{"id":177795,"date":"2025-06-09T22:15:13","date_gmt":"2025-06-09T22:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/177795\/"},"modified":"2025-06-09T22:15:13","modified_gmt":"2025-06-09T22:15:13","slug":"reimanns-melusine-an-der-oper-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/177795\/","title":{"rendered":"Reimanns \u00bbMelusine\u00ab an der Oper Frankfurt &#8211;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Melusine_OperFFM_01m_c_BAumueller-640x381.jpg\" alt=\"\" title=\"Melusine\"\/><br \/>\nMelusine ~ Oper Frankfurt ~ Melusine (Anna Nekhames) ~ \u00a9 Barbara Aum\u00fcller (szenenfoto.de)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"190\" height=\"88\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/kulturfreak_5_5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-778\"\/><\/p>\n<p>Das Sujet der Meerjungfrau findet sich in allen Kunstgattungen. Auch Aribert Reimann, dessen Sp\u00e4twerk <a href=\"http:\/\/kulturfreak.de\/aribert-reimanns-trilogie-lyrique-linvisible-effektvoll-an-der-oper-frankfurt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">L\u00b4 invisible<\/a> vor Kurzem im Opernhaus in einer spektakul\u00e4ren Inszenierung zu erleben war, nimmt mit seiner zweiten Oper Bezug auf sie. Dabei orientierte er sich an der Figur der mythischen Sagengestalt der Melusine. 1971, noch vor seiner Oper Lear feierte Melusine Premiere bei den Schwetzinger Festspielen. Die Bedrohung der Natur durch die Menschheit hat er darin schon fr\u00fch hervorgehoben. Der Inhalt in einem Satz: \u201eDie Flucht vor einer Verantwortung f\u00fcr Natur und Menschen ist zum Scheitern verurteilt\u201c (Schott Music).<\/p>\n<p>Aufwendig und spektakul\u00e4r in Szene gesetzt<\/p>\n<p>Die jetzt erfolgte Frankfurter Erstauff\u00fchrung von Melusine nutzt Regisseurin <strong>Aileen Schneider<\/strong>, um die Zuschauer:innen die Grundfrage dieser Oper vorzuf\u00fchren: Ist man bereit f\u00fcr das Wohl der Welt sein eigenes Gl\u00fcck zu opfern?<br \/>Daf\u00fcr wurde das Werk aufwendig und spektakul\u00e4r in Szene gesetzt. In der Spielst\u00e4tte Bockenheimer Depot gibt es hierf\u00fcr keine traditionelle Guckkastenb\u00fchne. Vielmehr sitzt das Publikum und das Orchester kreisf\u00f6rmig um eine runde Spielfl\u00e4che. Somit ist eine gro\u00dfe N\u00e4he gegeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Melusine_OperFFM_2_12m_c_BAumueller.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44843\"  \/><strong>Melusine<\/strong><br \/>Oper Frankfurt<br \/><strong>Melusine (Anna Nekhames; Bildmitte) und Ensemble<\/strong><br \/>\u00a9 Barbara Aum\u00fcller ~ <a href=\"http:\/\/szenenfoto.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">szenenfoto.de<\/a><\/p>\n<p>Die B\u00fchne selbst hat einen artifiziellen und futuristischen Charakter. Ein wie sich aufgebender gebogener gr\u00fcner Baum repr\u00e4sentiert in den ersten beiden Akten den Park, der dem Bau eines Schlosses geopfert werden muss. In den beiden letzten Akten deuten Holzpodeste und ein kleiner Zaun das Schloss an.<br \/>\u00dcber der Szenerie schwebt ein Gebilde, das Assoziationen an eine Raumstation weckt und somit in die Zukunft weist. Es kann aber auch als eine Art Brennglas verstanden werden, mit einer goldenen Linse im Zentrum. Effektvoll senkt es sich mit viel Nebel zum Schluss herab, die Feuerflut in dem von Pythia abgefackelten Schloss andeutend (B\u00fchnenbild: <strong>Christoph Fischer<\/strong>).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Melusine_OperFFM_2_19m_c_BAumueller.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44844\"  \/><strong>Melusine<\/strong><br \/>Oper Frankfurt<br \/><strong>Pythia (Zanda \u0160v\u0113de)<\/strong><br \/>\u00a9 Barbara Aum\u00fcller ~ <a href=\"http:\/\/szenenfoto.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">szenenfoto.de<\/a><\/p>\n<p>Pr\u00e4gnant und ausgefallen sind die Kost\u00fcme von <strong>Lorena D\u00edaz Stephens <\/strong>mit ihren mystischen wie futuristischen Bez\u00fcgen. Dies zeigt sich u. a. bei Pythias Mantel (die zudem ellenlange Fingern\u00e4gel und anfangs zwei H\u00f6rner an den Schultern hat) und dem Arbeitsanzug von Oger. Nicht nur unter Masken, aufgrund einer ausgefeilten Schminktechnik sind viele S\u00e4nger:innen kaum zu erkennen, so anders sehen sie hier aus.<\/p>\n<p>Anspruchsvolle Titelpartie<\/p>\n<p>Neben der optischen Vielfalt ragt die anspruchsvolle atonale Musik von Aribert Reimann hervor. Das relativ klein besetzte <strong>Frankfurter Opern- und Museumsorchester<\/strong> (33 Musiker:innen) spielt unter der versierten Leitung von <strong>Karsten Januschke<\/strong>. Fein gesponnene und schwebende Kl\u00e4nge wechseln mit schroffen Ausbr\u00fcchen.<\/p>\n<p>Anspruchsvoll ist insbesondere die Titelpartie ob ihrer vielen und ausgedehnten Koloraturen. <strong>Anna Nekhames <\/strong>schafft hier Gro\u00dfes. Mit schier unendlicher Kraft meistert sie die gellenden Spitzent\u00f6ne und zeigt sich dabei, auch mit ihrem elastischem K\u00f6rper, als w\u00e4re alles ein Kinderspiel.