{"id":173758,"date":"2025-06-08T08:07:13","date_gmt":"2025-06-08T08:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/173758\/"},"modified":"2025-06-08T08:07:13","modified_gmt":"2025-06-08T08:07:13","slug":"schalom-das-steht-zur-juedischen-woche-in-leipzig-2025-auf-dem-programm-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/173758\/","title":{"rendered":"\u201eSchalom\u201c \u2013 das steht zur J\u00fcdischen Woche in Leipzig 2025 auf dem Programm \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig ist mitten im Veranstaltungsfieber: Gerade laufen das Stadtfest und das Wave Gotik Treffen, da wirft schon die 16. J\u00fcdische Woche ihre Schatten voraus. Vom 15. bis 22. Juni erwartet alle interessierten Besucherinnen und Besucher ein buntes Festival mit \u00fcber 100 Programmpunkten, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des reichen j\u00fcdischen Lebens in der alten Messestadt Leipzig miteinander verbinden.<\/p>\n<p>Dieses hatte vor Ort <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2022\/06\/vertreibung-wiederansiedlung-neubeginn-die-geschichte-der-juden-in-leipzig-war-ein-wechselbad-453850\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">seit jeher eine gro\u00dfe Rolle gespielt<\/a> und kurz vor der NS-\u201eMachtergreifung\u201c seinen Zenit erreicht, wobei sich Leipzig historisch durch eine besondere Konstellation auszeichnete: Lange Zeit gab es den \u201eNormalzustand\u201c mit keinen oder sp\u00e4ter sehr wenigen hier ans\u00e4ssigen Juden f\u00fcr den Gro\u00dfteil des Jahres, w\u00e4hrend das j\u00fcdische Leben zu den Messezeiten regelrecht boomte. J\u00fcdische Kaufleute von nah und fern str\u00f6mten dann trotz diskriminierender Auflagen in riesiger Zahl nach Leipzig, t\u00e4tigten Gesch\u00e4fte und trugen erheblich zum Wohlstand der Stadt bei.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/e1e608be39184b578c3e71dc1a025869.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/lebensart\/2025\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/lebensart\/2025\/06\/1\"\/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenktafelsmall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-454248 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenktafelsmall.jpg\" alt=\"\" width=\"1366\" height=\"871\"  \/><\/a>Gedenktafel auf dem Leipziger Br\u00fchl, Ecke Nikolaistra\u00dfe an \u201eGloecks Haus\u201c (\u201eFelsenstein-Haus\u201c Winckelmann Pelz &amp; Markt v. 4. September 1998) an den auch durch j\u00fcdische Rauchwarenh\u00e4ndler gepr\u00e4gten Pelzhandel rund um den Br\u00fchl in Leipzig: Der Br\u00fchl war jahrhundertelang Zentrum des internationalen Rauchwarenhandels, gepr\u00e4gt auch durch j\u00fcdische H\u00e4ndler. 575 Jahre K\u00fcrschnerinnung Leipzig 1998. Foto: Frank Vincentz, GFDL \/ CC-BY-SA-3.0 de<\/p>\n<p>Nach einer wahrscheinlichen Vertreibung im ausgehenden Mittelalter durften allerdings erst seit 1710 nachweislich wieder einige Juden mit Konzession dauerhaft hier wohnen, \u00fcber deren Leben und Alltag wir bis heute nur wenig wissen. Einen nennenswerten Zuwachs j\u00fcdischer Familien in Leipzig gab es im 19. Jahrhundert, die staatlich anerkannte Gemeinde gr\u00fcndete sich 1847.<\/p>\n<p>Besonders der Br\u00fchl, dessen \u00f6stlicher Teil im Volksmund als \u201eJudenbr\u00fchl\u201c bekannt war, entwickelte sich als Wohnort und Schwerpunkt des Pelz- und Rauchwarenhandels zum lokalen Zentrum j\u00fcdischen Lebens. Verbunden ist er mit so klangvollen Namen wie Harmelin, Ariowitsch oder Eitingon.<\/p>\n<p>Buntes Programm f\u00fcr ein Miteinander und gegen Klischees<\/p>\n<p>Da liegt es nahe, dass die J\u00fcdische Woche 2025 am Sonntag, dem 15. Juni, in den H\u00f6fen am Br\u00fchl er\u00f6ffnet wird. Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung (SPD) und der Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2022\/06\/wir-sind-eine-familie-kuef-kaufmann-im-interview-ueber-die-juedische-gemeinde-zu-leipzig-452286\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">K\u00fcf Kaufmann<\/a>, werden die Festwoche vor geladenen G\u00e4sten einl\u00e4uten, dazu gibt es Musik vom Orchester \u201eKl\u00e4nge der Hoffnung\u201c gemeinsam mit der in Polen geborenen S\u00e4ngerin Karolina Tryba\u0142a.