{"id":173022,"date":"2025-06-08T00:59:05","date_gmt":"2025-06-08T00:59:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/173022\/"},"modified":"2025-06-08T00:59:05","modified_gmt":"2025-06-08T00:59:05","slug":"wahl-in-grossbritannien-richtungswechsel-auch-in-schottland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/173022\/","title":{"rendered":"Wahl in Gro\u00dfbritannien: Richtungswechsel auch in Schottland?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 18.06.2024 06:56 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Immer mehr schottische W\u00e4hler wenden sich von der SNP, der Regierungspartei in Edinburgh, ab. Die Unabh\u00e4ngigkeit ist in weite Ferne ger\u00fcckt. Bei der anstehenden Unterhauswahl k\u00f6nnte Scottish Labour der gro\u00dfe Gewinner sein. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/franziska-hoppen-106.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Franziska Hoppen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/franziska-hoppen-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nScott Arthur kann es selbst kaum glauben. Der Schotte ist seit vielen Jahren Labour-Mitglied. Nun tritt er in Edinburgh f\u00fcr einen Sitz im Parlament in Westminster an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut Umfragen hat der 55-J\u00e4hrige eine echte Chance, den Wahlkreis zu gewinnen. Nach fast zehn Jahren k\u00f6nnte sich in Edinburgh South West wieder die sozialdemokratische Labour-Partei gegen die links-nationale Scottish National Party, die SNP, durchsetzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGlaubt man den Hochrechnungen, steht in ganz Schottland ein Richtungswechsel an: Labour k\u00f6nnte bis zu 30 von insgesamt 57 Sitzen holen. Das Szenario sei gut ein Jahrzehnt kaum denkbar gewesen. &#8222;Die Leute h\u00e4tten uns ausgelacht&#8220;, sagt Arthur.\u00a0<\/p>\n<p>    Schottische Nationalisten dominierten zuvor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn 2015 verlor die Labour-Partei ihre einstige Hochburg Schottland. In einem Erdrutschsieg holte die SNP fast alle schottischen Sitze in Westminster. Mit ihren klassisch linken Positionen waren die Nationalisten aus dem hohen Norden an Labour vorbeigezogen, die sich in Richtung Mitte entwickelt hatte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas schottische Unabh\u00e4ngigkeits-Referendum im Jahr zuvor hatte zudem W\u00e4hler mobilisiert &#8211; auch, wenn sich 55 Prozent der Abstimmenden gegen die Unabh\u00e4ngigkeit aussprachen. Das Kernthema der SNP elektrisierte die Bev\u00f6lkerung. 2015 holten zwar die Konservativen im Rest des Vereinigten K\u00f6nigreichs die meisten Stimmen. Doch die damalige SNP-Chefin Nicola Sturgeon galt als eigentliche Siegerin der Wahl.<\/p>\n<p>    Was ist seitdem passiert?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBis heute sind viele Schotten enorm frustriert \u00fcber die Tory-Regierung in London. Erst hatte ihre Sparpolitik die Kassen leergesp\u00fclt, dann kam der Brexit. Eine Mehrheit der Schotten hatte f\u00fcr den Verbleib in der EU gestimmt. Sturgeon nannte es &#8222;demokratisch inakzeptabel&#8220; dennoch den Brexit vollziehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele Schotten wollen nun vor allem eines: Die Tories aus dem Amt w\u00e4hlen. Im britischen Wahlsystem bedeutet das, der Partei eine Stimme zu geben, die die besten Chancen auf eine Mehrheit hat &#8211; Labour also.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDar\u00fcber hinaus, sagt Scott Arthur, seien viele Schotten auch unzufrieden mit der SNP. Die stellten n\u00e4mlich im schottischen Regionalparlament in Edinburgh lange die Regierung, aktuell mit einer Minderheit. Die Partei sei als Alternative zum Establishment angetreten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch dann kamen eine bis heute schwelende Finanzaff\u00e4re, ein Richtungsstreit in der Koalition mit den Gr\u00fcnen sowie drei neue Parteichefs in etwas mehr als einem Jahr. Und die schottische Unabh\u00e4ngigkeit, das Kernthema der SNP, spiele im Haust\u00fcrwahlkampf praktisch keine Rolle mehr, sagt Labour-Kandidat Arthur.