{"id":177544,"date":"2025-06-09T19:49:11","date_gmt":"2025-06-09T19:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/177544\/"},"modified":"2025-06-09T19:49:11","modified_gmt":"2025-06-09T19:49:11","slug":"outsider-die-autobiografie-von-frederick-forsyth-von-2015-ndr-de-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/177544\/","title":{"rendered":"&#8222;Outsider&#8220;: Die Autobiografie von Frederick Forsyth von 2015 | NDR.de &#8211; Kultur"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 09.06.2025 21:18 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Seine Spionageromane wurden weltweit mehr als 70 Millionen Mal verkauft &#8211; jeder ein Bestseller. Nun ist Frederick Forsyth laut Medienberichten am 9. Juni 2025 im Alter von 86 Jahren verstorben. Sein Leben war fast spannend und geheimnisvoll, wie seine Romane.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Claudia Wallbrecht<\/p>\n<p>Vor zehn Jahren ging durch die Zeitungen, Frederick Forsyth habe mehr als zwanzig Jahre lang f\u00fcr den britischen Geheimdienst gearbeitet. Ausgerechnet Forsyth, der Meister des Polit-Thrillers. Irgendwie hat man als Leser immer das Gef\u00fchl gehabt, dass Forsyth genau wusste, wor\u00fcber er geschrieben hat. Spionageromane wie &#8222;Der Schakal&#8220; oder &#8222;Die Akte Odessa&#8220; waren beeindruckend realit\u00e4tsnah.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/forsyth134_v-contentgross.jpg\" alt=\"Der Bestsellerautor Frederick Forsyth - ein Schwarzwei\u00dfbild aus dem Archiv \u00a9 Britta G\u00fcrke\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Britta G\u00fcrke\" title=\"Der Bestsellerautor Frederick Forsyth - ein Schwarzwei\u00dfbild aus dem Archiv\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nEr feierte mit seinen Geheimdienstromanen weltweit Erfolge. Nun ist der britische Schriftsteller nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren gestorben. Mehr bei tagesschau.de<br \/>\n<a title=\"Link: Mehr zum Tod des britischen Spionage-Bestsellerautors Frederick Forsyth bei tagesschau.de\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/autor-forsyth-gestorben-100.html\" class=\"cta \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">extern<\/a>\n<\/p>\n<p>Beobachter aus naher Distanz &#8211; 2015 Besuch in Hamburg<\/p>\n<p>Und Forsyth&#8216; Leben war fast genauso spannend und geheimnisvoll, wie seine Romane. 2015 erschien seine Autobiografie: &#8222;Outsider&#8220; &#8211; &#8222;Au\u00dfenseiter&#8220;. Damals hat der Brite auch Hamburg besucht und sein Buch beim Harbour Front Festival in den Hamburger Kammerspielen vorgestellt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/forsyth101_v-contentgross.jpg\" class=\"zoomimage\" title=\"Bestsellerautor Frederick Forsyth hat Spionageromane wie &quot;Der Schakal&quot; geschrieben. \u00a9 C. Bertelsmann\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/forsyth101_v-contentgross.jpg\" alt=\"Frederick Forsyth \u00a9 C. Bertelsmann \" title=\"Frederick Forsyth\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><br \/>\nBestsellerautor Frederick Forsyth hat Spionageromane wie &#8222;Der Schakal&#8220; geschrieben.<\/p>\n<p>Den Begriff verstand der Autor durchaus als Ehrentitel: &#8222;Ich bin gern Au\u00dfenseiter&#8220;, sagte er. &#8222;Das ist eine Lebensentscheidung. Denn Teil einer Sache zu sein bedeutet auch Selbstaufgabe, man unterwirft sich Regeln und verliert seine Unabh\u00e4ngkeit.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Angestelltendasein, Nine-to-five-Job? Nichts f\u00fcr Forsyth. Und schon f\u00fcr den kleinen Frederick war klar: Den K\u00fcrschnerladen des Vaters in Ashford wird er nicht weiterf\u00fchren. &#8222;In meinem Heimatort \u00fcbernahmen Kinder ganz selbstverst\u00e4ndlich sp\u00e4ter den Betrieb der Eltern. Das war ihr Schicksal&#8220;, erz\u00e4hlte Forsyth. &#8222;Aber mein Vater war anders. Er sagte: &#8218;Geh fort. Drau\u00dfen gibt es eine Welt, und die ist gro\u00df. Lern sie kennen.&#8216; Und das hab ich getan.&#8220;<\/p>\n<p>Forsyth war mit 17 Kampfpilot, sp\u00e4ter Journalist<\/p>\n<p>Seit seiner Kindheit im zweiten Weltkrieg waren die Piloten der Royal Air Force seine Idole. Und er selbst wurde mit 17 der j\u00fcngste Pilot, den die britische Luftwaffe jemals hatte. Die Faszination f\u00fcrs Fliegen wird ihn zeitlebens begleiten.