<\/p>\n<p>Ab 17 Uhr ist am Standort der 1938 von den Nationalsozialisten zerst\u00f6rten Synagoge in der Gottschedstra\u00dfe ein \u00f6ffentliches Gedenken an die Holocaust-\u00dcberlebende und Leipziger Ehrenb\u00fcrgerin <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2023\/05\/channa-gildoni-gestorben-leipzig-trauert-ehrenburgerin-532465\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Channa Gildoni (1923\u20132023<\/a>) geplant. F\u00fcr eine Woche erwartet die Menschen dann ein reichhaltiges Programm aus Workshops, Lesungen, F\u00fchrungen, Konzerten, Ausstellungen, Vortr\u00e4gen, Gespr\u00e4chsrunden. Insgesamt sind es \u00fcber 100 Veranstaltungen, etwa 60 Institutionen und Vereine sagten ihre Beteiligung zu. <a href=\"https:\/\/static.leipzig.de\/fileadmin\/mediendatenbank\/leipzig-de\/Stadt\/02.4_Dez4_Kultur\/41_Kulturamt\/Juedische_Woche\/Programmheft-Judische-Leipzig-2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Hier finden Sie das komplette Programmheft.<\/a><\/p>\n<p>Die Auswahl an Themenfeldern dort ist enorm vielseitig. Ob Friedh\u00f6fe und Bestattungskultur, Literatur, Architektur, Musik, Biografien, Theater oder queeres j\u00fcdisches Leben der Gegenwart: Gerade in Zeiten von Nahostkrieg, Antisemitismus und zunehmender \u00dcbergriffe auf j\u00fcdische Menschen scheinen das Aufr\u00e4umen mit Klischees, die Handreichung und das gelebte Miteinander wichtiger denn je.<\/p>\n<p>In diesem Sinne gibt es dann auch am Sonntag, dem 22. Juni, einen interreligi\u00f6sen Bring-In-Brunch im Rosental mit anschlie\u00dfender Radtour, bei der Stationen des j\u00fcdischen Lebens in Leipzig aufgesucht werden.<\/p>\n<p>J\u00fcdische Gemeinde in Leipzig ist heute pr\u00e4sent und voller Leben<\/p>\n<p>Das Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus in der Hinrichsenstra\u00dfe wird wieder einen der Veranstaltungsorte f\u00fcr die J\u00fcdische Woche 2025 bilden. Hier zeige sich, \u201edass die j\u00fcdische Gemeinde zu Leipzig auch gegenw\u00e4rtig pr\u00e4sent und voller Leben ist\u201c, teilt die Stadt mit, deren Kulturamt gemeinsam mit dem Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V. die J\u00fcdische Woche alle zwei Jahre ausrichtet.<\/p>\n<p>Nach der verbrecherischen Massenermordung im Nationalsozialismus und dem Zusammenbruch der DDR hatte das so wechselvolle j\u00fcdische Leben Leipzigs durch vermehrten Zuzug seit den 90er-Jahren eine Art Renaissance erfahren.<\/p>\n<p>Heute beheimatet die Messestadt laut offiziellen Angaben die gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Gemeinde Ostdeutschlands nach Berlin. Ende 2023 z\u00e4hlte die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig 1.076 Mitglieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig ist mitten im Veranstaltungsfieber: Gerade laufen das Stadtfest und das Wave Gotik Treffen, da wirft schon die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":173759,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[9786,3364,29,30,44188,59210,59209,576,71,859],"class_list":{"0":"post-173758","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-ariowitsch-haus","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-juedische-gemeinde","13":"tag-juedische-kultur","14":"tag-juedische-woche","15":"tag-juedisches-leben","16":"tag-leipzig","17":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114646721744709097","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=173758"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173758\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/173759"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=173758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=173758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=173758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}