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Melusine_OperFFM_2_07m_c_BAumueller.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44845\"  \/><strong>Melusine<\/strong><br \/>Oper Frankfurt<br \/><strong>v.l.n.r. Graf von Lusignan (Liviu Holender) und Oleander (Jaeil Kim) sowie Ensemble<\/strong><br \/>\u00a9 Barbara Aum\u00fcller ~ <a href=\"http:\/\/szenenfoto.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">szenenfoto.de<\/a><\/p>\n<p>Mit starker Pr\u00e4senz und stimmlicher St\u00e4rke auch alle weiteren Beteiligten. Sei es in gr\u00f6\u00dferen oder kleineren Partien. <strong>Zanda \u0160v\u0113de<\/strong> ist eine geheimnisvolle Pythia, <strong>Cecelia Hall<\/strong> eine erhabene Mutter und Madame Laperouse, <strong>Jaeil Kim<\/strong> ein sehr agiler Oleander, <strong>Liviu Holender<\/strong> ein Graf von Lusignan mit gehobener Eleganz und <strong>Dietrich Volle<\/strong> ein verkopfter Geometer (er tr\u00e4gt einen Bildschirm auf dem Kopf). Daneben sind zahlreiche weitere S\u00e4nger:innen beteiligt, wie auch <strong>Frederic Jost<\/strong> als Maurer,<strong> Andrew Kim <\/strong>als Architekt und <strong>Morgan-Andrew King<\/strong> als Oger.<\/p>\n<p>Am Ende der 140-min\u00fctigen Auff\u00fchrung (inkl. einer Pause) enthusiastischer Beifall und vor allem f\u00fcr das <strong>Frankfurter Opern und Museumsorchester<\/strong>\/<strong>Karsten Januschke<\/strong> und <strong>Anna Nekhames<\/strong> kr\u00e4ftiges Getrampel bei der besuchten zweiten Vorstellung.<\/p>\n<p>Markus Gr\u00fcndig, Juni 25<\/p>\n<p>Melusine<\/p>\n<p>Oper in vier Akten<br \/><strong>Von: <\/strong>Aribert Reimann (1936 \u2013 2024)<br \/><strong>Libretto: <\/strong>Claus H. Henneberg nach dem gleichnamigen Schauspiel von Yvan Goll<br \/><strong>Urauff\u00fchrung: <\/strong>29. April 1971 (Schwetzingen, Schlosstheater; Auftragswerk des S\u00fcddeutschen Rundfunks Stuttgart)<\/p>\n<p><strong>Premiere \/ Frankfurter Erstauff\u00fchrung:<\/strong> Freitag, 6. Juni 25 (Bockenheimer Depot)<br \/><strong>Besuchte Vorstellung:<\/strong> 8. Juni 25<\/p>\n<p><strong>Musikalische Leitung: <\/strong>Karsten Januschke<br \/><strong>Inszenierung: <\/strong>Aileen Schneider<br \/><strong>B\u00fchnenbild: <\/strong>Christoph Fischer<br \/><strong>Kost\u00fcme: <\/strong>Lorena D\u00edaz Stephens<br \/><strong>Licht:<\/strong> Olaf Winter \/ Jonathan Pickers<br \/><strong>Dramaturgie:<\/strong> Maximilian Enderle<\/p>\n<p><strong>Besetzung:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Melusine: <\/strong>Anna Nekhames<br \/><strong>Pythia:<\/strong> Zanda \u0160v\u0113de<br \/><strong>Madame Laperouse: <\/strong>Cecelia Hall<br \/><strong>Oleander: <\/strong>Jaeil Kim<br \/><strong>Graf von Lusignan: <\/strong>Liviu Holender<br \/><strong>Geometer:<\/strong> Dietrich Volle<br \/><strong>Maurer: <\/strong>Frederic Jost<br \/><strong>Architekt: <\/strong>Andrew Kim\u00b0<br \/><strong>Oger:<\/strong> Morgan-Andrew King\u00b0<br \/><strong>1. Dame: <\/strong>Ekin Su Paker<br \/><strong>2. Dame: <\/strong>Daria Tymoshenko<br \/><strong>3. Dame: <\/strong>Zuzana Petrasov\u00e1<br \/><strong>1. und 3. Herr:<\/strong> Hubert Schmid<br \/><strong>2. Herr:<\/strong> Alexander Winn<br \/><strong>Sekret\u00e4r:<\/strong> Dominic Betz<\/p>\n<p><strong>Frankfurter Opern- und Museumsorchester<\/strong><\/p>\n<p>\u00b0Mitglied des Opernstudios<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/oper-frankfurt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">oper-frankfurt.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Melusine ~ Oper Frankfurt ~ Melusine (Anna Nekhames) ~ \u00a9 Barbara Aum\u00fcller (szenenfoto.de) Das Sujet der Meerjungfrau findet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":177796,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1829],"tags":[60138,60139,60140,29,2050,2051,30,2052,60141,60142,97,60143],"class_list":{"0":"post-177795","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankfurt-am-main","8":"tag-aileen-schneider","9":"tag-aribert-reimann","10":"tag-bockenheimer-depot","11":"tag-deutschland","12":"tag-frankfurt","13":"tag-frankfurt-am-main","14":"tag-germany","15":"tag-hessen","16":"tag-karsten-januschke","17":"tag-melusine","18":"tag-oper","19":"tag-oper-frankfurt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114655718638002692","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=177795"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177795\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/177796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=177795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=177795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=177795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}