<\/p>\n<p>    Unabh\u00e4ngigkeit keine Priorit\u00e4t mehr<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Arthurs Wahlkreis best\u00e4tigt sich das. Ross McKinley, ein junger Mann, der zuletzt noch die Konservativen gew\u00e4hlt hatte, will diesmal Labour seine Stimme geben. Die SNP sei v\u00f6llig konfus. Und statt noch mehr Spaltung brauche das Land Zusammenhalt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPriorit\u00e4t, sagen andere Schotten, habe f\u00fcr sie die Inflation, die Wirtschaft m\u00fcsse schneller wachsen, das \u00f6ffentliche Gesundheitssystem wieder fit gemacht, die Schulen \u00fcberholt werden. Einige sind Wechselw\u00e4hler. Aber weniger aus \u00dcberzeugung f\u00fcr Labour &#8211; es sei das kleinere \u00dcbel, sagen die meisten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeidre Brock will die W\u00e4hler vom\u00a0Erfolg der SNP \u00fcberzeugen. Seit 2015 ist sie Westminster-Abgeordnete f\u00fcr Edinburgh North und Leith. Im Haust\u00fcrwahlkampf verteilt sie Infobl\u00e4tter zu &#8222;den 100 bereits erreichten Zielen&#8220; der SNP: &#8222;Rezeptgeb\u00fchren abgeschafft&#8220;, steht darauf, &#8222;niedrigere Gemeindesteuer&#8220;, &#8222;kostenloses Studium&#8220;, &#8222;kostenlose Busfahrten f\u00fcr Senioren&#8220;. Es ist eine lange Liste mit Erleichterungen im Alltag, die in der Bev\u00f6lkerung anscheinend nicht verf\u00e4ngt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngus Robertson, Ex-Fraktionschef in Westminster und heute Mitglied im Regionalparlament, sagt: Wenn eine Partei neu an die Macht kommt, h\u00e4tten alle die Hoffnung, dass sie sofort Ver\u00e4nderung bringe. Je l\u00e4nger eine Partei an der Macht ist, desto schwieriger werde es, die Leute zufrieden zu stellen. Und auch die Medien w\u00fcrden die SNP verzerrt darstellen, sagen andere Mitglieder. Die BBC fokussiere sich im Wahlkampf auf die gro\u00dfen Parteien. Die kleine SNP falle unter den Tisch.\u00a0<\/p>\n<p>    Ein Landesteil Gro\u00dfbritanniens<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDazu k\u00e4me die komplexe Realit\u00e4t der britischen Union. Schottland ist seit mehr als 300 Jahren ein Landesteil Gro\u00dfbritanniens. Es kann also nur einen Teil seiner Gesch\u00e4fte selbst verwalten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wenn man der Meinung ist, wir investieren zu wenig ins Gesundheitswesen, muss man verstehen, dass unsere Steuergelder zuerst \u00fcber London flie\u00dfen und wir nur einen Teil zur\u00fcck kriegen&#8220;, sagt Robertson. Die SNP sei in einigen Bereichen schlicht nicht in der Lage, selbst zu bestimmen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGenau deshalb halten die Nationalisten weiter an der Unabh\u00e4ngigkeit fest. Sie sei der Schl\u00fcssel, um selbst \u00fcber Schottlands \u00f6ffentliche Finanzen entscheiden zu k\u00f6nnen, \u00fcber Migration und Fachkr\u00e4fte, die Schottland so dringend brauche, die R\u00fcckkehr zur EU und vielleicht sogar einen eigenen Platz am Tisch der NATO bekommen zu k\u00f6nnen. &#8222;Auf kurz oder lang wird es zu einer Volksbefragung kommen, da bin ich mir sicher&#8220;, sagt Robertson. Alles andere sei nicht demokratisch.<\/p>\n<p>    &#8222;Protestbewegung oder Regierungspartei?&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAus Sicht der SNP k\u00f6nnte Labour die schottischen Interessen in Westminster nicht vertreten: Die Parteizentrale ist in London, die Parteichefs sind Engl\u00e4nder. Zudem schweigt Labour weitestgehend zum Brexit und seinen negativen wirtschaftlichen Folgen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin weiteres Unabh\u00e4ngigkeitsreferendum lehnt Labour ab. Die SNP argumentiert, dass sie als starke Oppositionspartei daf\u00fcr sorgen werde, eine wahrscheinliche Labour-Regierung nach links zu dr\u00e4ngen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLabour hingegen glaubt, eine Partei, die wie die SNP in Westminster zur Opposition verdammt sei, k\u00f6nne wenig erreichen. &#8222;Die Leute m\u00fcssen sich fragen, ob sie eine Protestbewegung wollen oder eine Regierungspartei&#8220;, sagt Scott Arthur. Noch gibt er sich nicht siegesgewiss f\u00fcr seinen Wahlkreis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.06.2024 06:56 Uhr Immer mehr schottische W\u00e4hler wenden sich von der SNP, der Regierungspartei in Edinburgh, ab.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":173023,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,5383,3992,3993,3994,3995,3996,3997,2534],"class_list":{"0":"post-173022","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-schottland","15":"tag-uk","16":"tag-united-kingdom","17":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","18":"tag-vereinigtes-koenigreich","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","20":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","21":"tag-wahl"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114645039409437098","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=173022"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173022\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/173023"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=173022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=173022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=173022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}