{"id":172821,"date":"2025-06-07T23:04:15","date_gmt":"2025-06-07T23:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/172821\/"},"modified":"2025-06-07T23:04:15","modified_gmt":"2025-06-07T23:04:15","slug":"sun-after-dark-tatkraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/172821\/","title":{"rendered":"SUN AFTER DARK &#8211; Tatkraft"},"content":{"rendered":"<p>Der Begriff einer Supergroup d\u00fcrfte mittlerweile bei all den zahllosen Projekten in der Szene, in denen Musiker verschiedener Stallungen \u00fcbereinkommen und Musik kreieren, komplett seinen Reiz und\/oder sein Stigma verloren haben. In dieser Hinsicht ist es irgendwie nachvollziehbar, dass SUN AFTER DARK noch nicht die gro\u00dfe Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben scheinen. Dabei wird diese Band von LUNAR AURORA-Gr\u00fcndungsmitglied Benjamin K\u00f6nig angef\u00fchrt, w\u00e4hrend sich Thomas Helm (EMPYRIUM), der <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/reviews\/grab-kremess-568166\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">aufgrund des Personals seines Projektes GR\u00c1B in die Kritik geratene ex-DARK FORTRESS-S\u00e4nger Matthias Jell<\/a> und Martin Falkenstein (MOSAIC) die gesangliche Klinke in die Hand geben.<\/p>\n<p>Mit \u201eTatkraft\u201c geben sich (ex-)LUNAR AURORA-, EMPYRIUM- und DARK FORTRESS-Mitglieder ein Stelldichein<\/p>\n<p>Wenn man sich deren Deb\u00fct \u201eTatkraft\u201c zu Ohren f\u00fchrt, bemerkt man die EMPYRIUM-Einfl\u00fcsse, die durch den g\u00f6tterhaften Bariton im Wechselspiel mit einigen garstigen Shrieks in den Sound hinein finden, sofort. Diese geradezu transzendentale Gesangsdarbietung ist nun mal ziemlich einzigartig und dass SUN AFTER DARK vornehmlich im schleppenden Midtempo agieren mit Fokus auf gro\u00dfe Emotionen macht diesen Umstand nur umso deutlicher. Aber der Teufel steckt wie so oft im Detail und statt Folk-Magie steckt in \u201eTatkraft\u201c ein vergleichsweise moderner Ansatz, der mehr auf die Unterst\u00fctzung fl\u00e4chiger, pulsierender oder perlender Keyboards z\u00e4hlt mit einigen vereinzelt eingestreuten Violine-Injektionen durch Katrin Rohde.<\/p>\n<p>Die Gitarren, die K\u00f6nig beisteuert, haben nat\u00fcrlich eine Tendenz zur Schw\u00e4rze, wie nicht anders zu erwarten. Aber sie pr\u00e4sentieren sich auch oft genug volumin\u00f6s pumpend und bratend, was der Musik eine recht zeitgem\u00e4\u00dfe Schwere verleiht. Die Produktion von Victor Bullok leistet ganze Arbeit darin, das Endergebnis in Hinblick auf maximale Transparenz auszubalancieren, sodass die Gitarren zwar ihren fleischigen Charakter bewahren, das Gebilde aber nicht \u00fcberlagern. Dadurch klingt \u201eTatkraft\u201c jederzeit warm, organisch und klar. Kleinste Details wie noch so subtile Sequencer-Beats und Synth-Linien kommen so wunderbar zur Geltung und tragen dazu bei, dass sich \u201eTatkraft\u201c von seinen prim\u00e4ren Einfl\u00fcssen angemessen abhebt, ohne diese g\u00e4nzlich zu verleugnen.<\/p>\n<p>SUN AFTER DARK besticht durch seine intensive Stimmung<\/p>\n<p>Das \u00e4ndert nat\u00fcrlich nichts daran, dass die Musik mit ihrer andersweltlichen Mystik dennoch zielstrebig unter die Haut der H\u00f6rerschaft zu krabbeln vermag. Kaum ein Element im Sound wirkt irgendwie unmotiviert oder anderweitig fehlplatziert. Die Musik wirkt sorgf\u00e4ltig ausgearbeitet und scheint sich vollkommen nat\u00fcrlich zu ergeben. Das Riffing wirkt t\u00e4uschend simpel, ist aber vielschichtiger ausgefallen als es auf den ersten H\u00f6r den Anschein hat. K\u00f6nig variiert wie erw\u00e4hnt zwischen angeschw\u00e4rzten und z\u00fcnftigeren Klangfarben traumwandlerisch hin und her, w\u00e4hrend kleinere Schw\u00fcnge wie das Doom-artige Bending in \u201eOhne Grab\u201c oder der Zusatz an Dur-Harmonien in \u201eLeaving Metropolis\u201c immer wieder Akzente setzen.<\/p>\n<p>Von vorn bis hinten bieten SUN AFTER DARK eine intensive, stimmungsvolle Erfahrung zum Niederknien, die mittendrin jedoch durch das Kuriosum \u201eSchlittenfahrt\u201c unterbrochen wird. Der Track wirkt mit seinen opulenten Orchestral-Arrangements, dem im positiven Sinne etwas albern wirkenden Gesang und dem peppigen Rhythmus wie ein avantgardistischer Einschub, fast ein bisschen humorvoll aber nicht ohne sinistre Untert\u00f6ne. Damit wird dieser Track genau an der richtigen Stelle platziert, um die Stimmung von \u201eTatkraft\u201c etwas aufzulockern und die H\u00f6rerschaft auf eine unterhaltsame \u201eSchlittenfahrt\u201c mitzunehmen, ehe sich die Platte hiernach wieder in ihre eindringliche, mitrei\u00dfende Gr\u00fcblerei vertieft.<\/p>\n<p>Ein klassischer Fall eines Kopfh\u00f6rer-Albums<\/p>\n<p>\u201eTatkraft\u201c ist \u2013 so klischeehaft es klingen mag \u2013 ein Album, in dem man sich schlicht verlieren kann. S\u00e4mtliche Elemente, die den Sound von SUN AFTER DARK ausmachen, sind so wunderbar aufeinander abgestimmt worden, dass das Endergebnis runter geht wie \u00d6l. Der H\u00e4rtegrad wird immer mal wieder leicht variiert, doch im Mittelpunkt steht die intensive, mystische Stimmung, die durch Details wie pulsierende Synth-Layer, Percussion und nicht zuletzt der herausragenden Produktion verst\u00e4rkt wird. \u201eTatkraft\u201c ist au\u00dferdem ein klassischer Fall von einem Kopfh\u00f6rer-Album, f\u00fcr das man sich am besten gem\u00fctlich hinsetzt und die Musik auf sich wirken l\u00e4sst. Daf\u00fcr ist dieser Sound wie geschaffen und wird garantiert s\u00fcchtig machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Begriff einer Supergroup d\u00fcrfte mittlerweile bei all den zahllosen Projekten in der Szene, in denen Musiker verschiedener&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":172822,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-172821","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114644586753583258","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=172821"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172821\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/172822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=172821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=172821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=172821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}