<\/p>\n<p>Dennoch trieb es ihn weiter: zun\u00e4chst in den Journalismus. Er wollte die Welt ver\u00e4ndern, indem er sie beschrieb, ging als Auslandskorrespondent nach Afrika an die vorderste Front. Als einer der Ersten berichtete er \u00fcber das sinnlose Morden und Sterben im nigerianischen Biafra.<\/p>\n<p>Aber zu Hause wollte keiner die Wahrheit h\u00f6ren &#8211; weil England Waffen lieferte und gut verdiente an dem Krieg, in dem Tausende Kinder verhungerten. Der Zynismus der M\u00e4chtigen war ein Schock f\u00fcr den jungen Forsyth, der diese Erlebnisse nie vergessen konnte: &#8222;Das war traumatisch. Nicht so sehr die K\u00e4mpfe, aber als die Kinder starben. Ich habe damals den Glauben an jegliche Macht verloren. Fast jede institutionalisierte Macht ist korrupt. Damit will ich nichts zu tun haben.&#8220;<\/p>\n<p>Amour\u00f6se Verwicklungen in der DDR<\/p>\n<p>Weil er Deutsch sprach, wurde Forsyth auch als Korrespondent in die DDR geschickt. Seine Recherchen im \u00f6stlichen Alltag waren gr\u00fcndlich &#8211; auch in erotischer Hinsicht. In einer Bar in Prag verliebte er sich in Jana, &#8222;sie war 21 und bildsch\u00f6n!&#8220; &#8211; und auf ihn angesetzt, als Geheimagentin. Das erfuhr er aber erst bei der Zigarette danach. &#8222;Ich wei\u00df sogar noch ihren Nachnamen, aber den verrate ich nicht&#8220;, sagte er verschmitzt. &#8222;Denn vielleicht lebt ja heute irgendwo in Tschechien eine nette runde Gro\u00dfmutter, die eines ganz bestimmt nicht braucht: dass all ihre Nachbarn erfahren, dass sie mal mit einem britischen Korrespondenten im Bett war. Also keine Namen!&#8220;<\/p>\n<p>Verbindungen zum Geheimdienst<\/p>\n<p>In einer Zeit, als &#8222;Macho&#8220; noch kein Schimpfwort war, startete Forsyth seine n\u00e4chste Karriere: Er schrieb Thriller \u00fcber Geheimdienstler, Auftragskiller, untergetauchte Nazis.<\/p>\n<p>Lebte er selbst ein gef\u00e4hrliches Agentenleben? Hatte er daher all sein Detailwissen? Mal ehrlich jetzt, Mr Forsyth! &#8222;Ich hatte ein bisschen mit dem Geheimdienst zu tun &#8211; aber ich bin, wie immer, auf Abstand geblieben&#8220;, versetzte er. &#8222;Anderseits: Der Kalte Krieg war schlimm. Europa unter st\u00e4ndiger Bedrohung durch die Sowjets. Wenn dich dein Land dann um Hilfe bittet, was antwortest Du? &#8218;Ja, okay.'&#8220;<\/p>\n<p>Die gute alte Spionage &#8211; sie hie\u00dfe heute Hacking, und davon habe er nun wirklich keine Ahnung, sagte Forsyth bei seinem Besuch in Hamburg, der immer auf der Schreibmaschine schrieb. Beim Erscheinen seiner Autobiografie 2015 k\u00fcndigte er an: Sorry, dies sei sein letztes Buch: Er wolle noch so viele Fische zu fangen, Korallenriffe sehen, Hunde ausf\u00fchren. &#8222;Es gibt so viel zu tun.&#8220;<\/p>\n<p>Outsider. Die Autobiografie<\/p>\n<p>von Frederick\u00a0Forsyth<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>384 Seiten<\/dd>\n<dt>Verlag:<\/dt>\n<dd>C. Bertelsmann<\/dd>\n<dt>Ver\u00f6ffentlichungsdatum:<\/dt>\n<dd>8. September 2015<\/dd>\n<dt>Bestellnummer:<\/dt>\n<dd>978-3-570-10266-4<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>19,99 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>B\u00fccherjournal |<br \/>\n09.09.2015 | 00:00 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 09.06.2025 21:18 Uhr Seine Spionageromane wurden weltweit mehr als 70 Millionen Mal verkauft &#8211; jeder ein Bestseller.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":177545,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[60087,7016,7358,1784,1785,29,214,60069,30,438,2878,54229,3555,3259,215,4845],"class_list":{"0":"post-177544","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-akte-odessa","9":"tag-autobiografie","10":"tag-biografie","11":"tag-books","12":"tag-buecher","13":"tag-deutschland","14":"tag-entertainment","15":"tag-frederick-forsyth","16":"tag-germany","17":"tag-ndr","18":"tag-sachbuecher","19":"tag-schakal","20":"tag-spionage","21":"tag-tod","22":"tag-unterhaltung","23":"tag-zeitgeschichte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114655144536477395","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=177544"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177544\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/177545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=177544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=177544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=177544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}