{"id":178453,"date":"2025-06-10T04:35:10","date_gmt":"2025-06-10T04:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/178453\/"},"modified":"2025-06-10T04:35:10","modified_gmt":"2025-06-10T04:35:10","slug":"russlands-spionage-die-suche-nach-den-drohnenschiffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/178453\/","title":{"rendered":"Russlands Spionage &#8211; Die Suche nach den Drohnenschiffen"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 10.06.2025 06:01 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Westliche Sicherheitsbeh\u00f6rden gehen davon aus, dass Russland Spionage-Drohnen von Schiffen aus startet. Doch die Suche nach den Drohnenschiffen in Nord- und Ostsee gestaltet sich Recherchen von NDR und WDR zufolge schwierig.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Antonius Kempmann und Benedikt Strunz, NDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist ein ungew\u00f6hnliches Vorgehen deutscher Sicherheitsbeh\u00f6rden und es zeigt eine neue Entschlossenheit: Anfang Mai fiel der Bundespolizei das Frachtschiff &#8222;HAV Dolphin&#8220; auf. Eigentlich unternehmen Reedereien und Schiffseigner alles, damit ihre Schiffe in Bewegung sind. Denn jeder Liegetag kostet bares Geld. Doch die &#8222;Dolphin&#8220; hatte es offenbar nicht eilig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Massengutfrachter, der gerade einen mehrw\u00f6chigen Werftaufenthalt im russischen Kaliningrad hinter sich gebracht hatte, lag insgesamt mehr als acht Tage lang in der Kieler Bucht vor Anker. Unweit des Liegeplatzes befindet sich ein zentraler St\u00fctzpunkt der deutschen Marine. Als kurze Zeit sp\u00e4ter Drohnen in der N\u00e4he des Marinest\u00fctzpunktes auftauchten, legten die deutschen Beh\u00f6rden los.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZun\u00e4chst kontrollierte die Bundespolizei das Schiff, kurze Zeit sp\u00e4ter gingen noch einmal Beamte der Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein an Bord. Nach Informationen von NDR, WDR und S\u00fcddeutscher Zeitung (SZ) fanden die Beamten keine Drohnen auf dem Schiff, allerdings stellten sie fest, dass alle Mitglieder der siebenk\u00f6pfigen Crew aus Russland stammen. Die deutschen Beh\u00f6rden verst\u00e4ndigten ihre Kollegen in den Niederlanden. Am 15. Mai wurde die &#8222;Dolphin&#8220; bei ihrer Ankunft bei Rotterdam noch einmal von der Polizei durchsucht, wieder ohne Ergebnis. Die Ma\u00dfnahmen beider L\u00e4nder f\u00f6rdern nichts zutage, was das Schiff der Spionage oder Sabotage verd\u00e4chtig macht.<\/p>\n<p>    Zahlreiche Drohnen-Sichtungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Fall zeigt ein neues Bewusstsein in deutschen und europ\u00e4ischen Sicherheitsbeh\u00f6rden. In fast allen europ\u00e4ischen Staaten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/drohnen-ueberfluege-102.html\" title=\"Ballung von neuen Drohnensichtungen im Norden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">tauchen derzeit vermehrt verd\u00e4chtige Drohnen in der N\u00e4he sensibler Industrie- und Milit\u00e4ranlagen auf<\/a>. Viele Drohnensichtungen finden dabei in K\u00fcstenn\u00e4he statt. Auf Nachfrage best\u00e4tigte das schleswig-holsteinische Innenministerium in Kiel, dass in diesem Jahr bereits 34 Drohnen in K\u00fcstenn\u00e4he registriert worden seien. Der Sichtungsbereich sei dabei weit gestreut und umfasse &#8222;Neustadt, Brunsb\u00fcttel, Gl\u00fccksstadt, Flensburger F\u00f6rde, Elbehafen, Eckernf\u00f6rder Bucht, Kieler F\u00f6rde.&#8220; Kiel bilde einen Schwerpunkt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach Informationen von NDR, WDR und SZ d\u00fcrfte die Zahl der Sichtungen f\u00fcr die gesamte deutsche K\u00fcste in diesem Jahr bei etwa 100 liegen. Mittlerweile herrscht unter europ\u00e4ischen Sicherheitsbeh\u00f6rden Konsens dar\u00fcber, dass zumindest ein Teil dieser Drohnen von zivilen Schiffen gestartet wird, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/schattenflotte-russland-sanktionen-oel-reeder-deutschland-100.html\" title=\"Russische Schattenflotte: Milliardengesch\u00e4ft f\u00fcr westliche Reeder\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die man zur russischen Schattenflotte rechnet<\/a>. Im Fokus stehen derzeit Tanker, aber auch Fischerei- und Transportschiffe. Ein Sprecher der Bundeswehr erkl\u00e4rte auf Nachfrage, dass &#8222;Systeme f\u00fcr Drohnenausbringungen auf Schiffen auf dem zivilen Markt verf\u00fcgbar&#8220; seien. Konkrete Erkenntnisse habe man derzeit aber nicht.