehrsunternehmen im vergangenen Jahr an einen US-Investor verkauft \u2013, zeugt das Schild doch von der internationalen Vielf\u00e4ltigkeit an Unternehmen, denen Zugpassagiere in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gro%C3%9Fbritannien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfbritannien<\/a> auf ihren Reisen begegnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die neue Regierung will das \u00e4ndern \u2013 auch, weil sie davon \u00fcberzeugt ist, dass diese Vielf\u00e4ltigkeit an den genannten f\u00fcnf Prozent schuld ist. Nebenbei soll \u00fcberall der schnelle \u201ePay as you go\u201c-Kaufprozess von Tickets eingef\u00fchrt werden, das hei\u00dft, es soll bei allen Bahnreisen m\u00f6glich sein, die Fahrt am Eingang zu den Gleisen kontaktlos mit der Kreditkarte zu zahlen, eine tats\u00e4chlich \u00e4u\u00dferst praktische Annehmlichkeit. Die Bahn soll also schrittweise, das hei\u00dft, nach Ablauf der jeweiligen Vertr\u00e4ge mit den privaten Unternehmen, verstaatlicht werden. Ein Dutzend Betreiber sind betroffen, Chiltern Railways w\u00e4re im April 2025 als Erstes dran.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die neue \u201eGreat British Railways\u201c war eines der Vorhaben, die Premierminister Keir Starmer am Mittwoch den K\u00f6nig vorzulesen auftrug. Die Tradition will es n\u00e4mlich, dass zur Er\u00f6ffnung eines Parlamentsjahrs der Monarch, auf einem goldenen Thron im Oberhaus sitzend, die Pl\u00e4ne der Regierung vortr\u00e4gt. Diesmal waren das zum ersten Mal seit 14 Jahren die Pl\u00e4ne der Labour-Partei. 40 Gesetzesvorhaben pr\u00e4sentierte der K\u00f6nig (der mit der Kutsche angereist war, f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung). Als eine der wichtigsten Botschaften d\u00fcrfte gelten: Das Vereinigte K\u00f6nigreich ist in einer wirtschaftlichen Krise und braucht ein immenses Wachstum. Und das hinzukriegen, schafft die Wirtschaft nicht allein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Neben der Bahnreform wurde etwa die Gr\u00fcndung von \u201eGreat British Energy\u201c angek\u00fcndigt, einem Staatsunternehmen f\u00fcr umweltfreundliche Energieversorgung, das Gro\u00dfbritannien und Nordirland unabh\u00e4ngiger vom <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ausland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausland<\/a> machen soll. 8,3 Milliarden britische Pfund an Steuergeld sollen verwendet werden, etwa f\u00fcr Windparks vor der K\u00fcste und, was bislang oft am Widerstand der betroffenen Regionen gescheitert ist, auch an Land.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zudem soll ein National Wealth Fund, ausgestattet mit 7,3 Milliarden Pfund, zukunftsf\u00e4hige Industrien f\u00f6rdern \u2013 etwa CO\u2082-Speicherung und gr\u00fcnen Wasserstoff \u2013, private Investitionen generieren und Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Bis 2030 will Labour das K\u00f6nigreich komplett auf saubere Energie umgestellt haben.<\/p>\n<p>Es gebe keine Zweifel am Ehrgeiz des Premierministers<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ein weiteres Vorhaben: In den kommenden f\u00fcnf Jahren sollen 1,5 Millionen Wohnungen gebaut werden, lokale Verwaltungen sollen die Umsetzung vorantreiben. Die Zahl ist kein Richtwert, sondern ein verpflichtendes Ziel.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die englische Presse reagiert unterschiedlich auf das forsche Vorgehen der neuen Regierung. \u201eSeit den Siebzigerjahren hatte Gro\u00dfbritannien keine so interventionistische Regierung mehr\u201c, schreibt der Guardian. Starmer wolle damit Bedingungen schaffen, die in diesen schwierigen Zeiten n\u00f6tig seien, um die Lebenskosten zu senken und gleichzeitig den \u00f6ffentlichen Glauben in die Politik wiederherzustellen. Auch wenn es noch zu fr\u00fch sei, die Pl\u00e4ne zu beurteilen, so gebe es doch keine Zweifel am Ehrgeiz des Premierministers.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der Telegraph ist weniger angetan. Offenbar habe niemand im Kabinett das Kapitel in den einschl\u00e4gigen Standardwerken gelesen, die die ungl\u00fcckliche <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Wirtschaftspolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wirtschaftspolitik<\/a> der Sowjetunion behandelten. Planwirtschaft funktioniere nicht. Labour werde seine Lektion lernen, \u201enur ist es eine Schande, dass dieser Prozess f\u00fcr uns alle so teuer werden wird\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Starmer, der im Vereinigten K\u00f6nigreich antrat, dessen \u201eBremse zu l\u00f6sen\u201c, gibt unterdessen weiter Gas. Am Donnerstag empfing er nahe der Oxford Parkway Station, im Blenheim Palace, 45 Politiker aus ganz Europa, beim Treffen der Europ\u00e4ischen Politischen Gemeinschaft. Ein erster Schritt, \u201edie Handelsbeziehungen mit der Europ\u00e4ischen Union zu st\u00e4rken\u201c (K\u00f6nig Charles III.). Wer \u00fcbrigens nach dem Gipfel mit der Bahn nach London fuhr, hatte mit Chiltern Railways keinerlei Probleme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Bahn von London Marylebone nach Oxford Parkway f\u00e4hrt an diesem Donnerstagmorgen, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, zuletzt fielen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":172736,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,147,551,13,20803,148,14,15,12,149,3992,3993,3994,3995,3996,3997,55,381],"class_list":{"0":"post-172735","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-ausland","11":"tag-grossbritannien","12":"tag-headlines","13":"tag-labour-party","14":"tag-leserdiskussion","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-sueddeutsche-zeitung","19":"tag-uk","20":"tag-united-kingdom","21":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","22":"tag-vereinigtes-koenigreich","23":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","24":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","25":"tag-wirtschaft","26":"tag-wirtschaftspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114644405958252013","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=172735"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172735\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/172736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=172735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=172735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=172735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}