{"id":176173,"date":"2025-06-09T07:05:56","date_gmt":"2025-06-09T07:05:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/176173\/"},"modified":"2025-06-09T07:05:56","modified_gmt":"2025-06-09T07:05:56","slug":"droht-duisburg-die-hoechste-arbeitslosenquote-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/176173\/","title":{"rendered":"Droht Duisburg die h\u00f6chste Arbeitslosenquote in Deutschland?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Consult) \u00fcber die geplante Stellenstreichung bei Thyssenkrupp und die drohende Schlie\u00dfung von HKM im Duisburger S\u00fcden in einer Studie herausgearbeitet hat und als Konsequenz daraus fordert, macht nur wenig Mut. Das Gutachten wurde bereits im M\u00e4rz ver\u00f6ffentlicht, doch es ist in mehrfacher Hinsicht aktueller denn je. So hat Thyssenkrupp-Konzernchef Miguel L\u00f3pez inzwischen die Zerschlagung des Konzerns als Ziel ausgegeben, und Arbeitsdirektor Dirk Schulte hat gegen\u00fcber der \u201eWAZ\u201c erkl\u00e4rt, man halte am Abbau von insgesamt 11.000 Arbeitspl\u00e4tzen fest.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zudem hat sich der Duisburger Ratsausschuss f\u00fcr Wirtschaft in der vergangenen Woche mit der Studie befasst, am Donnerstag ist der Ausschuss f\u00fcr Arbeit, Soziales und Gesundheit an der Reihe, bevor sie dann in der n\u00e4chsten Sitzung des Rates der Stadt am 23. Juni auf der Tagesordnung steht. Bezeichnend dabei: Alle drei Gremien k\u00f6nnen davon \u201eKenntnis nehmen\u201c \u2013 mehr ist nicht drin.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Studie untersucht die Bedeutung des Stahlstandorts, beschreibt m\u00f6gliche Szenarien und kommt am Ende zu daraus resultierenden Forderungen: F\u00fcnf Ma\u00dfnahmen richten sich an den Wirtschaftsstandort <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/duisburg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Duisburg<\/a>, f\u00fcnf an die Stahlindustrie. Ihnen ist jeweils gemeinsam, dass es nicht einfach wird und auch keinen K\u00f6nigsweg gibt, um aus dem Dilemma in eine vielversprechende Zukunft zu gelangen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Stahlbranche ist in Duisburg mit Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE), den H\u00fcttenwerken Krupp <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/mannesmann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mannesmann<\/a> (HKM) und Arcelor Mittal vertreten. Zusammen sichern die drei Unternehmen rund 18.000 Arbeitspl\u00e4tze, laut Studie wohnen 9000 Stahl-Besch\u00e4ftigte \u2013 also rund die H\u00e4lfte davon \u2013 in Duisburg. Au\u00dferdem ist die wirtschaftliche Wertsch\u00f6pfung \u00fcberproportional hoch. In der Studie hei\u00dft es dazu: \u201eRelativ betrachtet ist die Stahlindustrie in Duisburg besonders bedeutend. Sie tr\u00e4gt mit einem knapp 47-mal h\u00f6heren Wertsch\u00f6pfungsanteil zum <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bruttoinlandsprodukt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bruttoinlandsprodukt<\/a> bei als im deutschen Durchschnitt. Diese Konzentration macht Duisburg \u00fcberdurchschnittlich abh\u00e4ngig von der Branche, sodass Ver\u00e4nderungen besonders starke Auswirkungen auf die Stadt haben.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">TKSE plant den Abbau von 11.000 Stellen, HKM mit 3000 Besch\u00e4ftigten droht die Schlie\u00dfung, Arcelor Mittal will den Duisburger Standort mit 1000 Besch\u00e4ftigten umbauen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Allein der Abbau von 1000 Stahl-Arbeitspl\u00e4tzen w\u00fcrde laut Studie einen R\u00fcckgang des Gesamtwerts der hergestellten Waren und Dienstleistungen um 420 Millionen Euro bedeuten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Stadt w\u00fcrde um 120 Millionen Euro sinken. Weiter hei\u00dft es: \u201eInsgesamt w\u00e4ren 1200 Erwerbst\u00e4tige betroffen, da neben den 1000 direkt gestrichenen Stellen weitere 200 Arbeitspl\u00e4tze in Zuliefererbetrieben oder durch indirekte Effekte wegfallen w\u00fcrden. Die j\u00e4hrlichen Steuerverluste w\u00fcrden drei Millionen Euro betragen.