{"id":175463,"date":"2025-06-09T00:03:43","date_gmt":"2025-06-09T00:03:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/175463\/"},"modified":"2025-06-09T00:03:43","modified_gmt":"2025-06-09T00:03:43","slug":"grossbritannien-supermarktkassen-nehmen-kein-bargeld-mehr-an-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/175463\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: Supermarktkassen nehmen kein Bargeld mehr an &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Es ist einfach kein Geld da. Im Bus, im Caf\u00e9, im Restaurant, nichts, es ist verschwunden. Zumindest in London verleben die meisten Menschen ihren Alltag g\u00e4nzlich ohne Bargeld, sie zahlen mit Karte oder noch \u00f6fter mit ihrem Handy. Einen Geldschein zu sehen, hat hier fast etwas Aufregendes, er wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">So wird es den vielen Briten wom\u00f6glich gar nicht auffallen, dass k\u00fcnftig an einigen Kassen eine Barzahlung unm\u00f6glich wird. Die Supermarktkette Tesco hat angek\u00fcndigt, zun\u00e4chst 40 von ihr gef\u00fchrte Caf\u00e9s auf cashless umzustellen. Die Konkurrenten von Asda haben f\u00fcr 270 ihrer Tankstellen \u00e4hnliche Pl\u00e4ne vorgestellt, mit der Begr\u00fcndung, dass dort schon heute mehr als 90 Prozent der Eink\u00e4ufe mit Karte oder dem Handy gezahlt werden. In anderen M\u00e4rkten wird bereits an den meisten Selbstbedienungskassen kein Bargeld mehr akzeptiert. Nebenbei schlie\u00dfen Banken im Vereinigten K\u00f6nigreich zunehmend ihre Automaten und Filialen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der schleichende Niedergang des Bargelds in Zahlen: Gaben die Briten und Nordiren im Jahr 2016 noch 15,4 Milliarden Pfund in bar aus, waren es 2021 nur noch sechs Milliarden. Die Anzahl der Menschen, die in erster Linie Bargeld nutzen, sank in dem Zeitraum von 2,7 Millionen auf 1,1 Millionen. Sp\u00e4testens die Pandemie hat das kontaktlose Zahlen in den Pubs popul\u00e4r gemacht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Je j\u00fcnger und urbaner die Kunden heute sind, desto unwahrscheinlicher ist, dass sie mit Geldscheinen zahlen. Irgendwann wird man den folgenden Generationen erst erkl\u00e4ren m\u00fcssen, warum die britische Band KLF mit ihrem brennenden Papierberg einst f\u00fcr Entsetzen gesorgt hatte: Das Duo z\u00fcndete 1994 auf einer schottischen Insel einen Haufen Banknoten an, eine Million Pfund ging damals in Flammen auf (und ja, die Musiker bereuten ihr Kunstprojekt sp\u00e4ter).<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Nachrufe auf die Pfundnoten k\u00f6nnten also sch\u00f6n langsam vorbereitet werden \u2013 w\u00fcrde ihr Aussterben nicht kurzfristig zumindest ein wenig gebremst: Vergangenes Jahr zahlten auf einmal wieder mehr, n\u00e4mlich 1,5 Millionen Menschen am liebsten mit Scheinen und M\u00fcnzen. Das liege vor allem an der aktuellen wirtschaftlichen Misere der Briten, mutma\u00dft der Finanz- und Bankenverband UK Finance. Wenn man auf das Geld schauen m\u00fcsse, sei Cash die \u00fcbersichtlichere Zahlart.<\/p>\n<p>Zumindest Sammler reden von Bargeld<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Doch selbst wenn es den Briten unter der neuen Regierung wirtschaftlich besser gehen sollte, und selbst wenn die Gesamtsumme der Barzahlungen im K\u00f6nigreich bis zum Jahr 2032 auf 3,3 Milliarden Pfund sinkt, wie UK Finance prognostiziert \u2013 solange sich britische Monarchen pers\u00f6nlich um das Aussehen der M\u00fcnzen k\u00fcmmern, wird das Bargeld auf der Insel \u00fcberleben. Das Design der neuen Ein-Pfund-M\u00fcnze, von der seit August drei Millionen St\u00fcck im Umlauf sind, wurde n\u00e4mlich explizit auf Wunsch von Charles III. ge\u00e4ndert. Der K\u00f6nig monierte, ein eingraviertes \u201eC\u201c habe wie ein umgedrehtes Hufeisen und damit \u201eetwas ungl\u00fccklich\u201c ausgesehen, berichtete die Sunday Times.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auf den neuen M\u00fcnzen sind neben dem Profil des K\u00f6nigs einheimische, vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen zu sehen. Die Sammler sind entz\u00fcckt von der Ausgabe. Und der konservative Express prophezeite: \u201eIn Hunderten von Jahren, wenn unsere neuen M\u00fcnzen in der Erde gefunden werden, werden sie den zuk\u00fcnftigen Generationen zeigen, dass wir Vertrauen in unsere eigene W\u00e4hrung und die darin zum Ausdruck kommenden Ideen hatten.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Relikte aus einer anderen Zeit sind vielen Briten bekanntlich nicht unlieb. Beim Bargeld zeigt sich ihr Traditionsbewusstsein \u00fcbrigens nicht nur in seinem Gebrauch, sondern auch im Pochen auf das vermeintliche Recht darauf. Die Zentralbank des Vereinigten K\u00f6nigreichs, die Bank of England, sieht sich gezwungen, auf ihrer Homepage zu warnen: Die meisten Leute w\u00fcrden f\u00e4lschlicherweise denken, die Shops h\u00e4tten Scheine und M\u00fcnzen anzunehmen. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnten die Ladenbesitzer frei w\u00e4hlen, welche Bezahlart sie akzeptierten. \u201eWenn Sie ein P\u00e4ckchen Kaugummi mit einer 50-Pfund-Note bezahlen m\u00f6chten\u201c, hei\u00dft es da, \u201eist es absolut legal, wenn Ihnen eine Abfuhr erteilt wird.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist einfach kein Geld da. Im Bus, im Caf\u00e9, im Restaurant, nichts, es ist verschwunden. 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