<\/p>\n<p>    Polizeischiff beschattet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMitte Mai hatte ein weiterer Drohnen-Vorfall in Sicherheitskreisen f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Rund 140 Kilometer vor Borkum soll ein Schiff der Bundespolizei gerade einen russischen Tanker \u00fcberwacht haben, als der Besatzung des Polizeischiffs BP 81 Potsdam pl\u00f6tzlich mehrere Drohnen am Himmel auffielen. Knapp drei Stunden lang sollen rund sieben Drohnen das Schiff der Bundespolizei beschattet haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGegenma\u00dfnahmen konnte die Besatzung des Schiffes nicht ergreifen. Zuerst hatte der Spiegel \u00fcber den Vorfall berichtet. Unklar blieb, ob die Drohnen von dem russischen Tanker aus gestartet worden waren und welchen Zweck ihr Einsatz hatte.<\/p>\n<p>    Experte: Schnell reagieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDen Experten f\u00fcr Maritime Sicherheit, Moritz Brake, wundern die vermehrten Drohnensichtungen nicht. Ein Schiff sei eine moderne Industrieanlage, man k\u00f6nne dort an allen m\u00f6glichen Stellen Drohnen und Startvorrichtungen verstecken. &#8222;Es reicht aus, so etwas in einen Container zur packen. Da k\u00f6nnen sie dann lange suchen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZumal es auch ausreichen k\u00f6nne, sehr kleine Drohnen einzusetzen, je nach Zweck. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass die Beh\u00f6rden rasch reagieren. &#8222;Sobald sie einen klaren Verdacht haben, m\u00fcssen Beamte dann auch auf das Schiff&#8220;, ansonsten k\u00f6nne die Beweisf\u00fchrung schwierig werden.<\/p>\n<p>    Energischeres Vorgehen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich ist bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden der Nord- und Ostseeanrainerstaaten derzeit ein deutlich energischeres Vorgehen gegen verd\u00e4chtige Schiffe zu beobachten. So wurden in den vergangenen Monaten mehrfach Schiffe, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/russland-ostsee-spionage-100.html\" title=\"Russland - Systematische Spionage in der Ostsee\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die man der Spionage oder der Sabotage verd\u00e4chtigte<\/a>, von Beh\u00f6rden in Deutschland, Finnland, den Niederlanden und D\u00e4nemark kontrolliert. In manchen F\u00e4llen ging es dabei um den Verdacht der Sabotage, in anderen F\u00e4llen konkret um Drohnensichtungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon Seiten der Eigner der Dolphin hie\u00df es auf Nachfrage, die Verd\u00e4chtigungen seien unzutreffend. Das Schiff habe vor Kiel gelegen, weil es dort auf Auftr\u00e4ge gewartet habe. Der Ankerplatz sei von der deutschen Verkehrsleitzentrale vorgegeben worden. Vorrichtungen f\u00fcr den Betrieb von Drohnen gebe es an dem Schiff keine. In Kaliningrad sei es lediglich instandgesetzt worden. Die Firma habe keine russischen Kunden und keine Ums\u00e4tze in Russland. Auf russische Crews greife man aufgrund von deren Erfahrung und hohen Qualit\u00e4tsstandards zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Suche nach den Drohnenschiffen geht unterdessen weiter. Trotz mehr und intensiverer Kontrollen bislang ohne ein Schiff aufzusp\u00fcren, von dem aus Drohnen gestartet sein k\u00f6nnten. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie vielf\u00e4ltig der Einsatz von Drohnen sein kann, und wie schwer es ist, sich gegen sie zu sch\u00fctzen &#8211; auch an den deutschen K\u00fcsten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dieser Text entstand in Kooperation mit internationalen Partnern wie Follow the Money, Pointer (Niederlande), VRT, De Tijd (Belgien) und SVT (Schweden).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 10.06.2025 06:01 Uhr Westliche Sicherheitsbeh\u00f6rden gehen davon aus, dass Russland Spionage-Drohnen von Schiffen aus startet. 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