\u201c Die Auswirkungen w\u00e4ren aber auch in NRW und in ganz <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> zu sp\u00fcren: NRW gingen rund zw\u00f6lf Millionen Euro Steuern verloren, in ganz Deutschland w\u00e4ren es rund 70 Millionen Euro.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Beim Abbau von 11.000 Arbeitspl\u00e4tzen w\u00e4ren die wirtschaftlichen Auswirkungen in Duisburg deutschlandweit am st\u00e4rksten. Das st\u00e4dtische BIP w\u00fcrde um 6,2 Prozent zur\u00fcckgehen, der R\u00fcckgang in NRW und Deutschland w\u00fcrde nur jeweils 0,1 Prozent betragen. Der R\u00fcckgang der Stahlbesch\u00e4ftigung in Duisburg w\u00fcrde zu einem deutschlandweiten j\u00e4hrlichen Verlust von 773 Millionen Euro an Steuereinnahmen f\u00fchren. Die Verteilung: Duisburg 30 Millionen Euro, Land NRW 132 Millionen, weitere Gemeinden und Bundesl\u00e4nder 296 Millionen und der Bund 315 Millionen. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des R\u00fcckgangs fiele auf das Lohnsteueraufkommen mit 420 Millionen Euro.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Weiter hei\u00dft es w\u00f6rtlich: \u201eBei einem Anstieg der Arbeitslosenzahl schon um 5000 h\u00e4tte Duisburg die h\u00f6chste <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/arbeitslosenquote\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitslosenquote<\/a> in Deutschland.\u201c Insgesamt 35.405 Menschen waren im Mai in Duisburg arbeitslos gemeldet, mit weiteren 5000 w\u00fcrde die Gesamtzahl bei \u00fcber 40.000 liegen. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt hier bei 13,3 Prozent und w\u00e4re dann bei mehr als 15 Prozent.<\/p>\n<p>Zehn Forderungen als Konsequenz      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um die negativen Auswirkungen zu d\u00e4mpfen, schl\u00e4gt die Studie zehn Forderungen vor \u2013 f\u00fcnf f\u00fcr den Standort Duisburg und f\u00fcnf f\u00fcr die Stahlbranche. F\u00fcr die k\u00fcnftige Wirtschaftsstruktur Duisburgs wird vorgeschlagen:<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Daneben soll die (verbliebene) Stahlindustrie in Duisburg gest\u00e4rkt werden. Die Forderungen hierf\u00fcr:<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Studie zeigt, wie stark Duisburg unter einer geschrumpften Stahlindustrie leiden w\u00fcrde. Es gibt keinen einfachen monokausalen Ansatz wie in Rheinhausen, wo mit Logport ein Logistik-Standort als Ersatz entwickelt wurde. Die Perspektive geht nun eher \u00fcber in eine Diversifizierung des Wirtschaftsstandortes Duisburg. Die Arbeitspl\u00e4tze in der Duisburger Stahlindustrie k\u00f6nnen aber nicht 1:1 ersetzt werden \u2013 schon gar nicht zu den Leistungen, die die von der IG Metall ausgehandelten Tarifvertr\u00e4ge in der Stahlindustrie derzeit noch bieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Consult) \u00fcber die geplante Stellenstreichung bei Thyssenkrupp und die drohende Schlie\u00dfung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":176174,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[59680,34924,3364,29,3715,7465,30,1209,11748,779,55,20642],"class_list":{"0":"post-176173","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-11-000","9":"tag-auswirkungen","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-duisburg","13":"tag-duisburger","14":"tag-germany","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-studie","17":"tag-thyssenkrupp","18":"tag-wirtschaft","19":"tag-wirtschaftsstandort"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114652144182337026","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=176173"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176173\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/176174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=176173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=176173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=176173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}