{"id":173797,"date":"2025-06-08T08:29:10","date_gmt":"2025-06-08T08:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/173797\/"},"modified":"2025-06-08T08:29:10","modified_gmt":"2025-06-08T08:29:10","slug":"in-ihrem-haus-von-yael-van-der-wouden%c2%b7-dlf-nova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/173797\/","title":{"rendered":"&#8222;In ihrem Haus&#8220; von Yael van der Wouden\n\u00b7 Dlf Nova"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Frauen, Sommer, Zuhause, Besessenheit und Geheimnis \u2013 so fasst die niederl\u00e4ndische Autorin Yael van der Wouden ihren Deb\u00fctroman zusammen. 2024 erschienen, schaffte es &#8222;In ihrem Haus&#8220; direkt auf die Shortlist f\u00fcr den Booker Prize, den wichtigsten britischen Literaturpreis.<\/p>\n<p>Sie war sich so sicher gewesen. Der L\u00f6ffel, der Kerzenst\u00e4nder, der Fingerhut. Und warum hatte Eva den Sekret\u00e4r im Zimmer ihrer Mutter abgeschlossen? Nicht das Hausm\u00e4dchen Neelke hatte all die verschwundenen Dinge gestohlen, sondern Eva, der ungebetene Gast in ihrem Haus!<\/p>\n<p>Eva ist laut, direkt und neugierig. Alles will sie wissen. Alles muss sie kommentierten. Und st\u00e4ndig fasst sie Dinge an, die ihr nicht geh\u00f6ren. Isabel kann Eva nicht leiden. Und gleichzeitig versetzt sie all das in helle Aufregung \u2026<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter am Abend, die Sonne ist noch nicht ganz untergegangen, da sitzt Isabel vor dem Spiegel in ihrem Zimmer und sucht nach dem, was Eva gesehen hat, als sie sich gegen\u00fcberstanden \u2013 zwischen ihnen die ge\u00f6ffnete Faust, die verrutschte Str\u00e4hne, die vorsichtige Ber\u00fchrung und etwas, was Isabel nicht benennen kann. Und da ist er wieder, der eine Gedanke: Sie wei\u00df Bescheid.<\/p>\n<p>Deb\u00fctroman stand direkt auf der Booker Prize Shortlist 2024<\/p>\n<p>Wer wei\u00df hier was? Diese Frage steht im Zentrum von Yael van der Woudens Roman-Deb\u00fct &#8222;In ihrem Haus&#8220;. Diese Frage w\u00e4chst mit jeder Seite, wird dr\u00e4ngender und l\u00f6st ein Verlangen aus, das sich fast manisch anf\u00fchlen kann. Denn mit jeder gelesenen Seite w\u00e4chst auch die Gewissheit, dass die Erl\u00f6sung, also die Antwort auf diese Frage, gewaltig sein wird und schmerzvoll.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Two women, summer, homes, obsession, and mystery \u2013 mit diesen sechs W\u00f6rtern beschreibt die in den Niederlanden lebende Schriftstellerin Yael van der Wouden selbst ihren Deb\u00fctroman.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>  Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin  <\/p>\n<p>Der Roman erz\u00e4hlt von Isabel. Es ist das Jahr 1961. Isabel ist um die drei\u00dfig und lebt allein in einem gro\u00dfen Haus mit vielen Zimmern und einem Garten.<\/p>\n<p>Isabel liebt das Haus. Und sie liebt es, allein darin zu sein. \u00dcberhaupt liebt sie es, allein zu sein. Die Gegenwart von Menschen ertr\u00e4gt sie nur schwer. Das Hausm\u00e4dchen Neelke kommt zwei Mal in der Woche. Und ein-, zweimal im Jahr geht Isabel mit ihren Br\u00fcdern Hendrik und Louis etwas essen. Normalerweise zu dritt.<\/p>\n<p>Aber bei einem dieser Essen hat Louis seine neue Freundin dabei: Eva. Isabel findet alles an ihr schrecklich. Ihre hohe Stimme, ihr albernes Kichern, ihre billige Garderobe. Isabel hat vor, sie bald wieder zu vergessen, weil Louis st\u00e4ndig eine neue Freundin hat, aber dann passiert etwas. <\/p>\n<p>Isabel und Eva sind f\u00fcr wenige Minuten allein auf der Restaurant-Toilette und unterhalten sich. Verschwunden sind das hohe Stimmchen, die Unsicherheit und die Kicherei.<\/p>\n<p>Zwei Frauen, ein Sommer und ein gro\u00dfes, geheimnisvolles Haus<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter, es ist Anfang Juni, bezieht Eva ein Zimmer in Isabels Haus. Eigentlich ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Aber Isabel hat keine Wahl. Louis wird f\u00fcr einen Monat ins Ausland gehen \u2013 und Eva wohnt bereits bei ihm, in einer feuchten Einraumwohnung, nicht sch\u00f6n. <\/p>\n<p>Und weil Eva nach dem Essen so sehr von Isabel geschw\u00e4rmt habe, sei ihm die Idee mit dem Haus gekommen, ihrem Haus, das eigentlich sein Haus ist. Louis wird es vom Onkel erben, sobald der Onkel tot ist oder Louis heiratet. Bis dahin darf Isabel in dem Haus wohnen.<\/p>\n<p>Mit Evas Einzug ger\u00e4t Isabels Leben aus dem Rhythmus. St\u00e4ndig ist da wer, der Dinge in Unordnung bringt und: der Dinge stiehlt. Isabel f\u00e4llt es sofort auf, wenn etwas fehlt. Sie f\u00fchrt Buch. Denn die Dinge in diesem Haus erinnern sie an ihre Mutter \u2013 das Geschirr, die M\u00f6bel, die Hasen. Ja, \u00fcberall sind Hasen abgebildet. Ihre Mutter mochte Hasen.<\/p>\n<p>Warum, wei\u00df Isabel nicht. Die Hasen waren einfach schon immer da. Seit Eva da ist, keimt ein diffuses Gemisch aus Scham, Schuld und Begehren in Isabel. Und da ist die Gewissheit, dass Eva mehr will als nur ein Zimmer.<\/p>\n<p><strong>Das Buch:<\/strong> &#8222;In ihrem Haus&#8220; (Originaltitel: &#8222;The Safekeep&#8220; \/ 2024 \/ von Yael van der Wouden \/ aus dem Englischen von Stefanie Ochel \/ Gutkind Verlag, 315 Seiten \/ H\u00f6rbuch gelesen von Ute Piasetzki, ca. 9,5 Stunden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwei Frauen, Sommer, Zuhause, Besessenheit und Geheimnis \u2013 so fasst die niederl\u00e4ndische Autorin Yael van der Wouden ihren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":173798,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-173797","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114646808283550842","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173797","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=173797"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173797\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/173798"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=173797"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=173797"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=173797"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}