{"id":17424,"date":"2025-04-09T05:03:17","date_gmt":"2025-04-09T05:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/17424\/"},"modified":"2025-04-09T05:03:17","modified_gmt":"2025-04-09T05:03:17","slug":"duell-um-radsport-monumente-pogacar-legt-in-den-ardennen-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/17424\/","title":{"rendered":"Duell um Radsport-Monumente &#8211; Pogacar legt in den Ardennen vor"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 07.04.2025 11:01 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Tadej Pogacar gewinnt mit der Flandern-Rundfahrt sein achtes Monument. Sein Dauerrivale Mathieu van der Poel belegt Rang drei. Die n\u00e4chste Ausgabe dieses Duells findet am kommenden Sonntag bei Paris-Roubaix statt.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZweieinhalb Stunden nach seinem Triumph bei der Flandern-Rundfahrt, Belgiens gr\u00f6\u00dftem Sporttag, erscheint Tadej Pogacar im Hinterzimmer eines Schulanbaus unweit des Marktplatzes von Oudenaarde und erz\u00e4hlt von seinem Tag auf dem Rad. &#8222;Das war ein gro\u00dfer Sieg, ich kann gar nicht beschreiben, wie gro\u00df er sich f\u00fcr mich anf\u00fchlt und wie viel er mir bedeutet&#8220;, sagt der m\u00fcde und hungrig wirkende Slowene. Er ist direkt von seinem Warteplatz hinter dem Podium gekommen, die 800 Meter Distanz von der Ziellinie bis zur Schule hat er mit seinem Rennrad \u00fcberbr\u00fcckt, er ist dick eingepackt, den Rei\u00dfverschluss seiner w\u00e4rmenden Jacke im Regenbogenmuster des Weltmeisters hat er bis zum Kinn hochgezogen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit der Zeit wurde es kalt neben dem Podium, das er erst nach dem Finale des Frauen-Rennens gemeinsam mit dem Zweit- und Drittplatzierten betreten durfte. Und das dauerte noch gut zwei Stunden. Diese skurril lange Wartezeit ist eine Kuriosit\u00e4t dieses Radsport-Monuments, dessen erste Auflage 1913 ausgetragen wurde.<\/p>\n<p>    Kwaremont &#8211; Moment voller Thrill und Geschrei<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiesmal aber ging es in die 269 Kilometer lange 109. Runde, sie f\u00fchrte von Br\u00fcgge \u00fcber flaches Land hinein in einen Zickzack-Kurs durch die fl\u00e4mischen Ardennen mit ihren schmalen Wegen und den fiesen Hellingen. Das sind kurze, aber bisweilen extrem steile Anstiege, Orte, die Profis mit Ambitionen in Abgeh\u00e4ngte verwandeln. Orte aber auch, an denen der Wahnsinn tobt, vor allem in der Passage des Alten Kwaremont, einem der ber\u00fchmtesten H\u00fcgel dieses Rennens. Die Zuschauer platzierten sich dort am Sonntag in F\u00fcnferreihen, mindestens, links und rechts der gerade mal gef\u00fchlt nur zwei Meter breiten Passage, die auf 2.200 Metern Kopfsteinpflasteruntergrund immer steiler wird, bis zu 11,6 Prozent in der Spitze. 16 Hellingen sind \u00fcber den Parcours verteilt, gleich dreimal ging es diesmal \u00fcber diesen Kwaremont, zuletzt gut 18 Kilometer vor dem Ziel. Und bis hierhin, bis zu diesem Moment voller Thrill und Geschrei von beiden Seiten, wartete Pogacar, um seine Gegner zu erledigen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Tadej Pogacar f\u00e4hrt bei der Flandern-Rundfahrt vorneweg.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Vorarbeit verlief nach hektischem Beginn und nach Attacken verschiedenster Gruppen, die sich gebildet hatten, perfekt f\u00fcr Pogacar, den Kapit\u00e4n des UAE-Teams Emirates. Eine mit Topstars der Gegenwart best\u00fcckte Gruppe um Pogacar, den niederl\u00e4ndischen Vorjahressieger Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck), dessen belgischem Rivalen Wout van Aert (Visma-Lease a bike) sowie dem robusten D\u00e4nen Mats Pedersen (Lidl-Trek) und seinem belgischen Teamkollegen Jasper Stuyven hatten vor der finalen Passage des Alten Kwaremont alle Ausrei\u00dfer eingesammelt und bildeten nun ein Quintett. Und van Aert legte fulminant los, sprintete in den Kwaremont und hatte damit alle seine Chancen auf den Sieg vertan.<\/p>\n<ul class=\"buttongroup buttongroup--copytext\">\n<li class=\"buttongroup__item\">\n<p>    <a class=\"btn btn--text btn--standard-secondary btn--fullwidth\" href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/live-und-ergebnisse\/radsport\/co685\/ronde-van-vlaanderen\/ma10758335\/ergebnisse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n        Ergebnis &#8211; Flandern-Rundfahrt<br \/>\n        Pfeil rechts<\/p>\n<p>    <\/a>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>    Wie zu Eddy Merckx\u2018 Zeiten &#8211; Kr\u00fcmel f\u00fcr die Gegner<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn wenig sp\u00e4ter reagierte Pogacar, der aktuelle Tour-de-France-Sieger und beste Bergfahrer der Gegenwart sprang los, jagte nach vorn, van Aert wirkte in diesem Moment wie ein stehender Fahrer. Nur van der Poel konnte folgen, kurz, doch unter einem Laubbaum mit einem gr\u00fcnen Bl\u00e4tterflaum war es vorbei, Pogacar war enteilt, 18 Kilometer vor dem Ziel, jagte \u00fcber die finale Helling, den steilen Paterberg, baute seine F\u00fchrung auch im Gegenwind des Finales immer weiter aus und siegte mit 1:01 Minuten Vorsprung auf seine vier Verfolger in Oudenaarde. Was f\u00fcr ein Coup.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd wie zu Eddy Merckx\u2018 Zeiten blieben f\u00fcr Pogacars Gegner nur Kr\u00fcmel \u00fcbrig, diesmal in Form von Ehrenplatzierungen. &#8222;Er war heute in einer anderen Liga&#8220;, sagt der Zweitplatzierte Pedersen hinterher. Van der Poel belegte Rang drei.<\/p>\n<p>    Politt: &#8222;Tadej wollte, dass wir alle bei ihm bleiben&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei Mailand-Sanremo Mitte M\u00e4rz hatte van der Poel der finalen Attacke von Pogacar im Poggio kurz vor der Zielgerade gemeinsam mit Filippo Ganna noch widerstanden und gewann im Sprint. Pogacar wurde Dritter. Hier aber, in den fl\u00e4mischen H\u00fcgeln, konnte Pogacar nach fast 250 Kilometern Renndistanz den Unterschied machen. Und folgte damit einem Plan, den Nils Politt, sein Helfer aus H\u00fcrth bei K\u00f6ln, im Gespr\u00e4ch mit der Sportschau sp\u00e4ter erl\u00e4uterte. Die Teams seiner Gegner hatten jeweils Fahrer in die vorweg fahrenden Gruppen geschickt \u2013 nur Pogacar nicht. &#8222;Das war unser Plan \u2013 niemand geht in die Gruppen. Tadej wollte, dass wir alle bei ihm bleiben&#8220;, sagte Politt.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Tadej Pogacar (l.) mit Nils Politt\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch das gelang anfangs nur bedingt. Denn bei einem furchtbaren Sturz im hinteren Feld, 130 Kilometer vor dem Ziel, hatte Pogacar zun\u00e4chst zwei Helfer verloren. An dieser Stelle endete nach einem brutalen Aufprall auf dem Asphalt auch der Renntag des deutschen Veteranen John Degenkolb. Die Diagnose ist dramatisch: Bruch des Ellbogens, des Handgelenks und des Schl\u00fcsselbeins. Auch van der Poel war in diesen Crash verwickelt, prellte sich die rechte Schulter, fuhr aber weiter und nach gut zehn Kilometern wieder zu Pogacar auf.<\/p>\n<p>    Pogacar attackiert wie geplant<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass die Entscheidung in der dritten Passage des Alten Kwaremont fiel, folgte auch dem in der Mannschaftsbesprechung von Pogacars und Politts Team besprochenen Plan: &#8222;Das hatten wir so abgemacht. In diesem Moment sollte Tadej losst\u00fcrmen. Chapeau, wie er das wieder einmal gemacht hat&#8220;, sagt Politt, Drittplatzierter der Ronde des Vorjahres. Pogacar pulverisierte an einem sonnigen und windigen Renntag in Belgien auch den Schnitt f\u00fcr diese 269 Kilometer, er steht nun bei 44,91 Stundenkilometern. Zuvor waren es 44,48, aufgestellt im Vorjahr von van der Poel.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Tadej Pogacar (l.) und Mathieu van der Poel\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Niederl\u00e4nder, 30 Jahre alt inzwischen, erz\u00e4hlte sp\u00e4ter, dass er kurz vor dem Rennen eine Erk\u00e4ltung mit Antibiotika behandeln musste. Diese Tatsache und die kr\u00e4ftezehrende R\u00fcckkehr zu den Favoriten nach seinem Sturz d\u00fcrfte ihn viel seiner Kraft gekostet haben. Doch das wollte er nicht als Entschuldigung geltend machen: &#8222;Der Beste hat gewonnen.&#8220; Van der Poel besetzte seit 2020 stets das Podium der Flandern-Rundfahrt. Seine Platzierungen seither: Erster, Zweiter, Erster, Zweiter, Erster, Dritter. Und obwohl diese Bilanz spektakul\u00e4r gut ist, zum alleinigen Siegrekord dieses Rennens fehlt ihm nur noch ein Triumph, hatte die Niederlage gegen Pogacar (26) statistische Folgen. 8:7 steht es nun f\u00fcr den Slowenen in Bezug auf die Erfolge bei Monumenten, mythischen Eintagesrennen, zu denen neben Mailand-Sanremo und der Ronde noch Paris-Roubaix, L\u00fcttich-Bastogne-L\u00fcttich und die Lombardei-Rundfahrt z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>    Neues Duell bei der K\u00f6nigin der Klassiker<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist anzunehmen, dass sich die Auseinandersetzung der beiden am kommenden Sonntag fortsetzen wird, dann steht Paris-Roubaix an, noch ein Monument, die K\u00f6nigin der Klassiker. Van der Poel ist der Titelverteidiger, Pogacar ein Deb\u00fctant. Wird es danach 8:8 stehen im Duell der Monumente zwischen den beiden? &#8222;Das wird ein anderes Rennen. Aber die Herausforderung gef\u00e4llt mir sehr&#8220;, sagt Pogacar. Er nimmt sie auch an. Bei einer Besichtigung in der vergangenen Woche stellte er bei drei von 30 zu befahrenden Kopfsteinpflaster-Sektoren schon mal Allzeit-Geschwindigkeitsrekorde auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.04.2025 11:01 Uhr Tadej Pogacar gewinnt mit der Flandern-Rundfahrt sein achtes Monument. 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